Samstag, 30. Juni 2012

Isch liebe sie einfach ....

Sie sagt´s halt - wie´s ist.
Ungeschönt.
Sarah Wagenknecht. Gestern - kurz - und trefflich in der formalen "Anhörung" zum ohnehin bereits beschlossenen "ESM" .
Gibt noch weit mehr Treffliches und Ausführlicheres zum Thema zu lauschen von ihr im Äther.
Sehr kluge, unerschrockene Frau!
Mit viel Pfeffer im Hintern.
Schön für den Oscar - auf seine älteren Tage. Der - hat auch schon oft Tacheles geredet in seiner Laufbahn. Und sie - weiß Scharfsinnig(-sichtigkeit) keit zu schätzen, hat sie neulich mal derart gesagt. Was sonst - sollte diese beiden Adler verbinden? Die haben den gleichen Jagd-Instinkt ...

Freitag, 29. Juni 2012

EM-Prognose 1 = ESM wird heute abend eingelöst ....

.... von Bundestags-Abgeordneten, die viele Zehntausend Appelle ihrer Wähler ignorieren. Sie werden einem Vertrag zustimmen, in dem steht, daß dieser unkündbar ist.  Welcher einigermaßen vernunftbegabte Mensch würde so einen Vertrag unterzeichnen - wollen? Anhörung im Bundestag läuft gerade live - und das Ergebnis ist bereits sonnenklar. Es kann einem teilweise kotzübel werden, diese Arroganz zu sehen und zu hören, mit der ein ehemals mal unkündbares Grundgesetz verschachert wird. Andererseits: Das sollten mal alle "Wähler" anschauen, auf Großleinwänden und bei Public Viewings - sie können ja auch alle weiter Fußball gucken, also warum nicht auch mal ein paar Stunden Aufmerksamkeit, wenn es ans Eingemachte - für alle und von allen - geht. Ein wahrlich historischer Abend - aber wen kümmert´s ...

Hier ein paar klare Worte vom Herrn Dirk Müller heute dazu - und zu dem, was da gestern abend bzw. über Nacht beschlossen wurde: Banken haben jetzt freien Zugang zu Steuergeldern, auf Anforderung.

So ein Gewitter wie vergangene Nacht - habe ich übrigens noch nie erlebt. Konnte kein Auge zutun, der Donner ließ das ganze Haus erzittern. Ein Omen vermutlich.

Liebe Kinder: Früher war das mal so, daß die Banken die Gelder der Bürger verwalteten, zu derem Wohl - neben dem eigenen natürlich. Heute werfen sie diese überantworteten Gelder einfach sinnlos heraus - und holen sich dann Neues - von den Einzahlern, die jetzt nix mehr haben. Also so etwa - funktioniert heute die "Welt der Normalen". Bleibt bitte alle ein wenig verrückt.
Frau Merkel ist übrigens diesmal noch erheblich schneller gekippt, als sonst - obwohl sie ihr Wort gegen ihre Lebzeit gegeben hatte. Sie hängt wohl nicht sonderlich dran - an Leben und Wort.

Ich - brauche übrigens kein "einheitlich, fades Geld-Europa", wie es mir da massiv entgegenkommt. Ich mag dieses alte Europa, wie es war, als jeder noch seine eigene Kultur und gleichzeitig herzliche Freundschaft mit den anderen europäischen Menschen pflegte.

Etwa 12.000 Menschen aus allen "Lagern" werden Klage beim *Bundesverfassungsgericht einreichen gegen diesen Demokratie- und Selbstbestimmungs-Staubsauger ESM. Ich bedanke mich sehr herzlich bei diesen. Wäre ich bewanderter und es mein Beruf, mich mit diesen Angelegenheiten zu beschäftigen - ich würde das auch tun. Wie gut, zu wissen, daß es eine Menge beherzter, aufrichtiger und bewanderter "DemokratiehüterInnen" gibt.

Donnerstag, 28. Juni 2012

Endlich mal was Wahres über Zwillingssonnen ....

... gefunden zur Karte "Sonne", die ja den Zwillingen zugeordnet ist, im Tarot von Paul Struck, kommentiert von Bernd A. Mertz im Buch "Astrologie und Tarot". Übrigens ein wunderschönes und sehr symbolkräftiges Deck der 22 Großen Arkana.
Hier also die Offenbarung von Herrn Mertz, mit der er uns Zwillingssonnen vom sinnlosen Stigmata der "Oberflächlichkeit" und anderen Zuckerwürfelweisheiten erlöst:

"Der Abschnitt Zwillinge wird von Merkur als Morgenstern beherrscht, weil hier der Merkur seine entsprechendste Verwandtschaft findet. In diesem Abschnitt geht es darum, nach allen Seiten offen zu sein, da die mächtige Sonne den besten Beistand und Schutz bietet. Zwillinge haben nicht, wie volksnah gesagt wird, zwei Seelen in ihrer Brust, sie sind auch nicht zwiespältig, sie haben nur entdeckt, daß im Menschen - egal ob Mann oder Frau - sowohl das weibliche wie das männliche Element vertreten ist, daß der Mensch in sich eine helle und eine dunkle Seite hat. Und diese Erkenntnis macht frei! ..."

Sanfte Selbstbehandlung - Galle beruhigt

Mir lief die Galle über. Hat eine Weile gedauert, bis ich es "zuordnen" konnte, was es ist, daß mir allmorgendlich einen heftigen Brechreiz beim Zähneputzen bescherte ... und mich nur Flüssigkeit würgen ließ. Dachte erst, es liege wohl am Salz, mit dem ich mir seit einigen Monden ausschließlich die Zähne putzte. Wechselte auf nicht-schäumende, kräuterbelassene Zahnpasta, mit wenig Erfolg. Dann fiel es mir endlich ein - es war die Galle. Wut, Ärger .... liefen über. Wut und Ärger - akut über neugierig-übergriffige, kontrollsüchtige Nachbarn, durch die ich mir temporär mein neubezogenes Paradies verleiden ließ. Eher chronisch über "immer-noch-Festsitzen", was den recht mühseligen Gelderwerb betrifft.
Aha! Vielen Dank, liebe Galle. Klare Ansage. Nahm also sofort den tiefsitzenden Ärger an. Wut und Ärger - sind nicht verkehrt, da steckt eine Menge Kraft drin. Und sogar Erkenntnis.
Besann mich auf gelernte Heilkünste und half mir mit Reflexzonenmassagen der Füße und in der Limousine der Hände. Ah Wahnsinn, was da alles drinsteckt. Eine sofort-wirkende Wohltat, die sich in mehrfachem, tiefem Auf- und Ausatmen äußerte, ein solch tiefer Atemzug, der den Körper bis in die letzte Zelle versorgt (wie es beispielsweise auch beim Yoga geschieht - deshalb ist das auch keine "Gymnastik" oder "Akrobatik" ...). Strömte die Mittelfinger - da sitzen Wut und Ärger, Leber und Galle (u.v.m.). Legte zwischendurch einfach eine Hand auf den Leber- und Gallenbereich und setze die andere dazu an anderer Stelle ein.
Seit einigen Tagen nun ist der Brechreiz verschwunden und die Galle hat sich wieder beruhigt. Sie wird weiterhin liebevolle Zuwendung erfahren, die hat sie sich mehr als verdient, denn ich habe nicht gut genug auf sie geachtet.
Ein aufschlußreiches Gesamtpaket hat sie mir geliefert, die Galle. Die Erinnerung daran, daß Symptome immer auf allen Ebenen des Daseins entstehen - Geist, Seele und Körper, genau in dieser Reihenfolge. Immer - selbst erzeugt. Von innen her. Und wieder so ein Selbstversuch mit den alten, einfachen und kostenlosen Techniken Heilkünsten. Die Nutzung der Hände, um angestaute Energie wieder in freien Fluß zu bringen. Oder aber, um unterversorgte Bereiche mit frischer Energie zu erfreuen. Was für ein Segen!
Dachte auch daran, was wohl bei einem "Arztbesuch" herausgekommen wäre: Vermutlich Pillen. Die noch viel mehr durcheinanderbringen, im Körper und je nachdem auch psychisch. In den letzten Wochen habe ich viel darüber sinniert, wie die meisten Leute hier so ticken, wenn sie Malesten verspüren. Stellte fest, daß mein ehemals andressierter Glaube an "Ärzte", Fremdbehandlung und die "westliche Heilkunst" völlig verblaßt ist. Sicher auch aus der einstigen Beobachtung beider Eltern, die sich über Jahre mit dem ganzen Pharmazeugs vergiften ließen, allzu ärztegläubig. Und immer kränker wurden. Meine Mutter, völlig vergiftet mit einem wahnsinnigen Pillen-Sortiment, erkannte es noch vor Ablauf ihrer Tage und gestand, daß sie es gut findet, wie ich es handhabe. Das - wollte was heißen! Mich wird ein Arzt nur noch in einem absoluten, unabwendbaren Notfall sehen - und ich hoffe natürlich, dieser tritt nicht ein. Außer meiner Zahnärztin - aber das ist Vorsorge und Pflege, also etwas Sinnvolles, was - entsprechend diesem System, welches sich an den Krankheiten der Menschen mehr als gesund stößt - nicht von den Kassen bezahlt wird, sondern von mir selbst seit langer Zeit - und diese Perle ihrer Zunft arbeitet ohnehin ganzheitlich.
Nach einigen Selbstversuchen bei auftretenden Malesten kann ich mich wirklich freuen, daß ich seinerzeit in diese Künste investiert habe. Die ebenfalls und sinnvoll vorsorglich angewendet werden können, bevor etwas in den Brunnen fällt.  Auch bei - allen - psychischen Angelegenheiten. Das - ist unbezahlbar. Und kostet nichts weiter, wenn man einige Basis-Kenntnisse erworben hat. Außerdem - macht es auch noch Freude und tut spürbar gut. 
Ich stelle mir vor, die Menschen würden sich das gegenseitig, selbstverständlich beibringen und sich ab und an, wie es zum Beispiel in Thailand Usus ist, so eine Behandlung schenken. Dort kennen sie die Königin der Massagen - die Thai-Massage, die ja inzwischen, hallelujah, auch bei uns an jeder dritten Straßenecke angeboten wird. Sie gilt dort als eine Art normaler "Körper-Hygiene" und ist mein Favorit, sobald ich Geld übrig habe. Aber - es geht noch viel einfacher, z.B. mit Jin-Shin-Jyutsu (Hände sanft auf bestimmte Zonen legen und sich "strömen") und ohne langes Studium sowie ganz ohne Nebenwirkungen. Und mit Gesichtsmassage (Vina oder Dien Cham genannt ....) - zum sofortigen, spontanen und selbst-verantwortlichem Nachmachen und -spüren empfehle ich herzlichst dieses Video, keine 9 Minuten Ganzkörper-Selbstbehandlung.  (Anmerkung - falls das tatsächlich jemand macht - es reicht in der Kürze völlig aus, nicht mehr machen. Mehr- würde  lediglich zu Über-reizung führen, und das ist unnötig. Dreimal am Tag - morgens, mittags, abends - ist ok. Wechselhändige Massage je 5 mal pro Hand - nicht wechselhändige 10 mal - fertig! Das Tempo und der "Druck" der Bewegungen - nach eigenem Gusto, so, wie es sich gerade gut anfühlt.)
Otra - noch eine Version - hier. Vor Ort quasi, dort, wo es herkommt bzw. das Wissen darum erhalten blieb.

Die Pharma-Industrie würde nicht mehr viel verdienen.

Heute morgen, noch im Bett sanft dösend, verknüpften sich dann noch unverhofft die verschiedenen "Behandlungsmethoden", ich sah, daß sie sich an bestimmten Punkten überschneiden und sich auf Ähnliches beziehen. Das freute mich besonders, denn ich lerne in "Fragmenten", mal widme ich mich mehr diesem - und mal jenem. Das sich das alles von selbst zu einem Ganzen zusammenfügt, ist köstlich.

So - und das ist glaube ich ein ganz guter Start für das schon lange angedachte Projekt "Selbsthilfe-Blog". Fein. Mal sehen, ob was draus wächst.

Mittwoch, 27. Juni 2012

Kompost

Was mich immer wieder freut, seit ich hier bin: Es gibt eine Mülltonne extra für kompostierbaren Abfall. So sinnvoll - und in der Kolonie bislang nicht vorhanden. Diese Woche - kein Rasenmähen. Er wurde vor wenigen Tagen gemäht, von den Kontrolleuren, bevor diese in einen langen Urlaub verschwinden. Und wächst inzwischen viel langsamer als noch im Mai, als er förmlich hochschoß aus dem Mutterboden. In eineinhalb Wochen mal wieder, oder in zweien ... Es lernt sich.

Trüber Siebenschläfertag ....

.... wird zum "Baden mit Mythen" genutzt. Sieben Wochen Regen? Gut beim Taxifahren - wenn´s nicht heiß ist. Für mich ein Segen, wenn ein langer, heißer Sommer eher ausbleibt. Ebenso, wie ein langer, kalter Winter. So - sieht´s halt jedes anders. Einzig das ewig- sinnlose Gejammer der Mitmenschen über das Wetter, wie es eben ist, ist manchmal lästig.
Heute so ein Tag - an dem ich auch einfach im Bett geblieben sein könnte. Immerhin blieb ich dort erstaunlich lang. Die Mythen scheinen zu tiefem Traumschlaf anzuregen, auch am hellichten Tag. Zuvor zog Apoll einem armen, etwas größenwahnsinnigen Satyr die Haut ab .... zimperlich sind die nicht eben, die Göttlichkeiten.
Schlecht gelaunt erst nach Mittag aufgestanden - schlecht gelaunt darüber, weiterhin alles falsch zu machen im Leben, immer noch nichts dazugelernt zu haben. Der Regen - ein wahrer Freund heute, tröstlich in dieser miesepetrigen Stimmung, er grüßt mit der lachenden Botschaft: Vergiß es - genieße mich - Du mußt heute nichts erreichen.

Also: Ein verwurschelter Tag ohne Gelingen. Na, noch ist er ja nicht vorbei - ein paar Kleinigkeiten "schaffe" ich vielleicht noch. Gaanz kleine Dinge. Mit einer großen Veränderung und dem großen Sprung - wird´s wohl heute nichts werden. Aber mit den kleinen, großen Freuden klappt es gut an diesem Regentag: Freude über ein Dach überm Kopf, über ein warmes, weiches Bett, über die neue Badewanne, über göttliche Nahrung und Lebensmittel .... alles da. Wenn das mal nicht Gold wert ist.

Und dann noch eine weitere Seite mit den Mythen und dem erzählenden Michael Kohlmeier gefunden - die reichhaltigste. Da kann mensch ein paar Monde mit verbringen. Diese Mythen haben´s übrigens in sich ... die kommen irgendwo tief in der Menschenseele an, irgendwo, wo sie ordentlich aufwühlen und umrühren - ohne daß ich´s greifen und diesen Ort ausmachen könnte. Es scheint ein sehr weiter Ort zu sein. Viel weiter als die durchrationalisierte, eingekastelte Menschenwelt.

Dienstag, 26. Juni 2012

Eigenes Geld nicht mehr verfügbar ....

.... traf einen Geschäftsmann, der mir berichtete, daß er sein Geld nicht mehr transferieren kann von seinen Geschäftskonten in Portugal. Harte Nuß. Besonders - wenn mensch es nicht nur für sich braucht, sondern auch, um seine Mitarbeiter zu entlohnen. Er- kann sich sein eigenes Geld nicht mehr an- / überweisen lassen -  Hallloooo?
Scheint - nun doch endlich - loszugehen .... rein praktisch, pragmatisch.
Neu-Sortierung - dringend erforderlich. Also auch in Sorten. So - nannte man früher mal andere Währungen, als es die noch gab.

Hier - eine honigsüß-sanft-jazzige Version von "I will survive" 
So - klingt Überleben süß!
Und wenn es danebengehen sollte -
noch eine süße Variante:
Killin´ me softly 
(just kidding ...)

Der Ruf von Hypnos, Eros und Thannatos ...

.... hat gefruchtet. Mußte dringend die Linousine abstellen, um weiter einzutauchen in diesen Olymp. Gerufen hat´s schon lange - aber der zündende Funke fehlte bisher. Homer´s Odyssee - hat keinen echten Funken in meinem Herzen  hervorgebracht, viel zu trocken und verschwurbelt für meinereins. Heute wurde ich fündig oder besser - reichten sie, die alten, jungen Götter, mir in Windeseile ihre quicklebendigen Geschichten herüber.
Zwei Reclam-Bändchen von Hesiod - die "Theogonie" und "Werke und Tage". Hesiod - für die Bauern. Homer - für den Adel. Aha! Ich bleibe eben Bäuerin ... im Herzen. Daher wohl auch diese Freude über die glücklichen Kühe vorm Fenster - und über segenspendende Brennesseln.

Und dann noch einen echten Knüller, nämlich den Herrn Michael Köhlmeier, ein von den lebendigen Göttern inspirierter, zeitgenössischer Berichterstatter des darüber zutiefst erfreuten Olymps. Erstand ein Buch von ihm mit dem Titel "Das große Sagenbuch des klassischen Altertums" - auch die römischen Götter finden also Erwähnung - welches mir viel Aufschluß geben wird über bisher nur  Geahntes, Erinnertes ... über unsere Sprachwurzeln, die so sehr durch diese Götter geprägt sind bis jetzt.
Seine Erzählweise ist frisch und bewegend, tief berührend.

Am Abend - ein weiteres Geschenk. Ich durfte ich mich freuen, zahlreiche von ihm selbst weitgehendst frei vorgetragene Mythen im Netz zu finden. Tatsächlich hat der Herr Köhlmeier 80 solcher freien Vorträge bzw. Göttererzählungen auf BR-Alpha im Fernsehen gebracht ... ein herrlicher Fundus!

Suchte - als allererstes, wegen dieser mehr als sinnlosen "Griechen-Hetze" der Medien nach "Europa". Ihre Geschichte hier.

Dann - hörte ich über Dionysos. Die beiden letzten Folgen dieser langen Reihe. Kurze Kernaussage - Dionysos hat den im Menschen angelegten Wahnsinn hervorgeholt - ihn nicht etwa erzeugt. Und als einziger Gott des Olymps überlebt. Wie wir gerade an uns selbst erleben dürfen, ist er höchst lebendig und kitzelt seither.

Amüsant heute für mich diese "Radio-Meldung" - von mir wiedergegeben: "Die Pharma-Industrie hat festgestellt", daß der Alkoholkonsum im Lande zur Sorge mahnt. Die Menschen - trinken zuviel. Deshalb - "logische Schlußfolgerung" - sollen doch die Steuern auf Alkohol erhöht werden. Welch erhellende Erkenntnis, und so frisch und neu! Gerade zur Fußball-EM. Ich glaube - sowas habe ich alle Dekaden immer mal wieder durch den Medien-Äther zu hören bekommen. Den Alten soll´s nun auch an ihre Süchte gehen .... schlimm schlimm, was sie so trinken. Von der Vergiftung durch richtig teure Pharma-Giftpillen ist hier aber ausdrücklich nicht die Rede.

Wo wir schon bei Doppelzüngigkeit sind - hier noch eine sehr interressante  Schilderung des o.g. formidablen Michael Köhlmeier in Sachen eigener "Zöglingszeit" unter alten, katholisch-verblendeten Männern - und zu heutigen Medien, die nichts von den "ganz normalen Schrecken und Qualen" dieser Zöglinge "bringen" wollen - sondern nur daran interessiert sind, daß mal wieder einer dieser alten Männer einem Kind in die Genitalien gegriffen hat.

Zuletzt - ein Märchen von Oscar Wilde - ohne gängiges Happy-End - von ebensolchem Herrn Köhlmeier vorgetragen  Was für ein wunderbarer Erzähler !!!
Freue mich - auf diesen zu treffen! Ein viel-schichtiger Mensch.

Und ein Hinweis der Götter selbst - die wieder Aufmerksamkeit wollen.
Vielleicht, weil sie einst unbesonnen waren und den austreibenden Wahnsinn - vom ihn gnadenlos herauskitzelnden  Dionysos fasziniert - "zuließen"?

Frische Frettchen-Energie - Ungern gestartet - mit Blumen und gesammelten Stadt-Perlen beschenkt zurückgefahren

Nur widerwillig machte ich mich heute, an einem freien Tag, auf den Weg in die Kolonie. Hatte einen Zahnpflegetermin bei der planetenbesten und strahlendsten Zahnärztin des Globus, bei ihrer bezaubernden, mehr als sanft arbeitenden Helferin und der sehr schicken, immer gut gelaunten und superfitten Empfangs-Dame. Bereits einige Male verschoben wegen Umzug - machte ich mich heute endlich mal wieder auf den Weg zu ihnen. Habe es nicht bereut - wie immer war es sehr nett und angenehm dort - für mich eine Art Wellness-Programm. Am Ende durfte ich mich nochmal extra bedanken, nicht nur für beste Dienste, wie seit vielen Jahren ... denn ich bekam die Behandlung überraschend für etwa die Hälfte des üblichen Salärs. Meinte noch - "kann nicht sein", aber die gute Frau nickte nur. Eigentlich der "Studentenpreis" ... ich nehme gerne das unerwartete Geschenk an und sage "Na, dann herzlichen Dank für ...." und werde von ihr ergänzt mit "... die Blumen."
Zuvor Amtsbesuch auf dem Lande - neuen Personalausweis beantragen. Mit "biometrischem Paßfoto", was mir ebenfalls widerstrebte. Aha - die Fingerabdrücke nehmen sie nicht zwangsweise - daß ist noch freiwillig, für die, die meinen, sie bräuchten das für ihre eigene Sicherheit. Sehr freundliche, fitte Sachbearbeiterin, ratzfatz geht das heutzutage auf den Ämtern - nicht wie früher mal, als dort noch "HalbgötterInnen" hinterm Tresen standen. War gar nicht so schlimm - las mir bei der Zahnärztin die Info-Broschüre durch und dachte - ok, kann ich mit leben. Zahn der Zeit - unaufhaltbar. Und auf Wunsch für diverse Aktionen online nutzbar. Werde es mir überlegen. Bzw. habe es schon entschieden.
Auf dem Hinweg zur Zahnarztpraxis stellte ich meine Privat-Limousine in ein zentrales Parkhaus und begab mich mutig per Pedes durch die von Menschen überquillende Fußgänger- und Konsummeile, auf der ich schon seit vielen Monden nicht mehr war. Danke - genug für die kommenden Jahre. Schlug mich in eine Seitenstraße und holte Köstliches beim Inder ein - Okraschoten, die gibt´s nur da oder bei den Afrikanern. Noch so ein Gemüse, welches ich noch nicht kenne. Eine Art indischer Zucchino,  in einer runden Version. Koriander-Chutney. Bestes Currypulver. Und wieder was zum Probieren: Sowas wie Gries-Chips, weit bekömmlicher als Kartoffel-Chips. Bin gespannt (PS: Sehr empfehlenswert - Chaat Papdi heißen die). Werden üblicherweise in eine Art Joghurt-Gurken-Dip getunkt, natürlich frisch zubereitet, sagt der nette Ladenbesitzer (PS: Göttlich zusammen mit dem Koriander-Chutney).
Vor allem aber - kaufte ich Zahnpasten, gleich drei Tuben an der Zahl. Reine Kräuter-Pasten ohne Fluoride und Tenside (bei denen ich inzwischen immer akuten Brechreiz bekomme), rein vegetabil und alles ohne Tierversuche. Die sehr ergiebige Tube für schlappe zwei Euronen. Für etwa ein, zwei Jahre Ruhe im Karton, was diese Besorgung betrifft..

Nach dem Wellness-Programm für´s Gebiß gehe ich in den alteingesessenen Trödel-Laden um die Ecke, sehr groß ist der. Habe einst schon mal eine Sammlung an den Inhaber verkauft. Mache einen Rundgang ... und stelle fest, daß ich nichts von dem ganzen Zeug haben will.  Die ehemals ausgeprägte Jagd- und Sammel-Leidenschaft scheint abgeklungen. Muß da wieder raus aus dem Muff ... was für eine horrende energetische Ansammlung. Zwei Gläser mit Goldrand nehme ich mit, wegen denen ich überhaupt nach ewigen Zeiten wieder in so einen Laden ging, für den Göttertrunk.

Muß noch etwas Kaputtgegangenes umtauschen - wie immer kein Problem. Wirklich, lauter nette Leute in diesem Moloch der Kolonie. Erstehe endlich eine formidable Hand-Pfeffermühle zu einem sehr moderaten Preis in so einer Ladenkette. Will wissen, ob die auch gut funktioniert? Die junge Verkäuferin  scannt den Artikel im Computer und liest mir etwas über die Bauweise vor, was durchaus gut klingt. Ja, danke, sage ich, aber die eigentliche Frage war die: Ich möchte wissen, ob da auch was rauskommt beim Mahlen. Sie entschließt sich kurzerhand, das Geklebte unten abzumachen und es mit mir auszuprobieren auf dem Einpack-Papier. Funktioniert super! Ich liebe flexible und selbst-entscheidende Leute, die mir nicht mit Standard-Sprüchen kommen alá: "Das darf ich nicht". Wir freuen uns über das Resultat und ich sage "Sehen Sie - jetzt können Sie die aus eigener Überzeugung jederzeit empfehlen." Nehme noch eine CD mit "Cooking-Songs" mit, die ganze Zeit lief wirklich frühliche, schöne, latino-rhythmische Musik in dem Laden und ich fragte sie nur aus Neugierde, was da gerade läuft, da ich während meines Rundganges ständig zur Musik wippte.  Eine Perle von CD und mein erster CD-Kauf seit vielen Monden - wirklich guter Sampler, zu dem das Kochen nur gelingen kann.

Das Highlight meines widerwillig begonnenen Ausfluges begegnet mir auf dem Rückweg zum Auto. Ich gehe nicht mehr durch diese von Menschen wimmelnde Fußgänger-Einkaufszone, dafür an einer lauten, sechsspurig befahrenen Haupt-Trasse der Kolonie entlang. Hier treffe ich auf zwei nette junge Männer, die gerade ihre Frettchen spazierenführen.  Ich schaue amüsiert hin, grinse mir eins und bleibe stehen. Diese lustigen Burschen - also die Frettchen mit Ausgeh-Geschirr und an der langen Leine - stecken sofort ihre unruhigen Nasen in meine Tasche mit den Okraschoten. "Ist da was zu essen drin?" fragt einer der Leinenhalter. Ja, sage ich, sicher. Frage ihn, was das für Tiere sind? Wiesel? Hermeline? - Es sind Frettchen. Quecksilbrig-lebendig, echte Zwillingssonnen-Nervosität. Ein Pärchen? Eines ist sichtbar kleiner .... Nein, zwei Männer. Beißen die? Nein, die sind ganz freundlich! Darf ich die mal streicheln ......? Ja - klar.
Hätte gar nicht gedacht, daß die das mögen, so nervös, wie die sind. Das Gegenteil ist der Fall. Sie scheinen es zu lieben. Das gestreichelte Frettchen wirft sich sofort der Länge nach auf die Seite - und genießt es. Solange, wie es kann, denn es muß dann wieder schnell aufstehen und in die Tasche gucken. Ein paar Runden drehen. Läßt sich wieder kurz genüßlich streicheln und wirft sich dazu flach hin - um dann in Windeseile in meinem Hosenbein zu verschwinden. Sehr amüsante Exemplare. Ich sage "Die sind wohl wirklich zahm?" Er versteht nicht ... "Not shy". Nein, die haben gar keine Angst.
Ich bin erstaunt heute - wieviele Perlen man in vier Stunden Kolonie-Aufenthalt sammeln kann, wenn man die ganze Hektik und Häßlichkeit ausblendet und sich auf schöne Begegnungen und überraschend den Weg kreuzende, bezaubernde Frettchen konzentriert. 
Dann - reicht es auch - gerade rechtzeitig, bevor der "Overload" einsetzt, freue ich mich, wieder rausfahren zu können ...  was für ein Segen.

Die ebenfalls recht neugierigen Nachbars-Frettchen treffe ich unten an. Er - sitzt - Sie pflegt das Garten-Ambiente. Unterkühlte Begegnung. Ich grüße. Und frage - ob sie ihr Auto wieder sauberbekommen haben? Ein ganzer Eimer mit Latex-Farbe war im Innenraum über alle Sitze gelaufen beim unverhofften Bremsen neulich - und über meinen kompletten und seltenen Urlaubs-Sonntag lief der Hochdruck-Reiniger.  Ja, alles wieder gut. Er fragt mich "Haben Sie ... hmmhmhmpf?" Bitte? "Ich habe mich gefragt, ob Sie nebenbei noch eine Reinigungsfirma betreiben - Sie haben soviel Putzmittel in Ihrem Auto?"  "Ja - sage ich und lache - sicher, mit einem 5-Liter-Eimer ...." und bin schon wieder weg. Das - hat mir bislang noch niemand zugetraut - eine Reinigungsfirma! Ich bin fast geschmeichelt.
Scheint sehr interessant zu sein, der Inhalt meiner Privat-Limousine, für beide Nachbar-Parteien. Bin noch unentschlossen - ob ich es so lasse oder wieder einen Teppich über den Inhalt lege - oder ihnen mal was richtig Interessantes hineinlege, nur so zum Spielen.
Immerhin - habe ich keinerlei Ärger mit meiner wunderbaren, alten und dennoch spritzigen, wendigen Limousine. Keine Latex-Farbe auf den Sitzen und kein Getriebe-Schaden bislang, wie der andere Nachbar. Was ich niemandem wünsche, im Gegenteil. Wunderte mich einfach nur - was sie so alles an meinem formidablen Auto - mit zugegebenermaßen chaotischem Interieur - aber das geht nur mein wunderbares Fahrzeug und mich etwas an - zu interessieren scheint.
Unterhielt mich heute mit meiner weltbesten Zahnpflegerin genau darüber - über neugierige Nachbarn. Ihr Geliebter wohnt nicht unweit von mir und sie ist oft hier in der Gegend. Sie konnte mir ihrerseits über ähnliche Begebenheiten mit neugierigen Nachbarn berichten. Scheint also alles - ganz im grünen Bereich zu sein. Und ich freue mich schon, sie demnächst mal zufällig beim Einkaufen zu treffen.
Der weitere Tag - wird im Himmel verbracht.

Schuhwerk

Gestern war es mal wieder soweit - diese Schuhe haben ihre Dienste getan, die dürfen weg. Sind ausgetreten. Tragen nicht mehr gut weiter. Danke für´s Tragen.
Habe keinen Schuhtick, schon länger nicht mehr. Früher mal, ja. Da habe ich mir sogar mal ein paar lilafarbene Stiefel von Hand anfertigen lassen, als ich einen Theaterschuster traf. Habe Schuhe gekauft, die ich später ungetragen weitegegeben habe. Trug auch Absätze unter den Fersen - äußerst unbequeme Angelegenheit - bis ich meinem Rücken zuliebe zurück auf den Boden kam - recht früh bzw. noch jung an Jahren.
Bevor ich aber gestern einen Zwischenstop im Schuhgeschäft machte, fiel mir ein, daß ich noch welche zuhause habe. Ungetragen - seit gut 12 Jahren. Kann also keiner sagen, daß ich mit manchen Dingen nicht durchaus pfleglich umgehe. Ein paar Schuhe aus geldreichen Zeiten, für die ich einst kurzerhand und ohne mit der Wimper zu zucken 400 DM auf den Tresen legte. Bisher - viel zu dezent, schön und schade für die Straße. Ab jetzt - nicht mehr. Schließlich mein häufigster Aufenthaltsort. Diese werde ich jetzt also mal ein- und durchlaufen. Die Vernunft in der Unvernunft: Zeitlos, formschön, federleicht und sehr bequem. Unauffällig dazu - chrrrr .... Gold an den Füßen quasi - nur nicht so gewichtig. Ein anderes Paar - "nur" 200 DM damals - existiert auch noch. Ist noch älter - und sieht fast wie neu aus. Zeitlos, formschön, superbequem. Schon habe ich wieder gut 300 Euro gespart ... Manchmal ist es ganz gut, etwas aufzuheben. Da kann mensch sich gleich mehrmals über ganz neue Schuhe freuen.

Sonntag, 24. Juni 2012

Die Götter des Schlafes ...

... der Liebe und des Todes - werden in diesem Essay über den Schlaf gewürdigt. Und es gibt noch viel mehr Interessantes zu hören - Göttliches, Geschichtliches, Kulturelles, Poetisches und Philosophisches über den Schlaf, diesen großen Teil eines jeden Lebens, welcher heutzutage wenig Würdigung erfährt.
"Schlaf, Du Ruhe der Welt - von der Nachtseite unseres Daseins" - von Marlene Stoessel, heute gehört auf D-Radio.
Und hier zum Nachlesen.

Samstag, 23. Juni 2012

EM-Analyse Nummer 3

Also - ein gutes Spiel der deutsch-multinationalen Mannschaft. Soweit, so klar. Erfreulicher Team-Geist - ohne Diven. Es scheint hier wirklich um die Sache zu gehen- was eher selten ist im Zusammenleben von Menschen.
Kontrastprogramm dazu: Das Merkel.
Schon am Nachmittag frage ich mich - wer denn ihr Fußballvergnügen finanziert?
Immerhin versuchen Leute, einen Dirk Niebel wegen einem aufgrund seiner eigenen Blödheit geschmuggelten Teppich abzusägen. Und immerhin - wurde ein Bundespräser Wullff abgesägt, weil er sich offen gegen den "ESM" aussprach in einer Rede. Natürlich - war der auch dumm, was seine Extraspesen betrifft ... aber wer bezahlt denn die Fußballfreuden der Angela? Oder so: Wo ist jetzt genau - der qualitative Unterschied?
Aber all das - nur am Rande - und zur 3. EM-Analayse:

Das Merkel - bleibt zutiefst unsicher - in sich selbst. Als Menschenwesen. Bei jeder Regung - schaut es zur Seite auf diesen Fußball-Funktionär neben ihr - dessen Namen ich nicht mal weiß und auch nicht wissen muß - ob der jetzt auch klatscht wie sie - und das auch gut findet. Immer wieder geht ihr Blick - auf die Seite und sucht nach Bestätigung. Dieser Funktionär - ignoriert sie die meiste Zeit.
Sie heischt gierig nach Bestätigung.
Jemand, der weiß, was er tut - tut das nicht.
Isch habe fast fertig.
Fast ... denn seit vielen velen Jahren frage ich mich - warum soviele auf ihre schlechte Schauspielleistung hereinfallen.
Ich glaube - da kommt gar nichts aus dem Eigenen.
Jetzt - habe ich - so gut wie fertig.
Bin sehr gespannt, ob die sogenannten Verfassungsrichter den ESM abnicken ....

Sechs LKW´s mit irischen Pfundnoten - in UK gedruckt ....

... das glaubt mir eh keiner. Hielt es selbst eher für Gerüchte (egal, welche Währungen diese betreffen). Ich fuhr einen Mann, der es mir aus erster Hand mitteilte: Sechs LKW´s mit frisch gedruckten irischen Pfund sind bereits in Irland gelandet - Vorsorgemaßnahme. Damit bei einem baldigen, möglichen Komplett-Crash des Euro ein taugliches Zahlungsmittel für die Menschen im Lande vorhanden ist. Ich bedankte mich für diese höchst interessante Information. Und lasse sie einfach so hier stehen. Nur soviel: Eine zutiefst höfliche, englische Seele, die die Limousine mit angenehmster Präsenz erfüllte.

Wechselbaden - helle Freude, dunkle Wolken ....

.... das Innenleben der Schreiberin steht dem äußeren Wetter nicht nach. Gestern noch windige und fröhliche Begegnungen, heute allzu oft schwermütiges Warten auf Godot. Selbst der Trick, erst gar nicht mehr drüber nachzudenken, funktioniert nicht. Ich will - am liebsten sofort - und heftig mit dem Fuß aufstampfend - endlich (wieder?) etwas tun können. Das - geht aber nicht wirklich in diesem Job. Zum Studieren bin ich derzeit zu müde und es fehlt das Sujet, daß wahrlich eintauchen läßt. Zwillingssonnen-Leiden: Nichts bleibt greifbar, alles fliegt weg wie die Blütenpollen im Sommer. Dazu fehlt die Geduld, weiterhin aufs Keimen zu warten. Ironie des Schicksals - an manchen Tagen liebe ich den Job fast. Sicher nicht wegen des Geldes - das fällt selbst bei gutem Lauf nicht wirklich üppig aus - und man muß tatsächlich viel dafür tun - nämlich viel fahren und hübsch konzentriert bleiben. Eher - wegen der Abwechslung. Jeder Tag ist anders. Und bringt wieder andere Situationen und Begegnungen. Ich bin sicher, daß es eine Menge weit eintönigere Jobs gibt. Und wenn ich ehrlich bin - möchte ich mit niemandem wirklich tauschen, der mir so von seiner Arbeit erzählt.
So bleibt also die Frage - wie mit Wechselbädern, Widerstand und Unlust umgehen ... wie weiterhin die nötige Geduld aufbringen, bis der zündende Funke kommt? Die bislang gehörten, Abertausende von "Antworten" darauf - sind keine. Vermutlich gibt es keine. Da muß mensch einfach durch. Bis ein Türchen aufgeht, an welches mensch nie gedacht hat, gar nicht hätte denken können, weil der Verstand so eng ist und immer nur auf seinem kleinen Karrussel seine immergleichen Runden dreht. Und plötzlich - alles ganz anders ist.
Ja, verrückterweise denke ich öfter mal, daß dieser Job eigentlich ein Segen für mich ist. Ein Geschenk der Götter - eine Vorübung in Sachen Selbstständigkeit = selbst und ständig. Eine Huldigung an den Moment, der ohnehin nicht wirklich manipulierbar ist.  Nur, liebe Götter: Selbst und ständig - ist ja im Prinip ok. Aber ein bischen dran drehen können möchte ich doch! Sonst macht "Selbst und ständig" nicht wirklich Freude.
Immerhin etwas Weiteres dazugelernt: Heute kommt nach etwa 75 sinnlosen Warteminuten in der brütenden Hitze ein Asiate ans Auto - und möchte nur etwas fragen. Ich gebe ihm gerne und freundlich seine Antworten, erst auf deutsch, als er etwas fragend schaut - dann doch lieber auf englisch ... das geht einfacher für uns beide und macht die Sache klarer. Er bedankt sich - ich freue mich, daß ihm geholfen wurde.
Und als er weg ist, stelle ich erfreut fest, wie schnell ich wieder "hochkomme", stimmungstechnisch. Oder anders - ich hänge wohl nicht mehr so tief im persönlich-egozentrischen-Stimmungsmoloch wie noch vor einigen Monden - als ich oft echt sauer war, daß das da nur mal wieder jemand eine "kostenlose Auskunft will", statt mich aus meinem Wartejoch zu erlösen. Nicht einmal die Spur eines solchen Gedankens tauchte auf. Früher wäre ich nicht so gutgelaunt gewesen - und hätte ihm womöglich meinen ganz persönlichen Ärger "übergebraten". Das - finde ich - gut gelernt. Es gibt also immer nochwas zu lernen ... auch auf der Limousine. Besonders, wie mensch so ein hehres Ideal wie "Gelassenheit" in die Praxis umsetzt. Wobei dazu auch die Gelassenheit gehört, einfach mal scheiße drauf zu sein. Und einfach mal - früher abzustellen, statt sich selbst weiter zu quälen.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Da fällt mir kein Titel zu ein ..

Ich weiß gerade ganz gut, was mich alles nicht (mehr) interessiert. Was ich nicht mehr will. Und davon gibt es reichlich. Die andere Seite der Medaille bleibt irgendwie erst mal - leer. Ich könnte mich natürlich mit "neuen interessanten Dingen beschäftigen", doch wozu ist Beschäftigung ohne echte Begeisterung und Eintauchen gut? Vielleicht zur eigenen Beruhigung, daß das Leben noch funktioniert, wie es funktionieren sollte?

Will die vielen, gelernten Welten (Ideen, Konzepte, reichlich Unsinn ...), lieber aus dem Kopf kriegen. Auch hiervon - gibt es mehr als reichlich. Doch was haben die eigentlich mit mir zu tun? Rhetorische Frage. Es bleibt gerade: Manchmal Staunen darüber, wieviel Unsinn ich mir schon so im Leben angetan habe. Und wieviel Unsinn ich schon von mir gegeben habe. Wieviele andere Welten, gelernte Welten, übergestülpte, aber auch plötzlich neu gefundene Welten ich schon allzu wichtig und für-wahr nahm. Immer wieder nochmal nehme. Aber seltener, irgendwie. Irgendwie anders. Sorgfältige Geistesschrott-Entleerung bleibt also die Übung. Seit vielen Jahren. Ich hatte es nur zwischendurch immer wieder mal wieder vergessen. Und war u.a. wieder auf "Glücksjagd" gegangen.
Lasse mich gerne von ihm erinnern:
"Ein Mensch der sagt „jetzt bin ich glücklich“, befindet sich zwischen zwei Kummersituationen – einer vergangenen und einer zukünftigen. Dieses Glück ist lediglich Erregung, die durch das Fehlen von Schmerz verursacht wurde. Wahres Glück kann nicht in etwas gefunden werden, das sich verändert und vorübergeht." Nisargadatta Maharaj

Und noch weit kürzer:
"Lasse falsche Vorstellungen fallen, das ist alles. Wahre Vorstellungen zu hegen ist nicht nötig, denn es gibt keine." auch der gute Nisargadatta Maharaj

Mittwoch, 20. Juni 2012

Korrekt-justierte Stellplatz-Nutzung ....

.... hrmmppfff ... gestern vom Gewohnheits-Nachbarn abgepaßt und nochmals aufgefordert - daß Auto doch derart abzustellen bitte. Ja, sage ich, das kriegen wir schon - irgendwann - hin. Werde mal vorwärts einparken. Nein nein - das sei doch Unsinn. Doch doch - ich lade halt immer meine Sachen hinten links und will die Tür locker aufkriegen.
"Die vor mir" - hätten das immer so und so gemacht. Und ich würde doch Taxi fahren.
Ich denke - ach, leeven Jung,  jetz häß d´r et met mir ze dun - nit mit denne Aandere - un loß misch einfach maache .....
Heute - immer noch recht friedlich ob allzu fixierter Gewohnheits-Obsessionen - vorwärts eingeparkt, geht doch.
Wenn nochmal was kommt - werde ich ihn auffordern, seine fixen Ideen mit Kreide auf den Boden zu malen.
Habe heute beschlossen, meinen Proberaum gut einzurichten und einzuspielen, wenn die in Kürze für gute acht Wochen weg sind. In aller Seelen-Ruhe .... Raum-nehmend.
Und im bereits guten Rhythmus, wenn sie wiederkommen.
Das - wird sich dann alles einspielen - müssen.
Immerhin die Prämisse - unter der ich diese Wohnung - und den einst köstlich mitausgeschriebenen  "vollausgebauten Hobbyraum"  überhaupt angemietet habe: Als Laut-Erzeugendes Wesen. Ohne diesen süßen Lockstoff - hätte mich mein Weg erst gar nicht hier hin geführt.
Ja - ich war tatsächlich nur wegen diesem Keller neugierig geworden - ohne irgendeine Erwartung an diese so  hübsche Himmelsbleibe.

Dieser zutiefst stressende Schönheitswahn ...

... der auch mich über viele Jahrzehnte teils heftig beutelte - scheint sich in Luft aufzulösen. Rein rational gesehen - ist er eine ungeheure Zeitverschwendung. Viele Jahre schon beobachte ich aus der Limousine heraus Menschen um mich herum - und äußerst selten ist eine "Medienschönheit" dabei. Wenn ich dazu aufgelegt bin, finde ich an allen sofort "Schönheitsmängel". Wenn ich es andersrum betrachte - kann ich oft Schönes finden an denen, an denen es auf den ersten Blick nicht offensichtlich scheint.
Und meine Schönheit?
Hmmhh ....
Die scheint ganz woanders zu sein, als dort, wo ich sie solange hin haben wollte. Im Äußerlichen - kann sie nicht sein. Da ist alles irgendwie "zu ..." - wenn ich es in Relation setze - "zu" ....
Zu industriell verkauften Idealen. Hier - habe ich keine Schnitte. Aber die meisten Anderen auch nicht.
Zu modischen Attributen?  Richtig gut angezogen - kann auch sehr schön rüberkommen. Aber sicher nicht meines.
Ich schaue mir oft Paare an - und frage mich, was sie wohl aneinander angezogen haben mag. Äußere Schönheit - kann es nur in seltenen Fällen sein. Außer vielleicht bei noch sehr jungen Menschen.
Mußte neulich innerlich sehr lachen - äußerlich hielt ich mich gebotenermaßen zurück. Ein Mittagsbiertrinker stand in der Nähe des Halteplatzes - und glotzte ständig rüber. Ich ignorierte das - das kommt öfter vor. Taxileute sind das gewohnt, unterhielt mich gerade neulich wieder mit einem lustigen Kollegen darüber und meinte - ich habe die Antwort noch nicht gefunden, warum die uns ständig derart anglotzen. Er auch nicht.
Etwa 80 %, vielleicht sogar 90 %,  der an uns vorbeilaufenden Passanten - glotzen uns an, glotzen ins Auto rein - und wir haben´s noch nicht rausgekriegt, woran es genau liegt.
Ich hatte es schon geahnt und konnte es nicht via zuvorkommendem, anderen Glück abwenden - der Mittagsbiertrinker kam zur Limousine und wackelte sich auf den Sitz neben mir. Zur Begrüßung mit einem "Sie sind eine sehr schöne Frau!" Ich denke - "Und Du bist im Delirium Tremenz." Er ist aber friedlich und freundlich. Will für 3,50 Euro um die Ecke. Wollte halt mal mit einer schönen Frau mitfahren. Auf dem Weg entdeckt er noch etwas Schönes. Und dann wieder der Spruch von wegen "schöne Frau". Ich antworte - "Na, dann ist doch alles wunderbar heute. Alles ist - schön - also ein echt schöner Tag."
Der freundliche Busfahrer, den ich am Folgemorgen erneut fahre und vor seinem Hotel abhole - ich ging nicht zur  Frühstückseinladung - verkündet einigen ebenfalls vor der Tür stehenden Kollegen "Da seht ihr mal - ich werde von einer schönen Frau abgeholt - und Ihr müßt mit diesen zwielichtigen Typen fahren." Wir lachen alle drüber ....
Ich bin erleichtert - daß mich das alles nun nicht mehr wirklich interessiert Also - das mit der Schönheit. Die kommt von irgendwo ganz woanders ... nicht von der Fassade.

Die Krone der Schöpfung ...

... gibt es sicher nicht. Im Rahmen der mir gerade von den Göttern gewährten luxuriösen Lange-Weile darf ich mal wieder mit einer Fliege kommunizieren. Lasse sie wissen, daß ich ihren filigranen Körperbau  bewundere. Daraufhin zeigt sie mir noch ein paar Kunststücke, die sie beherrscht - wie sie sich im Wechsel mit den Hinter- und Mittelbeinen ihre hauchzarten Flügel säubert. Ich freue mich über ihre Geschicklichkeit und über mein gutes Augenlicht, mit dem ich all das mühelos beobachten kann. Bin seit langem mit Fliegen gut befreundet, lasse sie auch gerne auf meiner Haut landen und überflüssiges Mikrozeugs beseitigen. Natürlich - im Rahmen. Ab einer gewissen Überzahl werden sie auch mir lästig.

Einer für Euch - mit frischem Blumenstrauß





Wo befreundete Wege zusammenlaufen,
da sieht die ganze Welt für eine Stunde wie Heimat aus.
(Herrmann Hesse)



Und ein auf die Schnelle geknipster Blick aus dem Fenster - aus meinem Chefsessel mit hochgelegten Beinen heraus ... alles ohne jeglichen künstlerisch-fotogra-fischen Anspruch, nur eine Impression - das hier - kann mensch eh nicht "einfangen" ...

Dienstag, 19. Juni 2012

Süße, selig umhüllende Langeweile

Aus einem mehr als reichhaltigen Fundus ....... herausgefischt - weil´s gerade mein vorwiegendes Thema ist:
"Der Glaube an eine größere und bessere Zukunft ist einer der mächtigsten Feinde gegenwärtiger Freiheit." (Aldous Huxley) 

Den Weg zu diesem Fundus fand ich über einen weiteren Post der Wildgans - merci und freundliches Gänsezischen!

Recht hat er, der Herr Huxley. Schon seit einigen Monden frage ich mich, was dieses ewige Gezerre an der Welt, wie sie ist, eigentlich bewirkt - und wozu es genau gut sein soll. Er sagt es, es zieht einfach aus der Gegenwart. Und er sagt es noch weit trefflicher - setzt noch einen drauf - indem er sagt, daß die ersehnte Freiheit ja gerade hier ist.

In diesem Sinnieren genau darüber - fällt es mir seit geraumer Zeit recht schwer, "neue Ziele zu setzen".  Oder andersrum: Es fällt mir leicht, keine zu setzen. Und so soll es gerade sein. Besonders nachdem ich wieder einmal erleben durfte, wie leicht Veränderungen quasi von selbst geschehen, wenn es denn an der Zeit ist. Seit ich hier bin und einen recht ruhigen, geräumigen und freundlichen Ort zum Sinnieren über diese Fragen habe - mehr nebenbei, in dem Sinne, daß ich mich erst mal freue, jetzt hier zu sein! -  bemerke ich mal wieder, daß dieses Zielsetzen aus einer tiefen Unersättlichkeit rührt. Statt also einfach mal in aller Ruhe mein Hiersein zu geniessen, taucht ab und an die Frage auf "Und was jetzt? Was kommt als nächstes? Was willst du tun". Eine reine Verstandesfrage zur Zeit - über lange Jahre so gelernt, andressiert. Keine echte Antwort - weil es ja auch gar keine "echte Frage" ist. Echte Fragen - verlangen von selbst nach Lösungen.

Von einem anderen Menschen, der mich in Teilen kennt, ehrlich interessiert gefragt, womit ich mich denn gerade so beschäftige - sagte ich: Hmmmhh .... im Moment mit "Leerwerden". Doch doch, diese und jene Dinge interessieren mich schon noch, nach wie vor, aber es geht auch ums Leerwerden. Ums Abgeben von so vielen unnützen Ideen. Etwas Neues - taucht dann schon von selbst auf, wenn genügend Raum da ist.

Der Verstand erzählt mir gerne - daß ich sehr langweilig geworden bin, so ohne Wißbe- und Neu-Gier. Ich antworte ihm - das ist ja gerade das Neue. Einfach mal so ein völlig unspektakuläres, recht zufriedenes Dasein führen, glücklich darüber, daß kaum jemand mehr daran zieht, nicht einmal ich selbst. Dieser Hochgenuß - langweilig sein zu dürfen und nichts erreichen zu wollen. Langeweile ... endlich als echtes, göttergegebenes Geschenk zu empfangen, als Form von Muße. Sanft eingehüllt - in Langeweile. Süße, umhüllende Langeweile. Nichts mehr, was mich wirklich vom Hocker reißt. Ein richtig satter  Luxus, diese Langeweile! Vor einigen Monden noch - als solcher völlig unerkannt. Und ein recht großer Horror. Inzwischen - ganz anders - ein Segen. Ein Füllhorn. Überfließend. Dankbar - die momentane Langeweile genießend. Ein Geschenk der Götter!
Die Kühe beim Grasen bewundern. Tag für Tag - tun die nicht besonders viel Anderes. Den wilden, ungestümen Flug und das Fiepen der Schwalben geniessend, mich freuend, daß sie noch hier sind. Die Elstern bewundernd, wenn sie auf´s Dach hochschießen und mit einem deutlich hörbaren "Klack" irgendwo landen. Über die uralte, mächtige Buche oben auf dem Hügel staunen - die steht da schon seit weit über Hundert Jahren.
Mich an meine langweilig-glücklichsten Tage erinnernd, als ich einen großen Hof mit Hühnern auf einem Berg in der schönsten Toskana hütete für die ausgeflogenen Besitzer - der Tag war mehr als reich an- und ausgefüllt mit Hühner versorgen, ein paar anderen nötigen Handgriffen, am Tage ins weite Tal und des Nachts in den phantastischen Sternenhimmel blickend.
Ne - ich hätte vor wenigen Monden wirklich nicht geglaubt, daß ich dieses Geschenk der Langeweile derart schätzen könne.

Ganz schlechter Schlaf in der Nacht - und Pflanzenbegräbnis

.... heute morgen lange im Bett geblieben und "geschreddert" aufgewacht. "Recht schlecht" gelaunt dazu. Ganz ungewohnt für meine neue Bleibe und das sanft-einhüllende, große Schlafzimmer.
Dann fiel es mir auf: Diese Pflanze! Die gespeicherte Energie der vergangenen, ungemütlichen und unruhigen Jahre. Wie oft bin ich derart "geschreddert" aufgewacht und bei Gelegenheit daher allzu lange im Bett geblieben. Hatte sie gestern - als allerletzten Versuch ins Schlafzimmer gestellt - was für eine blöde Idee. Diese Pflanze, die es mit Mühe und Not geschaft hatte, einmal im Jahr ein, im besten Falle zwei neue Blätter wachsen zu lassen in der ehemaligen Höhle. Meistens kurz vorm Eingehen, doch ich versprach ihr, daß wir bald umziehen und sie einen guten neuen Platz bekommen wird. Dies zog sich - in die Länge der Jahre - und sie wurde nicht gesünder. Hier auch nicht. Sie hat sich sozusagen angeboten, all die vielen dunklen Energie der vergangenen Jahre auf sich und in sich aufgenommen. Ich merkte das sehr deutlich - daß wir nicht mehr zusammenkommen hier, zuviel alter Schmodder und zuviele meiner vergangenen Albträume in ihrer Erde. Mir abgenommen. So - schaukelte ich sie am Ende sogar ins direkte  Licht, um zu sehen, ob ihr das vielleicht nochmal etwas Kraft geben könnte. Und merkte, daß sie hier an der meinen zieht.

Eben - nach dieser rechten Horrornacht - habe ich sie beerdigt, in den Mülltonnen. In diesen Dingen bin ich etwas verrückt - bringe es nicht gerne über´s Herz. Wollte sie schon gestern beerdigen, aber brachte es wieder nicht fertig und stellte sie ins Schlafzimmer. Wie gesagt, sehr schlechte Idee. Ich konnte kein Auge zutun und merkte es erst heute morgen. Jetzt bedanke ich mich nochmal bei ihr - für ihre Speicherung, Aufnahme meiner eigenen "Leiden" in der letzten Behausung.
Für mich ist es mit den Pflanzen so, wie es mit Tieren und ihren Haltern allzu oft geschieht - die Tiere übernehmen auch allzu oft bereitwillig die Energien und ggf. "Krankheiten" der Menschen.
Bin froh, daß ich sie nun endlich zu Grabe getragen habe. Und darf mich ein wenig wundern, wie lange ich dafür gebraucht habe. Danke also für diese klare Nachtmär-Botschaft. Bin gespannt auf die nächste Nacht ....

Montag, 18. Juni 2012

Nochmal Jürgen Becker ....

"Ja - was glauben Sie denn?!"
Köstlischer Streifzug dursch die Relijionen .....

Von der Wildgans inspiriert - "Die Wand abstützen" lautet ihr Posting ....

... ich klaue es mir mal eben - um einzuordnen, woran sie mich hiermit erinnerte:
"Fast der einzige Zustand, in dem man klarste optische Halluzinationen sich an einem Kranken abspielen sieht, ist das Delirium tremens (s.den Alkoholismus). Er greift in der Luft Fäden, er hascht nach Käfern in den Zimmerecken, er stützt die einfallende Wand, er hält die Zügel seiner Pferde, er liest vom leeren Blatt.
…oder die Tätigkeiten einer Hausfrau werden von einer Stimme begleitet: jetzt nimmt sie das Messer, jetzt schält sie Kartoffeln usw.  (aus “Grundriss der Psychiatrie” von Prof. Dr. Hans W. Gruhle, München 1947)"

Mein Kommentar bei ihr - ist leider im Nirvana verschwunden. Dafür erinnerte ich mich eben sehr lebendig an zwei Besuche bei Freunden in der "Geschlossenen" - lange her. Und äußerst beeindruckend. Teilweise sehr amüsant. Der andere Teil - etwas befremdlich. Aber letztlich - irgendwie doch alles wie im sonstigen Leben, nur ehrlicher ausgeflippt.
Manche von den vermeintlich Irren sehr freundlich, höchst interessiert und erfreut über jeden Besucher -  Andere auf der andern Schiene unterwegs, Verachtung und Bitterkeit demonstrierend. Also wahrlich nichts Ungewöhnliches. Ein freundlicher "Luftgeiger", auf dem Tisch stehend, konzentriert spielend, bleibt mir unvergessen bei meinem allerersten Besuch in der "Geschlossenen" - sich höflichst herabneigend und mir die Hand zum Gruße gebend. Um es mal mit dem alten Udo Lindenberg zu sagen "Da war soviel los" - und in meiner Abwandlung "Da gab´s soviel Spaß."
Ich war nur zweimal dort, um "eingefahrene" Freunde  zu besuchen. Beim ersten Mal gerade sechzehn, meinen geliebten, platonischen Freund aufsuchend, der sich freiwillig dorthin begeben hatte, um einen Alkohol-Entzug zu meistern. Wie gesagt - wir hatten recht viel Spaß in der "Empfangshalle". Und im Grunde traf ich hier keine andersartigen Menschen, als im sonstigen Leben. Obwohl ich noch derart konditioniert war, daß ich etwas sehr Andersartiges erwartete. Er stellte mir seine Bekannten vor - und ich fragte mich, was jetzt bitte an denen nicht "stimmen" sollte?
Unser aller geliebter O. meisterte seinerzeit seinen Entzug - er war schon mit zwölf draufgekommen, lange Geschichte - dafür war er früh erwachsen geworden - und ging nach Bayern in einen sehr malerischen Ort. Dort - machte er eine solide Handwerkslehre und dann die Bekanntschaft seiner Geliebten, die auf Heroin war. Er ging mit auf ihren Trip. In die ganze Hölle - die er ja schon gut kannte. Als wir ihn besuchten - mein Geliebter und ich - waren sie zusammen wieder auf dem Weg raus. Brachen mit allen ehemaligen Kontakten - was oberstes Gebot ist.  Doch auch als wir nur zu Besuch waren - riefen diese Leute immer wieder dort an. Das alles - ist nicht wirklich schwierig - erfordert nur eine gewisse Konsequenz. Wir trafen dort auch auf einen sehr bodenständigen, neuen Freundeskreis beim geliebten O.  Später erfuhr ich dann vom Ex - daß O. inzwischen als Bierfahrer arbeitet .... hmmmhhh.
Alles, was O. erlebt und empfunden hat - war wahr. Für ihn. Der war - überhaupt nicht verrückt, sondern einfach sehr sensitiv.

Später besuchte ich eine Freundin in der "Geschlossenen" - sie hatte das Label "Psychotikerin". Und sie hatte ständig Angst vor diesem "Label" und das es wieder geschehen könne, daß sie "ausraste". Eines Tages war es dann soweit - wie heraufbeschworen - von Ärzten, Psychologen und allen Anderen - die einen anderen Menschen für "nicht-normal" erklären.
Mit etwa 50.000 Anderen landete sie mal wieder in dieser LKH-Landschaft. Ehrlich - keine Sau weiß, was das überhaupt sein soll Was genau bei diesen Menschen abgeht und wo sie gerade sind. Mein "normaler" Zugang zu ihr war tatsächlich komplett abgerissen, als ich sie besuchte - sie erzählte mir Dinge, die ich nicht im Entferntesten wahrnehmen konnte. Sie war schlicht - woanders unterwegs. Eine minimale Brücke zur vermeintlichen "Realität" gab es noch - als ich sie fragte, unter welche Psycho-Pillen man sie gestellt habe. Das wußte sie erstaunlich gut zu beantworten. Wenn ich diesen Dreck gefressen hätte - wäre ich sicher auch dort geblieben.

Ich sage - unser bis dato gemeinsamer Bezug zu einer allein-seligmachenden Wirklichkeit war gerissen. Sie - war in ihrer. Ich in diesem Kästchen, in dem wir glauben, daß sich dort das Leben befindet. Alles, was sie für sich erlebte - war sicher für sie auch wirklich.

Was ich damals für mich eruiert habe - beim Besuch der vermeintlich Gestörten - ist simpel: Die "Normalen" sind es - die nicht verstehen, begreifen, erfassen können. Die "Normalen" füllen die eigentliche Anstalt
Die Legionen der  Psychiater und Psychologen - verstehen nicht die Bohne und sind lediglich darauf programmiert, die verlaufenen Schäfchen wieder in die Horde zu bringen. Sind selbst derart psychisch gestört, daß sie sogar höchst toxische Pillen verschreiben, um die über den Hag gesprungenen wieder zurückzuholen - in den kleinen, engen Käfig der das Göttliche beleidigenden Beschränktheit.

Noch ein neues Sitzmöbel ....

.... nach dem exzellenten, klappbaren Trimmrad, welches ich mir schenkte - und welches mir ab und an sehr gut tut!
Diesmal - ein Ruder-Gerät. Ebenfalls platzsparend, kompakt und klappbar. Da ich mir hier sehr viel Luft lasse, nur wenig bzw. gar kein Raum mit Möbeln "zugestellt" ist, paßt das wunderbar. Und - dieses ist dem "Rumpf" gewidmet.  Rücken, Schultern, Nacken und Armen gewidmet. Merkte, daß das Trimmrad zwar durchaus gut tut - besonders kurz vorm  Schlafengehen, da sorgt es für seligen Schlaf - aber der Oberkörper nicht beansprucht ist. Mache zwar auf dem Trimmrad sitzend und strampelnd diverse "Verrenkungen" bzw. Dehnübungen - die ich dringend benötige bei meiner endlosen Sitzerei - aber das ist es nicht wirklich. Könnte auch Yoga machen, es braucht nicht wirklich Geräte. Aber diese sind auch nicht verkehrt - besonders, um die Muskeln auf einfache, quasi bequeme Weise zu stärken.  Jetzt - reicht es aber. Damit bin ich bestens ausgestattet! Für einen regelrechten Spottpreis. Hier - habe ich keinerlei Hemmung, mir etwas Gutes aus chinesischer Produktion zu schenken. Danke an alle Chinesen - und sonstigen Menschen, die mir dies ermöglichen.

Bei der kleinen "Runde" gestern nochmal Freude .... ich warnte den Besuch vor, er möge bitte etwas Geduld mit mir haben, solange es bergauf geht, ich sei nicht wirklich fit gerade. Beim "Anstieg" dann hörte ich "Was  hast Du denn - Du läufst doch hier in einem Affenzahn hoch, schneller als ich?!"  So isses - einfach weitere blödsinnige Gedanken.  Bin gerade schlicht fit genug für das, was ist. Und will ganz sicher nie Marathon-Läuferin oder sonstige Extrem-Sportlerin  werden in diesem Leben (??? offen lassen, immer offen lassen ....).  Was ich tatsächlich nicht kann - und auch nicht mag - ist beim Bergauf-Gehen erzählen, Da fehlt mir die Puste. Im Wald - sollte mensch ohnehin einfach mal die Klappe halten - und lauschen.

Rosamunde-Pichler-Kulisse ...

... ging gestern nochmals mit nettem Besuch diesen sehr abwechslungsreichen Weg, den ich am Tage der Wohnungsbesichtigung hier im März ging - und nachdem ich wußte, daß ich hier richtig bin. Ein traumhafter Weg, erst die Hügel bis oben durch pralle, saftige, teils uraltbaumbestandene Mischwälder, an der Lichtung mit den einst willkommens-singenden Unken vorbei (die nur quakten gestern, immerhin ...) oben durch Nadelhölzer, dann auf der Höhe ein herrlich weiter, sich öffnender Blick über Wiesen und kilometerweit ins Bergische, alles direkt unterm Himmel, dem Himmel nah ... auf dem Abstieg vorbei an prallen Villen, dann wieder Landschaft, könnte auch irgendwo auf der schwäbischen Alp sein, weiter unten nochmal durch ein ruhiges Wohngebiet - mir allerdings viel zu eng, trotz hübschester Häuschen - und unten noch kurz an die Sülz, für so ein kleines Flüßchen hat sie wirklich eine sehr kraftvolle Strömung. Alles bei Kaiserwetter - wie am Meer, Wind und fliegende Wolken, Sonnenschein ... Und hier wohne ich also nun. War schön, daß gemeinsam zu "erlaufen" und sich gemeinsam zu freuen! Demnächst werden wir mal eine Tageswanderung einlegen - ich bin selbst sehr gespannt. Die Wohnung wurde als "wie für Dich geschaffen" befunden und die Geheimkammer erregte höchste Bewunderung und Freude. Auch meine gute Sortierung - rief erfreutes Erstaunen hervor. Der Kellerraum, der sehr hell und groß ist und Tageslicht hat, erweckte nochmals abschließend echtes Erstaunen (der ist doch nicht nur für Dich?!) - ebenso der Inhalt, Instrumente und Instrumente .....Alles anders als noch vor nicht allzu langer Zeit. Ich freute mich über die lebendige Mitfreude - und als ich nochmal erzählte, wie ich zu dieser neuen Bleibe kam, sagte mein Besuch, daß sei ja wohl mehr als stimmig gewesen - hätte wohl genauso sein sollen. Ja, sage ich, schien mir auch so. Lief einfach wie geölt - ohne jegliche "Kraftanstrengung" oder ewige Sucherei. Und ergänzte: Mit den meisten Dingen ist es doch so im Leben. Da kannst Du Dir irgendwas aufreißen und kämpfen und kämpfen ... aber es kann gut sein, daß Du keinen Erfolg haben wirst. Andererseits - wenn etwas sein soll - geschieht es von ganz alleine und reibungslos. Bei mir jedenfalls ist das so im Leben. Wenn die Zeit gekommen ist, geht das nächste Türchen von selbst auf - aber nur dann und nicht vorher. Vorher kannst Du strampeln und Dich selbst ermüden, weil Du etwas willst, was noch nicht auf dem Plan steht - es wird nicht viel nützen. Und ich ergänzte - jetzt habe ich natürlich leicht reden - dieses Wissen war auch der Grund, warum ich nicht wirklich den damaligen und bei den  meisten von uns üblichen Empfehlungen des Besuchs gelauscht hatte, "aktiv zu werden". Wußte ja nicht einmal die Richtung. Natürlich - wenn mensch eine Richtung hat, kann er auch aktiv werden, aber gerade das meine ich ja mit dem "Türchen", es passiert dann ohnehin. Soweit der kleine, philosophische Exkurs dazu.
Auf dem "Heimatroman-Bilderbuch-Weg" gibt es eine Bank an einer landschaftlich-idyllischen Stelle. Dort könnte man gut Rosamunde-Pichler-Schnulzen schreiben .... die Beine baumeln lassend, sie ist hoch genug dafür.
Meine geliebten Kühe traf ich gestern ganz oben an - dachte mir schon, daß die vermutlich durch den Wald bis ganz nach oben gehen können. Deshalb sind sie manchmal sichtbar und manchmal verschwunden .... die haben ein Riesen-Terrain. Glückliche Kühe. Sehr zufriedene Sati.

Isch ben esu froh ....

Isch ben esu froh - dat isch jar nix mi ben vun dem Züsch,
hier mein neuer Lieblingsrefrain,
gestern noch von Jürgen Becker gehört im TV,
in einer netten Doku über seinen 50. Geburtstag.
Zum Mitsingen:
Isch ben esu froh
das isch nischt evangelisch ben -
die haben doch nichts Anderes 
als Arbeiten im Sinn.
Als Katholik -
da kannste pfuschen,
dat Eine ist jewiß:
Am Samstag jehste beischten
und fott is der janze Driss!"

(.... Moral ist nur erträglich -
wenn sie doppelt ist.)

Ein göttlicher Text, den ich heute laut vor mich hinsang - obwohl ich von Haus aus eher eine akute Allergie gegen Dreichord-Schunkel-Klänge habe ... aber es hat mir durchaus Spaß gemacht, breit grinsend dabei.
Und wissend - daß was dran ist. Aus einem ehemals evangelischen Klan kommend - früher Franzosen, dann Ostpreußen - diszipliniert, pflichtbeuußt und -getreu. Eine der beiden Ahnenlinien recht stocksteif - die andere geradezu Laisse-faire im Vergleich. Die mir liebere.
Vielleicht geradezu ein Segen für mich - in der Kolonie geboren und aufgewachsen zu sein.
Ein bunter Ort - von je her - an Menschen und Kulturen.
Ein kleines, allen zahlreichen Eindringlingen und Möchtegern-Besatzern gegenüber widerständiges Dorf, welches sich jeglichem daher- und un-angebrachtem Ernst des Lebens verweigert und hartnäckig sein eigenes "Kulturgut" pflegt - eine gewisse Lebensgelassenheit und viel Humor - für Besatzer und Besucher manchmal schier unerträglich.

(PS für Uneingeweihte: Die "Stunksitzer" us Kölle ("Stunksitzung" als Pendant zur "Prunksitzung" im Kölner Karnevals-Geschehen .... ),  bei denen der Herr Jürgen Becker früher mal "Präses" war, haben fast regelmäßig Klagen von der katholischen Kirche am Hals ob ihrer despektierlichen Darbietungen ...)

Samstag, 16. Juni 2012

Die Frau H. bereut etwas ...

Hole heute morgen wieder die Frau H. ab. Kenne sie bereits und schrieb schon mal was zu ihr. Immer zu Schwerzen aufgelegt, diese alte Dame. "Ach, die Sportsfrau" - begrüßt sie mich. "Sie sind doch die mit den Kindern?" Nein, keine Kinderchen. "Ach - dann sind sie aber die mit der Katze?" Nein, auch nicht. Ich zähle an den Fingern auf "Keine Kinder (Daumen) - keine Katze (Zeigefinger) - kein Ehemann (Mittelfinger) ..." und amüsiere mich.
Aber Angehörige hätte ich doch sicher? Ich verneine auch dies.
"Ach Gottchen ..." Jetzt muß ich lachen, verkneife mir aber einen weiteren Kommentar - nämlich den, daß es sich ohne solche gar nicht so übel leben läßt.

Im Grunde stimmt es nicht ganz - es gibt noch zwei - aber ich habe keinen Kontakt mehr und keinen Anlaß für solchen. Völlig überaschenderweise erreichte mich gerade gestern morgen in der Limousine - vor meinem weiteren "Goldtag" in Sachen angenehmer Begegnungen - ein Anruf auf meinem Handy. Der Neffe war dran. Ich dachte tatsächlich "Was will der denn?". Er wollte - nichts weiter. Hätte oft an mich gedacht in den letzten Tagen. Aha .... viel Schlechtes? sage ich etwas zynisch und merke erstaunt, daß ich noch recht abgegessen bin über die widerliche "Familiennummer" kurz vor dem Tode der Patronin - meiner Mutter, seiner Oma - vor vier Jahren.  Da bezichtigte mich doch dieser Typ - dem ich nie ein Haar gekrümmt habe und den ich einst als Kind vor seiner kranken, gewalttätigen eigenen Mutter bewahrte - ich hätte mich hinterfotzig in die Wohnung meiner Mutter geschlichen, um mir als erste irgendwelche "Dinge" anzueignen.  Ich hab´s ihm insofern nachgesehen, als das er gerade mit seiner eigenen Mutter frisch wieder in Kontakt gekommen war - und wußte daher gut, aus welcher Quelle dieser Unsinn stammt.
Tatsächlich - bin ich auf mehrfaches Drängen meiner eigenen Mutter, die im Sterben lag, doch noch dort hingefahren und habe mich dort gute drei Stunden lang von einer Vergangenheit verabschiedet, die sich gerade auflöste.
Ironie des Schicksals - und für mich völlig überraschend nach ihrem Tode: Ich - war diejenige, die alleinige Kontovollmacht hatte, hatte das irgendwann mal vor vielen Jahren unterzeichnet und längst wieder vergessen.  Als dann die Nachricht der Bank kam - genoss ich diese Genugtuung gerne. Stellte mir vor, wie diesen sinnlosen Verleumdern wohl der Arsch auf Grundeis geht - ich könne tatsächlich so veranlagt sein, wie sie es mir grundlos unterstellt hatten. Ja, sie hatten nun Sorge um ihren Anteil .... hahaha, wie dumm sie waren. Verdient gehabt hätten sie es, mal richtig gut abgezogen zu werden nach dieser unverschämten Nummer - auch der Neffe, der bis dahin immer noch Bonus gehabt hatte.
Besonders interessant war - aus rein psychologischer Sicht, daß diese frisch zusammengekomme Union von Mutter und Sohn mir Vorhaltungen machte bezüglich meines Verhältnisses zu meiner Mutter - statt auch nur auf die Idee zu kommen, daß sie selbst da einen fetten Kntten zu lösen haben. Meine Mutter und ich - waren im Reinen miteinander, trotz aller Differenzen - die ich aber nicht mehr mitspielte. Es ist immer gut im Leben zu wissen, von wem etwas kommt ...
Ich sah den Neffen nur noch einmal zufällig danach in der Stadt, vor zwei Jahren  - wir unterhielten uns ein wenig und jeder ging seiner Wege. Gestern dann - dieser Anruf. Na gut - aha .... er wohnt inzwischen in Berlin. Und dies und das, was eben so alles passiert ist. In Beziehung mit einer Frau, die ihn nicht benötigt, damit er sie glücklich macht. Klingt gut. Freut mich. Nachwuchs wird es nicht mehr geben - die ehemals Ahnenreihe ist damit endgültig zm Ende gekommen. Hmmhh ...
Nach etwa einer halben Stunde kommt ein alter Mann, ein Fahrgast, auf mich zu und ich sage "So, Liebschen (darf man schon mal sagen auf kölsch ...) - jetzt geht´s hier weiter. Tschüß, mach´s gut."

Erst gestern abend fiel es mir wieder ein, daß doch da ein Anruf war am Morgen. Ich hatte einen derart netten Tag mit netten Menschen, daß ich es völlig vergessen hatte. Was für eine Erleichterung und gesunde Reaktion - nicht mehr in den alten Geschichten festzuhängen. Der anfängliche Zorn, der nochmal hochkochte - hatte seine mehr als gute Berechtigung - und verrauchte dann, löste siich in Nichts auf.
Es blieb nur die Erleichterung darüber, daß mensch an gar nichts festhalten braucht im Leben. Und daß es viel interessanter ist, was gerade im Moment geschieht. Blut ist - also auch nicht dicker als Wasser, wie so oft behauptet.

Bemerkte auch nochmal sehr klar bei mir - daß, wer derart frech wird und über meine Grenzen geht, wie einst er und die andere Tochter meiner Eltern - bei mir kein Bein mehr auf den Boden kriegt. Aber dafür - muß auch wirklich viel passiert sein. Er hat immer noch eine Art "Dummheits-Bonus" ... obwohl ich deutlich spürte, daß die ehemalig intensive Verbindung nun komplett gelöst ist. Gut so. 
Was seine Mutter betrifft - die ist allzu weit gegangen und selten habe ich so einen haßerfüllten und gleichzeitig völlig unberechtigt überheblichen Menschen erlebt, mehrmals, wie sie. Das - soll ihr Problem bleiben - nicht meines.

Die Odyssee ihres eigenen, jahrzehtntelangen  Elends - hat sie völlig verdrängt - und dafür mir Versagen im Leben vorgeworfen - ich hätte nichts erreicht. So wie sie .... (???) Ich war es allerdings - die seinerzeit, als sie todkrank und mit heftigstem Schlaganfall zusammengebrochen im Krankenhaus lag - ihre Wohnung entrümpelte. Tagelang. Gern gesehener Gast auf der Müllkippe. Eine unvorstellbare Nummer - nur meiner eigenen Mutter zuliebe, die damit alleine völlig überfordert war (jeder wäre das gewesen). Aber sie - hat alles richtig gemacht im Leben. Und ich - sei ein  Versager. Dachte bei mir "Ein normales, kurzes Danke für Deine Unterstützung in diesen schlimmen Jahren hätte auch gereicht".
Ich - lebe allerdings sehr gut damit, "zu versagen", denn ich brauche, den Göttern sei Dank, niemandem etwas zu beweisen. 
Schon fast wieder faszinierend, wie Menschen ihre eigene Scheiße derat ausblenden und  auf Andere projizieren können. Und dies - ist nur eine Anekdote von vielen im Rahmen dieser jahrzehntelangen Tragödie, die ich miterleben durfte.
Am Ende - ging ich nicht mehr mit zum "Leichenschmaus" meiner Mutter. Ich wäre sonst ganz sicher ausgerastet über soviel widerliche Verlogenheit dieser anderen Tochter - und ich wollte den anderen Leuten und den Ahnen diese letzten Stunden des Abschieds nicht versauen.  Bei den mir gut bekannten Freunden meiner Mutter - verabschiedete ich mich mit Handschlag und Aufrichtigkeit - sie haben mich trotz karger Worte sehr gut verstanden. Manche von ihnen waren lange Jahre auf diese äußerliche "Gefälligkeit" meiner älteren "Schwester" reingefallen  - und von meiner eher distanzierten Beobachter-Position befremdet. Ich hatte schon früh -  als jüngstes Clan-Mitglied -  Vieles schweigend im Auge auf diversen Feiern und Zusammenkünften. Sie revidierten meist gerne und zügig,  sehr überrascht ihre Vor-Urteile, wenn sie sich denn mal irgendwann für mein "Adlerauge" interessierten. Keine leichte Übung für diese Menschen - die Dinge plötzlich aus ganz anderer Warte zu betrachten. Aber sie haben es gut gemeistert. Und gen Ende  gab´s viel Ehrliches zu erzählen.  Immerhin - war die "Frau General-Feldmarschall" eine excellente Knöpfedrückerin. Nicht nur bei mir, deren Knöpfe sie schon seit einigen Jahren nicht mehr wirklich drücken konnte - sondern auch bei den Ewig-Bekannten. Ich glaube - als "Versagerin"  habe ich es um Vieles leichter im Leben, mit den Menschen über das zu sprechen, was sie wirklich berührt und aufwühlt. Und ich nehme es mal als Kompliment - ich versage mich schon von klein auf diesen ganzen Scheiß-Spielen. Insofern - wird das "Versagen" eine sehr aktive Handlung. Kleiner Exkurs ...

Das alles - erzählte ich der lustigen, alten Frau H. nicht. Diese meinte "Ach, Kindchen - da brauchen Sie aber wenigstens eine gute Freundin, der sie alles erzählen können." Ich meine - ja, manchmal tausche ich mich aus über Dinge. Mit solchen, die verstehen, worüber ich rede.  Frage sie - nachdem sie eröffnete, daß sie verheiratet war - ob sie denn "erfolgreich verheiratet" war ...  Ja. War sie. Aber - leider sei das oft so im Leben, daß man erst zu spät merkt, was man gehabt hat. Als ihr Mann starb, habe sie bereut, daß sie es nicht besser genacht habe. Er - sei eine Seele gewesen, aber sie habe immer nach links und rechts geschaut. Und Kinder habe sie auch keine. Hätte jetzt gerne eines.  Damit man noch jemand habe, für den es sich zu leben lohnt.
Ich teile das nicht. Sage - Kinder sind irgendwann erwachsen - und sollten ihr eigenes Leben leben können. Nicht die Eltern pflegen müssen. Ja - das findet sie auch. Aber - wer sich denn um mich kümmern solle, wenn ich mal alt bin? Ich antworte, wie es ist: Keine Ahnung. Ich lebe meistens im Moment - und alles Andere kommt von selbst.
Ergänze - daß ich auch Freundschaften nicht aus einem solchen Motiv heraus führe - um nicht alleine zu sein und "jemanden zu haben", den ich mit meinem Zeug zumüllen kann. Oder der für mich da ist, sich um mich kümmert.

Die Frau H. meint - sie teile im Grunde meine Einstellung. Findet sie gut so. Aber ein Kind - hätte sie doch gerne gehabt. Ich schlage vor - schaffen Sie sich einen Hund an. Sie hatte mich zuvor noch im Scherz gefragt, ob ich einen hätte, nachdem ich alles Andere verneinen mußte. Nein, das gehe nicht mehr - die Hunde würden zu stark an der Leine ziehen und sie könne die nicht mehr halten. Ne - sage ich - einen "gut erzogenen" - der bei Fuß geht, ohne zu ziehen. Einen klugen Hund..
Wir lachen noch ein wenig zusammen, sie tätschelt mir freundlich Arm und Hand ... und ich freue mich schon auf die nächste Überraschung mit ihr.

Absperrrung auf der Autobahn am Morgen ...

Hinter einer Kurve auf der dreispurigen Autobahn Richtung Kolonie sehe ich Warnblinker auf der linken Spur. Ich gehe vom Gas und registriere auf der mittleren Fahrbahn einen Kleinbus vom technischen Hilfswerk. Rechts steht ein Auto auf dem Standstreifen und jemand ist mit einer großen Warnblinkleuchte zugange, um uns alle auf die äußere, linke Spur zu leiten.
Als ich langsam vorbeifahre, sehe ich den Grund des Einsatzes: Ein junges Reh ist auf die Autobahn gelaufen - und liegt abgesichert vor dem THW-Fahrzeug mitten auf der Mittelspur, sieht fast so aus, als würde es sich mal eben ausruhen.
Freue mich über solche Menschen - die Samstags morgens ehrenamtlich und unentgeltlich, dazu noch belächelt von vielen dafür - so einen Rettungseinsatz bringen. Denke, sie werden das Reh gut in den Wald zurückleiten.
Bin wirklich sehr gerührt über diesen Einsatz.
Denke - was für ein Kontrast zu Meldungen über "Drohneneinsätze" und andere sinnlose Vernichtungs- und Kriegshandlungen, die die sogenannten "Nachrichten" bestimmen.
Und stelle fest - dieses Bild mit dem Reh und seinen guten Hütern - berührt mich weit mehr.

Freitag, 15. Juni 2012

Einer von den goldenen Tagen heute ...

.... hatte reichlich Spaß und viel zu lachen. Wurde von netten, älteren Fahrgästen am Markt überraschend mit frischem Reibekuchen verköstigt, vom Reibekuchenmann per Gabel persönlich zur Limousine gebracht.   Alle gutgelaunt - trotz strömendem Regen. Erstand drei Kilo exzellenten Feldspargel zum Spottpreis ... kurz vor Saisonende. Las auf dem Weg drei Afrikaner auf und lauschte ihrer Sprache - Kisuaheli. Aus Tansania. Machte noch ein kleines Nebengeschäft mit diesen. Fuhr einen Germanistik-Professor, der sich freute, daß seine Universität heute zu einer der Elite-Universitäten gekürt wurde - just, als er im Taxi saß. Einen Verwaltungsmenschen, mmit dem ich mich über Lesestoffe austauschte, wie der Germanist sehr redselig. Recht unterhaltsame Fahrten -  wie sich beide zum Abschied noch bedankten.
Einen Busfahrer holte ich vom Busparkplatz ab, wo er den großen Bus zwischenparkte bis morgen, und fuhr ihn zu seinem Hotel in der City. Ein echtes Original, bestens gelaunt und die Ruhe weg. Fährt sonst einen Oldtimer-Bus aus den 50ern, für besondere Anlässe, oft über enge Schwarzwaldserpentinen. Mit seinem warmen Humor rettet dieser wieder mein "Schwabenbild" - traf dort oft auf sehr humorlose, verstockte Exemplare. Dieser hier - könnte auch ein Urkölscher sein. Ausgerechnet dieser meint zu mir, ich hätte ja wohl eh die Ruhe weg. Ich sage - nicht immer. Manchmal ärgere ich mich schon noch - aber erheblich seltener als früher. Er meint, es käme immer drauf an, was man draus macht im Leben. Ich nicke und freue mich, daß er das nochmal so sagt - recht hat er.
Auf dem Busparkplatz steht er noch mit ein paar Kollegen im Gespräch zusammen, bevor er zum Auto kommt. Ich öffne den Kofferraum von innen - per Seilzug. Der Mann steigt ein - und läßt den Kofferraum auf. Ich grinse und steige nochmal aus, sage "Ich mache eben noch einen kleinen Spaziergang ...." "Jaja - lassen Sie sich nur Zeit." Die anderen Busfahrer lachen auch und rufen "Wenn der automatisch aufgeht, muß er doch auch automatisch wieder zugehen." Hole ihn morgen früh wieder ab am Hotel - und bin herzlich zum Hotel-Frühstück eingeladen. Vielleicht - gehe ich sogar hin, habe schon lange nicht mehr im Hotel gefrühstückt. In guter "lebensgelassener" Gesellschaft.
Sagt doch diese Frohnatur glatt: "Es macht Spaß, Ihnen beim Lachen zuzuschauen."
Der nette iranische Kollege am nächsten Halteplatz lädt mich auf einen Ingwertee ein. Sitzt hinten in seinem Kombi mit offenem Dach - kommt kein Regen rein. Ich meine "Wie Camping ..." - und er: "Das Leben muß man auch geniessen. Wer weiß schon, ob wir morgen noch hier sind." Ich nicke nur.
Fahre noch einen sehr alten Mann nach Hause - der nur noch sehr leise spricht - aber viel erzählt. Und seinen Humor behalten hat - ein kölsches Original.
Danach treffe ich ein ebensolches am nächsten Halteplatz - und muß die ganze Zeit lachen über seine Art, über die Dinge und den schlechten Lauf zu schimpfen.  Über Geschichten, die er zum Besten gibt. Fährt seit einem Vierteljahrhundert ... "Ja - ist doch so, so isses doch!" .... wolte mal aufhören, weil er die Schnauze gestrichen voll hatte und stellte sich bei einem Paketdienst vor. Nach zehn Minuten sagte der potentielle Chef, er glaube, es wäre beser, wenn er doch weiter Taxi fahre. Und er selbst - war der gleichen Ansicht nach diesen zehn Minuten. So ist es eben - es ist wirklich Gold wert, keinen Chef zu haben und den Tag bzw. die Nacht wenigstens bis zu einem gewissen, möglichen Maß selbst einzuteilen. Der Kollege merkt an - von einer Frau könne man sich schließlich trennen, von Arbeitskollegen nicht, die hätte man weiter am Hals. Da ist was dran. Ein Freund von ihm sei Psychotherapeut .... es folgen köstliche Details und dann das Fazit - Das sei DER Beruf mit Zukunft, wo doch eh alle immer bekloppter würden. 
Die letzte Fahrt - ein nettes, kölsches Paar. Wir kommen irgendwie auf den kölschen Atommeiler ... die neue Giga-Moschee. Völlig deplaziert an dem Ort, wo sie in schon allzuviel Chaos und Enge mit Gewalt hineingepreßt wird. Er meint, das Beste käme ja noch ... die würde dann auch von der Polizei bewacht werden, wie die Synagogen. "Und dann stell Dir erst mal vor, was abgeht, wenn die ersten Graffiti-Sprüher kommen und eine Knoblauchzehe da drauf sprühen .... " Da hat er nicht ganz unrecht - und ich schmeiß mich gerade weg vor Lachen. Das ist manchmal echtes Kabarett in dieser Limousine.
Heute abend - bin ich angenehm müde vom Tränenlachen. Und wunderte mich glatt, daß meine Schicht schon am Ende war. Das - muß bemerkt werden.

Donnerstag, 14. Juni 2012

Euro - Zaster - Kohle - Gold - das Paradies - und ich ....

Heute morgen fragte ich mich - wieso ich mir das eigentlich antue, mich "auf dem Laufenden" zu halten, was diese Spiele ums Geld betrifft - die von ganz Anderen gespielt werden. Sicher ist es sinnvoll, über die Statuten eines in aller Kürze - noch während der "EM" - beschlossenen "ESM" informiert zu sein. Welcher gnadenlos das Geld aller Kleinbesitzer einsaugen wird, zugunsten der Giganten.
Ein regel-rechtes "Teufelswerk", wenn es denn einen solchen gäbe - über daß die wenigsten bislang stolperten.  Ein Ermächtigungs-Gesetz, welches in seiner Dreistigkeit kaum zu übertreffen ist. Welches die einstige Nazi-Mentalität - vor wenigen Jahrzehnten, also nicht einmal einem halben Wimpernschlag im Universum - sogar in den Schatten stellen kann. Dieses ewige Scheiß-Spiel der Menschheit, sich gegenseitig zu unterdrücken und sich nichts zu gönnen. Dieser tiefe Wunsch aller Verrückten - auf keinen Fall das Paradies auf Erden zuzulassen. Welches - immer hier ist.

Aber: Isch abe gar kein Geld.

Also - nützen mir auch die Anlegestrategien der empörten Noch-Geldbesitzer nichts - die gerne empfehlen, Gold zu kaufen. Hahaha ... wovon denn? Dann die vielen "Überlebensstrategen" - die Vorräte horten wollen in ihren Kellern oder sich in ihren Gärten autark machen wollen. Letzteres durchaus in meinem Sinne - aber ich habe gar keinen Garten (im Außen).

Also - weder Geld noch Gold noch Garten.
Werde ich also elend darben müssen?
Wer weiß ...
Hier die universelle Antwort, instatant: Niemand weiß es!
Und hier meine persönliche:
Obwohl ich weder Geld noch Gold noch Garten besitze - führe ich ein sehr reiches Leben.
Seit nominal-skalierten-gezählten 49 Jahren, laut römischem Kalender.

Nie - habe ich darben müssen -
immer war ich reich beschenkt.
Mit und ohne Geld.
Ich hatte immer alles, was ich brauchte - und weit mehr darüber hinaus.
Nie hat es mir an irgendetwas gemangelt.
Auch nicht an Erfahrungen - die mir Mangel vorspiegeln wollten.
Weder hat es mir an Glück gemangelt - noch an "leidvollen" Erlebnissen.
Immer - war ich genau hier.
Wo ich jetzt auch noch bin.
Ohne (Reserven an) Geld und Gold - derzeit.
Dennoch - in Fülle lebend.

Also - kam mir dieser Gedanken-Funke heute morgen:
Wieso - um Himmels willen - sollte ich auch nur für einen Moment die Verlust-Ängste der "Besitzenden" bzw. sich-besitzend-Glaubenden teilen?

Ich besitze also nichts - alles, was ich habe, ist mir mehr als großzügig geschenkt worden - vom Leben und von zahlreichen Göttern.
Sie haben es mir geschenkt - und wieder genommen - und wieder geschenkt.
Sie verschenken sich - und fordern das ihre zurück.
Geld - interessiert die Götter nicht.
Ein "Euro" - ist für die Götter eine Beleidigung.
Besonders der girale, nicht-wertgeschöpfte, aufgeblasene ....despektierliche.
Ob es sich Euro, Dollar oder Yen nennt - ist völlig wurscht.

Gold - interessiert sie schon eher.
Aber dies - gehört ihnen ohnehin.
Vielleicht ist der Mensch deshalb so geblendet seit Äonen von seinem Glanz - und möchte sich auf diese nicht-glänzende Weise ein Stück Göttlichkeit aneignen.
Falsch verstanden - das Gold, um das es geht, hat nichts mit Geld zu tun - ihr Äonen-ignorierende Hobby-Blei-zu-Gold-Alchemisten.

Welche Sorge, welche Panik - bleibt also?
Hier bitte selbst eintragen: .........................

Sollte sich da noch ein Eintrag finden - hier nochmal die Erinnerung:
Wer immer auch geht - wird nichts mitnehmen von alledem -
was ihm/ihr/mir ohnehin  nie gehört hat.

Also nochmal so: Stell Dir vor - Du bist steinalt geworden.
Was ist wichtig? ...........................

Pinguin-Handy-Allergie und Retro-Freuden

Nach einem gestern morgen leichten und überraschend guten Lauf - wagte ich wieder mal das Unmögliche und stellte mich an einen Halteplatz, an dem ich erst einmal stand und seinerzeit geschlagene drei Stunden gewartet hatte - bevor es sehr weit raus ging und sich wieder alles relativiert hatte. Diesmal - stand ich nur etwa eineinhalb Stunden. Nach etwa einer Stunde fiel ich sehr traumseligen Schlaf - glitt einfach rüber in andere Seelenbereiche. Macht manchmal nicht wirklich einen Unterschied, ob ich in der Limousine oder in meinem Bett träume. Da die Traumintervalle in der Limousine aber erheblich kürzer sind - sind sie manchmal umso intensiver. Die Stunde zuvor - wollte ich auch schon ein kleines Nickerchen einlegen - wurde aber immer wieder von handytragenden und hineinblubbernden Pinguinen gestört - die ihren Tanz vor genau meinem Kühler aufführten, obwohl mehr als reichlich Platz vorhanden war, um dies anderswo zu tun. Schwarzanzuguniformierte Langweiler .... einer wie der Andere aussehend - besonders, wenn diese Anzüge nicht maßgeschneidert und sehr teuer sind - also nicht wirklich passen. Entschuldigung auch nochmal - an die Pinguine, deren Bezeichnung ich eben nutzte, obwohl diese erheblich besser aussehen in ihren natürlich-eleganten Fräcken.
Bemerkte meine unterschwellig - lodernde Aggression gegen diese Schauspieler in ihren schlecht sitzenden Stangen-Anzügen der Einheitsart. Gegen ihre aufgeblasene Wichtigtuerei - viel Luft unterm schlecht sitzenden Stoff - um nichts. Die Schuhe - tsssss ..... oft einige Zentimeter länger als der Fuß - die Spitze, unpassend, in die Luft zeigend.
Nicht etwa, daß ich gut angezogen wäre - aber ich tue auch nicht einmal so.  Wenn - dann muß es sitzen.
Bei den Pinguinen - paßt einfach nichts wirklich zusammen in ihrer schlecht-sitzenden Einheits-Kostümierung. 
Einen wirklichen Rudel-Leiter erkennt mensch sofort - der trägt zwar im Wesentlichen nichts Anderes - aber bei ihm sitzt es - und paßt es. Und er wird nicht sinnlos wichtig tun - hat es nämlich gar nicht nötig. Hat Zeit und Muße - auch mal gar nichts zu tun.  Soweit meine Vor-Trance-Aggression gegen die Mitwackler.
Registriere noch, daß jetzt gute vier weitere Limousinen aufschlagen auf diesen Halteplatz ... bevor ich völlig wegtrance. Herrlich. Tiefen-Entspannung. Denke die ganze Zeit an die zutiefst kölsch-seligen Worte neulich, die mir einer entgegenbrachte "Llllasssen - Sie sisch doch einfach - Zeeiiiiit ...." Ja - mache ich. Danke - für den guten Tip!

Werde plötzlich wach - vor dem Kühler bewegt sich was. Fahrgäste! Nach eineinhalb Stunden. Danke - an die Kollegen, daß sie diese zu mir schickten, obwohl ich so selig schlief. Danke an die Fahrgäste - daß sie so taten, als hätten sie es nicht bemerkt. Bin mit einem Schlag wieder hellwach - der bereits besagte Katzenschlaf eben. Zwei Business-Leute ..... sehr angenehmer Art. Keine sinnlos-wichtig-wedelnden-Pinguine. Tragen schon andere, hellere Farben - obwohl auch sie auf ihre Weise uniformiert sind.

Noch ein paar kurze Telefonate hinten in der Limousine - ebenfalls angenehm - kollegial. "Ja, super - dann macht doch noch das eben fertig - und dann geht einfach nach Hause." Es ist später Mittag - ich denke bei mir: Korrekt!  So soll es sein. Klingt nach einem wirklich guten Arbeitsklima.

Ich habe eine gute Fahrt erwischt - nach exzellenten Trance-Träumen. Und sehr nette Halb-Pinguine, mit freundlichen, menschlichen Zügen und reichlich Humor, die ein Gespräch mit mir suchen - also etwas Lebendiges.
Freue mich - daß sie das Pinguin-Bild spürbar wieder aufbessern.
Sie fragen mich nach dem Limousinen-Radio - die Anzeige ist "Retro" - sieht vom Design einem alten Röhrenradio ähnlich.  Wurde ich schon mal drauf angesprochen, von sehr jungen Leuten, die es aber auch kannten.
Ich zeige ihnen kurz - das Radio und den integrierten, formidablen Navi mit guter Kartenanzeige - drücke leichtfingrig zahlreiche Knöpfe und drehe hier und da ... sie freuen sich über das "Retro-Design". Der eine meint - das sehe bald respektabler aus als ein Flugzeug-Cockpit. Ich sage - das sieht nur so aus, ist alles halb so wild.

Sehr angenehme, lebendige Pinguine - ohne jegliche Allüren. Wohnen zudem noch in München - wo es mehr als reichlich davon gibt. Wir halten am Flughafen - am "Starbucks". Unterhalte mich noch kurz mit dem, der die Rechnung inklusive einem sehr schönen Trinkgeld begleicht, über diese Gleichschaltung. Darüber, daß es inzwischen egal ist, wo mensch hinkommt - überall die gleichen Läden und Ketten - phantasielos gewordene Wirklichkeit.
Ich denke, er wird noch ein paar Jahre jünger sein, als ich. Und merkt es dennoch. Immer wieder schön, auf Merkende zu treffen.
Erzähle ihm in diesem Zusammenhang - dem Ausverkauf des Planeten an wenige Mega-Unternehmen - noch kurz,  daß McDonalds die meiste Kohle in Immobilien macht - der Hamburger-Verkauf laufe quasi nur nebenbei. Wußte er noch gar nicht. Was mich widerum wundert - dachte früher immer, Business-Leute wissen gut bzw. besser Bescheid, sollten über sowas Bescheid wissen. Eine gute Fahrt - mit explizit angenehmen Typen. Nach explizit angenehmer Trance. Echt nette, lebendige Typen. Ich mag übrigens echte Pinguine - sehr gerne.

Energiewende - und erfreulich kluge Menschen

Höre in den letzten Wochen öfter mal interessiert im Radio zu, wenn es um die Parole "Emergiewende" geht. Besonders, wenn es Sendungen sind, in denen sich die Hörer zu Wort melden. Die Leute sind erheblich besser informiert und engagiert, als ich mich noch vor einiger Zeit zu träumen gewagt hätte. Oft melden sich auch Fachleute zu Wort, von den Ingenieuren bis zu den umsetzenden Handwerkern. Alle wissen das Gleiche: Wir brauchen keine neue "Überlandleitungen" von der Nordsee nach Bayern - was wir brauchen, ist klare Dezentralisierung und regionale Strukturen. Es bedarf de facto - weder großer Energiekonzerne, die zentral absahnen wollen, noch herrscht irgendein Mangel an Energieversorgung - im Gegenteil - es ist mehr als genug Energie vor Ort schöpfbar und die eigentlich Aufgabe ist es, sinnvolle Speicherung vor Ort zu ermöglichen, denn es gibt deutlichen Energieüberschuß!

Haaalllooo - es gibt Energie-Überfluß! Keinen Mangel!

Ich freue mich wie eine Königin, immer mehr davon zu hören. Projekte gibt es genug. Und - wie oben gesagt - reichlich kluge und engagierte Menschen, die längst durchblicken durch das sinnlose Lobby-Gefasel der "Energieriesen".
Suche noch einen Beitrag von gestern - ein Projekt in Baden-Württenberg, welches sich regional mit  erheblich kostengünstigerer und umweltfreundlicher Energie versorgt - und darüberhinaus noch Gewinne erzielt. Nachhaltig und wirtschaftlich optimiert.
Hier ein Beitrag über Berlin - eine Bürgerinitiative will die Versorgungsnetze von Vattenfall erwerben, die in naher Zukunft zum Verkauf anstehen. 
"Vattenfall ist träge - Vattenfall ist nicht auf der Höhe der Zeit" - sagt der interviewte Hartmut Gassner. So ist es. Kein dinosaurischer Pfründesicherer ist das: Auf der Höhe der Zeit! Es geht - viel mehr, als wir glauben und wissen sollen.  Gilt auch besonders im Hinblick auf die Dreckschleudern = Autos, die wir - immer noch fahren. Was für ein überholter Unsinn. Lustiger Beitrag gestern in den "TV-Nachrichten": Spezialisten haben nach 24 (!!!) Jahren Forschung herausgefunden, daß Diesel-Abgase schädlich und krebserregend sind. Ich gratuliere. Kann ich auch so einen "Spezialisten-Job" haben - das schaffe ich locker. Achja - in diesen 24 Jahren haben sie aber verabsäumt, das Gleiche für die mit "Normalbenzin" betriebenen Dreckschleudern "herauszufinden". Kommt noch - braucht eben alles seine Zeit - nochmal 24 Jahre für Offenliegendes, deutlich Spürbares. Sind schon sehr speziell, diese Spezialisten.

Das war auch ein Kern-Thema in diesem von mir noch nicht wiedergefundenen Beitrag gestern - Dezentralisierung! Immer mehr Leute möchten ihr Geld in sinnvolle und nachhaltige Projekte vor Ort investieren. Gerade in diesen Zeiten, in denen die Menschen zwangsläufig begreifen, daß sie ihr Geld besser direkt investieren, statt es den üblichen Finanz-Mafiosis in die Hände zu geben.
Der interviewte Mensch sagte -  täglich werden es immer mehr, die in dieses regionale Selbstversorgungs-Projekt investieren wollen und es tun. Und er betonte - daß es sich dabei nicht nur um nette Ideologie, sondern auch um ein gewinnabwerfendes Projekt handelt - mit solchen Margen, wie die Anleger für sich erwarten.
Davon - gibt es bereits viele Projekte. Und der bezogene Strom wird auch noch günstiger.
Kurz - kein Mensch braucht diese Überlandleitungen der Energieriesen. Wir haben  mehr als reichlich Energie vor Ort. Und: Es braucht kein einziges AKW und auch keine Energie aus Kohle oder sonstige Dinosaurier- Konzepte.

Vielleicht - oder sicher? - trommeln die ehemaligen Energieriesen gerade deshalb auf ihre Milliarden-Entschädigung. Für etwas - was vielleicht hätte sein können? Dafür - würde ich auch gerne mal entschädigt werden. Für nichts! Für Dreck und unzumutbare Risiken - die ich den Anderen noch gerne in Zukunft weiter verkauft hätte. Die Dreckentsorgung natürlich auf Kosten derer, die ich gnadenlos damit zugemüllt habe (Asse ... etc. - zahlt per se "der Steuerzahler" - nicht der "Energieriese").

Ich freue mich jedenfalls immer wieder - zu erleben, wieviel innovative Ideen seitens kluger Menschen ins Leben gerufen werden, schon sind. Entgegen aller Medien-Propaganda, die - allzu oft, bis auf lobenswerte Ausnahmen, die es auch gibt!  danke dafür - in Ignoranz der längst vorhandenen Möglichkeiten - nur auf Pfründesicherung ausgerichtet ist.

Ein anderes Beispiel für mutiges, nachhaltiges Unternehmertum hörte ich in dieser Sendung - "Der Vorkoster - Brot - was ist drin und dran" - ein kluger, recht junger und experimentierfreudiger Bäckerei-Unternehmer  nutzt die liegen-gebliebenen, nicht verkauften Brote als Energiequelle - sie werden wieder zermahlen und dem mit Pellets betriebenen  System beigemengt - so geht nichts verloren und kommt alles wieder in den Energiekreislauf zurück. Noch gute, verzehrbare Brote - gehen an die Tafeln - und der Rest wird im wahrsten Sinne des Wortes verbrannt. Aber - sinnvoll. Und inzwischen spart er mit dieser Technik bald an die Hälfte der ehemaligen Energiekosten. Hut ab - und danke für diese Freuden.
Die Menschen - sind schon viel klüger, als es den Pfründesicherern gefallen mag.
Bitte um Nachsicht für die Schnelligkeit des Dahingeschriebenen, ohne allzu viele "Links" - es ist die Begeisterung über solche Projekte, die mich dazu bewegt. Kann ja jeder für sich prüfen ....

Freude und Erleichterung über die neue Wohn-Positionierung. ..

... dauern an. Jeden Tag - freue ich mich, abends die Kolonie verlassen zu können und gen Ländlichkeit zu fahren. Ich freue mich auf die prächtigen Wälder, den weiten Himmel, die sauerstoffreiche, frische Luft und auf die vielen fidelen Himmelsbewohner, die um mich herum ihre Kreise ziehen und frohlocken. Freue mich sogar - über fröhlich spielende, vor Vergnügen quietschende und kreischende, lärmende Kinder unten auf dem großen Spielplatz - die kleine Siedlung gehört ihnen.
Betonung auf "kleine Siedlung" - ein Segen für mich. Eine sehr überschaubare Anzahl an unruhigen Geistern. Und in meiner Himmelsposition - bekomme ich selbst davon kaum etwas mit. Die Geräuschkulisse - ist nicht wirklich still - aber das ist völlig in Ordnung. Rasenmäherbrummen, Autorauschen, manchmal recht laute Flugzeuge, ihre Bahn fast überm Dach ziehend (ein recht beeindruckender Klang) .... und die Kinderchen eben, aber alles im grünen Bereich. In der Nacht wird es ruhiger, schon am Abend, wenn die Kinderchen zum Essen und in ihre Bettchen müssen. Diese - geniessen nicht nur ihren Freilauf, sondern auch feste Regeln, wie manchmal ein rigoros-durchgreifender Elternschrei offenbart. Dann - überwiegt der Gesang der Vögel. Meine Augenweide nach wie vor die Kühe, wenn ich aus dem Fenster sehe und sie friedlich und freilaufend grasen sehe oben auf der Wiese. Kann gut sein, daß sie zum "Gnadenhof" gehören, denn sie können tun und lassen, was sie wollen. Manchmal verschwinden sie im Wald. Ich wußte bisher gar nicht, daß Kühe sich dorthin zurückziehen.
Hatte zwischendurch immer nochmal leise Zweifel - ob ich nicht hätte länger suchen sollen. Aber diese sind unsinnig, denn es ist gerade ein guter Platz für mich hier. Es ist so eine Art "Zwischending" zur Zeit, nicht ganz ländlich - aber dennoch genügend wohltuender Abstand zum Wahnsinn der Stadt. Mit einem schnellen Sprung über die Autobahn erreiche ich die Limousinen, was ja derzeit noch mein Broterwerb ist.
Diese Tage fiel mir ein - daß das Leben mir mal wieder einen Wunsch gewährt hat. Lange dachte ich, es wäre wohl optimal, beides zu haben: Stadt und Land - im Wechsel. Das - habe ich jetzt.

Gestern hatte ich gleich viele gute Touren mit der Limousine - eine führte mich ins Ländlichere, das Ziel der Dame war eine relativ abgelegene, kleine Siedlung in einem grünen Tal. Nicht weit von meinem Wohnort entfernt, vielleicht sieben Kilometer, aber noch etwas näher an der Kolonie. Das macht einen deutlich sichtbaren Unterschied, sowohl in der noch dichteren Besiedlung als auch in der Landschaft. Hier - bei mir - ist es schöner und schon ganz anders, obwohl es nur eine Autobahnabfahrt weiter ist. Wir fuhren zuvor durch ein paar ruhige Wohnviertel mit schicken Einfamilienhäusern und großen "Gärten" (also nicht wirklich welche, solche getrimmten Vorgärten halt, recht steril und nichts Wildes - ein Garten sieht für mich anders aus ....) - und ich stellte fest, wie schön ich es bei mir habe. Das wäre es nicht gewesen für mich - alles viel zu eng, mental. In dem Dorf, in dem sie ausstieg, fühlte ich auch nochmal nach. Ne - danke. Da war zwar alles ruhig und auf den ersten Blick idyllisch, aber dort ist es vielleicht noch enger, denn da kennt wirklich jeder jeden und sieht alles. So - ziehe ich immer mal wieder kurze "Vergleiche" und stelle erfreut fest, daß ich es für mich gerade sehr gut angetroffen habe - für weitere Sortierung, in aller Ruhe! Ein Segen. Wie froh ich bin, nicht mehr in den Häuserschluchten der Kolonie mit allzu vielen unruhigen Geistern zu hausen - kann ich gar nicht beschreiben. Gestern abend, als ich endlich wieder rausfuhr, war die Luft mal wieder völlig verseucht von den vielen Autos. Als ich über die "Zoobrücke" rausfuhr und endlich hinterm langen Tunnel wieder rauskam, fing meine andere Welt an - kurz danach fahre ich nur noch durch "Grün" zu beiden Seiten .... und irgendwann taucht dann "mein Dorf" auf, malerisch und erleichternd. Sagte das schon am Umugstag zu dem mitfahrenden Engel: DA - das ist "mein Dorf" - wie gemalt! Und immer wieder - wie Urlaub.  Danke!

Erfuhr von einer Kollegin, daß sie ebenfalls "draußen" wohnt - und es genießt. Eine Fahrgästin ist vor Jahren aus der Kolonie weg und auf´s Land gezogen, noch erheblich weiter weg - und sie genießt es ebenfalls. Es gibt Jahreszeiten und Wetter, den Wandel der Natur zu erleben ... Freut mich - daß alles zu hören, nach einigen "Unkenrufen" der eingefleischten Städter ... Und dann fiel mir wieder ein - daß es gerade die Unken waren, die mich, oben auf der Lichtung in ihren Tümpeln,  hierhin riefen am Tage der Wohnungsbesichtigung, mit ihren uralten Gesängen. Seither - ist ein Unkenruf für mich etwas sehr Schönes, Bewegendes.