Donnerstag, 27. September 2012

Vom Erwachsenwerden und -sein

"Als Kind hat jeder Mensch ein Sehnen nach einem großen Glück, das ihm das Leben bringen soll, und nachher verlieren es die meisten Menschen. weil sie ihr Sehnen auf kleine Erfolge und Eitelkeiten einstellen, und lassen sich einreden, das große Glück, nach dem sie sich sehnten, sei eben nur ein Kindertraum gewesen, statt daß sie sich sagen, ich will es finden, nicht so, wie ich es mir als Kind gedacht, aber dennoch finden, so wie es sein muß ...."
(Albert Schweitzer, aus 1913)

"Leben wir nach einem kindlichen Weltbild?" - Alexander Wagandt und Jo Conrad dazu im Gespräch.
(stoppt manchmal mittendrin - geht aber weiter mittels Mausbewegung ....)

Sati dazu - Wir haben in dieser seltsam unklaren Kultur den tieferen Sinn von einstigen Inititationen leider verloren - und wabern mehr oder weniger gehorsam ein Leben lang weiter als "Kinder der Eltern" herum. Die wir schon längst nicht mehr sind. Und auch gar nicht sein sollen. Diese m.E. doch sehr künstlich aufrechterhaltene Bindung an die eigenen Familienangehörigen - verhindert im Grunde den nötigen Respekt vor den übergreifenderen Zusammenhängen - indem sie auf kleine und sehr begrenzte "Keimzellen" beschränkt bleiben soll: Auf Mutti, Papi, Kind.  So - wie es die Kinder spielen. Später wünscht sich die potentielle Mutti - ein "eigenes Kind". Das hat mich schon als Kind zornig werden lassen. Weil ich wußte - ich gehöre niemandem. Glücklicherweise fand ich nicht den Prototyp einer Betuttelnden an. Aber durchaus eine - völlig unbewußt - "Machtbesessene" - die glaubte, sie könne diese "Kernfamilie" zusammenhalten. Wozu genau - wußte sie vermutlich selbst nicht - aber sie hatte es so gelernt.
Mein Denken und Fühlen war schon als Kind anders - Respekt vor den Alten und Ahnen ist durchaus hilfreich. Erzwungener Respekt vor bestimmten Einzelpersonen - eher nicht.
Und diese in unserer "Kultur" gegebenen Erwartungshaltungen einer Familie - ein Leben lang von den Mitgliedern versorgt zu werden - sind m.E. völlig verquer. Dennoch spielen die meisten ihr Leben lang mit - obwohl sie eigentlich lieber kotzen würden.
Danke an meinen früh verstorbenen Vater - der sich auf seltsame Weise von mir verabschiedete am Abend, bevor er starb - und quasi mein Einverständnis einholte.  Und danke an meine Mutter - die mich bis zu ihrem Ende immer "gezwiebelt" hat mit ihren ihr von Anderen eingegeben Vorstellungen - wie etwas zu sein habe - und wer was zu tun habe. Danke auch - und das ist neu! - an die leibliche und doch so fremde Schwester - daß sie dieses schwere und sinnlose Los der Fortführung von tiefster Heuchelei übernommen hatte - explizit bei der Beerdigung unserer Erzeugerin. Obwohl das Leben zwischendurch viele andere Lektionen gesandt hatte - in denen sie knallhart am Abgrund stand und ich nur noch meiner Mutter und ihrem Sohn zuliebe rein pragmatische Hilfe geleistet habe.
Am Ende - spielten wir unsere mitgegebenen "Kinder-Rollen": Sie als große Organisatorin und blendendes Vorbild - jahrelang zwar nicht wirklich anwesend, aber im entscheidenden Moment, in dem die Kamera angeht - war sie wieder da. Ich die Abtrünnige, Respektlose .... die nicht mal zum Leichenschmaus der eigenen Mutter mitging. Ging nicht - ich hätte sie sonst womöglich verhauen, was ich den Gästen und besonders mir selbst nicht zumuten wollte, ob ihrer Verlogenheit - die ich oft genug ausgebadet hatte in der Praxis. Aber - alles ok, denn die Leute meiner Mutter wußten schon längst ganz gut Bescheid um die "Scheiß-Spiele".
Ganz besonders erhellend zu dieser Zeit, als meine Erzeugerin sich ihrem Ende näherte: Eine wiederbelebte Union von Mutter und Sohn - Schwester und Neffe - die sich nun - ganz neu verbündet - gegen mich erhob. Dem Neffen hatte ich einst in späten Kindertagen die Option eröffnet, seine grausame und heftige Kinderhölle zu verlassen - also seine prügelnde und psycho-terrorisierende Mutter, die ihn zeitweise übelst mißhandelt hatte - körperlich wie seelisch.
Nun - fand ich die beiden vereint wieder, nach vielen Jahrzehnten - und mich als "Räuberin der Schätze meiner Mutter" bezichtigend. Eine sehr interessante Erfahrung. Diese Re-Union des Kindes mit seiner einst mehr als mißbräuchlichen Mutter. Er hatte sich nach vielen Jahrzehnten - an ihrer Seite wiedergefunden und mir Unglaubliches unterstellt - was mich viel lernen ließ über das Leben und seine seltsamen Verbindungen. Das Leben selbst aber - sorgte ironischerweise dafür, daß ich mich völlig unvermutet in einer Art Machtposition über das vererbte Geld meiner Mutter wiederfand - und den beiden ging der Arsch auf Grundeis. Man stelle sich vor - sie hätten recht gehabt mit ihren Vermutungen. Eigentlich - bedaure ich heute fast ein wenig, sie nicht länger gequält zu haben - mit ihren ureigenen Vorstellungen und Erwartungen an meine "räuberische Natur".  Der Neffe war zerrissen - auf seiner Suche nach "mütterlicher Liebe". Die Schwester - vom ureigenen, abgrundtiefen Hass. Wobei auch hier für mich die entscheidende Frage bleibt - wessen Erbe sie da wohl auf sich genommen haben mag. Auch sie ist sicherlich nicht mit derartigem Hass geboren worden.

Jedenfalls verpaßte ich - wie immer und aus eigener Blödheit - eine sehr gute Gelegenheit zu süßester Rache. Wirklich - ich hätte sie ein wenig zappeln lassen sollen - in ihren eigenen Bildern!

Das Verrückteste war - daß mir beide unabhängig voneinander etwas erzählen  wollten zu meinem Verhältnis zwischen meiner Mutter und mir - welches zu der Zeit längst bereinigt war - auf erstaunliche Weisen. Sie dachten nicht einen Moment lang an sich selbst - und an ihre gemeinsame, völlig verquere Geschichte miteinander.

Auf zahlreichen Beerdigungen von mir irgendwie liebgewonnen Menschen, auch vielen Freunden meiner Eltern, fand ich mich wieder - auf denen ich sie nicht einmal antraf, diese stets nach außen hin gefällige Schwester. "Sie geht nicht gerne auf Beerdigungen" sagte meine Mutter mir dazu.  "Aha - dann scheint es wohl eine Art Hobby von mir zu sein", dachte ich nur - sarkastisch - dazu. Ne - das war mir ein Bedürfnis - wenigstens bei der letzten verbliebenen Art von "Initiation" dabei zu sein - und meine guten Wünsche mitzugeben.
Ehrlich gesagt - bin ich meinen einstigen Eltern ganz dankbar - daß sie mich "alleine übrig gelassen haben" - wenn sie auch nicht wirklich was von "Initiation" verstanden haben - mein Vater schon eher. Aber sie haben mir immer irgendwie meine Wege freigehalten.  Auch schon zu Lebzeiten. Trotz Unwillens.

Der Neffe - rief mich irgendwann nochmal an vor wenigen Monden - er lebt woanders. Und ich registrierte nur - alles gut - der ist "initiiert". 

Mittwoch, 26. September 2012

Zügige tröstliche Antworten ... auf das laute "Nein!"

... heute beim Lesen und Mitgehen mit C.G. Jung durch sein Er-Leben. Nach einem für mich etwas zähen Kapitel, in dem er über seine zahlreichen Bücher berichtete, geht es sehr lebendig weiter.  Über die Entstehung und den Bau eines "ursprünglichen Hauses" in Bollingen am See, welches eine große, sehr alte Sehnsucht bei mir weckte - und anschließend mit auf seine Reisen in ferne Länder und Kulturen, die etwas spiegeln, was die Europäer sich aus ihren "so fortschrittlichen Herzen" gerissen haben (sage ich einfach mal so in Kürze ... und denke u.a. kurz an das große, neue Herzzentrum in der Kolonie und die zunehmenden Herzerkrankungen ....).
Am Morgen vernahm ich dieses laute, klare "Nein!" zu dem, was ist ... und fragte mich, was denn da los sei. Blieb entschieden im Bett bis zum Nachmittag und wechselte von Lesen zu Schlaf und wieder zurück. Direkt auf meine Frage an mich selbst - was das laut vernehmbare "Nein!" mir genau zu sagen hat und wo es bloß herkommt, traf ich auf die untenstehenden Worte vom C.G.J. - die den Kern trafen. Meine Seele benötigt dringend "Entschleunigung" und die Wiederaufnahme der Beschäftigung mit den Wurzeln. Ohne Lärm im Außen. Baute mir einen feinen Meditationsplatz, setzte mich nur 5 Minuten probeweise hin und beobachtete die sofortige Erleichterung, die durch Erinnerung in dieser Position kam: Das laute "Nein!" bedeutet schlicht - es gibt da draußen in der "tobenden Unkultur" keine echten Antworten und auch kein echtes Füllen der Seele mehr für mich. Zwar weiß ich dies schon längst - aber es brauchte "frischen Mut", mich endlich wieder konsequent in andere, lebendige Räume zurückzuziehen und die freien Tage wieder auf die sinnvollste Weise zu nutzen: Mit Nichtstun und Lauschen! Dem Alten, Uralten und Bewährtem lauschen - so wie der Herr Jung es sagt: " ... absichtlich mit halbgeschlossenen Augen und etwas tauben Ohren ...".


Aus C.G. Jung – Erinnerungen, Träume, Gedanken
Seite 239 ff. – aufgelegt in 1971:
 "Sowohl unsere Seele wie der Körper bestehen aus Einzelteilen, die alle schon in der Ahnenreihe vorhanden gewesen sind. Das „Neue“ in der individuellen Seele ist eine endlos variierte Rekombination uralter Bestandteile, Körper und Seele haben einen eminent historischen Charakter und finden im Neuen, eben erst Entstandenen keine richtige Unterkunft, d.h. die anzestralen Züge sind darin nur zum Teil zuhause.  Wir sind mit Mittelalter und Antike und Primitivität noch längst nicht so fertig geworden, wie es unsere Psyche erfordert. Wir sind stattdessen in einen Katarakt des Fortschritts hineingestürzt, der mit umso wilderer Gewalt vorwärts in die Zukunft drängt, je mehr er uns von unseren Wurzeln abreißt. Ist aber das Alte einmal durchbrochen, dann ist es meist auch vernichtet, und es gibt überhaupt kein Halten mehr. Es ist eben gerade der Verlust dieses Zusammenhangs, die Wurzellosigkeit, die ein derartiges „Unbehagen in der Kultur“ und eine solche Hast erzeugen, daß man mehr in der Zukunft und ihren chimärischen Versprechen eines goldenen Zeitalters lebt, anstatt in der Gegenwart, bei welcher unser ganzer entwicklungsgeschichtlicher Hintergrund noch nicht einmal angelangt ist. Man stürzt sich hemmungslos ins Neue, getrieben von einem zunehmenden Gefühl des Ungenügens, der Unzufriedenheit und Rastlosigkeit.  Man lebt nicht mehr aus Besitz, sondern aus Versprechen, nicht mehr im Lichte des gegenwärtigen Tages, sondern im Dunkel der Zukunft, wo man den richtigen Sonnenaufgang erwartet. Man will es nicht wahrhaben, daß alles Bessere durch ein Schlechteres erkauft wird. Die Hoffnung auf größere Freiheit wird durch vermehrte Staatssklaverei zunichte gemacht, nicht zu sprechen von den fürchterlichen Gefahren, denen uns die glänzendsten Entdeckungen der Wissenschaft aussetzen.  Je weniger wir verstehen, wonach unsere Väter und Vorväter gesucht haben, desto weniger verstehen wir uns selbst, und helfen mit allen Kräften, die Instinkt- und Wurzellosigkeit des Einzelmenschen zu vermehren, so daß er als Massenpartikel nur noch dem „Geist der Schwere“ folgt.
Verbesserungen nach vorne, d.h. durch neue Methoden oder „gadgets“ sind zwar unmittelbar überzeugend, aber auf die Dauer zweifelhaft und auf alle Fälle teuer bezahlt. Keinesfalls erhöhen sie das Behagen, die Zufriedenheit oder das Glück im großen und ganzen.  Sie sind meist hinfällige Versüßungen des Daseins, wie z.B. zeitverkürzende Maßnahmen, die unangenehmerweise bloß das Tempo beschleunigen und uns somit weniger Zeit lassen, als je zuvor. Omnis festinatio ex parte diaboli est – alle Eile ist des Teufels – pflegten die alten Meister zu sagen.
Verbesserungen nach rückwärts indessen sind in der Regel weniger kostspielig und dazu dauerhaft, denn sie kehren zu den einfacheren und bewährten Wegen der Vergangenheit zurück und machen den sparsamsten Gebrauch von Zeitungen, Radio, T.V. und allen anderen quasi zeitsparenden Neuerungen.
Ich spreche in diesem Buch viel über meine subjektive Anschauung, die jedoch keine Erklügelung der Vernunft darstellt. Vielmehr ist sie eine Schau, die sich ergibt, wenn man absichtlich mit halbgeschlossenen Augen und etwas tauben Ohren Gestalt und Stimme des Seins zu sehen und zu hören unternimmt. Sehen und hören wir zu deutlich, dann sind wir auf Stunde und Minute des Heute eingeschränkt und spüren nichts davon, wie und ob unsere anzestralen Seelen das Heute vernehmen und verstehen, oder mit anderen Worten, wie das Unbewußte reagiert. So bleiben wir im Dunkel darüber, ob die Ahnenwelt mit urtümlichem Behagen an unserem Leben teilnimmt , oder umgekehrt, ob sie sich mit Abscheu davon abwendet. Unsere innere Ruhe und Zufriedenheit hängt in hohem Maße davon ab, ob die historische Familie, welche durch das Individuum personifiziert wird, mit den ephemeren Bedingungen unseres Heute übereinstimmt oder nicht.
In meinem Haus in Bollingen lebt man wie vor vielen Jahrhunderten. Es wird mich überleben  und weist durch Lage und Stil auf längst Vergangenes. Nur sehr wenig erinnert an das Heute. Wenn ein Mann des 16. Jahrhunderts das Haus bezöge, so wären ihm nur Petroleumlampe und  Zündhölzchen neu; mit allem anderen fände er sich ohne weiteres zurecht. Nichts stört die Toten, kein elektrisches Licht und kein Telephon. Meine Ahnenseelen sind aber auch unterhalten durch die geistige Atmosphäre des Hauses, denn ich gebe ihnen Antwort auf Fragen, die ihr Leben einstmals hinterlassen hat, recht und schlecht, wie es mir gelingen will. Es ist, wie wenn eine stille größere Familie, die sich über Jahrhunderte erstreckt, das Haus bevölkerte. Ich lebe dort in der „zweiten Person“ und sehe das Leben im Großen, das wird und vergeht."

Dienstag, 25. September 2012

Dualität - Polarität - und ein sehr erhellender Verweis auf ein klares Gespräch dazu

Was mich vor Jahren schon am meisten beeindruckt hat während meiner "spirituellen Suche" (es muß ja irgendwie benannt werden ...) - und was mich nie wieder losließ seither, versuche ich mal, kurz wiederzugeben. Es geht um das Spiel des Lebens selbst:

Gäbe es - keine Menschen, die Arzt werden wollen - gäbe es keine Patienten.
Gäbe es keine, die heilen wollen - es gäbe keine, die geheilt werden müßten, es gäbe keine "Unheilen".
Gäbe es keine, die richten wollten über Andere - gäbe es auch keine Verurteilten.
Gäbe es niemand, der Andere kontrollieren will - gäbe es niemanden, der von Anderen kontrolliert würde.
Diese Liste - läßt sich unendlich fortsetzen.

Der Wunsch, eine gewisse Rolle  zu spielen - zieht also die erforderlichen Mitspieler nach sich.

Denn ohne diese Wünsche, die rein zwangsläufig die gewünschten Mitspieler erzeugen - könnte ja niemand seine gewünschte Rolle erfüllen.
Der Wunsch nach einer Rolle - erschafft sozusagen den Gegenpol, der bereit ist, die entgegengesetzte Rolle zu übernehmen, damit das Spiel auch in Gang kommt bzw. in Gang gehalten werden kann.

Und das ist der exakte und vielleicht alleinige Grund - warum es klug ist, über die eigenen Wünsche und darüber, was sie nach sich ziehen, sehr gut nachzudenken!

Der Wunsch nach Versorgung - zieht Versorger nach sich.
Der Wunsch nach Macht - zieht Ohnmächtige nach sich.
Der Wunsch nach Reichtum - zieht Armut nach sich.
(Ich staune immer wieder über das derzeitige Ergebnis des "Wünsch-Dir-was-Du-willst-und-es-wird-geliefert"-Hypes der vergangenen Jahre ....)
Gläubige - brauchen Ungläubige.

Jeder Spieler - erschafft sich also und benutzt solche "Gegenspieler" - um seine gewählte Rolle zu erfüllen und zu recht-fertigen.
Ganz kurz:
Ein Täter - benötigt ein Opfer.
Ein Opfer - benötigt einen Täter.

Der "mittlere Weg" - der mir einst in Gestalt eines sogenannten "Buddha" entgegenkam (eine Idee wie Jesus - ich erlaube mir, an real existierenden und im Nachgang allzu verherrlichten Personen meine Zweifel zu haben) - wird von kaum jemand angestrebt. Er würde wohl in der Praxis schlicht bedeuten -  auf jegliche künstlich eingenommene Rolle zu verzichten und sich also selbst nicht allzu wichtig zu nehmen - schlicht im gegebenen Moment auf die jeweiligen Gegebenheiten zu antworten - also auch in der Rolle, die gerade erscheint. Moderat gesprochen und sehr verkürzt. Dies schließt allerdings rein gar nichts aus. Mein Verständnis. Also nix in Richtung "Ego-Aufgabe" - denn dieses erscheint ebenso zwangsläufig in gewissen Situationen, wie die meisten eine vermeintlich "gewählte Rolle" von vorneherein bevorzugen.

Im Sanskrit ist dieses Spiel der Dualität denkbar einfach in der Sprache wiedergegeben: Für alles, was es gibt, gibt es auch das Gegenteil, welches simpel mit einem vorausgestellten "A-" vor dem ursprünglichen Wort in ein solches gesetzt wird.

Alle Wünsche - werden vom Göttlichen (nenn es, wie es Dir gefällt ..)  erfüllt.
Aber - kaum jemand bedenkt - was es nach sich zieht, sich etwas zu wünschen.
Seither bin ich recht bedacht mit dem, was ich mir so für mich wünsche - denke oft daran, was es nach sich zieht.  - Es gab zwar immer wieder unklar-ausformulierte Warnungen z.B., was die Anwendung von "Magie" betrifft - aber niemand brachte diese einfach in den Raum gestellten Warnungen für mich in einen verständlichen Kontext. Ich probierte also einfach dies und das aus - und lernte anschließend aus den entsprechenden, teils bitteren und heftigen  Erfahrungen, die zügig eintraten. So lernt mensch am besten - meine ich. 

Ein wunderbares Gespräch zu dieser Erscheinung von "Dualität" - welches sich lohnt, es sich in den Ohren zergehen zu lassen - findet sich hier. Es nimmt auch Bezug auf den Unterschied zwischen "Dualität" und "Polarität" ... ich hörte es nun zweimal - und beim zweiten Male - hörte ich es ganz neu. Und ich werde ein drittes Mal hören.
Wenig - fasziniert mich mehr.
Leider hat es den für mich den irreführenden und irrtierenden Titel "Satanismus" - im Grunde schreckt so ein Titel ja wohl viele eher ab vom Lauschen. Aber - es ist genial und wahr - und fernab von "Schreckensmacherei". Sehr klar - und der obenstehenden, mich einst ergreifenden "Logik"  zugewandt.
Gott und Satan - sind also auch nur zwei sich bedingende Gegenüberstellungen - innerhalb des vorherrschenden Tiefschlafes unserer Geister.

Und - wie gesagt - es geht nicht etwa um "dunkle Machenschaften im Außen" - sondern um die Erhellung im eigenen Inneren.
Daher verlinke ich den Beitrag hier auch anhand der Beschreibung - und nicht anhand des Titels - die da lautet: Alexander Wagandt unterhält sich mit Jo Conrad über Satanismus, Religion, Magie und andere Erscheinungen der Polarität und die gezielte Förderung der Vorstellung einer existierenden Dualität.

Ein weiterer erhellender Beitrag - zum Thema (Alltags-) "Magie" - und eine weitere Gelegenheit zur Selbstbetrachtung und zur Betrachtung des uns alle erfassenden Zeitgeistes ist dieser. Wie gesagt - keine Angst - beide Beiträge bringen einfach - Licht ins eigene Dunkel.

Und übrigens - nicht etwa übrig, sondern explizit: Meinen ganz herzlichen Dank für diese erhellende Gesprächsreihe zwischen diesen beiden - an Jo Conradt und Alexander Wagandt. 

Noch ein "Übriges" - also Explizites an den Bruder Maurer, der mit dem Mörtel der Götter offene Gebäude zu gestalten weiß: Venus und Saturn arbeiten gerade befleißigt und freudig - an einer gemeinsamen Ecke. Lange hat es gebraucht dazu - jetzt macht es umso mehr Freude, beide zusammen mörteln zu sehen.     

Selbstachtung als oberstes Gebot - für Gesundheit

"Achten die Menschen sich selbst,
so achten sie gewöhnlich auch die fremde Persönlichkeit."
(Samuel Smiles)
Ein wahrlich guter Kalenderspruch für den heutigen Tag- wie aus dem richtigen Leben.
Meiner Erfahrung nach - komme ich mit den meisten Menschen gut aus, wenn ich mit mir selbst im Reinen bin. Dann läuft´s wie geölt. Bemerke ich bei mir selbst Widerhaken - kann ich gut und gerne davon ausgehen - daß sich diese auch in Begegnungen spiegeln.
"Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst." - ist die Bibelvariante zu diesem oben stehenden, klugen Ausspruch. Aber diese wurde leider über viele Äonen völlig mißinterpretiert - und die Parole wurde ausgegeben, daß es wichtiger sei, die Nächsten zu lieben bzw. sich um diese zu sorgen. Aber gerade das führt zu nichts bzw. allzu oft zu vermeintlich liebender Anmaßung. Würde jedes sich zuallererst selbst justieren, hätte es genug zu tun - und könnte die Anderen wirklich in Frieden lassen.
Amen - respektive Awen - die Rede zum Marstag.

Der zauberhafte schwarze Kater ...

... sitzt immer noch auf dem Thron im Hof. Der Sohn will ihn nicht mitnehmen - und ich kann es nicht tun, obwohl mir spontan nichts lieber gewesen wäre, denn bei mir kann er nicht raus und ich würde ihn zu grausamer Gefangenschaft verdonnern, was mir fern liegt. Er - der so bezaubernd ist und klug dazu - ist also lediglich geduldet. Ins Haus darf er nicht, weil er sich mit der Hauskatze nicht verträgt. Letzteres - sollte er also lernen, denn dann stünde ihm die Tür offen. Beim nächsten Mal werde ich ihm das telepathieren, bzw. tat es schon gestern. Eine tragische Situation, wenn ich bedenke, daß es ein so offenes Haus ist mit viel Platz für Mensch und Tier, welches er sich da offenbar ausgesucht hat. Wie im richtigen Leben - eigentlich könnte es so einfach sein - und dennoch gibt es scheinbar gerade keine offene Tür. Aber wer weiß, es kann sich ja plötzlich etwas auftun. So ist es jedenfalls immer bei mir: Die besten Ereignisse - kommen immer völlig unerwartet.

Montag, 24. September 2012

Eure Armut kotzt uns an ....

.... dachte ich gestern - dachte an Guido W. und ein herrliches Plakat vor einigen Jahren - nachdem ich am "Excelsior" dem Winken des Portiers freudig mit Einbremsen antwortete. Die Gäste wollten zu einer Feier ins teuerste Viertel der Kolonie - eigentlich auch das "Toteste" und nicht wirklich integriert. Nur Villen mit hohen Mauern, Selbstschußanlagen, Kameraüberwachung - und niemand auf den Straßen zu sehen.
Ich lauschte gerade im Radio einer Sendung der ARD - Life-Übernahme - mit dem Thema "Arm und reich - geht die Schere auseinander ..." so etwa der Titel - und es war viel die Rede von Armut bei den journalistischen Diskutanten.
Nach kürzester Zeit wurde ich von der mitfahrenden Dame gebeten, doch bitte das Radio auszumachen - oder wenigstens leiser. Ich schaltete es auf stumm - und beobachtete die Gedanken, die mir kamen zu ihrer recht eindeutigen Bitte. So war jedenfall meine Idee dazu - kann ja auch sein, daß sie einfach nicht gerne Radio hört.
Mir war´s wurscht - denn der Teil, den ich wirklich interessant finde bei solcherart Sendungen, kam erst später - das ist immer der Teil, wenn die real-existierenden HörerInnen sich zu dem Unsinn melden, den bezahlte Journalisten zuvor verbreiten wollten. Bis dahin - hatte ich diese gediegenen Gäste bereits an ihr Ziel gebracht.
Dort - in einer hübschen Villa mit Kieselstein-Vorfahrt und weißbeschürzter Bediensteter als Empfangsdame in der Eingangstür - zwei Bodyguards an der Straße zur Zufahrt - kamen mir auch nochmal so einige Gedanken.
Was mich wirklich freute, war eine sehr schöne Frau, die ebenfalls geladen war und per pedes über die Steinchen kam - und mit der ich beim Wegfahren ein freundliches Lächeln tauschte.

Die "Nachricht" des Wochenendes war für mich schon vorher die "Steueroffenbarung" - also der menschliche Offenbarungseid -  vom amerikanischen Präsidentschaftsbewerber, der heißt glaube ich "Mitt" mit Vornamen - jedenfalls hat er eine akute Allergie gegen "Sozialschmarotzer". Und die steht ihm ja auch zu - er hat immerhin 14 % Steuern auf sein offizielles (!!!) Jahreseinkommen von vielen Millionen Dolares im zweistelligen Bereich bezahlt! Oder warens gar Milliarden? Ich bin schon ganz durcheinander mit den Nominalbeträgen ....

Zwergenaufstandstag

Fahre einen leicht gebückten, stark muffelnden und noch jungen Typen von der Stadt zur Rheinischen Landesklinik - in die Psychiatrie. Wir fahren schweigend,  nach anfänglicher Frage zu irgendwelchen Gebäuden am Wegesrand seinerseits, die ich knapp beantworte. Zum Glück ist das nicht sein Hobby und wir fahren schweigend weiter, denn ich bin heute nicht geschwätzig aufgelegt. Dennoch macht mich irgendwas leicht nervös, innerlich. Eine Ahnung - und außerdem bin ich eh mies drauf heute, mit großem Widerstand aufgebrochen und mit schmerzender Hüfte, die immer mal wieder abknickt, wenn es ihr gefällt und mich "Aua" ausrufen läßt. Ich kann nicht mehr - nicht mehr sitzen .
Fahre heute schon zum zweiten Mal - nach vielen Monden - die Psychiatrie mit Gästen an. Eine längere Fahrt, es zieht sich. Am Ziel angelangt bestätigt sich meine nervöse Vermutung - der Typ "bezahlt" mit einem Zettel. Einer, den ich noch nie gesehen habe. Und die Fahrt selbst ist auch nicht als "Krankenfahrt" deklariert.
Ich sage "Ne - den nehme ich nicht, mit diesem Zettel kann ich nichts anfangen, dafür kriege ich das Geld nicht zurück". Zwanzig Euro - und für mich zur Zeit von gewisser Relevanz. "Doch" sagt der - und hört gar nicht zu. Mir reißt der Geduldsfaden, das kommt manchmal vor, wenn lange Ruhe im Karton war. Und diese Zettel sind oft allzu abenteuerlich - irgendwelche Ärzte stellen irgendwelche bunten Transportscheine aus und meinen anscheinend, aufgrund ihrer Autorität wäre das Bargeld wert .... es kommt öfter zu Debatten bei solcherlei Krankenfahrten und verschiedensten Scheinen. Im Zweifelsfall und bei ausgeglichener Verfassung - rufe ich dann in der Zentrale an und kläre das per Handy. Hier - lasse ich mich aber reizen durch diesen Typen - der auch noch frech wird - und ich flippe nach langer Zeit mal wieder kurz aus - und haue mit der flachen Hand auf´s Armaturenbrett, damit der überhaupt mal zuhört. Fehler ... der ist in einem ganz anderen Kosmos ... ich sage "Wir gehen jetzt mal zusammen da vorne zur Information und klären das." - da steigt der einfach aus und geht. Ich sichere die Limousine und eile hinterher, da verschwindet der schon im Aufzug und ich lasse einen lauten Brüll in der Empfangshalle, er solle gefälligst hier bleiben. Weg ist er. Ich bin auf hundertachtzig.
Gehe also mit diesem Scheiß-Zettel zum Pförtner - da steht noch jemand am Tresen. Der geht gerade - und  ich lasse noch recht laut und erzürnt mein Anliegen vom Stapel - worauf ich auf´s Schärfste belehrt werde vom Herrn Pförtner: Über die grundlegenden Höflichkeits-Regeln und darüber, daß ich gefälligst nichts an ihm abzulassen habe - sonst würde er mich jetzt sofort vor die Tür setzen.
Ruhig, Sati, ganz ruhig .... atmen .... schön runterkommen. Du hast Dich kriegen lassen.
Früher hätte ich in dem Zustand dem Pförtner vermutlich nur noch mit ein paar  sehr kräftigen Schimpfwörtern bedacht ob dieser - recht ausführlichen und klar gesprochenen - Belehrung und wäre, immer noch oder noch mehr,  wutentbrannt aus der Tür geeilt.
Heute weiß ich - er hat ja recht. Jaja - ich beruhige mich und ich habe ihn ja auch nicht gemeint. Schildere ihm also den Vorfall - und er schaut nach: Soundsovielter Stock, Station soundso. Danke. Und nichts für ungut - manchmal geht es mit "unsereins" eben auch nochmal durch. Jaja - kennt er ja. Glaube ich ihm.
Auf der Station - komme ich auch nicht wirklich weiter. Staune nur, über das, was ich da am Rande registriere. Ein Arzt meint, ich solle mich an den Pfleger Soundso wenden - der hat die Bude voll mit lauter Patienten, die versorgt werden wollen. Zwar finde ich meinen eigenen Zwergenaufstand inzwischen selber seltsam - aber ich möchte auch keine Extrakosten übernehmen, die mir gerade sehr ungelegen kommen. Hin und her - fruchtlos - der Pfleger hört eigentlich auch nicht wirklich zu, was mein exaktes Begehr ist - nämlich der Umtausch eines wertlosen Zettels in ein valides Papier.
Habe mein Handy mit hoch genommen - und rufe in der Zentrale an.  Jetzt erst. Das - hätte ich eigentlich schon unten in aller Ruhe in der Limousine tun sollen, aber daß der mir einfach frech abhaut, hat mich zügig hochkochen lassen.
Die Schichtleitung erinnert sich an den Fahrauftrag, nein, keine Krankenfahrt, sie hat ihn selbst angenommen. Aber in so einem speziellen Fall soll ich mich doch besser mit der Spezialistin für Abrechnungsfragen in Verbindung setzen. Der Azrt taucht wieder auf - und sieht, daß ein gewisses Chaos hinzugekommen ist auf der Station. Ich rede also auch mit diesem - und er meint, daß wäre gar kein Problem - sie würden immer mit diesen Zetteln arbeiten und die Taxi-Zentrale wüüßte Bescheid. Außerdem - ob ich überhaupt wüßte, wo ich sei? Und dann sagt er sowas Diffuses wie "Die LVR - könne alles bezahlen und wenn sie wolle auch eine Klinik (??? jetzt habe ich das Syndrom auch schon - und höre nicht wirklich zu, was er genau sagt) neben dem Kölner Dom bauen. Hä? War das jetzt leichter Größenwahn - oder träume ich das alles nur?
Er würde jetzt mal beim Taxiruf anrufen ... obwohl sie hier genug Anderes zu tun hätten. Letzteres habe ich sehr gut registriert - ein Taubenschlag und viel zu wenig Personal. Überhaupt - was da abgeht und welch "ausgelaugte" Gesichter und Gestalten herumlaufen. Ich sage also. "Nein, lassen Sie - ich rufe jetzt selbst nochmal an." Spreche mit der Fachfrau in der Zentrale  - und die meint "Ja, das geht in Ordnung, das kriegen Sie wieder."
Ich bin sehr froh, als ich mich auf den Weg heraus aus diesem Film mache - zum Glück haben die mich nicht dabehalten und mir irgendwelche Tranquilizer gegen temporären Wutausbruch verabreicht!
Vom Pfleger Soundso und seinen Patienten in der Tür - träume ich hoffentlich nicht heute nacht - was für ein Job, mein lieber Scholli.
Als ich endlich zum Aufzug gehe - oh nein, das ist jetzt nicht wahr! - kommt der Fahrgast in die gleiche Richtung und ich denke noch "Du - fährst nicht mit mir zusammen in einem Aufzug jetzt!" ... aber er tut es doch.
Der Pförtner fragt nach, ob ich was erreicht hätte - er war es anfangs, der mir sagte, solchen Zettel kenne er auch nicht. Jetzt sagte ich ihm noch zwecks "sauberer Friedenschließung": Wissen Sie - die bringen mir Zettel - in grün, in rot, in weiß, in grau ....und immer weiß ich nicht, ob mir jemand auch was zurückgibt für diese Zettel. Aber dieser hier - ist wohl in Ordnung." Ne - den kennt er auch noch nicht, aber er weiß, daß sie früher mal ganz andere Zettel hatten, in anderen Farben .... So hat auch er heute wieder was gelernt. Ich bedanke mich nochmal - für seine Geduld. Gut gut. Alles klar. Freundlicher Abschied.
Draußen - weiß ich gar nicht mehr so recht, was da eben mit mir durchgegangen ist. Verlasse zügig das Gelände und gehe erst mal ein paar Einkäufe erledigen. Über mich selbst lachend. Und über den komischen Film.

Das Leben schenkt mir am Nachmittag noch einen kurzen "Ausbruch" - vier Kinderchen, davon zwei sehr angenehm und zwei sehr verquer. Der Kleinste - ist der Schrägste und hat viel Freude am Provozieren. Erst will er gar nicht einsteigen und trödelt lässig herum, obwohl wir schon alle länger auf ihn gewartet haben - und dann gibt es sofort fast eine kleine Schlägerei im Auto, als er einsteigt und zügigst Streit anfängt. Ich lasse also an diesem Tag den zweiten Brüll und sage "Vertragt Euch gefälligst während der Fahrt - ich will nämlich auch nach Hause." Ja - aber - der hat dies und das getan "..... ist mir egal - wir fahren jetzt in Frieden nach Hause: Basta!"
Eine gute Gelegenheit - hier mal die Türen "kinderzusichern". Fenster auch. "Mir wird schlecht." - ruft das Mädchen. Na gut,  dann mach halt das Fenster auf und laß es reinregnen .... während der Fahrt muß ich nur noch einmal einen Brüll lassen, also ein Machtwort sprechen. Worauf ich höre "Hey - die Taxifahrerin neulich - die war aber streng, wißt Ihr noch?" und bin beruhigt, denn sie haben wohl gemerkt, daß es rein zweckdienlich und temporär war - ohne ernsthaften Nachhall.
"Hey - der Dings (der kleine Giftzwerg, der viel Spaß dabei hat) macht das Fenster auf, obwohl alle Blätter reinkommen und es regnet!!!" Wir hatten gerade einen schönen Herbststurm am Nachmittag ...
Ich fahre kommentarlos sein Fenster wieder hoch und bediene die Sicherung - für ihn geht nichts mehr - da meint der nur völlig cool "Ach ja - is ja klar - Merceeedes ....." aber er gibt auf. Beim Aussteigen versucht er es nochmal - aber mir hat´s mehr als gereicht heute, daß ich mich einmal habe kriegen lassen. Er - macht mir eher Spaß und hat keine echte Chance mehr. 
Insgesamt - ein sehr seltsamer Tag, was die Energien betrifft.     

Donnerstag, 20. September 2012

Der Getriebeschaden - war gar keiner ....

.... der Getriebeschaden an einer der neuen Limousinen - hat sich erledigt.
Es war gar keiner.
Neiiinn ... es war ein "Software-Fehler".
Hallo? Wat is dat denn?
Die haben die Software neu programmiert - und die Kiste läuft wieder?
Wenn ich da mal nicht auf seltsame Gedanken komme .....
und auf nostalgische dazu - an die Zeiten,
zu denen ein Mensch noch befähigt war,
sein Auto selbst zu reparieren.

Jupiter´s Antwort ...

... neulich auf meine Frage an ihn - ob er mir mal bitte ein wenig Unterstützung zukommen lassen könnte nach sovielen Jahren - kam prompt: Am gleichen Tag erfuhr ich, daß die guten Leute, mit denen ich bisher zusammenarbeitete, das Geschäft abgeben wollen. Unterhielt mich noch drüber mit dem "Junior", nachdem ich es von einer Kollegin erfuhr. Es war mir nicht ganz fremd - denn es stand schon mal an vor einigen Monden. Jetzt scheint es konkreter zu werden.
Dachte eine Weile über die Ironie der göttlichen Antworten nach.
Im Grunde bekam ich ja sofort eine - die mir auch schon länger aus dem Herzen spricht.
"Aufhören!"
Ja. Gerne!
Und was dann?
Muß nochmal nachhören .....
Ggf. - muß ich mal den ganzen Rat einbe- bzw. anrufen.
Ohne - Präferenzen.

Ich muß mich wieder erinnern ....

... das Beste, was ich heute getan habe - war, meine Wäsche draußen aufzuhängen - und den Hof und die Zufahrt einigermaßen ordentlich zu kehren. Das meine ich durchaus ernst. Neulich, als die Nachbarn noch nicht wieder aus ihrem langen Urlaub zurück waren, begab ich mich wenigstens für eine halbe Stunde - wenn auch widerwillig - ans Unkrautjäten. Auch das - war an dem Tag das Sinnvollste, was ich tat. Nachdem ich an irgendeinem der Tage zuvor den Rasen mähte. Auch das - verschaffte mir irgendwie ein zufriedenes Gefühl, als es erledigt war - trotz Anfangs-Widerstand. All dieser Widerstand - den ich mitbrachte aus einer längst vergangenen Zeit des Kampfes - ist dumm und resultiert u.a. aus solchen dummen Gedanken - daß es nicht mein eigenes Reich ist, welches ich da in Ordnung halten soll. Was ja nicht stimmt - denn solange ich hier weile, ist es auch meines. Die Nachbarin pflanzte - Erika in die leeren Kübel. Damit kann ich sehr gut leben - ein kräftiges Kraut.
Eben grüßten wir uns freundlich, sie war mit ihrer Freundin vor die Tür gekommen, um sie zu verabschieden. Ich erinnerte mich "Friedlich, Sati. Du kannst keine Freundlichkeit erwarten, wenn Du es selbst nicht bist." Eine nette Begegnung. Sie mußte wohl was draufsetzen - eine verzögerte Nachfrage - ob ich wohl meine, daß ich die Wäsche auch trocken bekäme draußen - beantwortete ich kurzerhand mit einem lachenden "Irgendwann - sicher."
Und ergänzte - ich mag den Kellermuff nicht. Der Keller sei aber gar nicht muffig, wenn man das Fenster aufmache. Ja - egal - ich mags halt lieber so. Punkt. Geklärt. Geht die ja gar nichts an. 
Und für mich - ist das eine wahre Wonne - luftgetrocknete Wäsche! Nach den vielen Jahren des Hinterhof-Mülls.

Gestern war das Beste, was ich tat - neben dem Aufhängen anderer - trotz kurzem Regenschauer gut getrockneter! - Wäsche in die herrlich frische Luft - den geschenkten Tisch aus der Limousine in den Keller zu bringen. Ich stand anschließend davor - und freute mich´sehr, daß ich dieses Geschenk auch angenommen hatte.
Anders gesagt - ich muß wieder ein bischen mehr auf die Erde zurückkommen - und mich an den ganz einfachen Dingen erfreuen.  Hier und jetzt - wo ich gerade bin - und nicht mehr nur davon träumen. Und auch hier und jetzt - meinen Teil übernehmen - auch, was die nötige  Einordnung in eine "Hausgemeinschaft" bzw. die Pflege der Umgebung betrifft,  in der ich eben gerade wohne.  So ein Haus will auch geliebt werden. Und ich habe im Grunde ein sehr gutes, freundliches Haus angetroffen. Trotz neulicher, frustrierender Irritation via Schrauben in den Reifen.
Was den "Parkwächter" betrifft - ist meine Lösung einfach. Ich setze vorwärts an - und fahre rückwärts wieder raus. So paßt es prima - für alle. Und ich kann meine Türen weiter in gewohnter Manier bedienen, zwecks Ein- und Ausladen.
Ja - es gibt für alles Lösungen.
Und noch für viel mehr. 
Komisch  - dieses Vergessen immer wieder ....

Herrschen und Kriechen

"Die Herrscher hören auf zu herrschen,
wenn das Volk aufhört, zu kriechen"
Quelle unbekannt -
gehört beim König Fitzek, 
der nur anmerkte, ein weiser Mann habe dies mal gesagt.
Vielleicht war es ja auch eine weise Frau - wer weiß.

Mittwoch, 19. September 2012

Ich muß nochmal ... zum König Fitzek

Also - ein recht guter Überblick über die Ideen und Visionen von "Neu-Deutschland" ist dieser Beitrag hier.
Mit etwa 70 % der Aussagen vom König Fitzek - kann ich gut leben.
Die restlichen 30 % - sind mein rein persönlicher und völlig unvereinbarer Konflikt mit "Systemen" an sich.
Vermutlich - sollte ich die Gewichtung eher umkehren - also ganz ohne Zahlen gesprochen - ich bin grundsätzlich nicht bereit, mich in von Anderen kreierten Systemen wiederzufinden.
Mögen sie auch noch so heilbringend erscheinen.
Ich bleibe also - vom Herzen her Anarchistin und behalte meine grundlegende Allergie gegen jede Form von Hierarchie.
Genau das ist die Antwort auf die Frage, die ich mir selbst stellte zu diesem Projekt, welches doch so vielversprechend klingt: Auch dieses - arbeitet innerhalb von alten und hierarchischen Strukturen. Zugegeben - mit anderem Ethos.
Aber selbst dieser Ethos - bedient das System der Hierarchie.
Und Weniges ist mir mehr zuwider - obwohl ich zugegenermaßen nicht weiß, ob es ohne solche überhaupt geht.
Werde also - weiterhin auf jeglichen "Gruppenanschluß" verzichten zu Lebzeiten. Denn - überall, wo sich Horden zusammenrotten - gibt es solche Hierarchien. Und ich bleibe "Ana" .... ist mir so mitgegeben - vom ersten Tag an.

Regenbogen-Geschenk

Ich schenk Euch mal diesen Regenbogen - kurz bevor er wieder hinter den Wolken verschwunden ist.
Ganz unten - schlecht fotografiert - "meine Kühe" - und dazwischen sonntägliche Sauereien am Himmel. Auf dem Bild kann man gut unterscheiden zwischen Kondensstreifen und anderen Streifen.
Es passiert eine ganze Menge am Himmel.
Aber jetzt - freute ich mich über einen richtig schönen
Regenbogen - sowas gibt es auch noch.

Dienstag, 18. September 2012

Dekadenter Titel .... "Die Welt erstickt im Geld" ...

... " die Welt erstickt im Geld."
Ja - tut sie.
Bzw. nein - tut die Welt niemals.
Nur die Menschheit.
Die Menschenwelt.
Und davon - ersticken auch nur wenige Einzelexemplare an dem ihnen verfügbaren Geld.
Vermutlich - auch einige gutbetuchte Leser dieser Seite.
Der überwiegende Teil der Menschheit - erstickt nicht am Geld - sondern an dem Dreck, aus dem Eure Geldhaufen generiert werden.
Das muß ein schlimmer Tod sein - am Elend des eigenen Wohlstandes zu ersticken.
Mein Mitgefühl ....
Tag für Tag - neue Entscheidungen treffen zu müssen, wie man denn sein Vermögen aufrecht erhalten kann.
In diesen schweren Zeiten.
Mein ehrliches Mitgefühl ....
Als Habenichts - habe ich solche schwerwiegenden Sorgen nicht.
Das - muß fürchterlich sein - wenn man sich darum sorgen muß, daß einem eines Tages der Arsch gehörig auf Grundeis geht und abrasiert wird. Daß man keine drei SUV´s  mehr fahren kann als Familie - und das 300 Quadratmeter-Haus mit 2.000 Quadratmetern Grundstück nicht mehr von den Bediensteten geputzt und gepflegt wird.
Mein tiefes Mitgefühl.
Eine echte Krise - die da die Nutznießer ergreift.
Ja - das ist gaaanz schlimm, wenn man am eigenen Geld - erstickt, verhungert ....
Ich würde empfehlen - entspannt Euch, Ihr Leidenden, und macht noch ein Döschen Kaviar auf.
Freut Euch - daß es keinen Volksaufstand gibt - und daß die wirklich Elenden Euch - noch - in keiner Weise auf Euren fetten Pelz rücken.
Nutzt Eure letzten Stunden - um Eure Guthaben krisensicher umzuschichten - gegen die lästigen, parasitären Fußläufigen - Gold Gold Gold  ..........
Immer noch - vermag es niemand zu fressen, dieses Gold. Immer noch - gibt es "Goldwertes" - zu verschiedenen Zeiten. Gold - ist wunderschön, aber es verblendet allzu sehr.
Meine Erzeugerin mahnte mich einst immer wieder - doch langsam meinen einst reichlich vorhandenen Körperschmuck von Silber auf Gold umzustellen. Ich blieb bei Silber - und legte letztlich alles ab.
Goldwert - ist für mich alles, was lebendig ist und Leben unterstützt.
Die Anhäufung von Gold - gehört eher nicht dazu.
Daher - mein Mitgefühl.
Apropos Gold - hier ein lustiger Post über gefälschte und zertifizierte Goldbarren - schlau ausgehöhlt und mit wertlosem Zeug gefüllt.
Paßt doch prima zum Zeitgeist der prallgefüllten Luftblasen..

Shame shame shame ... und Heizungs-Check

... lustige Kombination aus den 1975´ern - die dicke Sängerin und der dünne (Holzbrett?-)Tänzer. Ein von mir einst sehr geliebtes Lied - funky und herrlich tanzbar. Soll es ja auch sein - hier heißt es immerhin sinngemäß - Schande über Dich, wenn Du nicht tanzt. Umsovieles besser als "Schande über Dich - wenn Du nicht arbeitest" - finde ich!
Ein gutes Lied - um den allerletzten Karton auszupacken, den ich lange - mehr oder weniger willentlich - übersehen hatte .... shame shame shame ... und jetzt: Tanzend auspacken.  Bon - erledigt.

Heute der erste richtig Herbsttag hier - zuvor hatte immer noch irgendwie die Sonne die Hütte über den Tag erwärmt. Das war heute erstmals nicht so. Dazu kommt - daß ich ausgesprochene Frischluft-Fanatikerin bin und am liebsten die Fenster offenstehen lasse - in der Wohnung wie in der Limousine. Ich hasse geschlossene Fenster, jedenfalls tagsüber. Kann es auch gut bei nur 19 oder 18 Grad in der Hütte aushalten - und hatte oft noch weniger Wärmegrade in der Hinterhof-Hütte - obwohl ich diesen Sommer die Wärme hier oben echt genossen habe.
Aber nun - zieht zweifelsohne der Herbst ein und bringt hier recht kühle Luft mit sich - also probierte ich mal fast alle Heizkörper aus, ob sie auch funktionieren. Was für Teile - habe zuvor jahrelang mit nur einem Gasofen in der Mitte meiner Hütte gelebt. Dann hatte ich drei Heizkörper in der Bude - und nutzte meist nur den einen im Salon. Die anderen lediglich  kurz bei Bedarf - im Bad und im Schlafgemach.
Jetzt habe ich fünf - respektive sechs - davon ....  die Kelleroase mitgerechnet.
Probierte also schon mal vier davon kurz aus heute - laufen alle.
Was für ein Segen - und Luxus.
Den fünften im Schlafgemach - werfe ich mal ganz kurz am Abend an.
Der sechste - im Keller - hat mir schon Kopfschmerz bereitet - weil der Nachbar mir mitteilte, der würde sich automatisch einschalten. Kurze Morgenprüfung bei kühlen sieben Grad ergab - keine Bestätigung seiner Mitteilung. Wunderte mich noch - immerhin hatte sich meine derzeitige Vermieterin weit über eine Stunde Zeit mit mir gelassen hier - und mir alles Mögliche bis ins kleinste Detail erläutert. Hätte sie das auslassen sollen - wo sie ansonsten wirklich offen war? Werde es jedenfalls nochmal gegenchecken, wenn es noch kälter wird. Und ich weiß - daß der Nachbar scharf auf diesen Kellerraum war ... wäre er das wohl gewesen, wenn er gewußt hätte, daß er ihm die Haare vom Kopf fressen würde? Seltsam - manches hier.
Das - ist so eine Begleiterscheinung der Limousinentätigkeit - wenn Du den ganzen Tag "draußen" bist - Sommers wie Winters - mußt Du am Abend die Wohnung nicht auf tropische Temperaturen hochheizen.
Ich spare also schon länger - völlig freiwillig - Energie.
Und nutze den "Körperofen" - irgendwie.
Da hat sich im Grunde wenig geändert - ich war auch als Kind schon Sommers wie Winters immer draußen über Tag.
Fast - könnte ich mir nichts anderes vorstellen. So geht die nächste Wahl - des Broterwerbs - wieder auf den Marktplatz. Also - ins Freie, Sommers wie Winters ..... 
Obwohl - heute geniesse ich es sehr - manche Tage einfach "drinnen" zu weilen.  

Der alte Göte ...

.... also Goethe. Sah heute morgen als Bild vor mir - wie er vermutlich heute geschruben würde.
Und dachte drüber nach, ob es einen Unterschied macht, in welchen Symbolen, also  wie -  (et-)was dargestellt wird. Macht es einen Unterschied - ob ich Göte oder Goethe zitiere?
Fühlt sich Göte - anders an - als Goethe?
Für mich - schon.
Göte - fühlt sich für mich an, als würde etwas abgeschnitten.
Vom alten Goethe - den ich ja selbst nicht kannte.
Es fühlt sich an - wie eine Farce.
Wie - unsägliche Dummheit und Unaufmerksamkeit.
Wie ein Bild - dem Farbtöne entzogen werden - und auch das eigentliche Licht.
Macht es wirklich einen Unterschied - wie das Gesprochene in Lettern bebildert wird?
Ich denke ja.
Denn - alles ist Magie.
Besonders die Sprache.
Vielleicht - denken Andere anders darüber -
gerade heute, wo wir mit "Such-Maschinen" arbeiten,
die auch unter "Göte" vermutlich "Goethe" orten würden.
Was also - ist der andere Geschmack von Göte zu Goethe?
In den Bildern.
Wir haben vergessen - daß wir vorwiegend mit Bildern arbeiten -
im Geiste - und  mit Bildern ausgestattet sind -
daß wir mithilfe von Bildern die Welt interpretieren,
innerlich wie äußerlich.
Bei den Runen - mag es noch klar gewesen sein.
Chinesische Schriftzeichen beherrsche ich nicht, sie sind mir sehr fremd -
und dennoch scheinen sie äußerst bildhaft.
Das uns vertraute Alphabet - umfaßt gerade mal wenige Zeichen = Bilder .... Ja - Bilder. Sprachbilder, teils aus sehr alten Wurzeln stammend.
Nehme ich also diese wenigen Einzelsymbole für die allgemeine Bildersprache -
und stelle diese kurzerhand in einen "neuen Kontext" - mittels sogenannter Rechtschreibreformen - verändern sich auch die alten Bilder.
Deswegen - kann "Göte" nur eine Karikatur von "Goethe" sein.
Die Bilder und Botschaften von "Goethe" - verblassen in Sekunden vor einer derart abgeschnittenen Symbolkombination wie "Göte".
Sprache - ist bildgewaltig.
Jedenfalls - so wie ich Sprache empfinde.
Und ich gebe zu - ich habe wenig Ahnung, wie bildgewaltig andere Sprachen, die ich nicht kenne, sind.
Die meine, mir mitgegebene - ist es jedenfalls.
Und die wenigen anderen Sprachen, die ich kennenlernen durfte - vermögen, ihre ganz eigenen Bilder zu malen.
Was auch deren Liebreiz ausmacht.
Was ich für mich sagen kann - was die Bilder der Sprache betrifft -
es scheint viel verlorenzugehen. Manche gängige "Redewendungen" der hiesigen Zeit - empfinde ich als durchaus schmerzhaft. Ebenso - wie sinnlose Verflechtungen von Bildern - die nicht zueinander passen.
Ich wäre weitaus versöhnlicher über die neu entstehenden Bilder - würden sie für mich auch einen neuartigen Sinn ergeben - doch leider - werden sie offenbar immer sinnloser.
Ein weiterer unvollendeter Beitrag - unter dem Eindruck eines Goethe-Kalender-Spruches von heute morgen: 

"Frei will ich sein im Denken und Dichten -
im Handeln schränkt die Welt genug uns ein."

Sonnenhellklarer Fall von Katzen-Reinkarnation ....

Ein wahrlich magischer Moment gestern.
Bin zur Abrechnung im Haus des Unternehmers - der ist in Urlaub und ich rechne mit dem Sohn ab. Die Familie hat noch was zu besprechen - und ich gehe derweil  auf den kleinen Hof raus zu einer schwarzen Katze, die oben auf einem Katzenbaum sitzt wie gemalt. Katzen können das ja - aussehen, wie edle Statuen. Als ich bei ihr ankomme - läßt sie sich mehr als genußvoll kraulen und massieren und schnurrt  sehr laut. Ich denke noch - mensch, ist die groß geworden. Dann sehe ich an der Wand ein kleines Tonrelief mit einer schwarzen Katze, die sitzt genauso da, wie diese zuvor. Frage scherzhalber in die Küche - wer denn die Katze dressiert habe - daß sie die gleiche Pose einnimmt, wie auf diesem Relief? Katzen lassen sich natürlich nicht dressieren .... Die Antwort "Niemand. Die ist uns neulich zugelaufen" Aha - deshalb ist die so groß - es ist ja gar nicht die Katze des Hauses, es ist eine andere. Merke an, daß ich mich schon gewundert hätte - und bekomme die ironische Antwort "Ja klar - die ist jetzt schwarz geworden ...." die Hauskatze ist nämlich grau.
Ob ich die Zugelaufene mitnehmen wolle? Die Schwester will sie nicht behalten und der Bruder zögert, sich wieder ein Tier anzuschaffen. Ich antworte, ein wenig betrübt "... ich würde die liebend gerne sofort mitnehmen - aber bei mir wird sie nicht froh, kann nicht raus und ich bin zu selten da. Das macht leider - keinen Sinn für das Tier."
Kurz drauf gehen wir rein in den Salon für die Formalitäten. Ich schaue aus dem Fenster auf den Hof, immer noch die zugelaufene, freundliche und kluge Katze an - die schaut zu uns rein und uns im Wechsel an. Er meint - siehst Du, die will zu Dir. Ich meine "Ne - die will zu Dir" und weiß gut - die hat mich eben zum Kommunizieren gebraucht.
Unter ihr im Fenster innen - steht ein Bild, in Öl gemalt, mit einer schwarzen Katze. Dieses - sieht exakt so aus, wie die Katze hinterm Fenster auf ihrem Thron. Exakt die gleiche Augenfarbe und die gleiche Augenstellung, selbst die Pupillen stimmen überein. Ich sage "Schau mal gut dahin" - zum Sohn - "ist Dir schon aufgefallen, daß die Zugelaufene exakt so aussieht, wie die auf dem Bild?"
Er schaut hin - und muß es wohl sehen. Die auf dem Bild war vor Jahren  mal "seine", die ihm sehr ans Herz gewachsen war. Und diese - ist genau auf diesem Thron, auf dem ihr Ebenbild gerade sitzt, verstorben.
Ich sage "Aha !!!" und "Mehr Magie gibt es wohl kaum."
Das erklärt auch, warum die Schwester diese kluge und mehr als freundliche Katze nicht im Haus behalten will. Es ist - seine.
Er geht zum Fenster und zeigt der Katze das Bild - die schaut sehr aufmerksam hin - sowas tun Katzen normalerweise nicht, ihr Blick ist eher fliehend bzw. in anderen Welten wandernd und nicht fixierend (wenn sie nicht gerade jagen). "Genau - das ist die Wiedergeburt von Dings" - sagt jemand. Und so ist es wohl.
Obwohl alle Augen das gut sehen können - es ist offensichtlich und Katzen haben ja bekanntlich sieben Leben - glaubt es auch gleichzeitig scheinbar niemand so recht. Aber wie gesagt - mehr Magie gibt es nicht - bzw. "Holzhammer-Mystik für Ungläubige".
Der Sohn meint - er zögere noch, eigentlich wolle er sich nicht mehr "binden" an ein Tier, das wäre immer viel Verantwortung. Ich lache ihn - freundlich - aus und meine nur "Du bist eh schon gebunden" - er hat nämlich eine große Familie und viele Kinder. Was macht da wohl bitte eine Katze mehr noch aus?
So ein völlig offensichtliches Bild - habe ich selten gesehen bisher im "echten Leben". Freue mich noch lange darüber ....

Sonnige Sonntagsfahrt

Bekomme einen Auftrag im Industriegebiet. Gefährlicher Sonntags-Halteplatz, hätte auch daneben gehen können - hatte aber Glück und bekam einen Auftrag, nachdem ich in Ruhe gegessen hatte an diesem einsamen Halteplatz. Naja - nicht ganz in Ruhe - mitten in der Wallachei kam doch wieder einer und unterbrach mich mit einer Frage nach dem Weg beim Essen. Egal. Nicht egal ist es es mir inzwischen, wenn die Nachdemwegfrager ausgerechnet bei mir anklopfen, wenn ich gerade mal ein Trance-Schläfchen halte oder was esse - obwohl noch 4 oder 5 weitere Kollegen am Halteplatz ansprechbar sind.  Anderes Sujet.
Fahre also zur Adresse - aha: Ein großer "Königreichsaal" der Zeugen Jehovas - mitten im Industriegebiet, zurückversetzt von der Straße und somit unauffällig für Vorbeifahrende. Denke - na, dann wirst Du wohl gleich missioniert werden.
Eine alte Dame mit Rollator und Stock winkt mir von innen entgegen - aber ich kann ihr nicht helfen, denn die Tür geht nicht auf von außen. Viele Leute sind dort - sie feiern zusammen den Sonntag. So bekommt sie zügig Hilfe von innen - sie kann nur sehr langsam und mühsam gehen.  Hübsch angezogen ist sie, mit einem bodenlangen Rock. Strahlt mich freundlich an und stellt sich namentlich vor mit "Schwester soundso ...". Denke "Auha - auch noch Schwester, da wird ja gleich die Missionierungs-Lucy abgehen...."
Ich bin gerade nicht besonders geschwätzig und zu Höflichkeiten aufgelegt, prompt fragt sie mich, wie ich denn heißen würde? Ich antworte ihr kurz und wortkarg - aber ihre ehrliche Freundlichkeit ist sehr ansteckend. Sie hat mir schon ein Lächeln auf mein zuvor mürrisches Gesicht gezaubert. Eine interessante Person. Hatte wieder eines von diesen "bitteren Klageweibern" erwartet - das Gegenteil ist der Fall.  Sie ist hellwach und aufmerksam und äußerst gut gelaunt. Schaut mit offenen und staunenden Augen in die Welt - und mit echtem Interesse.
Die Atmosphäre dort beim "Königreichsaal" ist sehr angenehm und friedlich. Leute gehen ein und aus und alle begrüßen sich sehr freundlich, kommunizieren "bewußt" miteinander. Ein schöner Ort - der schönste für mich an diesem Sonntag - zu meiner eigenen Verwunderung. Dabei hatte ich aufdringlich-missionierende Wachturm-Vertreter erwartet - glasklar mein Vorurteil.
Die Besucher scheinen mulitkulturell gemischt zu sein. Ein großes Haus - mit vielen Klingeln an der Tür - Räume für alle Stadtteile der Kolonie. Aha! Wußte gar nicht, daß es soviele Jehovas in der Stadt gibt.
Wir fahren los - eine längere Tour von einem zum entgegengesetzen Ende der Kolonie. Fein. Ich warte gespannt darauf, endlich missioniert zu werden von der netten Dame - vergebens. Wir unterhalten uns über dies und das - aber nicht über Religion. Eine sehr angenehme Person und sehr eigen. Muß mal eine strahlende Schönheit gewesen sein - sie ist immer noch sehr schön, mit sehr lebendigen Augen.
Sie macht die Tour sonst immer mit dem Mitwagenunternehmen um die Ecke - mit denen hat sie einen Sonderpreis, denn sie fährt zweimal die Woche hin und zurück - das kostet. Denke - das wäre eine schöne, feste Tour für mich - unterlasse aber meinerseits auch jegliches Missionieren. Warne sie lediglich vor, daß es auch in der kommenden Woche zu Engpässen kommen kann, wegen einer anstehenden großen Messe - sie solle also rechtzeitig einen Wagen ordern bei dem Mietwagen-Unternehmen.
Wir reden über Pflanzen und Natur, sie versteht was davon ... und sie hat auch einen Garten am Haus. Als wir ankommen - kann ich einen Blick durch das Tor werfen und ich sehe schnell, es ist ein wilder, prachtvoller und schöner Garten. So einer, in dem die Pflanzen noch wachsen dürfen. So ein Garten - der für die Degenerierten äußerst befremdlich ist.
Ihr Sohn holt sie am Auto ab - der sieht auch sehr wild aus. Ich habe meine helle Freude an diesen Menschen - die ein etwas anderes Leben leben. Befremdlich halt - weil nicht alles in die gängigen Einheits-Schemen paßt - so wundert es mich auch nicht, daß die Nachbarin von gegenüber nicht grüßt.  Und auch ich habe ja anfangs erwartet - daß sie mich mit Jehova vollquatschen wollen wird. Wobei - ich die Gelegenheit diesmal durchaus genutzt hätte, um Näheres zu erfahren - aber es ergab sich gar nicht.
Der Vorgarten - verblüht. Muß ein wahres Blumenmeer gewesen sein noch vor wenigen Tagen .... Aber jetzt eben "unordentlich". Herrlich! Habe es also quasi mit den letzten "Individualisten" in der Kolonie zu tun.
Sie meint, sie würde sehr gerne wieder mit mir fahren, wenn sie keinen Mietwagen bekommt - ich gebe ihr gerne meine Nummer. Und würde mich aufrichtig freuen, wenn wir uns mal wieder treffen.
Eine schöne Ausnahmefahrt mit einem der raren Menschen, die präsent sind - in der Gegenwart - in dem, was gerade geschieht. "Das Göttliche" fuhr also mit .... egal, wie es sich nennt.  Es war einfach da, denn wir fuhren durch eine Art  Traum. Die Stadt so friedlich und leer wie selten, nette Augenblicke am Wegesrand.
Am Ende meinte sie noch - das sei doch ganz anders, mit einer Frau zu fahren. Frauen würden ganz anders in die Welt schauen, als Männer. Hätten viel mehr Blick für die Schönheit im Leben. Ich denke an einige nette Kollegen und erwidere - Och, es gibt auch ein paar Männer, die so schauen. Der Sohn meint - aber nur ganz wenige. Viel mehr Frauen. Aha. Nochwas gelernt. Vielleicht freuen sich die Fahrgäste deshalb oft im voraus, wenn sie mich antreffen und von sich geben "Ach, wie schön - eine Frau!"
Neulich sagte ich grinsend zu einer alten Dame "Das - können sie doch noch gar wissen - ob das schön ist mit mir."  Aber die blieb zuversichtlich. Auch das wurde eine sehr schöne und lebendige Fahrt. Ebenfalls eine Ausnahmeerscheinung - in Windeseile erfuhr ich viel über ihr Schicksal - aber sie hatte immer noch den Hintern voll Feuer - mit 80! - was ich ihr auch so sagte. Ja - manchmal gibt es das, zum Glück, als wohltuendes Kontrastprogramm zu den vielen "Klageweibern", die ich treffe.  

Selbstbeobachtung mit defekter Hupe

Die Hupe am Ersatztaxi, welches ich fuhr, war defekt.
Dachte "... das ist zu vernachlässigen" - und erwischte mich gut acht Mal an diesem Tag, wie ich versucht war, heftig draufzudrücken. Leute, die mich willentlich mit ihren Autos schnitten oder mir einfach "schlafend" vor den Bug fuhren, solche die mit 20 durch die 30er-Zone schleichen und solche, die mitten auf Kreuzungen zum Stillstand kommen und alle Anderen blockieren im Fluß, weil sie sich nicht entscheiden können, wo sie lang fahren wollen.
Normalerweise - hätte ich die angehupt, damit sie mal wach werden und bestenfalls registrieren, was sie da gerade verursachen. Ohne Hupe - eine echte und unfreiwillige Geduldsübung. Stellte fest, daß man ohne eine solche Hupe relativ hilflos ist gegenüber solchen Banausen, die nicht vorwärts, rückwärts und seitwärts schauen beim Lenken einer Maschine.  Für mich sind die Unsicheren ebenso gefährlich und rücksichtslos wie die selbsterkorenen Weltmeister - langsam fahren gefährdet oft ebenso wie rücksichtslose Raserei und Schneiderei. Nur im allgemeinen Verständnis - ist das nicht angekommen.
Untersuchte also meine innewohnende Aggressivität beim Fahren .... dachte, die könnte wohl etwas zu hoch eingestellt sein. weil meine Hand immer wieder an diesem Tag reflexartig zur stummen Hupe griff.
Meine Fahrgäste beruhigten mich - indem sie jeweils das Gleiche sahen und für mich das Fluchen übernahmen. Gut. So ein temporäres Hupen muß einfach sein, wenn man soviele Stunden am Tag unterwegs ist und auf soviele Schlafende trifft.  Alles - im grünen Bereich.  Seit gestern weiß ich, so eine Hupe ist keineswegs zu vernachlässigen.

Montag, 17. September 2012

Immer wieder schön ....

.... manchmal fahre ich zwangsläufig mit der Limousine an der Straße vorbei, in der ich acht Jahre eine dunkle Hinterhofhütte als Basisstation hatte. Bis zum Mai - der machte was neu.
Oft fahre ich einfach vorbei - ohne auch nur hinzuschauen - es ist ad acta gelegt.
Heute bekam ich einen Fahrauftrag für das Haus genau gegenüber - und wußte in weniger als einem Bruchteil einer Sekunde, was es für ein Segen ist, nicht mehr dort zu sein.  Es hängen keine echten Erinnerungen dran - ich habe nicht mal das Haus angesehen, in dem ich acht Jahre gehaust habe. Es ist einfach "gelöscht". Und es kamen nur ganz wenige und sehr klare Träume im Nachgang.
Die Leute, die ich fuhr - paßten gut in dieses Viertel, welches durchaus heiß begehrt ist - aber nicht mehr von mir. Sehr unruhige Geister.
Eine mögliche Verbindung - scheint es - den Göttern sei Dank - nicht mehr zu geben zu diesem ehemaligen Wohnort. Acht Jahre - im Niemandsland. Keine leichte Zeit. Vor kurzem - hielt ich nochmal aus anderen Gründen im Viertel, auf der Einkaufsstrasse und dachte "Ja - das ist ja ganz nett - sehr hübsch - wenn mensch nur weiß, daß es wieder rausfahren kann!" Konnte es sogar geniessen - was ich oft konnte, aber am Ende nicht mehr.
Manchmal - kann ich auch noch mein Fliegen durch die Kolonie geniessen - aber immer weniger.
Freue mich immer mehr auf den Abend - wenn ich ihr wieder entkomme.
Wenn mich die Wälder wieder begrüßen und in Empfang nehmen.
Wenn all diese verdichtete Stadt-Energie sich einfach auflösen kann ....
Den Göttern sei Dank - muß ich nicht mehr eine Stunde durch enge Straßen fahren nach Feierabend - nur, um irgendwo noch einen allerletzen Parkplatz zu erhaschen - als wäre es ein Hauptgewinn. Das - war mein Hauptgedanke, als ich diese beiden Fahrgäste inmitten von all dem geparkten Blech vor den hohen Altbauten aufnahm - es ist allzu  eng und verdichtet! Verdichtet - nicht nur im Jetzt - sondern auch mit allem Vergangenen allzu eng verwoben. Nur - scheint es niemand zu merken.
Irgendwann - machte ich mal eine Kerze im ehemaligen Luftschutzkeller an und sagte den immer noch dort sitzenden Geistern, sie könnten jetzt gehen. Kurz danach - wurde das Haus verkauft und es begann die Kernsanierung .... zu meinem Leidwesen. 
Die schönste Erinnerung an die Straße, in der ich acht Jahre hauste - hinterhofmäßig (was widerum lange ein Segen war) - ist die des Umzugstages, an dem ich mit dem Sprinter vorfuhr und die helfenden Engel kamen ......
Die zweitschönste ist die, wie ich diese von vielen begehrte Wohnung bekam - via Zu-Fall in einer echten Notlage - und der Mensch, der sie mir vermietete, stellte nicht eine dumme Frage.  Ein reines Handschlag-Geschäft.

Zu verschenken ....

....heute abend auf dem Weg vom Ersatz-Taxi zu meiner Privatlimousine - bekam ich was Schönes geschenkt.
Ein stabiles Tischgestell aus Alu - sieht fast aus, wie selbstgebaut - und eine schöne Arbeitsplatte dazu, einfach draufliegend und dennnoch hat nix gewackelt .... stand in einer Seitenstraße mit einem Zettel versehen, auf dem mir "Zu verschenken" entgegenlachte. Ich blieb stehen - und wackelte an dem Tisch rum. Ein perfekter Arbeitstisch für mein Kellergemach! Hmmmhh ..... Stabil und unwackelbar. Eigentlich ein tolles Geschenk, aber ....
In dem Moment klingelt mein Handy - und ich stelle mal mein Gepäck auf diesen Tisch, um das Telefonat zu führen,  Rucksack und Einkauf. Wackelt nix.
Gehe weiter und denke - ne, komm, Du wolltest doch aussortieren. Und - aber, Du willst auch einen guten Arbeitstisch für Deinen Keller! Und hier - steht er, als Geschenk. Hmmmhh ....
Gehe also weiter zur eigenen Limousine und erinnere mich in Windeseile - an viele hundert Zettelchen, wie er auf diesem Tisch angebracht ist und auf die ich "zu verschenken" geschrieben habe - bevor ich all die Sachen auf die Straßen der Kolonie stellte. Immer gingen sie weg wie warme Semmeln. Erinnere mich an ungezählte kleine Zettelchen, die ich auf Bücher klebte - "zu verschenken" .... Semmeln - siehe oben.
Zeug von anderen mitnehmen - wollte ich eher nicht mehr. Mich zieht auch nichts mehr auf Flohmärkte wie früher, wo ich mich dort regelmäßig tummelte. Allzu viel muffige Energie dortens. Aber dieser Tisch - ist perfekt. Und nichts Muffiges dran! Und ich habe sogar ein Auto, in welches der locker reinpaßt. Also - klappe ich mal die Sitzbank um und werde sehen - ob der auf meinem Weg immer noch dort steht.
Steht er. Und er paßt - in die Limousine. Und er ist genauso, wie ich ihn mir dachte für den Keller.
Jetzt - habe ich ihn mit der Limousine geparkt und freue mich - daß das Leben für guten Austausch sorgt.
Immer nur verschenken - geht nicht. Manchmal - kommt auch was zurück. Und dazu noch - so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Technik-Junkies

Fuhr heute ein Ersatz-Taxi. Eine der Limousinen hat einen Getriebschaden und das Getriebe ist vorerst nicht lieferbar - es gibt Lieferschwierigkeiten beim deutschen Limousinenhersteller, soso ... Fuhr also heute überrascht einen VW-Touran - der Kollege sagte mir zwar, daß  ich einen Ersatzwagen finden würde, aber nicht, daß es keine Limousine ist. Er informierte mich auch, daß das Auto keinen Navi hat - worauf ich am Telefon anmerkte "Gut, daß Du das sagst, dann nehme ich meines mit." Staunte selbst über meine Abhängigkeit ... als ich das spontan aussprach.
Habe mir so etwas mal vor geraumer Zeit angeschafft - als ich noch bei einem anderen Unternehmen fuhr, welches nur Autos ohne Navi im Pool hatte. Es wurde vorausgesetzt, daß die LenkerInnen sich ein eigenes anschaffen. Habe lange durchgehalten und fuhr lieber ohne. Fuhr allerdings auch viel Flughafen zu der Zeit - und immer öfter fragten die Fahrgäste "Wie? Haben Sie etwa kein Navi?!"  als ich in den Plan bzw. auf die Karte schaute - als sei ich rückständig.
Irgendwann - kaufte ich mir eines - am Flughafen kann das Sinn machen, falls es nach auswärts geht. Ging es - selten ... wenn, dann meist nach Bonn - und da kannte ich auch schon einiges.
Ich besitze also so etwas. Und es lag nun seit vielen Monden unbenutzt in meiner Privatlimousine ... bis heute. Überlegte auch noch kurz, ob ich es einfach weiter dort liegen lasse - und mal wieder nach "alter Manier" fahre - nämlich in erster Linie nach eigener Orientierung und ggf. mit Karte. Das eigene Hirn nutzend.
In den vergangenen Jahren habe ich mich allzu sehr an die Bequemlichkeit dieser Dinger gewöhnt - und weiß das sehr gut. Schaue viel zu oft rein, obwohl ich den Weg kenne. Schaue nach den Hausnummern - auf welchem Teilabschnitt einer Straße die liegen im Einbahnstraßen-Gewirr der Kolonie - und von wo ich genau kommen muß, um den richtigen Abschnitt zu treffen. Früher - fuhr ich halt nochmal um den Block, wenn ich mich verschätzt hatte mit den Hausnummern - ging auch - und war lerneffektiver.
Habe mich selbst beobachtet, wie oft ich an diesem Gerät "spiele" und vorab nachschaue, wo Staus sind .... hat mich früher nicht die Bohne interessiert. Alles - Gewohnheit. Und spürbar weniger Gehirn-Nutzung.
Ich nahm es aber dennoch mit - für den "potentiellen Glücksfall" einer Fernfahrt ins Ungewisse, der auch heute nicht eintrat. Einmal - habe ich eine Strasse eingegeben, die ich nicht kannte - und die hätte ich besser angesteuert, wenn ich einfach  auf den Stadtplan geschaut hätte. Der Rest - lief so. Immerhin habe ich mal mein eigenes Gerät kennengelernt.
Heute abend habe ich es dem Kollegen überlassen, der hat keins - und ich brauche es nicht in den kommenden Tagen. Auch er - und der fährt schon viel länger als ich - fühlt sich inzwischen besser, wenn er weiß, daß er sowas dabei hat.
Ich sagte noch "Da siehste mal - wie die uns drangekriegt haben mit dem Zeug! Früher haben wir sowas überhaupt nicht gebraucht."
"Ja - genauso ist es" - war seine direkte Antwort.
Wenigstens - habe ich es heute mal wieder angeworfen und gesehen - es funktioniert noch. Akku ist auch aufgeladen. Möge er es nutzen für eine schöne, weite Überlandfahrt. Und morgen früh - wird er sich erst mal wundern über die Stimme von "Werner" - die ihm etwas schwammige Anweisung auf plattdeutsch geben wird.

Donnerstag, 13. September 2012

Die Reihenfolge ...

... ist nicht zu vernachlässigen.
Las bei C.G. Jung über seinen Abstieg in die eigenen Abgründe - Spezialisten mögen mir nachsehen, daß ich hier lediglich mit eigenen Worten meine aufgenommenen Eindrücke wiedergebe und nicht nachträglich nachschlage, wie er es genau formuliert hat. Interessant für mich hier seine Schilderung, daß er Yoga-Übungen machte, wenn er erschöpft war - und diese lediglich dazu nutzte, um sich erneut zu justieren - und um anschließend weiter in die eigenen Abgründe hinabzusteigen. Er weiß um den Unterschied zu den originären "Yogis und Yoginis", deren Ausrichtung darauf hinzielt(e) - die eigenen Persönlichkeitsstrukturen komplett aufzulösen. Er hingegen - ging genau dorthin - in diese Strukturen - um sie noch deutlicher zu erkennen. Und er erkennt wenig später - daß er selbst nicht ging, sondern dorthin gegangen wurde. Vieles davon ist mir - in anderer Geschichte - bekannt.
Ich selbst hatte versucht, das Pferd von hinten aufzuzäumen - und den schnellsten und kürzesten Weg zu gehen. Diesen "originären" - der mir nicht wirklich möglich war. Und den ich heute - meist - sogar zutiefst bezweifle, da ich nie auch nur einen lebenden Heiligen traf.
Hatte versucht, mittels exzessiver Übung = Meditation - und sogar Dienstbarkeit - eine Auflösung der mir mitgegebenen Strukturen zu bewirken. Fast würde ich sagen - mittels zunächst erfolgreicher Rituale zu erzwingen. Aber dies alles - vermag ich auch nur im Nachgang zu sagen. Als ich mittendrin war - erschien alles anders. Der rechte Weg schien also zu sein: (M)ein bzw. "das Ego" - zutiefst entschlossen und konzentriert darauf ausgerichtet - aufzulösen. Ein kosmischer Witz - und Größenwahn dazu.
Ich ging in meiner Idee, den kürzesten Weg zu nehmen, sogar in die sogenannte "Hauslosigkeit" - in der ich mich ohnehin die meiste Zeit des Lebens befand, wenn auch anders - und wählte, wenn auch kurz, dazu diesen Weg der Unterstützung durch eine gleichgesinnte Gemeinschaft. Alles zusätzlich noch mit dem vormaligen Segen einer kubanischen "Madrina" - die mir einst bei einer ganz anderen Einweihung diesen erstaunten Ruf zukommen ließ: "Oh, mein Gott, was für ein direkter Weg!"
Letztlich - katapultierte es mich zurück.
Der schnelle Seiteneinstieg - war mißlungen.
Entgegen des überraschten Ausrufes einer Seelen-Afrikanerin.
Und dazu noch entgegen - schwitzender Babalawos - die meine "zuständige Gottheit" nicht orten konnten und mir schließlich die Wahl ließen - wen ich lieber hätte. Sie fanden nichts Konkretes - ich sollte mich entscheiden - zwischen Changó und Elleguá - zwischen Zeus und Merkur. Ich traf also eine Entscheidung - die allen irgendwie eine Erleichterung der Situation brachte. Zutiefst erstaunt war ich - über diese weitere Wahlmöglichkeit - die mir schon oft begegnet war. Ja - sogar amüsiert. Ich fand es ganz amüsant - aber umso erstaunlicher - daß sie es nicht schauen konnten - obwohl der vohergehende Ritus mehr als ernsthaft praktiziert worden war. Zumal sie andere problemlos "zuordneten". Und ich darf sagen - daß ich damals durchaus Respekt hatte vor den Babalawos!
Insgeheim - blieb ich einfach mit mehreren = mit allen Gottheiten - verbunden. Ich wählte kurzerhand - und vorwiegend zur Erleichterung der ratlosen Menschen um mich herum, deren Würfelei kein Ergebnis zeigte  - den Türöffner und Schlüsselinhaber ... Elleguá - also Merkur - und ich habe mich noch oft danach gefragt, wie mein weiteres Leben verlaufen wäre - wenn ich mich hier für "Changó" - also für Zeus entschieden hätte.
Was ich ja - ebenfalls entschieden hatte - nur nicht sichtbar für die Anwesenden.
Und ich dachte damals sowas wie "Jungs - wat is denn los mit Euch?" - daß ihr es nicht sehen könnt?
Inzwischen ist mir der Respekt vor jeglicher Priesterkaste - abhanden geraten!
Fand mich irgendwann - irgendwo inmitten all  dieser Erlebnisse, während derer ich viel unterwegs war, auch im eigenen "Wohnmobil"  - im "Naumburger Dom" vor - das kunstvolle Treppengeländer bewundernd, welches die Himmelsleiter repräsentiert -  und über den "Seiteneinsteiger" schmunzelnd, der da in Bronze gegossen ist - und der mir viel Freude bereitet - von je her.
Dachte also gestern mal wieder über die vielen Wege nach - die am Ende in den Einen münden.
Hatte sogar die Idee, daß Jung in gewisser Weise recht haben müsse mit seinem Weg, wenigstens, was die uns mitgegebene Kultur betrifft  - dem Weg des Tauchers in die eigenen Abgründe - aber der ihm letztlich auch nicht zur freien Wahl gegeben war. Er mußte ihn genauso gehen.
Und - obwohl ich nichts weiter weiß - erscheint es mir doch der erforderliche Weg in dieser "Kultur" - erst mal tief in die eigene Scheiße abzutauchen - bevor sich vielleicht ein Licht zeigt auf dem weiteren Weg.
So bringt mir der Herr Jung - viel Erinnerung wieder.
Nicht neu - aber wieder anders.
Und durchaus sehr berührend.
Freue mich sehr - auf seine zusätzlichen und sicher tieftauchenden Erhellungen bezüglich der lebendigen Archetypen. Mit denen ich durchaus - meine ganz normalen Tage verbringe.
So - wie diesen.
Danke.

Kommentarlektion ...

... von gestern: Einfach mal - die Klappe halten.
Konnte sie kurzzeitig nicht halten und ließ mich zu entsprechenden Kommentaren hinreißen - zu einem allgemein bekannten Ereignis aus dem September 2001. Die Antwort kam gleich zweimal - ein Mensch schloß daraufhin die Kommentarfunktion für diesen Post - und ein anderer Mensch löschte gar den ganzen Post - und damit auch andere Kommentare. Zunächst etwas befremdet - darf ich draus lernen.
Es gibt bestimmte Dinge - die nicht angesprochen werden dürfen, sollen ... Oft, weil sie als "Verschwörungstheorie" gelten - und "VerschwörungstheoretikerInnen" sind unangenehm und werden oft für "durchgeknallt" befunden. Immer noch, wenn auch schon erheblich weniger als noch vor ein paar Monden. Ich lasse es in aller Kürze so hier stehen, sicher ist es weit vielschichtiger. Nur als "Umschreibung".
Heute lernte ich also auch - daß manche Menschen gute eigene Gründe haben, gewisse Kommentare nicht auf ihrer Seite finden zu wollen. Damit - kann ich was anfangen.
Egal - wie ich es für mich handhabe.
Was ich noch draus lerne ist - ich werde gewisse Kommentare zukünftig unterlassen - wo ich spüre, daß sie nicht erwünscht sind. Hier "bei mir" ist ja genug Raum, ggf. einige Gedanken zu notieren.
Und falls jemand einen "Sati-Kommentar" bei sich gefunden hat, der ihm nicht behagt - so möge er/sie diesen doch einfach wieder löschen. Selbiges gilt natürlich auch für mögliche Hinweise bzw. Links, die ich hier gesetzt haben mag. Wem etwas nicht behagt - aus seinen eigenen Motiven heraus - der möge es mir mitteilen - dann werde ich es, so gut es geht, bereinigen.  
Was mich heute sehr freute - war eine kurzgehaltene "Rücksprache" - bei der sich ergab, daß ich es gut verstehen kann. Und aus dem, was ich begreifen kann, kann ich viel lernen.
Und daher - weil ich etwas begreifen durfte - brauche ich mich auch in keiner Weise "zensiert" fühlen.
Danke - für die Erhellung.

Mein altes Auto und ein Schlüsselsatz

Heute morgen lauschte ich. Die Morgen sind am hellhörigsten, die Morgen kurz nach wilden Träumen, wenn die "Welt" noch nicht wieder ganz den Tag übernommen hat, die für mich schönste Zeit des Tages, wenn ich nicht hier und nicht dort bin.
Sehr laut und deutlich erklang ein Schlüsselsatz aus längst vergangenen Tagen, den mein Vater und andere Clanmitglieder gerne zum Besten gaben:
"Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser!"
Sehr laut kam gleichzeitig die Botschaft:
"Nein, Sati - es ist genau andersrum.
Vertrauen ist gut.
Kontrolle - ist irre."
Dieser blöde Spruch hat mich schon als Kind erzürnt. War er doch ein klares Mißtrauensvotum, eine Botschaft an mich, daß man mir nicht vertrauen könne. Eine Botschaft - daß Vertrauen nicht viel wert sei.
Das Gegenteil ist für mich der Fall: Nur mit Vertrauen läßt sich das Leben überhaupt leben.
Kontrolle - ist eine Fiktion.
Und wohin diese führt, kann mensch überall in der Welt sehen.
Vertrauen ist ein Zugeständnis an die Fähigkeit jedes Wesens - 
Kontrolle ist die Verneinung der Fähigkeit eines Wesens -
eigene Erfahrungen zu machen und aus solchen lernen zu können.
Vertrauen nährt - Kontrolle schwächt.
Soweit und hier sehr kurz gehalten - bedankte ich mich heute morgen für die erneute Botschaft und beschloß - noch viel mehr zu vertrauen. Und - wieder. Hatte es wohl kurzzeitig - mal wieder - vergessen.
Für mich ist diese Existenz als Mensch ohne "Gottvertrauen" - wie immer man es nennen will, ich nenne es so - nicht vorstellbar.
Manchmal allerdings - übertreibe ich es sogar ein wenig damit.
Also - beschloß ich, doch noch zur Werkstatt zu fahren und das Chassis meines guten alten Autos untersuchen zu lassen auf einer Hebebühne, nach diesem fürchterlichen Knall neulich auf der Autobahn.
Die Werkstatt, die mir der hiesige Nachbar auf eine Nachfrage vor ein paar Monden empfohlen hatte - fand ich wieder einmal nicht am Wegesrand, also fuhr ich weiter zu der Reifenwerkstatt, die mir bereits zweimal auf sehr angenehme und freundliche Weise geholfen hatte. So auch heute wieder.
Eigentlich - war es mir sehr angenehm, wieder dorthin zu fahren, denn mein Gefühl sagt mir, daß ich dort gut aufgehoben bin und die Leute dort vertrauenswürdig sind. Werde wohl bei dieser Werkstatt bleiben - denn ein gutes Gefühl ist nicht zu unterschätzen.
Nach kurzer Wartezeit führ der freundliche Mensch mein gutes Auto auf die Bühne und schaute sorgfältig nach.
Es ist alles an seinem Platz, nichts Auffälliges zu finden. Nur gute Nachrichten beim Durchsehen. Ich bat ihn noch, bei der Gelegenheit die vorderen Reifen durchzuschauen nach potentiellen Schrauben - alles in Ordnung - und nach dem Keilriemen zu schauen, denn mein armes Auto schien ein wenig zu quietschen unter der Motorhaube. Ne, alles gut, ist noch gar nicht alt, der Keilriemen, und prima in Schuß.
Erleichtert - sagte ich ihm "Tausend Dank - für diese guten Nachrichten". Und fragte, was er von mir bekäme? "Nichts - gute Fahrt!" - er verabschiedete mich mit einem vitalen Händedruck (ja - es gibt auch "unvitale" solche ...).
Wow! Gibt es das? Ja - gibt es.
Sagte - dann tue ich was in die Trinkgeld-Box - und er meinte, ja das könne ich gerne tun.
Ich werde - bei dieser Werkstatt bleiben, denn ich habe Vertrauen dort.
Für den demächst anstehenden TÜV werde ich dorthin fahren. Er sagte mir bereits, daß am Auspuff etwas gemacht werden muß, das wußte ich aber bereits. Nur ein weiterer Hinweis für mich - daß die vertrauenswürdig sind. Nein, die neue TÜV-Regelung ist noch nicht in Kraft, "erst mal Bange machen" war sein Kommentar hierzu.
Habe jetzt entschieden, mein gutes, altes und zuverlässiges, zähes Auto - nicht mehr zu "stochen". Wir werden gemütlich fahren - aus Respekt vor seinem höheren Alter .
Das heftige Krachen neulich - nehme ich als Hinweis auf so Einiges.
Vermutlich bin ich schlicht zu schnell über eine Bodenwelle gejagt -
aber das ist gar nicht das Entscheidende.
Ein verrückter Gedanke kam mir noch, kurz nachdem das passiert war: Er - der gute, alte Wagen - hat sein Rückgrat neu ausgerichtet.

Jetzt - bin ich sehr froh, daß ich diese Geschichte habe kontrollieren lassen.
Wollte erst auf gut Glück weiterfahren - aber ich hätte mir nicht verziehen,
wenn durch meine Nachlässigkeit auch noch Anderen etwas passiert wäre.
So gut die Nachrichten heute nach dem Durchchecken waren - danke dafür - so sehr habe ich zusätzliche Schierigkeiten gescheut.  Aber hier - halfen keine Scheuklappen (was für ein Wort!).

Eine moderate, vernünftige Kontrolle in bestimmten Situationen - ist also durchaus sinvoll und hilfreich.
Nur - die Menschen sind über diesen Zenit längst hinausgeschossen.
Ich  durfte und mußte mich wieder mal daran erinnern lassen,
daß das Leben nicht meiner Kontrolle unterliegt.
Im Gegenteil.
Und durfte auch feststellen - daß ich doch noch nicht lebensmüde und "asozial" bin.