Mittwoch, 30. Mai 2012

Mitbewohner unterm Dach ....

Diese Hornisse - die ich gestern zum ersten Mal sichtete - scheint sich hier sehr wohlzufühlen. Sie fliegt den ganzen Tag ein und aus. Macht ein Geräusch wie die Rasenmäher draußen ....  Im Grunde - ist es mir relativ wurscht, solange sie mich nicht etwa beißt aus Schreck. Und ich sie aus sicherem Abstand bewundern kann. Sie wird offenbar von einem orientalischen Duftwürfel angelockt, den ich  mitbrachte, um Insekten abzuhalten. Ääähh  ... Die Schnaken - sind auch toleriert. Wenn ich sie erwische mit dem großen Glas - werfe ich sie unverletzt raus. Einige sind hier schon verendet, einen natürlichen Tod sterbend. Was für ein Segen - wo doch laut Zeitungsmeldungen die Menschen nur noch an Krebs sterben. Das temporäre Gerumpel auf dem Dach oben - klärte sich heute morgen, als die Elstern am Kamin oben vor mir reißaus nahmen, nachdem sie eine Bewegung gesichtet hatten. Schön, von lauter Geflügelten umgeben zu sein. Über eine dachwandernde Katze - würde ich mich auch noch sehr freuen. Aber ich glaube - die haben hier genug Bodenauslauf.

PS: Diese imposante Hornisse - ich hoffe immer noch, es handelt sich um die gleiche und nicht etwa um eine große Familie unterm Dach - scheint sehr gesellig. Flog sie eben aus dem Küchenfenster wieder raus, kam sie um die Ecke im Salon wieder rein. Ich bat sie - doch endlich mal ein wenig auszufliegen, statt sinnlos innen auf dem Fensterrahmen herumzuschlittern und sich mit einem Beinchen an diesem oben entlangzuhangeln. Nach einer Weile kam sie meiner Bitte nach. Mal sehen, wann wir uns wiedersehen.
Hier ein Foto von ihr - sie ist es wirklich, naturschön und mir direkt ins Antlitz blickend - nur ein wenig aufgepeppt der Hintergrund.

Thrive - Gedeihen - gute Zusammenfassung ...

Sah mir den Film "Thrive" an - und freute mich, daß er durchgehend "sehr ruhig daherkommt" mit den Themen, die er behandelt und die eine Art Übersicht über eine etwas andere Geschichte bieten, als sie uns offiziell vermittelt werden soll.  Was mein Interesse weckte, war das Stichwort "Freie Energie" .... denn ich gehöre zu denjenigen, die nicht daran glauben, daß wir nicht längst Zugang zu  umweltfreundlichen Energien - für Alle!!! - haben können. Ganz am Anfang wird kurz das größte Wunder des Lebens und von Energie selbst beschrieben - nämlich, wie sich aus dem Zusammentreffen von bestimmten Gegebenheiten - bei uns Menschen ein bischen Sperma und eine empfangsbereite Eizelle - neues Leben entwickelt. Die eigentliche Lebensenergie, in sich unerforschbar, aber dennoch erlebbar vorhanden. Und sicher auch nutzbar zu machen - ohne sie auszubeuten. Am simpelsten zu sehen in Form von Sonnenenergie und z.B. Wasser ... Viktor Schauberger fällt mir hier ein. Alles schon dagewesen. Auf den Herrn Nikola Tesla wird im Film sehr kurz eingegangen. Und auf viele zerstörte Labore von diversen Choriphäen auf diesen Forschungsgebieten. Wilhelm Reich und die Nutzbarmachung von Orgon ... eingeknastet und seine Unterlagen vernichtet. Etc. pp. Liebe Christenmenschen, die ihr zum Herrn Jesus am Kreuze betet und auf seine Wiederkehr hofft - hört doch einfach mal auf, ihn permanent weiter zu kreuzigen, abzuschlachten - er war doch schon so oft wieder hier und hat erneut sein Bestes gegeben - und haucht ihm mehr Leben ein (kleiner Abstecher ....).

Anders gesagt: Energie ist jederzeit und überall vorhanden - im Überfluss und völlig unschädlich für das Leben - weil diese ja selbst das Leben generiert. Könnten bzw. würden wir uns also auf diese Quelle, auf natürlich vorhandene und unerschöpfbare Quellen zurückbesinnen, gäbe es nie wieder Energieprobleme.
Ich glaube übrigens auch explizit nicht an diesen Co2-Unsinn - und bedaure alle von Herzen, die sich derart bereitwillig verarschen lassen. Wieder einmal mehr. Was ich aber zutiefst glaube - ist, daß dieser Unsinn tatsächlich in einem dieser - anerkennend: nicht ungenialen - Think-Tanks entwickelt wurde - um reiche Leute noch viel reicher zu machen und noch mächtiger. 
Seit vielen Jahren frage ich mich, wieso wir eigentlich für strunzblöde verkaft werden bzw. uns verkaufen lassen, was das Thema Energie betrifft - beispielsweise mit Autos, die immer noch mit teuer verkauftem, sinnlos der Erde entrissenem Öl/Blut fahren, obwohl es doch längst ganz andere, saubere Technologien gibt.  Oder dieser Unsinn von Atomkraft, die schlicht unbeherrschbar ist - für die Menschheit, nicht für das Leben selbst. Während sich im Gegensatz zu diesen Dinosaurier-Antriebsarten beispelsweise die Technik  in anderen Bereichen derart schnell entwickelt hat, wie wir es kaum erfassen können - zuvorderst die sogenannte Kommunikationstechnik via PC und Internet bzw. Smartphone und in Kürze "Google-Zombie-Brillen" - für´s verblödete Konsumenten-Volk, welches ohne "Apps" die Orientierung verliert.
Die vordergründige Antwort ist mir natürlich geläufig - es geht um jede Menge Kohle - und Macht - wie immer. Aber - wenn mensch mal davon absieht und nur für einen Moment nachdenkt - muß er/sie doch drauf kommen, daß da was nicht stimmen kann, etwas zutiefst nicht stimmig ist, was den technischen Fortschritt bzw. die Zurückhaltung von ebendiesem auf verschiedenen Gebieten betrifft. Und noch einen Schritt weitergedacht - was können erst die mit diesen Technologien bewerkstelligen, die sie uns so erstaunlich günstig anbieten.

Bedauerlicherweise bin ich selbst viel zu unbewandert auf diesen physikalischen Gebieten - also in den Fragen, wie man die allerorten im Überfluß vorhandene Energie etwa mit physikalischen Maßnahmen sauber nutzbar machen kann. Aber ich registriere, daß es schon viele Ansätze gibt - und gab, von himmelweit klügeren Menschen als mir auf diesem Terrain ausgetüftelt.

Der Film wagt sich völlig angstfrei bzw. entfernt davon, solche erzeugen zu wollen und somit auf geradezu freundliche Weise in andere Themenbereiche vor, die gerne dem  verunglimpften Bereich von "Verschwörungstheorien" zugeordnet werden. Allerdings - wer mal kurz ein wenig in die Lüfte fliegen mag, der kann die inzwischen selbst vom Boden aus gut fühlbaren und deutlich sichtbaren Zusammenhänge erkennen. Es geht u.a. um Lebensmittelkontrolle, Pharmaindustrie, Geldsystem. Er gibt einen kurzen Überblick, panikfrei, und versucht auch, Ausblicke zu schaffen.
Wie ich bereits sagte - geradezu auf freundliche Weise. Ein guter Ansatz, wie ich finde - die ich mich bis vor wenigen Jahren  recht intensiv mit all diesen Themen auseinandergesetzt hatte - bis ich die Schnauze gestrichen voll hatte von der immer mitschwingenden Panik bei all diesen Beobachtungen - von wem auch immer  angestellt.
Angst und Panik sind die denkbar schlechtesten Begleiter. Und inzwischen wissen wir ja alle - daß nichts alternativlos ist.  Danke - für diese mit etwas mehr als eineinhalb Stunden doch mehr als komprimierte Zusammenfassung. Im Grunde reicht diese - um mal ein wenig wach zu werden. Erheblich sanfter als ich seinerzeit.

Dienstag, 29. Mai 2012

Die sich verschenkende, verstreuende Natur versus Hygienewahn

"Ach, jetzt geht das wieder los mit diesen Pollen, Samen ... ist das nicht fürchterlich?! Man kann ja kein Fenster mehr offenlassen, das ganze Zeugs fliegt einem in die Wohnung. Schlimm schlimm schlimm!!"
Ja - ganz fürcherlich .... ein rechter Horror, die Natur ... für Degenerierte und StaubkörnchenzählerInnen.
Für mich - immer wieder ein Wunder, jedes Jahr mehr.
Und jedes Jahr entdecke ich mehr.
Besonders faszinieren mich gerade diese mehr als watteweichen, weißen, durchsichtigen Flugkörper - hörte, es seien Pappelsamen. Wunderschön!
Schlimm schlimm schlimm - sie landen sogar auf den Fußmatten der Limousine .... kleiner Scherz.

Teilgebräunt - Natur

Seit ich immer öfter wie eine Tigerin aus der Limousine flüchte während der Wartezeiten - bekomme ich wieder Farbe. Wenigstens im Gesicht und an den Armen.
Der Unternehmer fragt mich wieder, wie mir denn das Landleben so bekommt? Sehr gut - sage ich - es ist wie Urlaub. Jaaaaa .... noch - meint er. Ich sage - wiederholt zu diesem überzeugten Stadthaus-Bewohner mit eigenem Haus - Hör auf zu unken! Laß das einfach sein mit diesem Unken! Ich kann das nicht brauchen - und es ist für nichts gut!
Aber so wäre es eben im Leben - das Leben sei nicht immer Urlaub, sondern eben das Alltags-Leben. Der - hat gut reden ... fährt mehrmals im Jahr ausgiebig in Urlaub - mal hierhin, mal dorthin, seit Jahrzehnten. Ich fahre schon seit Jahren gar nicht mehr in Urlaub - und ehrlich gesagt, bin ich das auch selten, als ich noch die Option hatte. Ich bin zwar viel herumgefahren und -gereist - aber nicht, um "Urlaub" zu machen, sondern um etwas Neues zu erleben, Neues zu sehen und Neues zu lernen. Hier und jetzt - ist das mein Urlaub. Bei Bedarf - ist die Badewanne mein Strand. Die Wälder und der weite Himmel rundum sind meine Ärzte. Und die flinken, fidelen Schwalben. Heute - sogar eine sehr beeindruckende Hornisse in meiner Herzküche, was für ein "Fluggerät".
Was mich im Nachgang zu seinem fortgesetzten Geunke wirklich beschäftigt - ist die Frage, was bitte ein "Alltagsleben" sein soll? Ist das nicht einfach eine recht reduzierende Vor-stellung vom Leben, in dem im Grunde jeder Tag neu ist? Nur - die wenigsten von uns merken das noch.

Jugendsprech-Folter

Gestern fuhr ich diverse junge Leute durch die Gegend - und war erleichtert, als sie mich wieder verlassen hatten. Ihre Umgangssprache war eine rechte Folter für mich. Und ich war froh, daß ein Mensch älter wird im Laufe des Lebens. Die wollten alle so "cool" sein - und dabei war es einfach nur grauslich, grauslich-lächerlich, sie in ihrem demonstrativen "Coolseinwollen" - eigentlich mehr Verlorenheit und sich-noch-finden-müssen - zu spüren. Und die Schrottsprache dazu zu vernehmen. Auf wirre Weise durch-anglizifiseliert. Vier junge Damen, die ich fuhr, warfen derbe Begriffe in den Innenraum wie "Da sagt der zu mir - Verkack doch für Dein Leben ..." und "Fick Dich doch ins Knie" u.v.m. - auf einer Kurzfahrt "geballter Bullshit".  Zombiesprache. Nein, wir waren sicher nicht anders oder besser - vielleicht nur noch nicht ganz verseucht mit soviel Sprachmüll. Anders kann ich diese Kommunikationsformen nicht bezeichnen. Ein grausliches Alter .... schön, daß es vorbei ist.

Montag, 28. Mai 2012

Zweimal zwei Zwillinge ....

Heute fiel mir ein kölsches Original  ins Auto, welches mir sehr aufgedreht und hektisch rüberkam. Ein älterer Mann. Er wollte in ein Krankenhaus auf die andere Rheinseite - für mich eine gute Fahrt - aber wollte vorher noch zum Geldautomaten, um mich auch bezahlen zu können. Er bestand auf einen Umweg, ich willigte ein ... und fragte dennoch nach - wieso er diesen machen wolle - schlug ihm eine für ihn günstigere Route vor. Ja - ok .... Der Typ war 84 Jahre alt - und hatte Hummeln im Arsch, wie manch 50-jähriger nicht mehr.  Ich staunte nicht schlecht - denn so fit kam mir selten einer in der Altersklasse daher. Ein wenig schwerhörig - aber das kann auch ganz andere Gründe haben als altersgemäße. Ich fuhr also "meine Route" zu seinen Gunsten und er kam langsam ein wenig runter. Der erste Mensch in diesem Alter, den ich bislang derart auf "Speed" erlebte. Und derart beweglich. Er eröffnete u.a. während der Fahrt, daß er sein Leben lang Leistungssport betrieben habe.  Und noch einiges mehr - es war genug Zeit, denn er fuhr diese für mich ohnehin gute Tour hin- und zurück. Hat eine schwerstkranke Frau in vielen Krankenhäusern, eine Odyssee für ihn, die er meistert. Anfangs war mir seine Hektik recht unangenehm - dann begann ich, zu begreifen - und ihn sympathisch zu finden.. Ich ließ mir gerne ein paar Stationen aus seinem langen Leben erzählen und hakte selbst nach. Inmitten unserer Unterhaltung ... ich erfahre, daß er gerne einen Sohn gehabt hätte, aber nachdem zwei Töchter gekommen waren, hat er es lieber sein gelassen mit weiteren Versuchen - erzählte er mir die Geschichte von einem Freund - die ich vermutlich nie wieder vergessen werde. Da sie so unglaublich war - hakte ich noch nach, ob er mich hochnehmen wolle. Nein. Es war so: Sein Freund - hatte seinerzeit geheiratet und nur zweimal mit seiner Frau geschlafen. Beide Male - hat sie daraufhin Zwillinge bekommen. Mensch kann sich leicht vorstellen - daß der Freund einigermaßen zerknirscht war über soviel unerwartete Effektivität.

Es gibt Dinge im Leben ...

... die sind eh unbezahlbar.
Da gibt es nichts zu rechnen - und nichts aufzurechnen.
Da gibt es nur - Geschenke.
Im Moment des Sich-Ereignens.
Ich freue mich - solche Momente in jüngster Zeit wieder erstaunlich oft erleben zu dürfen.
Unbezahlbar - daher nochmal diese schöne, rhetorische Frage von Jupp Schmitz, kölsche Karnevals-Legende. Von mir - als Nicht-Karnevalistin - geschätztes Lied, wegen dem Refrain. Keiner kann das bezahlen - mit keinem Geld der Welt. 

Seit ich die Kolonie am Abend verlassen, hinter mir lassen darf - schlägt mein Herz wieder mehr für die Menschen, die mir dort begegnen. Für die vielen Strassen-Szenen, die sich dort auf ihre eigene Weise abspielen. Der Abstand - tut  mir gut. Und ich weiß sehr gut, daß ich es durchaus für lange Zeit geschätzt habe, dort zu sein, dort aufgewachsen zu sein. Es ist in der Kolonie immer sehr eigen gewesen - es hat eine ganz eigene Atmosphäre. Haben andere Orte aber auch. Jetzt - ist es für mich oft amüsant - als zutiefst Stadt-Flüchtige - dennoch wiederzukehren und die Mentalität noch genauer zu beobachten.
Aber dies - geschieht im Grunde nur noch aus der Situation des Broterwerbs heraus.
Eigentlich - ist die Kolonie schon lange nur noch ein Teil meines Herzens - welches auch woanders weiterschlägt.
Ein verinnerlichter Teil - dem der Ort eh wurscht ist.

Glück gehabt - monetär und in der Begegnung

Heute fielen sie mir alle zu - teils auf den Wegen, teils über unerwartete Fahraufträge. Ich fing wieder später an - und hörte wieder früher auf. Quäle mich nicht mehr selber mit sinnlosen Wartezeiten.
Als ich heute morgen zum Halteplatz kam, war wieder mein "Muselmanenfreund" dort - er trägt offen seinen langen Rauschebart und so eine reich verzierte Kopfbedeckung - und er machte wieder Scherze. Er spielt gerne - völlig überzogen und absurd - die Rolle des Aufsehers. Bringt uns - und auch Passanten - oft zum Lachen mit diesem Unsinn - an dem ein Stück Wahrheit haftet. Ich sagte heute morgen zu ihm - ich habe jetzt keine Zeit dafür - bin extra hier mit meinem eigenen Wagen hingekommen, um diesen auch mal zu putzen - nach Monaten. Auch eher im Scherz .... Und so war es dann doch. Ich putzte erst mal meine eigene Limousine, die es nötig hatte, dann die Arbeitslimousine .... und dann ging´s los. Der liebe Kollege fügte noch an: Ja, mach Dir keine Sorgen, Du hast genug Zeit dafür! Sie standen dort schon wieder gute 80 Minuten. Ich checkte nochmal kurz mit ihm durch, was er gestern eingefahren hat - er hatte früher angefangen als ich - ich schlafe ja schon extra immer ein bischen länger aus an diesen Tagen, wie ich ihm gestern schon mitteilte, als er mich sehr ernst zurechtwies, vor zwölf Uhr mittags solle ich doch erst gar nicht kommen - ob ich das denn immer noch nicht wüßte.
Heute morgen meinte er - hey, Du hast zwei Geldbörsen in der Hand, ich werde neidisch! Ich meinte - brauchts Du nicht, da ist ja nichts drin. Dann - korrigierte er sich und meinte: Hey, Du hast sogar drei Geldbören dabei! Ich antwortete - DAS war jetzt sehr scharf beobachtet, Hut ab! Tatsächlich hatte ich noch einen Briefumschlag für die Abrechnung heute dabei. Ich weiß also - daß ich es mit einem Adlerauge zu tun habe. Was ich auch vorher wußte - aber es war spannend, dies zu registrieren.
Der Umsatzvergleich von gestern ergab - er 120 - ich 100. Aha. Also - quasi gleich, nicht früher aufstehen! Dann fragte er mich, ob er mir 10 Euro geben solle - dann wären wir wieder gleich. Mußte herzlich lachen. Ja - ich mag den sehr. Obwohl wir in Sachen Religion/Philosophie/Glauben nie zusammenkommen werden.
Gestern ergab es sich, daß wir uns über diese Dinge unter vier Augen unterhielten. Ernstlich. Aber mit Geduld zum Zuhören auf beiden Seiten.
Heute - scherzte er schon wieder über seine ihm ganz sicher zueigene Ernsthaftigkeit in Glaubenssachen und meinte "Manchmal - lüge ich auch." Was ich ihm gerne glaube, denn ich sehe  den Schalk in seinem Nacken sitzen.
Die Begegnung mit ihm lehrt mich aber etwas sehr Wertvolles - ihn entgegen meiner etwas anderen Sicht der Dinge bzw. der Schöpfung und allem, was dazu gehört - einfach so sein zu lassen, wie er ist - und zusammen Spaß zu haben.
Von Herzen - komme ich gut mit ihm zusammen. Und schätze ihn.

Ein himmel-weiter Unterschied ....

... jetzt unterm Dach zu wohnen. Als einzige auf dieser Etage. "Meine Etage" - niemand, der nicht eingeladen ist, hat  hier oben was verloren.
Als ich eben von einem Tag mit wunderbar-gutem, relativ leichtem Limousinen-Lauf - bis auf wenige schwere Schicksale, mit denen es sich dennoch gemeinsam lachen ließ - zurückkam und unten einparken wollte, sah ich die aufgebaute Festtafel auf dem Stück Rasen vor meinem Schlafzimmerfenster. Der große Grill schon Spirtus-Dämpfe auswerfend. Der junge Nachbar von unten bat mich, mein Auto heute vor seine Garage zu stellen - ich antwortete "Ich kann es auch einfach hier an den Rand setzen, da stört es ja auch nicht." Ja - super, danke.
Mein Trauma meldete sich - dieses Stadttrauma der ewigen Unruhe und des ewigen Umzingelt-Seins. Bereits gestern viele Grillparties in der Siedlung, teils lautes, sinnloses Gegröle ... aber immerhin alles so weit weg von mir, daß ich in seeliger Ruhe in meinem Schlafzimmer in ebenso seeligen Schlaf fallen konnte.

Ich sprach ihn heute mal vorsichtig an mit der Frage, wieso sie gerade hier die Festtafel aufgebaut hätten und nicht etwa um die Ecke des Hauses - also quasi vor den eigenen Fenstern. Meine Fenster gehen zu anderen Seiten nach draußen als die ihren. Wegen der Sonne, antwortet er - bzw., weil dort Schatten ist. 
Ich erzähle ihm, daß da oben mein Schlafzimmer  ist - was er nicht wußte - und daß ich deshalb frage, weil ich noch ziemlich stadtgestresst bin, was viele Parties und Lärm betrifft. Er meint, sie seien eh um acht wieder weg - drinnen, weil´s Kind ins Bett muß. Ah, das beruhigt mich. Acht fände zwar ein wenig zu früh - denn sie hatten ja nicht einmal angefangen - aber es gehe mir darum, daß ich nachts auch schlafen kann.
Wer denn Geburtstag habe? Seine Frau hat - ich gratuliere ihr und wünsche ihnen ein schönes Fest - von Herzen.
Wollte mal eben - auf direktem Weg - klären, daß ich nicht wirklich damit glücklich wäre, wenn die Party bis in die Nacht vor meinem Schlafzimmerfenster abgeht. Alles Andere - ist mir wurscht.

Die mittigen Nachbarn sind in Urlaub. Die Kontrolleure sozusagen. Wir stimmen uns nochmal wegen dem Rasen ab - der ist noch gar nicht hoch genug zum Mähen, wie ich mir schon bei mir dachte. Der würde lediglich braun und trocken werden jetzt. Wir einigen uns auf eine sinnvolle Arbeitsteilung für dieses Mal.

Ob ich neulich laut Musik gehört hätte - fragt er mich. Ich staune nicht schlecht. Ja - weil die "Kontrollinstanz" hätte  iihm das bereits zugetragen. Aha - denke ich - und antworte erstaunt und so, wie es ist: (H)Ääähhh (??!!), ja, vielleicht zweimal bisher, ein paar wenige Stücke, also recht kurz. Und ergänze lachend - dann werden die sich wohl noch wundern, wenn ich meinen Keller sortiert habe - bisher haben sie ja noch gar nichts von mir gehört.
Er beteuert mir zum wiederholten Male, daß ihn das ohnehin nicht störe - bis das Kind ins Bett muß. Damit kann ich leben. Ich revanchiere mich mit der nochmaligen Information über meine regulären Lenkzeiten - da kann er ja gerne nach Gusto seine Mega-(Bass-Sorround....)-Anlage zum Klingen bringen.

Ich hab´s ja schon  aufgefangen - ganz zu Anfang - hier gibt es diverse "Animositäten".  Von beiden Seiten habe ich´s bereits aufgefangen. Und werde einfach radikal bei mir bleiben. Auch bei meiner Art, Dinge bei Bedarf lieber direkt zu klären in der Begegnung - statt hintenrum.
Was für eine schöne Übung unterm Himmel: Solchen kindischen Unsinn an mir runterrutschen lassen. Die einzige Partei, die ich hier ergreife -  ist die meine. Und allein aufgrund der Lage unterm Himmel - kommen sie nicht an mich ran mit diesen Dingen. Den Raum ums Haus herum auf dem Boden - werde ich mir noch für meinen Bedarf erobern. Einstweilen bin ich meist einfach froh und glücklich, wenn ich hier oben meine Ruhe habe - und keine ungebetenen Menschen vorbeikommen.

Lasse sie alle denken, was sie wollen - und was sie müssen, weil sie nicht anders können. Bastel erst gar nicht an meinem Ruf herum, sondern überlasse ihnen einfach ihre eigenen Phantasien. Die scheinen ja - schon recht angekurbelt zu sein.  Ohne, daß ich etwas dafür getan hätte. Alte Weisheit - Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

Freue mich über die sehr zügige (Wiederholungs-) Lektion hier - in größtmöglicher Freundlichkeit meinen gebotenen Abstand zu halten - und mich auf das zu konzentrieren, wofür ich hierhin gekommen bin. 

Sonntag, 27. Mai 2012

In spiritus sanctus ....

... die Siedlung ersäuft in Spiritus - Pfingstlicher Grillspiritus. Und dem Papst ist dieses Jahr der Himmel auf den Kopf gefallen, bevor der heilige Geist auf ihn herniederkommen konnte. Die Welt steht Kopf - und das alte Awen auch, es wird schon seit über zweitausend Jahren als "Amen" auf den Kopf gestellt. Vielleicht - wird alles wieder gut, wenn ich mich auch auf den Kopf stelle?

Die armen Jugendlichen ....

... werden seit vielen Jahren bzw. Jahrzehnten durch de Medien, das Internet und die gut-verdienende, an ihre Dummheit und Dazugehörigkeits-Sehnsüchte appelierende Industrie übersexualisiert. Auch, wenn sie vielleicht noch gar keine Lust verpüren und lieber noch eine Weile weniger intimen Hobbies nachgehen möchte. Heute gesichtet am Taxihalteplatz - Originalgröße etwa 14 auf 5 cm ... aber gleich mehrmals nebeneinander. Gleich daneben eine "Einladung" zu irgendeiner Mega-Party, Ladies haben freien Eintritt. Ich war selbst früh dran und war nicht prüde - aber das finde ich dennoch ein wenig überzogen. Oder verstehe ich es nur nicht - und die Zielgruppe sind vielleicht doch Senioren? .... ne, hab mir für drei Sekunden die Homepage angeschaut. Mei, noch bleeder geht´s scho nimmer. Oder doch?


Samstag, 26. Mai 2012

Exzellent in aller Kürze auf den Punkt gebracht von Götz Werner - Erfolgeicher Drogeriemarkt-Betreiber und Vordenker für´s BGE = Bedingungsloses Grundeinkommen

.... welches übrigens schon seit Jahren von verschiedenen Menschen angedacht und auch nachgerechnet wird - es ist finanzierbar und könnte via bereits bestehender Finanzierungsmodelle locker umgesetzt werden. In diesem Auszug bezieht sich der Herr Werner zunächst in erster Linie auf die Grund-Bedürfnisse von uns Menschen, zur Finanzierung (die wie gesagt in diversen Modelle schon auf sehr guten Füßen steht) schließt er danach auch noch Kluges an.
Erst mal - geht´s schließlich drum - zu erkennen, was wir wirklich alle brauchen. Und - was wir nicht mehr brauchen.
Z.B. Armut, Dummheit, sinnlosen Leistungsdruck .... statt Kreativität, Erfüllung, Freiwilligkeit.
Nicht mal schlappe 12 Minuten Zeit-Investition - um drüber nachzudenken.  U.a. über den unreflektiert übernommenen "Arbeitsbegriff" in unseren maroden Gesellschaftsmodellen. 

Sommer-Straßen-Szene

Was so ein paar Sonnentage doch bewirken - bei den Menschen auf den Strassen der Kolonie. Wie jedes Jahr - sehen sie plötzlich viel entspannter und netter aus. Auch was die luftige, bunte Kleidung betrifft, teils sehr hübsche - teil eher bizarre Kombinationen. Manchmal denke ich, ich muß über Nacht auf einem anderen Planeten gelandet sein.

Eine Straßenszene im ruhigen Vorort heute brachte mich herzlich zum Lachen, eine nette Begegnung: Ein älterer Mercedes kommt an mir vorbeigebraust, das Vorvorgäner-Modell meiner aktuellen Limousine, in braun lackiert - also eher ein Fahrzeug für gediegenere, ältere Herren - aber es ist voll getuned und recht geräuschvoll. Dazu schallt laut Musik von Michael Jackson aus den weit geöffneten Fenstern. Der Fahrer ist ein junger, explizit hübscher, dunklerer Typ. Er läßt sich von einer jungen Frau die Vorfahrt schenken und brettert zügig um die Ecke - um sofort wieder zum Stehen zu kommen an der Fußgängerampel. Eine ältere Dame wartete dort mit ihrem Rollator auf Grün. Als er seine rasante Fahrt eingebremst hat, ruft der Junge der Alten laut zu "Jetzt bist DU dran!!" Diese lacht und ruft zurück: "Ja - jetzt habe ICH Vorfahrt!" Die beiden plänkeln ein wenig lachend miteinander und die ältere Frau ergänzt "Und ich habe nicht einmal Punkte in Flensburg." Geht doch - mit Humor.

Freitag, 25. Mai 2012

Unerwarteter Hitzelauf

Ne, da steckste nich drin, in dem Betrieb. Heute - erwartete ich schon mal nichts vom Tag. Außer brütende Hitze. Fing zwei Stunden später an, was ich mir selten herausnehme, und hörte dafür etwas früher wieder auf, mit weit besserem Tagesergebnis, als ich zu hoffen gewägt hätte.
Fuhr als erstes eine Dame mit ihren Einkaufstüten nach Hause um die Ecke. Als sie einstieg, klingelte auch das Telefon an der Rufsäule und außer mir war kein Kollege anwesend, also fragte ich die Einsteigende schnell nach ihrem Fahrziel und entschied, den Telefonauftrag anzunehmen, müßte prima zusammen klappen. Die Fahrgästin sagt noch "Ist leider nicht weit" und ich antworte "Das macht nichts. Habe mir erlaubt, per Telefon einen Folgeauftrag anzunehmen und gleich die Frau H. abzuholen - die hat´s auch nicht weit." Wir lachen.
Blieb dann zwar noch wegen kreuzender Strassenbahnen länger als gedacht hängen bei der nächsten Anfahrt, aber die Dame, die mich erwartete, kannte ich schon. Sie erinnert mich immer an eine ehemalige Tante von mir mit ihrem ungebrochen Humor trotz Altersgebrechen. So war es dann auch mit ihr - lustig. "Ach, Kind" sagt die zu mir - und tätschel tätschel .... meinen Arm und meine Hand. Die darf das. "Wir beide sind aber schon mal zusammen gefahren" sagt sie. "Ja" antworte ich "Schokolade kaufen". Sie lacht und erwidert "Die kaufe ich jetzt nicht mehr - ich muß abnehmen." Ob das nicht total schick aussehen würde, diese schlanke Dame dort - eine weitere Bewohnerin des großen, städtischen Seniorengeländes hält als Musterbeispiel für Schönheit her - und ich denke "Hört das denn nie auf? Auch nicht bei den Achtzigjährigen?!" Zum Abschied sage ich "Bis demnächst dann mal!" und hoffe, es gibt ein Wiedersehen. In dem Alter weiß mensch ja nie.
Immer wieder neu erstaunlich, wie meine Stimmung sich wandeln kann - gerade denke ich nur "Mach einfach wieder das Beste draus heute, war ja schon ein netter Start mit den Damen."
Der dritte Fahrgast ist ein Taxi-Vielfahrer mittleren Alters, der noch nie ein Auto besaß - weil er auch nie den Führerschein gemacht hat. Fährt manchmal bis zu 4, 5 Mal am Tag mit unserer Zunft und fragt gerne nach, wie es denn so läuft. Ich erzähle ihm meine Version der Dinge: Grundsätzlich rückläufig, das Geschäft. Manchmal sogar zu den ehemals besten Zeiten.  Die Kollegen würden teils Anderes berichten. Ja, klar, jeder erlebt es ja anders. Und er gehört zu denen, die glauben, das Taxifahren müsse sich lohnen, weil er schon manchmal einen dieser für uns eher raren Momente erlebte, daß er am Halteplatz kein Taxi vorfand. Erzählt mir von Halteplätzen, die "gut laufen" würden. Ich erzähle ihm von Wartezeiten, die ich auf diesen gut laufenden Plätzen schon zu Genüe erlebt habe. Und daß es keine "Regel" gibt sondern einfach nur jeden Tag wieder auf´s Neue ein reines Lottospiel ist. Errechne ihm einen Jahres-Durchschnitts-Stundelohn von etwa 6 Euro, mit mehr Glück kommen einige alte Hasen mit Stammkundschaft vielleicht auf 8 Euro, wenn sie gesegnet sind. Ob er das meine - mit gut laufen? Nein, sicher nicht. Ich bitte ihn, auch zu bedenken, wieviele Stunden wir runterreissen müssen. Und vor allem dieses: Es gibt nichts, was man von sich aus wirklich aktiv unternehmen kann - um die Lage zu verbessern. Ja - das wäre ihm auch ein Greuel. Erzähle ihm, daß ich mir jetzt einen neuen Beruf erfinden werde - weil ich dieses Nichtstun nicht mehr wirklich gut aushalte. Er lacht über´s "Erfinden", erwähnt dann aber ein paar gute Beispiele, die es geschafft haben und wünscht mir viel Glück dazu.
Der vierte heute ist wieder mein "Parkinson-Liebchen" - den fuhr ich auch schon öfter, manchmal sogar mit seiner Frau.  Ein erstaunlicher Mensch eigentlich - kann sich selbst nur sehr begrenzt bewegen und kümmert sich dennoch um diese. Dazu - hat er seinen Humor nicht verloren trotz aller Bürden - und kichert gerne. Er braucht recht lange für seinen Einkauf - ob ich schon mal Geld will vorher - ne, sie kommen ja wieder. Einmal gehe ich nachsehen, ob alles in Ordnung ist. Die Uhr läuft - und mir ist eh alles wurscht inzwischen, was meine Kohle betrifft, bin nicht einmal ungeduldig. Als ich dann doch noch ein zweites Mal nach ihm schauen will - auch, um seinen Einkauf zu tragen - ruft es gleich zweimal "Hallo". Er selbst, ein paar Meter weiter am Strassenrand - und der obdachlose Zeitungsverkäufer, auf ihn deutend. Ah, gut! Da isser ja wieder. Ich trage seine Einkäufe und schirme ihn beim Überqueren der Strasse gegen ungeduldige Autofahrer ab. In die Apotheke muß er noch. Ob´s länger dauert? - ich stehe völlig verboten an einer Ampel und halb auf dem Fußgänger-Überweg .... nein, geht schnell. Er kommt zurück mit zwei Taschen voller Windeln für seine Frau. "Und jetzt? Nach Hause?" Ja. Ich bekomme ein üppiges Trinkgeld, wegen Pfingsten, sagt er. Danke - lache ich - und meine, hoffentlich wissen die Anderen heute auch, das Pfingsten ist. Hut ab - wie er seine eigene und die Krankheit seiner Frau meistert.
Den nächsten - ich erinnere mich selten an die einzelnen Leute und die Abfolge, aber heute waren es gleich viele hintereinander, die mich wieder was über´s Leben lehrten -  hole ich vom Krankenhaus ab, nach sechs Wochen nun, und er nennt den Namen eines Kölner Stadtteils. Ich frage: "Wohin denn da genau?" "Nein, nach Ehrenfeld in die Dingsstrasse" "Ach so" lache ich "Ihr Name ist Dings?" Ja - es ist sein Name. Das - habe ich wirklich absolut selten erlebt, daß sich jemand erst namentlich vorstellt, bevor er einsteigt. Ein echtes Restexemplar aus höflichen Zeiten. Interessanter Vormittag für mich - ich habe zwar keinen Bock mehr auf den Job - aber gerade jetzt schicken mir die Götter wieder solche Momente der zwischenmenschlichen Begegnungen und ich staune selbst, daß ich sie an diesem Vormittag sehr gerne erlebe.
Nach einer langen und viel zu warmen Wartezeit - kommt einer mit einer Fahrt, die sich für mich lohnt. Er kommt gerade aus Holland von einem Bootsurlaub zurück - und frischt meine Erinnerungen an den Bootsführerschein auf - was für ein Geschenk. Es kommt recht schnell wieder ins Gedächtnis durch seine Erzählung und ich frage noch dies und das nach, was ich mich in letzter Zeit schon selbst dazu gefragt hatte. Meine wichtigste an ihn war, ob sich denn inzwischen vieles geändert habe? Nein, im Grunde wenig. Auf den Wasserstrassen geht´s doch gemütlicher zu als auf denen für Autos. Will mir demnächst nochmal ein Anlegemanöver am Rhein genauer ansehen - zur Auffrischung.
Von da an läuft der Tag von selber weiter, auf angenehme Weise.
Die ehemalige Vermieterin in der Stadt hat Post für mich angenommen und benachrichtigt mich - ich schreibe ihr eine SMS, sie könne diese einfach auf die Briefkästen im Haus stellen, statt sie mir zu schicken - ich wäre eh mit dem Taxi unterwegs und könne mir die dann abholen kommen. Als ich nochmal vor dem Haus stehe und alle Klingeln drücke - komme ich nicht rein. Keiner da. Ich registriere - Erleichterung, daß ich nicht mehr dort lebe. Der einzig verrückte Gewohnheitsmechanismus, den ich öfter noch beobachte, ist - mal eben einzubremsen, um die santiären Anlagen zu benutzen. Aber das - geht ja jetzt nicht mehr. Kein echter Verlust - habe genügend Alternativen.
Am Nachmittag zweimal zum Flughafen raus, zweimal Menschen glücklich gemacht, die Termindruck hatten. Am Flughafen zum krönenden Abschluß völlig unerwartet im richtigen Moment - direkt bei der Rückkehr aus dem Sanitärbereich - noch eine Fahrt im Flug auf´s Display bekommen.
Es ist völlig verrückt - Du kannst weder etwas dafür oder dagegen tun - Du kannst weder etwas richtig noch falsch machen. Egal - wer was erzählt. Es gibt - keine Gebrauchsanweisung und keine Regeln.
Und dann nochmal mit dem Herz telefoniert, welches sich gerade um Taxi-Besetzung und Wagenschlüssel kümmert. Ob da ein Schlüssel in der Konsole wäre? Nein, leider kein Schlüssel. Ach Du Scheisse .... der nächtliche Aushilfsfahrer hatte diesen draußen am Auto deponiert - und ich wußte davon nichts, als ich am Morgen losfuhr. Gehe also am Abend nochmal zum Übernahmeort und will den Boden absuchen ... als der Schlüssel mir schon aus der Ferne entgegenblinkt. Hallelujah! Ich freue mich mit, denn so ein Verlust ist immer ein schlechtes Gefühl. Und so ein Wiederfinden - eine echte Freude.
Ja - manche Tage sind auch einfach schön - irgendwie.

Donnerstag, 24. Mai 2012

Die zurückschauende Venus ...

.... prüft weiter. Einer meiner liebsten Liebhaber - den ich genau dafür liebte, daß er mich nur als Geliebte wollte - erlag dennoch diesem "Muttertrauma" - in ganz anderer Form.  Vielleicht - nicht einmal ein "Muttertrauma" - aber eines der Geburt. Der vielleicht ehrlichste Austausch zwischen Menschen, den ich bis dato erlebt hatte. Seinerseits zu Genüge reflektiert - mich erstaunend in solcher Klarsicht. Auf die Herkunft aus der Gebärmutter - aus dem Wasser - aus unserem Ur-Element bezogen. Eine zu Lebzeiten meist unerfüllbare Sehnsucht nach Rückkehr.. Immerhin - wurde uns von den Göttern ein Geschenk zuteil  -  um all diesen Rätseln - jede(r) für sich - auf den Grund zu gehen. Jenseits -  von absurder Romantik.

Lovely Day

... höre ich schon seit Äonen - immer wieder neu.
Gracias, senor Whiters ....  God bless you - and us.
Den sehr langen Ton für den guten Tag mitzusingen - tut gut .....
und/ oder noch damit zu jonglieren, sofern der Atem reicht.

Unvergessene Liebe - oder: wie ich vor Bindung und Gebären reisaus nahm ....

Denke manchmal an Begegnungen meiner Jugend zurück, bei denen ich sehr bewußt flüchtete - vor den vorgezeichneten Konsequenzen.  Die wären i.d.R. gewesen: Sich binden und eine Familie gründen. In besonders liebevolller Erinnerung bleiben mir zwei Männer, mit denen ich vermutlich zusammen alt geworden wäre - hätte es mich nicht weggezogen.
Der Eine - war überhaupt nicht mein"Typ" - zog mich aber vom Herzen her sehr an. Wir machten eine Motorradfahrt zu viert - ein befreundetes Paar und dieser Mensch und ich. Es war noch sehr kühl, als wir aus Belgien zurückkamen, es war sogar eisig - und dieses liebevolle Geschöpf wärmte mir während der Rückfahrt beständig meine Hände - mit nur einer Hand lenkend. Ich erging mich zuvor des Öfteren bei ihm zuhause mit ihm in seiner diffizilen Schallplattensammlung - Jazzrock vom Allerfeinsten und nie zuvor Gehörtes. Kein Mainstreamer - und ein sehr feiner, feinfühliger Mensch. Ein sehr liebevoller Mensch. Allein - er stand nicht auf meinem Lebensplan. Da stand einfach nicht drauf: Sich binden und Kinder erzeugen. Und ich wußte sehr genau - daß es mit ihm so gewesen wäre.
Der zweite und Letzte, der mir dieserart je gefährlich wurde, war ein wunderschöner, kluger und mehr als einfühlsamer Marrokkaner - der bis zur eigenen Demütigung um mich geworben hatte in einer recht absurden Situation. Unermüdlicher Beutetrieb quasi.... Als er nach stundenlangem Mißerfolg endlich seine sinnlose Sonnenbrille in der ohnehin dunklen Lokalität abnahm und mich in seine wunderschönen, tiefen braunen Augen schauen ließ - hatte er gewonnen. Temporär.  Ich zerschmolz - temporär - und lehnte nach dieser Begegnung jede weitere, folgende Einladung kategorisch ab. Er wäre ein Erzeuger von vielen vielen Kinderchen für mich geworden.
Das aber - wollte ich nicht für mich.
So - mußte ich seinerzeit kategorisch "Nein" sagen.
Zu beiden - die ich in bester Erinnerung habe.
Und denen ich schon oft allen Segen gewünscht habe.
Zwei warens nur - von sovielen - mit denen ich tief verbunden war - aus vermutlich längst vergangenen Geschichten -  und die mir je potentiell das Hirn, mein Herz - und den eh bereits geschriebenen Lebenplan -  hätten durcheinanderwirbeln können - in eine erneute Mutterschaft. 
Zwei Gute - süß zu Geniessende - die sicher ihre Mütter noch gefunden haben. Alle anderen Liebhaber - waren auf ihre Art ebenso auf der Suche nach Mami.
Männer, die Mütter suchen - sind für mich keine.
Wer bleibt da übrig?!
(rein rhetorisch in den Raum gestellt -.die Antwort ist mir gut bekannt)

Angenehmer Wärmeschock - und dritter Absprung

Draußen hat es über 30 Grad - und in der Wohnung unterm Himmel bald ebenso viel. Naja, 24 sagt die Anzeige. Für mich neu. Und bisweilen sehr angenehm, obwohl ich mich abends auch sehr über die einfallene Kühle und feuchte Luft vom Wald her freue, über ihren frischen Duft. "Unwetter" gab´s hier keines gestern - nur ein wenig Gewitter und Regen. Die ziehen meistens über die "Kölner Bucht" hinweg bzw. dran vorbei. Ein schönes Abendrot gab es - ich glaube, das steht für einen recht warmen und sonnigen Folgetag?  
In der ehemaligen Stadt-Hinterhof-Hütte war es eigentlich immer eher kühl. Träumte heute nacht von dieser - hatte noch ein paar Dinge dort in einem Kabuff - die Sanierung war schon im vollen Gange - und es galt, diese so schnell als möglich herauszuholen.  Zwecks sauberem, endgültigem Abschluß. Ich möchte diese Wohnung nicht auch noch in diversen Albträumen mit mir  schleppen. Das Traumkabuff - sind die noch unausgepackten Kartons hier.
Dazu kam die plötzliche Traum-Option, doch noch ganz woanders hinzuziehen, zusammen mit anderen Menschen. Überlegte bereits, wie ich das wohl organisatorisch-praktisch schaffen sollte im gleichen Monat - und bemerkte erleichtert, daß es eine schlechte Idee war. Nein nein ... bzw. Ja! Es ist gut so, wie es ist. Ich beschloss also, in dieser Wohnung hier zu bleiben, mit viel Raum und Freiraum für mich selbst. Eine freundliche Wohnung, die noch ein bischen mehr Putzen benötigt, um die ehemaligen Geister zu entlassen. Die - gibt es ja fast überall. Ein etwas rätselhaftes, nächtliches Klopfen habe ich nun schon ein paar Tage bzw. Nächte nicht mehr vernommen. Die von mir selbst mitgebrachten Geister - sind ebenfalls schon freundlicher geworden. Haben sich hier, wie ich auch, schon etwas entspannt und beruhigt.
Baden im Hochsommer ... was für ein Luxus.
Trockene, duftende Wäsche nach weniger Zeit - was für eine Freude.
Schrub ich schon - freue mich aber immer noch.
Als ich neulich mit Rasenmähen dran gewesen wäre - dachte ich noch "Oh, wie schade, die vielen schönen Gänseblümchen und Löwenzähne absäbeln zu sollen - nur um der Ordentlichkeit wegen."  Nach nicht mal einer Woche des letzten Absäbelns - blühen sie schon wieder überall auf diesem Rasen.
Ja - ich habe, zutiefst naiv und städtisch-verblödet, keine Ahnung von dieser Kraft da in der Erde, die unerschöpflich einfach Neues wachsen läßt. 
Einkaufen gehen bzw. fahren - heute ausnahmsweise beim Aldi angehalten und gestaunt, wieviel Geduld die Kasserierin sich dort erlauben konnte für die langsame, ältere Dame vor mir. In der Kolonie geht das geradezu schweißtreibend vor sich - alle(s) in fürchterlicher Hektik. 
Über zwei, drei Tage meldete sich der Verstand und erzählte Unsinn - sowas wie "Was willst Du denn überhaupt hier? Das ist doch unpraktisch." Er hatte keine Chance, wollte mir selten größeren Unsinn erzählen - er sah es sogar selbst ein und gab sofort auf. Gerade kräht wieder der Hahn und schon öfter fragte ich mich, wieso die Mär geht, daß er das nur morgens tue. So ein Hahnenkrähen ist für mich eine helle Freude.
Ne - ich will nicht mehr zurück in die Stadt.
Ein Segen.
Übrigens - mein dritter "Absprung" - die beiden ersten liefen unerwartet daneben und ließen mich wieder zurückkehren. Der erste - weil ich scheinbar zu früh dran war damit und auf einer Art "Festung" gelandet war, auf der ich nichts zu tun hatte. Der zweite -  aus zwischenmenschlicher Enge/Engstirnigkeit und meiner tiefen Unwilligkeit heraus, mich in solchen Unsinn sinnlos-kompromissierend einzufügen. Die Natur vor Ort war es ganz sicher nicht, die mich zurück in die Stadt und auf die Strasse katapultierte - im Gegenteil. Es waren allzu viele philosophisch-romantische Ideen, die sich in dieser "Gemeinschaft" in Illusion aufgelöst hatten  - und die im Nachgang nochmal mitten auf der Strasse mit "ganz gewöhnlichen Menschen" auf ihre Tauglichkeit hin geprüft werden wollten - also sozusagen außerhalb schön- und klugredender geschützter Räumlichkeiten - in denen es ebenso viel Kleinkriege und mindestens soviele dummgeistige Hierarchien gab, wie im "normalen Leben".  Nur unter anderen, "spirituellen"  Deckmäntelchen.
Dieser mich damals zutiefst erzürnende Blender - mit dem ich seinerzeit heftigst aneinandergeriet und mich fast duelliert hätte ob immer wiederkehrender, sinnloser Attacken gegen meine Person und für mich immer wieder kotzreizauslösende Selbstbeweihräucherung der seinen - war wenige Zeit nach mir verschwunden. Was ich mir erspart habe durch meine Entscheidung, als Erste von beiden zu gehen und den Raum wieder aufzumachen, waren faule Kompromisse und sinnloses Blabla. Es war einfach nicht genug Platz dort - weder für uns beide, noch für meine  Kompromisslosigkeit in bestimmten Lebenslagen. Und ich bin das - kompromisslos - wenn ich auf Schleimscheisser und Zwiegesichtige treffe.
Hörte noch viel im Nachgang zu dieser Figur - aus verschiedenen anderen Häusern bzw. von Menschen - aber es war gut so, wie es war. Und ich interessierte mich nicht mehr für diese eine Pfeife von vielen - viel interessanter war für mich im Grunde, wie gerne Andere sich blenden liessen. Eine echte Lektion - für mich - was die "Spirituellen" betrifft. Bei der seinerzeit anberaumten "Supervision" - eröffnete ich also schlicht meinen zügigen Weggang - lapidar wie in einem Western: "Erspart Euch das Blabla - hier ist einfach nicht genug Platz für uns beide - also werde ich gehen." Es klappte alles nochmal - glimpflich für mich.  
Eigentlich immer noch ein Buch, was aufgeschrieben gehört: Das "Buch der Blender und Geblendeten".
Mein dritter Absprung - fühlt sich an, wie Urlaub.
Und das fühlt sich gut an.
Warm.
Für HINA 
Eine hawaiianische Göttin - die mich vor vielen Jahrzehnten aufsuchte.
Venus eben. 39 draußen - 27 innen - hawaiianische Temperatur.
Zeus an Venus - JUMP - Unvergessenes Lieblingslied  Immer noch. 
Venus an Zeus - spring erst mal - für Dich selber, Herzchen!
Beweg Deinen eigenen, arthritischen Arsch!
Und wenn Du DAS überlebt hast - können wir uns nochmal neu unterhalten.
Zeus - nicht einmal wirklich alt geworden - scheint nicht gesprungen zu sein.
Naja - ein wenig älter doch. Körperlich eben.
Der Sprung - ist halt mehr geistig geworden ... chrrrr .... 
Erstaunlich für mich - wie "weich" die vermeintlich "harten Jungs" seinerzeit eigentlich daherkamen ... anderes Thema. Treffe nur noch äußerst selten jemanden aus dieser Ära.

Mittwoch, 23. Mai 2012

Berufsfindungsgedanken

So - jetzt wäre ich so weit - mal einen Beruf zu ergreifen. Das, was bisher so war, hatte damit nichts zu tun. Ich habe zwar noch keine Ahnung, wie dieser aussehen wird - aber ich habe beschlossen, daß er erfunden werden muß. Und daß ich keine weitere Ausbildung machen möchte - bei der ich wieder viel dummes Zeug auswendig lernen müßte, welches ich für nicht tauglich halte.
Vor etwa 2, 3 Jahren setzte mir eine mir bekannte Astrologin in einem Gespräch zu meinem Horoskop wieder so einen juckenden Floh ins Ohr - sie meinte, ich müsse nochmal eine weitere offizielle Bescheinigung erwerben, als Fundament quasi, um meine Glaubwürdigkeit zertifiziert zu bekommen - von anderen Leuten. Ich dachte lange drüber nach - und merkte, daß ich dazu keinerlei echte Lust mehr habe. Ich achtete verstärkt auf solche Menschen, die äußerst erfolgreich sind - teilweise ohne abgeschlossene Schulausbildung und/oder sonstige Fremd-Zertifizierungen. Es gibt genügend davon. Es ist also - nur ihre Idee von der Welt - nicht (mehr) meine. Ein von mir vor einigen Jahren anvisiertes Fernstudium im Gesundheitsbereich - habe ich wieder verworfen, nachdem ich sah, was ich mir da alles an völlig umstrittenen Theorien und Behauptungen nur für die Prüfungen auf die Festplatte hätte speichern sollen. Halte mir die Option rein organisatorisch noch eine Weile offen - aber im Grunde hat es sich erledigt.
Ich muß mir also was Gutes einfallem lassen - ohne einen Schimmer zu haben, was das genau ist. Aber der erste Schritt ist schon gemacht - die Entscheidung nämlich, mir eine Nische schaffen zu müssen. Und nicht mehr auf solche zu hören, die an fremdbeglaubigte Papierstücke glauben.
Lustigerweise - treffe ich in den vergangenen Tagen immer öfter auf solche Aussagen von Menschen, die ebenfalls der Ansicht sind, daß einzig Vernünftige, was mensch im Leben lernt - lernt er eh nur aus eigenem Antrieb und freiwillig, nicht aber in Schulen und Institutionen.
Bin gespannt, was die Götter so dazu sagen. Werde sie mal fragen und beraten lassen, ob sie mich bei diesem Spiel begleiten werden - immerhin habe ich - vermutlich - noch ein paar Jahre Zeit, die Entscheidung mit Leben zu füllen. Und einstweilen - habe ich ja noch einen Broterwerb.
Unglaublich naiv, in dem Alter? Ja, das ist auch so eine von diesen knallharten Konditionierungen - daß man in meinem Alter oder gar "im Alter" nicht mehr neu anfangen kann, soll, können darf. Das "mentale Alter" hat aber mit den bezifferten Lebensjahren nicht viel bzw. so gut wie nichts zu tun. Sehe und erlebe das auch immer wieder mit den vielen Menschen, die mir in die Limousine fallen. Der Geist macht´s.
Sah gestern am Rande einen Bericht über Dieter Hildebrand, der weder seinen Geist noch seinen Hintern trotz fortgeschrittener Jahre ruhig halten kann - und will. Ist wieder aktiv unterwegs - obwohl er mal "aufhören"  wollte. Schön!

Dienstag, 22. Mai 2012

Donna Summer - und: I love to love you babe ...

... in allen Wohnzimmern vor wenigen Jahrzehnten. Was für ein Aufprall - der Generationen. Es gab ja nur maximal drei TV-Sender - und zumindest bei mir zuhause lief auch regelmäßig die "Disco" mit Ilja Richter ab. Und somit auch dieser seinerzeit neuartige, stöhnende Gesang von Frau Sommer.
Wenn ich mir das heute - nach Jahrzehnten und aus Anlass ihres Übergangs ansehe - muß ich lachen über soviel Aufprall - verschiedenster Konditionierungen.
Ich saß mit meinen Eltern vorm Fernseher - Jahrgang 21 und 27. Hätten auch meine Großeltern sein können, für ihre Verhältnisse bzw. Generation haben sie mich reichlich spät "ausgeworfen". 
So - saßen wir alle zusammen im Wohnzimmer und lauschten dem Stöhnen. Ohne laut drüber nachzudenken. Kann auch gut sein, daß doch eine treffliche Bemerkung gefallen ist.
Es tönte also plötzlich dieses neuartige Sing-Stöhnen von Frau Sommer überall durch den gemeinen Äther. 
Heute frage ich mich - wie das wohl angeklungen sein mag für viele Menschen seinerzeit, die nie eine "sexuelle Befreiung" o.ä. erlebt haben. Denen das alles zutiefst suspekt war. In Zeiten, in denen viele Leute hierzulande noch glaubten, daß Spaß an der Erotik bzw. am Sex nur den Männern vergönnt sei. Ich lache - und denke, die haben auch viel dazulernen dürfen im Laufe ihrer Jahre.

So das Wetter hier von Westen kommt ....

wie die hiesige Nachbarin mir heute eröffnete ... wünsche ich Euch schon mal blendend gute Aussicht auf die nächsten Tage!
PS - Da muß ich wohl noch einiges lernen in Sachen Wettervorhersage .... Gewitter und Regen sind gekommen. Mir sehr willkommen.

Living in a box

von - Living in a box -
fiel mir eben wieder ein ....
hübscher Mann - habe damals keine Videos angeschaut, nur die Musik gehört. Ja - manchmal echt hübsche Jungs, die gut für ihre Familien sorgen und SUV´s fahren.  Mit einem - habe ich vor ein paar Monaten einen spontanen, aber sehr notwendigen Krieg geführt. Er kam mir in einem sehr eng befahrenen Wohnviertel entgegen, als ich gerade meine Fahrgäste abholen wollte - und er begann den unerwarteten Krieg so "IHR ARSCHLÖCHER IMMER ...." Er meinte wohl meine berufsausübende Zunft. Wobei - er mir auf den Kühler fuhr - nicht ich ihm. Und er war es, der mehr als genug Platz hatte, um auszuweichen - nicht ich. Manches Mal lenke ich auch bei Arschlöchern ein - weil sie von Haus aus sinnlos sind. Hier - war es mir ein Gebot, standzuhalten. Und ggf. einen sinnlos-unerwarteten Krieg gegen ebensolche Arroganz auszutragen.
Ich habe das schon mal gepostet - aber dieses hübschgesichtige Arschloch fiel mir dieser Tage nochmal ein - mitsamt seinem Sohn im Auto, den es hoffentlich nachhaltig bedenklich stimmte, daß seinem persönlichem Helden - also seinem Vater - knallhartes Paroli geboten wurde - von einer Frau, die nicht einmal im Entferntesten so ordinär wurde, wie sein Held.
Die zusammenlaufenden Bewohner - regelten die Dinge - zu meinen Gunsten. Der schöngesichtige Blasierte (Aufgeblasene) mußte zurücksetzen.
Das alles - muß manchmal sein - um deren Box zu sprengen.  
Meine Übung dabei ist - einfach stehen zu bleiben und größtmögliche Ruhe zu bewahren.
Dieser Tage hatte ich noch eine der akut-absurden Begegnungen solcher "Weltmeister-Art" - und war hoch erfreut, daß mein Fahrgast das Fluchen über soviel Dummheit für mich übernahm. Ein Porschefahrer ... der allen Vorurteilen viel Zusatzkraft gab. Unglaublich - blöde und simpel - alle Anderen über den Haufen werfen wollend. Ich sagte zu  meinem Fahrgast - hier ist es klüger, kurz zurückzusetzen und der Dummheit auszuweichen. Alles Andere - bringt uns gerade nicht weiter. Er sah das ein. Und wir lachten anschließend gemeinsam über soviel dummdreiste Blödheit.
Es muß also - immer wieder - von Fall zu Fall und im Moment entschieden werden.
Nicht in einer Box.

Eine rückläufige Venus ....

... bescheinigen die kundigen Astrologen derzeit. Für mich insofern sehr interessant - die ich keine Ahnung habe - als das gerade mein "Detailblick" die Venus besonders sorgsam beobachtet bzw. vermehrt wahrnimmt - und an allen Strassenecken hervorgehoben erblickt. Schaute mir gestern in der Innenstadt überraschend  Brüste von älteren Frauen an, die keinen BH trugen und deren Brustwarzen sich deutlich sichtbar unter ihrem Gewand abzeichneten. Schönheit. Sah auch wunderschöne junge Frauen an der Limousine vorbeilaufen.  Venus - überall. Schönheit - überall. Was soll daran - "rückläufig" sein - ich sah selten mehr Venus, als gerade noch gestern auf den Strassen.
Erklär mir das bitte einer ..... ich empfinde das überhaupt nicht als - rückläufig. Im Gegenteil. Sie - Venus - trommelt für mein Empfinden weit lauter als sonst - und beharrt auf ihre naturgegebene Sinnlichkeit.
Das einzig ewig rückläufige, was ich bei dieser seltenen und für mich selbst überraschenden Betrachtung erblickte, war eine junge Frau, die gar keine Brüste zu beherbergen hatte und dennoch einen Push-Up trug ... 
Venus rückläufig - was heißt das?
Für mich scheinbar - ihr volle Aufmerksamkeit zu schenken.
Selten zuvor sprang sie mich jedenfalls derart an - in verschiedensten Erscheinungen.

Noch eine Übung aus diesem "Scanner-Buch" ....

... die ich bereits gemacht hatte, bevor ich überhaupt mit Lesen begann: "Einfach gutgelaunt versagen und alles heiter versemmeln."  Eine äußerst wohltuende und befreiende Übung!
Als ich neulich hier einzog - fragte ich diesen sehr angenehm-durchgehend-gut-gelaunten Nachbarn von unten bezüglich des hier existierenden Arbeitsteilungs-Planes. Es ist ein wirklich gepflegtes Haus, wie auch beide Umzugsengel sofort anmerkten, als sie mir ihre wertvolle Hilfe am Umzugstag zukommen liessen. 
Meine Jobs diesbezüglich habe ich also alle drei Wochen, drei Parteien im Wechsel.
Rasenmähen - ging nicht in der Woche, als ich dran war. Es war ständig zu nass. Sagte den Leuten unter mir Bescheid, daß ich es nicht vergessen habe, aber erst wieder dann und dann dafür Zeit habe. Als ich nach der Schicht nach Hause kam - war der Rasen gemäht. Die Mülltonnen, die ich an die Strasse hätte stellen sollen, waren bereits dort, als ich abends nach Hause kam. Den Keller zu putzen - habe ich mir schlußendlich einfach selbst erlassen. Ist eh kein Dreck vorhanden.
So - habe ich also auf ganzer Linie alles vergeigt - und das ist gut so für meinen Lernprozess. Heute traf ich wieder beider Parteien vorm Haus - und klärte sie jeweils nochmal dazu auf, daß ich einen ganz anderen Rhythmus habe und es keine schlechte Absicht oder Vergessen war.  Was die Mülltonnen betrifft - das ist eh wurscht, wer sie rausstellt oder wieder mitbringt zu den Terminen, Hauptsache, sie werden geleert. Auf´s Rasenmähen habe ich heute bestanden .... bevor der Energiebolzen unten wieder schneller ist als ich.  Kellerputzen - war mir letztlich wirklich recht wurscht.
Konnte gut meine "Korrektheits-Konditionierung" beobachten. Die ich zwar durchaus korrekt finde - aber ich mag mir keinen Stress mehr deswegen machen. Die Nachbarn - tun´s übrigens auch nicht. Spielt sich alles ein.
Ich finde es sehr angenehm, in einem "gepflegten Haus" zu leben - anders gesagt - in einem, in dem alle gerne wohnen. Und diese Liebes-Arbeiten - sind halt ein gut sichtbares Bild dafür. Ebenso liebevolle Bepflanzungen des Gartens. Liebevoll geordnet - ich würde es liebevoll erheblich wilder gestalten. Aber das ist nicht wirklich mein Begehr. Und ich bin in allererster Linie hier - um mich um mich selbst zu kümmern.  Denoch - nehme ich gerne hin und wieder die Gelegenheit wahr, mein letztes, städtisches Nachbarschafts-Trauma aufzulösen und meinen Teil in Zukunft dazu beizutragen, daß das Haus die ihm zustehende Zuwendung beibehält. Schließlich freue ich mich auch darüber.
Dennoch - habe ich alles vergeigt in meiner ersten "Aktionswoche". Und finde das inzwischen mehr amüsant - nachdem ich mir selbst Stress dazu gemacht hatte. Funktionieren eben. Und wenn es nicht funktioniert? Dann funktioniert es eh trotzdem.
Die Menschen hier scheinen ganz in Ordnung zu sein. Obwohl ich schon über diverse Animositäten staunte, die mir jeweils in Einzelgesprächen auffielen. Verschiedene Vor-Stellungen eben. Verschiedene Wertigkeiten. Direkt unter mir ein Paar, welches bereits über 40 Jahre hier lebt - mit zutiefst eingebrannten Gewohnheiten. Er - bat mich neulich, mein Auto seinen Gewohnheiten entsprechend etwas anders anzusetzen. Ok. Kein Problem. Ich - werde ihn allerdings demnächst bitten, meinen Außenspiegel nicht mehr einzuklappen - damit ich morgens freie Sicht habe, wenn ich losfahre. Zuviel Gewohnheit - ist auch nicht gut.  Die gute Nachricht: Sie haben ein Feriendomizil, welches sie oft aufsuchen. Im Sommer sogar für mindestens acht Wochen. Sie lassen es sich also sehr gut gehen - was ich mehr als vernünftig finde. Und eine Gelegenheit, die ich auch durchaus für mich gut nutzen kann - ein wenig lauter sein eben.
Hören tue ich nichts - außer dem Wasserlauf, wenn mal einer badet - oder die Jalousien, die sie herunterlassen. Was für ein Fest für mich !!! nach Jahren der qüalenden Stadt-Akkustik.
Heute sagte die Nachbarin mir nochmal - daß ich doch auch den Garten und alle Möbel nutzen könne. Es gibt Gemeinschaftsmöbel, zum gemütlichen Draußensitzen. Ja, sage ich, danke, habe ich gehört. Bisher - hatte ich noch Anderes zu tun - und wenn, ist es für mich meist besser, mich zu bewegen. Ich sitze soviel ...
Werde das - langsam - nutzen. Es duftet so köstlich am Abend hier, nach Wald und den prächtigen Bäumen in der kleinen Siedlung. 
Ich erzählte ihr: Sie können sich das vielleicht nicht so recht vorstellen, weil Sie schon so lange hier leben - aber ich geniesse das sehr, hier zu wohnen und jeden Morgen und jeden Abend dieses wunderschöne  Naturschauspiel zu haben. Gerade heute morgen - den Nebel zu sehen zwischen den Bäumen. Doch - kann sie - sie sagt es nicht, aber nickt und erzählt mir, aus welcher Richtung das Wetter kommt, wenn nicht gerade ein besonderer Wind weht.  Aus dem Westen. Mein Wohnzimmerfenster - auf das der Regen mit voller Wucht prasselte an meinem allerersten Tag hier. Sie haben keine Fenster in die Richtung, aber das könne man ja wieder putzen. Sie hat eindeutig eine Art Putzwahn  - aber mir ist es gleich. Immerhin versteht sie meine Freude über die Natur hier und über das Wetter -und darüber, nicht mehr in der Stadt zu sein. Ich erfahre noch etwas von diversen, schönen Radwegen und von einem Hof, der gutes, regionales Gemüse anbietet.
Die sind recht gesellig, die Nachbarn, scheint mir - im Gegensatz zu mir, die ich noch meine Zeit brauche. Ganz besonders nach einer Schicht in der Kolonie - wenn ich mich einfach nur noch über das Alleinsein unterm weiten Himmel freue.
Dieses völlige "Versagen" in meiner ersten "Hausjob-Woche" hat mir gutgetan - um mich selbst zu beobachten.  Den Druck, den ich selbst erzeuge. Und meine seltsame Reaktion auf Erwartungen, die mir vorab angetragen werden: Der quickfidele Nachbar von unten redete ständig auf meine Nachfragen in solchen Formulierungen wie "Der da vorher gewohnt hat - hat das AUCH immer vergessen."  Ich dachte die ganze Zeit: Wieso redet der jetzt von AUCH?
Soweit - so gut versemmelt.
Sicher werde ich noch eine sozial-verträgliche Hausbewohnerin.

Verrücktes Selbstbild

Nach dem Post zum "Scanner-Dasein" fielen mir heute morgen im Bett, noch halb schlummernd, einige Stationen hierzu wieder ein und ich stellte fest, daß ich die meiste Zeit ein ziemlich verrücktes Selbstbild hatte. Ich hielt mich meistens für faul. Heute fiel mir ein, daß ich einst nach der Arbeit ein BWL (autsch, aber besser lernen als nicht lernen ...)-Studium absolvierte und nach den Unterrichtsstunden noch zuhause weiterlernte.  Bzw. nicht bis zuende absolvierte, weil das Leben mir ganz neue Möglichkeiten präsentierte, aber immerhin war das kein übler Einsatz über ein paar Jahre. Mir fiel wieder ein, wie ich mich in einem Job zügig und intensiv in die mir völlig fremde Materie einarbeitete und einlas - es mußten besonders viele Gesetzestexte studiert werden (also eine neue Sprache ...) und ich arbeitete an einer neuen Gesetzgebung in dem Bereich mit. Erstellte "Synopsen" .... mit viel Geduld und Liebe zum Detail. Hatte sogar mal Spaß an Rechnungswesen und "Controlling", ebenfalls Detailarbeit und viel Lesen aus Zahlen - also Bildern.  Oft waren meine "Vorgesetzten" und ich sehr schnell mit unserer Arbeit fertig - und hatten so entsprechend Zeit, uns auszutauschen und vieles anzudenken. Kleinprojekte wie Bootsführerschein machen und den Taxischein - machte ich mit links, lernte sorgfältig für die jeweiligen Prüfungen. Das ist meine Form von Faulheit -- ich hätte keine Lust gehabt, irgendwas derartiges zweimal zu machen, wollte, daß es beim ersten Mal klappt. Probierte mich in Selbstständigkeit und Geschäften aus - zusammen mit Freunden ging´s voll daneben - allein klappte es ganz gut und meine MitarbeiterInnen arbeiteten sehr gerne mit mir zusammen, wie sie mir mehrfach beteuerten.
Über´s Trommeln habe ich ja schon genug erzählt. Habe stundenlang gespielt am Tag, ohne Motivationshilfen, es war mehr als genug eigenes Feuer da. Bei Proben mit anderen Menschen - ging mir das viele Blabla einfach nur auf die Nerven, ich wollte spielen. Und brauchte keine Pause. Hätte lieber zweimal so lang durchgespielt. Bei Budhhistens habe ich oft 70 bis 90 Stunden in der Woche gearbeitet, in einem so großen Haus gibt es immer genug zu tun. Als ich mit dem Taxifahren anfing, war ich sechs Tage und 72 Stunden die Woche draußen. Ich reduzierte dann auf fünf Tage und 60 Stunden. Immer noch genug.
Heute mache ich "nur noch" 48 Stunden - es bringt eh nicht wirklich etwas ein und ich habe immer genug Anderes zu tun. Dazu gibt es keinerlei "Erfolgserlebnisse", höchstens mal einen guten Lauf, der aber jedesmal von Neuem dem Glück überlassen ist.
Man kann also nur - jedes Mal wieder optmistisch den Tag beginnen, und auch dies erfordert eine Menge Ausdauer. Einige Jahre nutzte ich die Wartezeiten zum Lernen. Und auch die Begegnungen mit Menschen.
Im Grunde bin ich jedes Mal, wenn ich für etwas begeistert war, voll eingestiegen und habe mich ganz drauf eingelassen. Auf Cuba lernte ich neben den Rhythmen noch, sehr gut spanisch zu sprechen. Als ich ankam, konnte ich nur das Notwendigste und mich mit Händen und Füßen und Mimik dazu verständlich machen. Dank der liebenswerten Geduld der Menschen dort verstand ich am Ende alles und konnte mich über alles mit den Menschen unterhalten, was ich in stundenlangen Gesprächen trainieren durfte. Das alles - fiel mir sehr leicht, denn es gibt diese "Scannerfähigkeit", sich sehr gut konzentrieren zu können auf das, was gerade begeistert. Ganz einzutauchen. Und tatsächlich im Moment zu sein, in der Gegenwart. Alles Andere sein lassen.
Bei diversen "Gesundheits-Ausbildungen" sog ich wieder alles auf. Von verschiedenen Seiten. Verschiedene Lehrer, Lehren, Ansätze - Beleuchten von mehreren Seiten aus - nach Erwerb von Grundkenntnissen - ist mir wichtig, um die Dinge auf ihre "Tauglichkeit" hin prüfen zu können. Ich glaube nur, was sich mir als tauglich erschließt. Und selbst das - ist nie die ganze Wahrheit. Vieles, was ich so lernen durfte, kam immer wieder als gleiche Essenz zusammen. Während einer Ausbildung wieder eine harte Geduldsprobe für mich - die mitstudierenden Damen hörten schlicht nicht zu. Sie hörten nicht erst einmal zu - um dann eine wirklich sachbezogene Frage zu stellen, sondern sie quatschten einfach gerne, ließen gerne hören, was sie vermeintlich schon alles wußten oder wie es ihnen gerade so ergeht ... für mein Empfinden viele wertvolle Stunden des möglichen intensiven Studierens für mehr oder weniger unangebrachte Selbstdarstellung verplempert. Nicht das erste Mal in zahlreichen Gruppen-Erlebnissen.
Soweit - so gut.
Dann kam eine seltsame Zeit des Desinteresses. Alles einfach mal ruhen lassen. Kein neues Feuerchen wollte sich entzünden. Eine Zeit der Überprüfung, teilweise frustrierend bzw. desillusionierend - denn ich hatte den Stein der Weisen nicht gefunden - und würde ihn auch nie finden. Andere auch nicht - aber das ist kein echter Trost.
Die Limousine war eigentlich ein guter Ort dafür, da ich meine eigene Chefin war und niemand an mir herumzerrte - außer bis auf wenige nervige Momente, die aber gleich wieder vergehen würden.
Jetzt - merke ich, daß auch diese Zeit ein Ende finden will. Also diese Phase des An-nichts-mehr-Glaubens, des Verdauens von allem, was war.
Das kurze Fazit aus allem, was war - ist simpel:
Es ist alles in bester Ordnung, wie es ist. Ich bin auch in Ordnung, wie ich bin. Du auch.
Es gab Erfolge und Mißerfolge, es gab Anerkennung und Ablehnung. Und all das - spielt keine tiefere Rolle. Es gibt nur Ausprobieren, Schmecken, es geniessen, solange es dauert. Nichtstun und Nichtswollen - dauern auch nicht ewig. Den Göttern sei Dank hierfür!
Und für die Botschaft, die sie mir jüngst mit den Erhellungen von Frau Sher schickten! Habe noch nicht mal die Hälfte gelesen, es wird noch viel spannender - und schon jetzt löst sich Vieles, was ins Stocken geraten war.
Ich habe einen gravierenden Fehler gemacht - auch das gehört dazu: Ich habe immer versucht, das was ich tat, ins "Nützliche" zu bringen. Der sichere Tod der Freude am Tun selber. Einen ("Lebens-) Sinn" aus dem Tun zu kreiieren - oder wenigstens eine Belohnung im Außen zu erhalten - statt die Dinge einfach nur um ihrer und meiner selbst willen zu tun. Zu weit in die nicht-existente Zukunft gedacht. Ich war schlicht viel zu vernünftig - obwohl ich mich oft für äußerst unvernünftig halte.
Das noch kürzere Fazit ist: Einfach das tun, was getan werden will. Ohne "Sinn". Einfach aus Interesse und/oder Freude heraus - ohne Gedanken an ein Ergebnis. Das war der Haken - es sollte immer ein sinnvolles, nützliches Ergebnis herauskommen. Das vielleicht sinnvollste und nützlichste Ergebnis aus allem, was mensch tut, mag aber einfach die Freude am Tun selber sein.
Der größte Bullshit sind diese Gedanken und/oder religiösen Wahnideen, der Welt doch etwas geben zu wollen. Etwas Gutes tun zu wollen. Die Welt verbessern zu wollen. Für wen? (Für´s aufgeblasene Ego natürlich) - und wer hat denn darum gebeten? Ich denke, daß viele übereifrige Helferlein und Weltverbesserer  viel mehr Schaden anrichten, als sie glauben - immer sprechen sie dem anderen Menschen auf gewisse Weise die Fähigkeit ab, sich selbst helfen zu können.

Im Zen heißt es: Durch die Welt gehen - ohne Spuren zu hinterlassen.
Für die meisten von uns - recht unerträglich.
Aber in den letzten Tagen begreife ich  diesen Satz besser - einfach tun, was getan werden will. Ohne Spuren zu hinterlassen = ohne ein bestimmtes Ergebnis zu erwarten. Und wenn etwas vorbei ist - weitergehen.

Es tut gut, den ganzen anderen Un-Sinn einfach hinter mir zu lassen.
(Schon wieder so ein Satz - den ich schon mal schrub .... viele Deja-Vu´s in letzter Zeit)
Ich mache die vorgeschlagenen Übungen also doch bereits, automatisch, nur nicht auf Papier bisher. Es sortiert sich im Geiste.  Und in Träumen.

Das Lied meiner Kindheit, welches mir gesungen wurde, wenn ich wieder einmal tausend Ideen hatte und ausgebremst bzw. auf Spur gebracht sollte, lautete "Spinn spinn, meine liebe Tochter ...." .  Jetzt - darf ich es - endlich! - als schöne Inspiration und Ermutigung hören.

Montag, 21. Mai 2012

Große Erleichterung ... was den Sinn des Lebens und die Sortierung betrifft

Fand diese erstaunliche und erleichternde Erhellung  - in einem schon länger im Besitz befindlichen, doch bisher noch ungelesenen Buch von Barbara Sher mit dem Titel "Du mußt Dich nicht entscheiden, wenn Du tausend Träume hast".  Aufgrund von schon länger anhaltender "Ratgeber-Allergie" hatte ich mich bislang gescheut, nochmal hineinzuschauen, doch trifft es genau den Kern meiner Sache, meiner Suche und meiner Essenz. Sie nennt Menschen wie mich "Scanner". Das sind Menschen, die eine recht schnelle Auffassungsgabe haben und eine große Neu- und Wissbegier. Für die die schlimmste Strafe im Leben ist - nur eines tun zu sollen, sprich: "Die" Lebensaufgabe zu finden. Sich auf Eines zu spezialisieren oder festzulegen. Sich selbst innerhalb der Unendlichkeit einzuschränken. Menschen, die schon vieles begonnen haben - einiges durchgezogen haben, manches sogar exzessiv, Anderes weniger intensiv, weil es schnell abgehakt wurde und das Interesse verblasste, wieder Anderes angefangen aber sehr schnell wieder verworfen haben. Trial and Error. Menschen, die den Nektar aus dem Leben und seinen Erscheinungen saugen. Die manchmal wie Bienen von Blume zu Blume fliegen - aber nur solange bei einer Blume verweilen, bis der Nektar gesogen ist - und dann nicht länger auf dieser sitzenbleiben. Wofür auch?! Soweit - so kurz.
Sie beschreibt mir Bekanntes: Als Kinder - sind Scanner gerne gesehen, denn sie sollen ja möglichst viel lernen und aufnehmen. Wenn aber nach der Schule die gewichtige Frage auftaucht, was sie denn jetzt werden wollen (für immer und ewig) .... sind Scanner hoffnungsos verloren. Ein Scanner will nichts werden, was er/sie bleiben soll. Das Leben bietet viel zu viel an, was mensch erkunden kann solange er/sie lebendig ist.
Es gab mal Zeiten, in denen Scanner durchaus geschätzt waren -  z.B. die Zeiten, in denen es noch Alchemisten gab, die sich mit allen möglichen Wissensgebieten, Geisteswissenschaften und den Musen beschäftigten.Das reicht bis ins Altertum - wurde aber irgendwann gekippt durch "Spezialisierung". Wäre ich bösartig - würde ich von Fachidiotie und Tunnelblick sprechen.
Tatsächlich - finde ich mich sehr gut wieder. Viele Jahre war es für mich das reine Grauen, wenn ich immer wieder gefragt wurde, was ich denn beruflich mache. Die Standardfrage in Deutschland - in anderen Ländern und Kulturen spielen ganz andere Dinge eine Rolle und folgt diese Frage erst sehr viel später.
Tatsache war - ich ging einem Broterwerb nach, meist mit zuvor exzellent durchlaufener Ausbildung - aber es interessierte mich nicht die Bohne. Ich hatte schon längst ganz andere, echte Interessen - die niemanden interessierten, weil sie nicht der äußerlichen Profilierung und dem Erwerb von Geld dienten. Und - weil sie von niemand Anderem bescheinigt waren. Alles - freiwillig erkundet. Und/oder teils bis zum Exzess betrieben. Aber eben kein "offiziell beglaubiges" Diplom an der Wand.
Oft stand ich mit einer Antwort auf die o.g. Standardfrage auf dem Schlauch - weil ich mich in einer erwartungsgerechten Antwort selbst verleugnet hätte. Ich hätte mir etwas zugesprochen - was nicht einmal einen Bruchteil meiner Interessen ausmachte. Noch mehr stand ich auf dem Schlauch bei dieser Frage, als mir die Götter eine Zeit schenkten, in der ich kein Brot erwerben mußte - es wurde mir einfach in den Mund geschenkt. Später erst hörte ich diesen amüsanten Begriff des "Privatiers",  in den ich mich sofort verliebte.
Nein - ich mache die Übungen aus dem Buch nicht. Die - habe ich schon vor Jahren gemacht. Aber es klärt einiges und bringt viel Erleichterung, was diese unsinnige Idee eines Lebens-Sinnes betrifft. Bzw. - besser - des Sich-Festlegen-Sollens.
Was - im Himmel - sollte falsch daran sein, alles auszuschöpfen, was erfahren werden will? Und sicher ist absolut nichts falsch daran - manche Dinge in Windeseile zu erfassen, für die Andere vielleicht viel Schweiß und Mühe brauchen. Nur ein - unvergessenes Beispiel für mich ist mein völlig exzessives Erlernen von alten, traditionellen Rhythmus-Zyklen binnen sechs Wochen. Andere, die dafür viele Jahre gebraucht hatten - gemäß ihrer eigenen Aussage - um die Feinheiten zu erfassen und ins gemeinsame Spiel zu bringen - sprachen mir ab, daß das sein könne. Deshalb ist es für mich unvergessen - weil es mir scheinbar und sehr offensiv nicht gegönnt wurde von den Schwitzenden.
Mein Meister - war einfach nur begeistert und gab alles mit offener Hand. Sein Sohn, damit großgeworden, amüsierte und freute sich besonders über mein zügiges Erfassen einer Passage, für die er selbst sehr lange gebraucht hatte.
Allerdings - tat ich während dieser Zeit selten etwas Anderes und träumte sogar noch davon. Ich war quasi besessen - man könnte auch sagen kon-zentriert. 
Wie albern von Menschen - die keinen Schimmer haben, wie schnell mensch etwas erfassen kann, wenn er an nichts Anderes denkt und sich auf eine geliebte Sache konzentriert, zu sagen "das gehe nicht".
Es geht noch viel mehr.
Natürlich - haben sie teilweise recht, denn ich hatte ja schon mein Leben lang allen möglichen Rhythmen gelauscht, dazu mein Herz schlagen lassen - und bin erst zu diesem Abenteuer aufgebrochen, nachdem ich zuvor bereits andere Rhythmen gespielt hatte. Ich ging es also erst in dem Moment an, als ich wußte, daß der nötige Boden vorbereitet war.  Also - keinerlei Selbstüberschätzung, sondern sorgfältige Vorbereitung. Und so ist doch im Grunde mit allem - es ergibt sich Eines aus dem Anderen. 
Heute - älter werdend - freue ich mich, nichts mehr erklären oder beweisen zu müssen. Keinerlei "Rechtfertigungsnot"  mehr zu verspüren.
Und dennoch hat die Frau Sher mir die Augen und vielleicht die Schleusen wieder geöffnet, die ich tatsächlich in den letzten Jahren selbst verschlossen hatte - aus dem Gedanken heraus, es mache alles keinen Sinn.
Der Sinn ist also wiedergekehrt -   es ist die pure Freude!
Und nun auch - hemmungslose Freude - ohne dummes Zeug von Außen.
Tausend Dank dafür.
Übrigens - der erste Broterwerb, bei dem ich nie eine Zögerlichkeit hatte, ihn auf Nachfrage ggf. auszusprechen, ist "Ich fahre Taxi." Vielleicht - weil keine Sau irgendetwas Weiteres erwartet. Es ist eben einfach - ein Broterwerb. Und für mich bislang der Ehrlichste und Vergesslichste.

Samstag, 19. Mai 2012

Wer immer noch an eine "reale Verschuldung" glaubt ...

... dem empfehle ich diesen Vortrag von Rico Albrecht - der sich m.E. sinnvoll und realistisch dazu äußert. 

Ich habe bislang keine Schulden gemacht in meinem Leben - schrub ich schon mal.
Ich habe auch keine Schulden bei irgendeinem "System" - weil diese Systeme mich nicht gefragt haben, ob ich mitspielen möchte bei ihnen.
Was es braucht - ist ein wurzeltiefes Umdenken, ein komplettes Umglauben und ein Ablassen (ich kann gerne Ablasshandel diesbezüglich betreiben) von irrwitzigem, sinnlosem Gedankengut, welches ungeprüft und völlig  unreflektiert von der Gemeinheit geglaubt wird - die mir aber jedes Mal erzählen will, ich müsse das gemein-Zerstörerische wählen gehen.
Diese -zig Billionen "Schulden", die es de facto gar nicht gibt - und die nie real gemacht wurden auf diesem Planeten, sind reine Luftblasen, Gedankens- und Glaubensblasen. Der Glaube daran, daß Einem mehr zustehe, als dem Anderen.
Mit recht realen Folgen für viele Menschen.
Ein Traumgebilde. Veränderbar - in wenigen Momenten.
Anhand von neuen Ideen und Visionen.
Schuld und Schulden an kommende Generationen vererben zu wollen - ist die perverseste Form dieser nun schon über Äonen andauernden irrsinnigen Gemeinheit des Gemeinglaubens.  Ich hoffe - diese werden das ihnen angebotene Erbe der zutiefst menschlichen Dummheit ausschlagen. Und sich endlich Besseres einfallen lassen.

Mein neues Sitzmöbel ....

... kam gestern. Ich freute mich schon drauf, sehr!
War zwar eigentlich wegen einem weiteren erfolglosen Arbeitstag recht geschreddert - aber hab´s dann doch, hübsch langsam, zusammengebaut und meine erste "Sitzprobe" gemacht. Gestern abend sehr vorsichtig, nur ein paar Minuten, denn meine Gelenke sind teils sehr angeschlagen inzwischen - durch allzu viel beruflich bedingtes Sitzen in körperfeindlicher Position - das linke Knie macht sogar laut Musik. Heute morgen - gings mir wunderbar und ich setzte mich schon mal zehn Minuten drauf, bevor ich wieder ans lange Rumwabern in der Limousine ging. Aus der ich - wie schon geschruben - inzwischen immer öfter wie von der Tarantel gestochen entfliehe, um wenigstens einige Schritte zu tun oder ein paar Bänder zu dehnen. Schlafanfälle - hatte ich selten in den letzten Wochen, was ich immer noch dem wieder vorhandenen Tages- und Sonnenlicht zuschreibe.
Heute ein  fast schmerzfreier Tag, ich bemerkte es nach vielen sehr häßlichen Wartezeiten ... es tat nichts weh, wie sonst. Erstaunlichst. So einfach - kann das sein. Wenig Aufwand - viel Effekt. Freue mich außerordentlich über dieses praktische, neue Sitzmöbel. Es läßt sich sogar zusammenklappen bei Bedarf - wenn mal was ist - und an den Rand stellen. Ich lass es aber erst mal ausgeklappt und ihm seinen gebührenden Platz.

Geduldsprobe musisch vergeigt ... und eine Goldfahrt

Wegen "Brückentag" mehr als laue Geschäfte in der Limousine. Bereits gestern eine harte Geduldsprobe - trotz guter Anfangsstimmung und einer ersten guten Fahrt bleibe ich zweimal eineinhalb Stunden hängen. Beim zweiten Mal piept die Limousine und das Display meldet "Unterspannung - bitte Motor starten". Das ist neu - und war sinnvoll. Der ganze technische Schnickschnack ist zwar manchmal nicht mehr schön, doch diese Meldung war wertvoll. Ich wollte also starten - aber es kam nichts mehr. Beim fünften Versuch sprang sie doch nochmal an und ich ließ sie von da an öfter im Stand laufen. Eigentlich sollte diese Batterie mehr aushalten. Ich rief also mal den lieben Kollegen an, der für die Technik zuständig ist, und teilte ihm das mit: "Akute Unterspannung - bei Fahrzeug und Fahrerin."
Passierte mir schon mal vor Jahren - daß ich nach knapp 90 Minuten einen Auftrag bekam und nicht mehr wegkam - Batterie am Ende - aber es war eine ältere. Ist schon vielen passiert. Heute geschah es meinem Vordermann, nach etwa zweieinhalb Stunden Wartezeit - ebenfalls ein neues Modell. Ich erzählte ihm von mir gestern - beim achten oder neunten Versuch klappte es auch bei ihm nochmal. Hallelujah. Er meinte "Was wir schon für Ärger mit dieser Kiste hatten ...." Einer von den alten Hasen.
So einen traf ich auch heute morgen, noch explizit gut gelaunt, an meinem ersten Halteplatz. Ich hatte extra etwas später angesetzt, bei der Flaute  derzeit, und fragte ihn "Und - wie läuft es so?" "Super" lautete seine Antwort "Ich war schon zweimal tanken." Manchmal kann ich mich über solchen, typisch kölschen Unsinn noch stundenlang köstlich amüsieren. Ein anderer, sehr netter, meinte auf meine Bemerkung "So! Das Auto ist geputzt - jetzt kann es losgehen": "Ja, da kriegst Du bestimmt eine weite Fahrt, wo das Auto jetzt so schön sauber ist."
Das war zwar nicht wirklich der Fall - aber es war eine sehr interessante Fahrt. Den Tag brach ich heute radikal zweieinhalb Stunden früher wieder ab - hielt es nicht mehr aus, auf Godot zu warten, überall zwei Pünktchen oder darunterliegende, ebenfalls grausame Wartezeiten .... viel Einsatz, keine Kohle. Flog einmal reichlich Kilometer für eine Anfahrt ab ... bevor ich wieder ein, zwei Stunden stehen würde. Alter Kämpfergeist vor der Kapitulation. Am Morgen setzte ich noch kurz die Limousine an einem Halteplatz kurzerhand auf die Spitze - damit ich keine Knolle bekomme - denn ich mußte mal dringend sanitäre Anlagen in der Nähe aufsuchen. Die Kollegen hinter mir - mit über 99 Minuten Wartezeit, die sich als zwei Pünktchen zeigen auf dem Display, fragten höflich-irritiert "Hast Du eine Fehlfahrt?" "Nein nein, ich muß nur mal eben verschwinden und will keine Knolle - bin gleich wieder weg." Das - ist noch die Krönung - wenn Du ewig stehst und jemand kommt mit Fehlfahrt, um sich vor Dich zu setzen ....

So - werde ich also für den heutigen Tag nicht in Geld, sondern in Begegnungen rechnen.
Die erste war sehr wohltuend - jemand, der sehr gut informiert war über den Gang der Welt - und sich auch historisch damit auseinandergesetzt hatte. Ich fragte ihn nach seinem Namen bzw. nach der Herkunft dessen - und wir landeten über verschiedene Wege bei den Kelten. Und Germanen. Bei den Nazis und ihrem wahnsinnigen Treiben, welches sich teils auf diese Völker und Mythen bezog. Bei den führenden Nazi-Bossen und ihren knallharten Süchten - Kokain, Morphium .... Wir landeten auch bei deren Stammbäumen, allesamt sehr wunderlich. Ich hörte für mich Neues und Interessantes, was diese so an Wahnsinn in ihren Hirnen ausgebrütet hatten. Es ging auch um Religionen und Philosophien. All das - ist verwoben im Gang der Welt und in der Menschengeschichte. Eine nicht allzu lange Fahrt, aber wir blieben noch etwas stehen und ich hörte gerne noch etwas zu. Jemand, der die Dinge bis zum Exzess durchdringt, jeweils für Lebensphasen - und sich dann Neuem zuwendet. Jemand, der vielleicht 20 Jahre älter ist, als ich gerade, und der sagte - es habe lange gebraucht, um Vieles zu verstehen. Jemand, der weiß, daß er mal ziemlich dumm war. Jemand, der sich musischen, geistigen und körperlichen Themen hingegeben hat in seinem Leben, bzw. solchen Bereichen, die ohnehin alles inkludieren. Und sogar mal, für einige Jahre, "Pause" von alledem machte - und sich in Zweisamkeit erholte. Er zählte mir seine "Projekte" kurz auf, hochinteressant.
Ja, sage ich, vieles ist mir bekannt. Habe mich einige Jahre mit diesen Dingen, dem "Lauf der Welt" intensiv beschäftigt ... und dann gemerkt, daß es dringend einen Ausgleich braucht. Zuviel davon - läßt mensch die Schönheit des Lebens nicht mehr sehen. Er meinte - er habe das alles "lediglich im Speicher" - um derart die Schönheit der Welt umso mehr geniessen zu können.
Was mich als Zwillingssonne besonders erfreute: Jemand, der nicht festhält, sondern immer Neues angefangen hat, ausprobiert hat - teils bis zum "wohltuenden Exzess". Und jemand, der offen sagte, daß seine Erkenntnisse viel Zeit erfordert haben. Wenn ich mal das monetäre Elend des heutigen Tages ausblende - war diese Fahrt alleine schon wieder Gold wert. Ich treffe nicht jeden Tag auf derart wohltuende Menschen - die mir ein wahrhaft balsamischer Ausgleich sind für allzu viel Tumbheit und Gemein-Gläubigkeit. In diesem Sinne also: Danke!

Donnerstag, 17. Mai 2012

Sortier-Stop wegen Lebenstodesangst

Es gibt Tage - heute ist schon wieder so einer - an denen ich keinen rechten "Einstieg" finde ins Leben. Ich hätte hier noch jede Menge zu sortieren und könnte wieder mal spazierengehen, der Rasen muß diese Woche noch von mir gemäht werden und und und .... es geht nichts. Einer von den "Alles-zuviel"-Tagen. Soll´s halt noch liegen bleiben. Eine tiefe Verweigerung von innen - fast schon lebensmüde. Mindestens aber des sinnfreien Funktionierens müde. Für einen Moment fühlt es sich wie tot an, aber es atmet ja noch. Und auch das - geht vorbei. Im Grunde kann mir nichts Besseres passieren, als das ich hier "angehalten" werde. Nicht weiß, wohin jetzt mit dem Körper und welche Bewegung als nächste erfolgen soll. Der Geist ist unaufgeräumt und irgendwo anders. Heute war er kurz in der Kindheit und spürte den uralten Schmerz, nirgendwo dazuzugehören. Die spielenden Kinder draußen erinnerten mich an die manchmal schmerzliche Einsamkeit meiner Kindertage. Einsamkeit auch inmitten von vielen ArtgenossInnen. An die ein oder andere schmerzliche Ausgrenzung - die schmerzlichste einst seitens der "besten Freundin".  Andererseits aber auch mein eigenes Desinteresse an den größeren Gruppen. War mir meist alles "zu blöd" - und zu laut. Am liebsten war ich zu zweit - mit echten besten Freunden.
Heute ging es also drum - diesen Zustand von Lähmung einfach zu akzeptieren. Den Rasen zu vertagen. Und auch die übrigen 8 Kartons, die noch entpackt werden wollen. Ist eh nichts wirklich Wichtiges drin. Hänge gerade noch, die duftende Wäsche draußen ab. Das - soll dann halt mein Tagwerk bleiben.
Hatte hier schon öfter solche Momente der Leere. Des Ausgebremst-seins. Und spüre dann das innere Gehetztsein, welches unaufhörlich weiterlärmen will. Existenzsorgen der vergangenen Jahre.  Diffuse Überlebensängste. Alles in den Zellen abgespeichert. Ein Mittel, welches sofort Linderung verschafft: Das einfach so sein lassen, wie es ist, es so akzeptieren, wie es sich gerade äußert. Rein körperlich nachspüren und keine neue oder alte Geschichte dazu weiterspinnen. Ein - temporäres - "Nein" zum Leben halt mal annehmen bzw. stehen lassen - statt nach Lösungen oder Linderung zu suchen. In solchem Zustand finden sich eh keine Lösungen. Ein solches "Nein!" hat schließlich auch seine Berechtigung. Ich habe sogar eine Ahnung, was es mir sagen will. Es ist ein sehr freundliches "Nein", eigentlich sagt es: Laß´ Dich in Frieden. Es ist gut, wie es ist. Heute ist nicht der rechte Tag, um Dein Leben in Ordnung zu bringen.Und Du weißt eh nicht, wie mensch das macht. Brauchst das auch gar nicht mehr zu tun - Du hast doch gesehen, wie es funktioniert: Von selbst.

So ist es.
Die finanzielle Lage - ist zwar noch nicht besser geworden - aber die Einsicht, daß es keinen Sinn macht, sich darüber Sorgen zu machen, ist Balsam. Es macht überhaupt keinen Sinn, sich Sorgen zu machen. Auch nicht um noch nicht einsortierte Dinge oder ähnlichen Kokolores. Darüber, daß ich nicht mehr so recht "funktioniere", zumindest nicht so, wie ich es mal gekannt zu haben glaube. Also etwa: Ziele setzen und erreichen, an "mir selbst" arbeiten, ein besserer Mensch werden. Die Welt erkunden. Mich schlau machen. Dem Leben einen Sinn geben. Was für ein Stress.
Nein - ich weiß nicht, wie man dem Leben einen Sinn gibt. Ich weiß nicht einmal, ob das Leben überhaupt daran interessiert ist. Habe es jetzt knapp 49 (da ist diese Zahl wieder!!!) Jahren versucht - und es klappt nicht. Das Einzige, was funktioniert hat, ist, nach Jahren der Suche und dem Lauschen von bunten Antworten Anderer auf diese Frage nicht mehr recht an sowas zu glauben. Immerhin! Vielleicht ist das ja der Sinn?

Vielleicht - ist der Sinn nicht mehr und nicht weniger, dieses mysteriöse Geschenk einfach anzunehmen, solange es dauert?  Wer weiß.

Es ist wirklich schön, jetzt einen Ort zu haben, an dem ich derart ungestört in meinem Seelenbrei herumdümpeln kann. Die Krönung ist die Badewanne - das Liegen im warmen Salzwasser zieht jeden blöden Gedanken einfach ab.

Übrigens: Lebensmüdigkeit ist nichts anderes als verkleidete Todesangst.
Die einzige Angst, die ich bisher gefunden habe, in immer wieder neuen Verkleidungen. Manchmal sogar in sehr albernen.

Mittwoch, 16. Mai 2012

"Wir sind nicht zuviele - wir sind nur zu blöd" - Cradle to cradle - Nie mehr Müll - eine wunderbare Vision

Filmbeschreibung: "Einfach alles wegwerfen - ohne schlechtes Gewissen und ohne Abfall zu produzieren. Das ist die Vision von Michael Braungart. Der Umweltchemiker nennt sein Konzept cradle to cradle."

"Wir sind nicht zuviele - wir sind nur zu blöd"
"Wie wäre es, wenn wir alles nochmal neu erfinden?!"
Das wäre wunderbar, danke, Herr Braungart.

Kluge Menschen mit lebensfreundlichen Visionen - sind wahres Balsam.
Die ewigen Nachbeter des ewigen "Das geht nicht" - braucht die Welt nicht.
Die Nachbeter der herrschenden Modelle - helfen der Welt nicht. 
Besonders nicht deshalb, weil diese ja meist nicht einmal bereit sind, neue Visionen auszuprobieren.
Sie erfinden absurde Wörter wie "alternativlos" - damit das alte, planetenfeindliche (Finanz-) System weiterlaufen soll. Die alte Trennung in reich und arm, in wert und unwert. Auf einem Planeten des Überflusses ...
"Alternativlos" gibt es aber nicht für kluge, visionäre Menschen.
Es könnte - alles anders sein - würden wir mal den richtigen Leuten unsere Aufmerksamkeit schenken.
Diesen in den Massenmedien viel Raum geben - damit sie uns ihre Visionen und Ideen erklären können und wir uns dafür begeistern können. Das - ist echte BILDUNG. Geht sogar interaktiv - die technischen Mittel haben wir reichlich zur Verfügung.
Auf diese Weise - kann sich ganz Neues bilden.
Es braucht einfach ein echtes Interesse daran, alles nochmal neu zu erfinden.
Danke für solche Berichte und die Menschen, die in diesen Projekten mitarbeiten!

In dem Zusammenhang auch nochmal der Hinweis auf ein erstaunliches Automobil eines luxemburgischen Unternehmens, welches mit komprimierter Luft angetrieben wird und "Airpod" heißt. Den Link dazu habe ich schon lange auf diesem Blog am Rande gesetzt. Immer wieder erzähle ich gerne den Menschen in der Limousine hiervon, die i.d.R. noch nie etwas davon hörten. Ein ganz Schlauer meinte mal sofort: "Das geht nicht - kann nicht sein." ... er hatte nicht ganz unrecht, denn er bezog sich auf den Moment des Startens, in dem eine zusätzliche Technik benötigt wird. Die meisten aber - sind einfach sehr interessiert.
Ich meine, es geht noch viel mehr, als wir uns derzeit vorzustellen wagen.
Und sicher - gibt es schon weit mehr interessante und planetenfreundliche Technologien, als wir wissen.
Das Wissen darum wird bisher nur nicht gefördert, da die ewig-alternativlos-Gestrigen, die daran gut verdienen, noch die meisten Geschicke leiten. Dennoch scheint mir, daß sich gerade viele Türen öffnen - und immer mehr Menschen bereit sind, neu zu denken.

Dienstag, 15. Mai 2012

Miren! Eine Stadt ohne Lichter ...

Taxi-Fahrt in Santiago de Cuba
Eso es - genau so ist es.
Genau so - sieht es aus.
Die Kollegen im Taxi-Gewerbe - sind Akrobaten.
Als ich zum ersten Mal in der Stadt ankam -  hatte der Taxista die Adresse (für mich nachvollziehbar) verwechselt - und ich sagte -Ne. DAS kann jetzt nicht sein. Wir hielten vor einer vernagelten Bretterbude ohne Namensschild. Die Leute in der Strasse erklärten ihm den Weg - für mich alles völlig korrekt, schließlich war er kein Santiagero und hatte ich ihn bereits in Holguin engagiert.  Er brachte mich in einem zweiten Anlauf - nach Hause. Zu einer meiner neuen Wahl-Familien. 
Fuhr später und des Nachts mit meinem geliebten Meister via Fahrad durch diese größtenteils völlig dunkle Stadt. Fuhr ihm einfach vertrauensvoll hinterher. Nichts Anderes - wäre hier klug gewesen. Selbst das an sich simple Hinterherfahren - gestaltete sich abenteuerlich. Und ich darf das so sagen - denn ich komme immer nach Hause - egal, wo ich gerade bin.
Hier - war gute Ortskenntnis in völliger Dunkelheit unabdingbar.

Ein spontaner Back-Anfall ....

... neulich abends nach der Schicht - liess mich auf die Schnelle meinen allerersten Mürbeteig zusammen murksen. War nie eine Bäckerin, auch nicht, als ich noch den weltbesten Herd in großer Küche besaß. Ohne jegliche Erfolgserwartung machte ich mich also ans spomtane Werk - im Gegenteil erwartete ich einen Voll-Flop, dieser Teig klebte so zäh an den Fingern und wollte keine rechte Konsistenz annehmen ...  umso erfreuter war ich, als sich das zuvor klebrige Geklumpe nach einer Kühlzeit durchaus willig und geschmeidig formen ließ. In Ermangelung von hübschen Förmchen teilte ich den mit der Hand flachgeformten Teig schlicht in Quadrate, würzte alles nach Gusto und schob ihn - immer noch erwartungsfrei - in den Backofen. Was rauskam, war ein Wunder! Muß ehrlich sagen: Noch nie zuvor habe ich bessere Kekse gegessen, als diese!

Im Keller ....

... steht geballte Kraft. War heute erst zum dritten Mal seit dem Umzug dort - um das Trampolin für die Kinder rauszustellen. Hatte ein wenig Horror, hineinzugehen, wegen dem Chaos, welches in meinen Gedanken herrschte .... und stellte wieder mal fest - daß "mein Keller" inzwischen ein sehr freundlicher, heller und sehr großer  Raum ist.
Es läßt sich sehr leicht eine gute Ordnung herstellen. Alle Instrumente - haben reichlich Platz - und warten auf mich, daß ich endlich zu ihnen komme..
Langsam - geht´s voran.
Eine Erleichterung für mich heute - nachdem der Nachbar neulich bereits den Zustand meines Autos kommentierte - die Fenster im Keller sind milchverglast und uneinsehbar, vor allen neugierigen Blicken geschützt. Dachte kürzlich noch an neugierige Kindernasen (Vermeintlich erwachsene Nachbarn eingeschlossen), die hineinschauen. Ist aber nicht so. Hallelujah!
Ebenso wie meine Wohnung nicht einsehbar ist.
Aché!
Tatsächlich - brauche ich eine Weile, um mich - wieder - auszubreiten.
Und - ich muß von ganz vorne und neu wieder anfangen.
Schauen und hören .... außerhalb von Strukturen.
So schön sie auch schienen.
Habe einige Strukturen kennengelernt.
Um sie wieder zu verlassen.
So genial die MusikerInnen sein mögen -
so alt die Traditionen sein mögen -
es hält mich nicht innerhalb von Strukturen.
Immer nur - für eine sehr respektable Phase des Lernens. 
Geistig wie musisch ...
danach muß Despektierlichkeit folgen.
Sonst - bleibt es dumpfes und sinnfreies Nachbeten.
Keine Ahnung - ob mich die Muse nochmal küssen wird.

Amtliches ... und von zwei Z(S)eiten hierhinkommen

... habe ich noch zu tun. Und keine Lust auf´s Amtliche - jedenfalls nicht heute. Heute - mache ich Urlaub. Die waren schneller als die Feuerwehr hinter mir her - KFZ-Versicherung, Haftpflicht ... mehr habe ich nicht. Umgemeldet habe ich - mich, das Auto und Zählerstände. Wichtigstes zuerst. Die Post gibt meine neue Adresse weiter. Praktisch, dachte ich, da brauche ich ja nichts mehr machen. So ein Mensch ist schon sehr amtlich heutzutage.  Komme mir manchmal vor, wie ein Datum. Vielleicht bin ich eines - im Lauf der Welt. Liebe Leute, heute - mache ich Urlaub und Ihr könnt mich mal mit Euren "offiziellen Regel-Fragen" zu meinen "Verhältnissen".  Einen biometrischen Ausweis muß ich demnächst erstellen lassen, um meine Existenz nachweisen zu können - der alte Existenznachweis läuft ab. Meine Präsenz - genügt nicht. Das, was ich sage - hat kein "amtliches Gewicht" - will mir keine menschliche Sau glauben.  Ohne Amtliches - gibt es mich also gar nicht wirklich. Das ist schon fast wieder lustig, so absurd ist es im Grunde.
Ich frage mich, wer wohl der erste Mensch war, der einem Anderen seine Existenz bescheinigen wollte? Und wie dieser wohl auf eine solche absurde Idee gekommen sein mag? Die schließlich - immer mehr Blüten trägt, eine absurder als die andere.
Ein Mensch - versichert einem anderen - das Leben - bzw. den Tod. Ganze Industrien verdienen sich dumm und dämlich an "Sicherheits- und Überwachungs-Systemen".  Und die, die überwacht und registriert werden, glauben tatsächlich, daß es zu ihrem Wohlergehen und einer "Sicherheit" beiträgt?

Kürzlich ereilte mich so ein urzeitlicher Moment. Ich dachte an die Zeit, in der es noch gar keine solche (Zeit) gab und in der wir uns einfach nach dem Lauf des Lichtes und der Sterne orientierten. Kann nicht allzu lange her sein - sonst hätte ich wohl nicht eine solch lebendige Erinnerung gehabt.

Dachte an eine Existenz - in der es noch kein "Wissen" gab, welches keines ist, sondern lediglich weitergerreichte und für wahr befundene "Information".  Informare = bilden. Wir bilden uns alle etwas ein. Allzu viel. Bringen das Leben in eine Form, die ihm nicht im Mindesten gerecht wird. Ein formbesessenes Informationszeitalter.

Das In-Formelle wird als nicht-existent belächelt - also, das, was uns überhaupt sein läßt.

Schaue mir die Kühe aus meinem Fenster heraus an. Die "wissen" nichts von all dem Unsinn.  Müssen sich keine Meinung bilden - um das zu tun, was zu tun ist.  Sie würden sich sicher keine Ausweise ausstellen wollen - aber die Menschen des "Informationszeitalters", die ALL-ES uni-formieren wollen, tackern ihnen eine Nummer in die Ohren. Ein Horror für mich, seit es das gibt. Ja, liebe Kinder, vor wenigen Jahrzehnten gab es das noch gar nicht! Stellt Euch das mal vor! Heute - könnt Ihr sogar jede Kuh mit einem "App" auf Euren Smartphones "tracken". Und jeden Hamburger, den Ihr bei McDonalds esst. Das sind aber immer noch Kühe, bzw. waren mal welche.

Ich schätze zwar teils durchaus die heutige Technologie, sehe viel Gutes, was sich daraus entwickeln kann - doch es braucht dazu auch ein altes Bewußtsein, welches ich gerade nicht trefflich genug beschreiben kann. Ich kann es meist nur erspüren. Es ist vermutlich das, was durch die sehr junge Wissenschaft der "Psychologie" als "Unbewußtes" beschrieben wird.  Eine Ebene der - ohnehin unerklärlichen - Existenz, die nach wie vor wirkt, weit mehr, als viele glauben. Ich will es mal, behelfsmäßig, "Trieb" nennen. 
Gerade im Frühling das simpelste Beispiel:  Die Blicke, die sich junge Menschen auf den Strassen zuwerfen, meist, ohne es zu "wissen". Sie taxieren sich - manchmal bereits aus größerer Entfernung - in Windeseile und werfen sich gegenseitig alle nötigen Informationen zu, die es braucht, um vielleicht Nachwuchs zu erzeugen.  Oder eben auch nicht. Das alles - läuft völlig automatisch - und meist ohne jede Ahnung der BlickewerferInnen. Ich darf das allzu oft beobachten aus meiner "beruflichen Position" heraus - und mich derart oft amüsieren über unsere immer noch vorhandene Ur-Zeitlichkeit.
Registriere es auch in eigenen Begegnungen - das Taxieren innerhalb eines Augenaufschlages. Hat jetzt aber nichts mit der Limousine zu tun. Reiner Zufall, daß sich die Begrifflichkeiten überschneiden.

Wie komme ich hier zu einem Punkt? Von verschiedenen Seiten aus. Indem ich alles nutze, was mir zur Verfügung steht. Indem ich nichts ausschließe - besonders nicht das, was ich nicht verstandesgemäß begreifen kann, was mich aber nach wie vor weit mehr steuert, als das, was ich glaube, zu wissen. Weit mehr steuert, als die vermeintliche Vernunft - die sicher nützlich sein kann, um sich auch entgegen offensichtlicher Widerstände anzunähern, die aber nie den Ausschlag gibt, was eine "Erstbegegnung" betrifft.  Das sind - nach wie vor - unsere Sinneswahrnehmungen. Sofern noch nicht verkümmert ... Diese enthalten - nach wie vor - die wirklich wichtigen Informationen und damit Bilder.  Was wir heute tun - ist: Allzu viele künstliche Bilder schaffen. Absurde Bilder. Je komplizierter - heute nennt sich das gerne "differenzierter" - desto absurder.
Und jetzt habe ich den Faden auch wiedergefunden, der mich in die Urzeit zurück brachte - die fand nämlich statt, bevor es Massenmedien gab, die "allgemeine Wahrheiten" verbreiten wollen - die es nicht gibt.


Das immer noch zutiefst triebgesteuerte Leben - ist viel einfacher, als der ganze Unsinn der Menschenwelten.
Übrigens - muß ich das schon mal geschrieben haben. Ich erinnere mich aber nicht an die genauen Einzelheiten - daher hier ein Gruß an einen Freund, der mir einst von sich-ewig-wiederholenden Zeitschleifen berichtete ...

Durchreflektierter Energiebolzen

Mein letzter Fahrgat gestern begrüßte mich mit einem sonoren "Servus!" A hochgewachsener, quietschlebendiger Bayer, der ein Gespräch eröffnete über ein Wahlplakat am Wegesrand. Ob ich gewählt hätte? Ja, sage ich. Und Sie? Ach so ... war ja regional, stimmt. Er wählt immer die SPD, obwohl er Bayer sei. Ich erkläre ihm, daß es keinen Unterschied macht, ob er SPDCDUCSUGRÜNEFDP wählt. Er antwortet mir darauf sehr reflektiert - allerdings wende ich ein, daß sein Standpunkt durchaus verständlich ist - jedoch in die 80er Jahre gehört, und die seien nicht mehr aktuell. Einer von den wertvollen  Menschen, mit dem es sich trefflich angenehm uneinig sein läßt. Jemand, der einen klaren Standpunkt hat, aber nicht überzeugen will. Jemand, bei dem ich bereit bin, gut zuzuhören und ggf. meinen eigenen Standpunkt zu überdenken. Am Ende - sind wir uns mehr als einig - das Politik von innen heraus geschieht, bei jedem einzelnen.
Er erläutert mir auf mein Argument, daß die 80er vorbei seinen und wir in einer globalisierten Welt leben, daß ihm das alles eine Nummer zu groß sei, was sein eigenes Leben betreffe. Er wolle ein gutes, friedliches Leben für sich und seine Familie bewirken. Dazu gehöre mal in erster Linie für ihn, daß er sich selbst um seine alten Eltern kümmere und diese Verantwortung nicht an eine Pflegeversicherung abgebe. Zunächst müsse er dafür sorgen, daß seine Familie von seiner Arbeit einigermaßen gut  leben kann. Zugegeben - habe er einen guten Job und verdiene gut. In Bayern und Baden-Württemberg gäbe es derzeit Vollbeschäftigung und man streite sich um solche Dinge, ob jemand auf dem Bau 15 oder 18 Euro die Stunde verdienen solle. Das höre ich gerne - in NRW gibt es andere Probleme. Über solche Dinge bräuchten wir uns sicher nicht streiten, da wäre ich dabei. Er sieht ein, daß kein Mensch für 4 Euro arbeiten sollte und daß es einen vernünftigen Mindestlohn bräuche. Gut. Zurück zu ihm - er kauft regional ein. Lebensmittel vom Nachbarhof, Fleisch beim Dorfmetzger seines Vertrauens usw. Er trägt ein Jacket von einer Firma namens "Omen" aus Hamburg, das hat 600 Euro gekostet und ist in Deutschland gefertigt. Er kauft sich etwa alle zwei Jahre ein neues.  Erzählt mir noch, wo er seine Hemden kauft - ebenfalls aus dem Lande und zu vernünftigen Konditionen hergestellt. Der gefällt mir! Ich ergänze noch, daß ich zwar gerade nicht wirklich eine Jacke für 600 Euro kaufen könne - nein nein, er wisse schon, daß er gut verdiene - aber daß ich denke, wenn mehr Leute diese Grundeinstellung und ein echtes Interesse hätten, würden die Dinge sicher auch wieder bezahlbarer. 
Recht hat er, von innen heraus geschehen die Dinge - freue mich, ihn zu treffen! Einer von denen, die bei sich selbst beginnen und eigenverantwortlich handeln. Wir sind uns völlig einig, daß es darum geht, "anständig" zu handeln - sprich, zum Beispiel Mitabeiter nicht auszubeuten, sondern gut zu entlohnen für ihre Arbeit. Nicht auf Konkurrenz, sondern auf Zusammenarbeit aufzubauen. Gegenseitig dafür zu sorgen, daß der Nachbar seinen Broterwerb behält.
Geht doch .... und ist gar nicht so schwer. Hat mich sehr gefreut, an diesem Tage gleich auf mehrere solche Menschen zu treffen! Servus.