Freitag, 30. Dezember 2011

Ich feier heute schon mal mit ...

... mit Samoa. Ein magischer Name, der mich schon als Kind faszinierte. Da ist heute schon Sylvester bzw. Neujahr. Sehr unromantische, also rein geschäftliche Beweggründe, dennoch - fühle ich mich mit Samoa irgendwie verbunden. Paul Gauguin, Zwillingssonne mit gleichem Geburtstag, war lange dort und hat seine Liebe gemalt. In schillernden Farben und "alltäglicher Ekstase". Was für eine wunderbare Gelegenheit, den Übergang in Stille zu geniessen.

Mein persönliches De-eskalations-Seminar


"Eehh - hast Du Angst vor mir?"
"Nein, mein Freund.
(Ggf. auch "Arschloch" möglich als Anrede !!!)
Nicht vor Dir - und nicht vor dem Tod.
Nur - noch ein wenig - vor dem Sterben."

Die Unberührtheit ob solcher Androhungen mag in meinen jungen Jahren auf der Strasse liegen. Dort begegneten mir ständig die sogenannten "Asozialen" und drohten mir tatsächlich öfter. Die Elterngeneration hatte sich abends nach sechs Uhr nicht einmal zum Spaziergang auf die Strasse getraut. Manchmal nahmen sie mich in die Zwickmühle -  kein Entrinnen, außer durch Diplomatie und Geduld. Einmal fand ich mich plötzlich alleine, wo doch eine Sekunde zuvor meine beiden besten Freundinnen dabei waren - die schauten auf einmal aus sicherer Entferung aus einer Ladentüre heraus gespannt zu, ob die "Asis" mich nun verprügeln würden oder nicht. Da war ich sehr jung, sagen wir, zehn - wenn es hochkommt. Ich habe mich mit den "Asis" verständigt. Nicht nur einmal.
Die meisten waren aufrecht, geradlinig ... haben eine klare Sprache verstanden.
Manche waren unglaublich hinterfotzig -  da wird´s brenzlig.
Das Leben - hat für mich diese Feuer immer wieder löschen können.
Und sie haben micht nicht schwächer gemacht.
Eigentlich eine gute Studie .... von klein auf.

Später als Jugendliche, als ich einen sehr dunklen Heimweg hattte vom Sportverein nach Hause, oft sechs Mal die Woche, ging ich explizit den Umweg durch die finstere U-Bahn, wo all die "Asis" saßen - weil ich wußte, dort würde mir nichts zustoßen können, die würden gut auf mich aufpassen.
Man kann es so und so sehen ....

Die wirklich Entfesselten, von allem Zwischenmenschlichen Entfesselten - agieren aktuell auf ganz anderen Bühnen. Auf entfesselten Finanz-Spielplätzen, auf denen sie mehr Gewalt produzieren, als jeder erbärmliche Junkie es je zu tun vermag.  Und auch das - wird von immer mehr Menschen gesehen. Aber nur - weil es inzwischen immer mehr Leuten an die eigene Wäsche geht.

Hingeschmissen!

Heute habe ich hingeschmissen. Alle Zeit der Welt für mich zu haben - war mir zuviel geworden. Um 14 Uhr und ein paar Gequetschte hatte ich die Schnauze derart gestrichen voll, gestrichener habe ich es selten zuvor erlebt. Hatte von morgens halb Achte an ganze 3 Fahrten, davon zwei zu 4 Euro, insgesamt satte 21 Euro - und stand bereits über zwei Stunden am Halteplatz, an fünfter Stelle.
Hätte vielleicht noch auf 60 Euro kommen können in den nächsten fünf Stunden ... und beschloß, für dieses Jahr Feierabend zu machen.
Dem Geld nachzujagen (gewagter und absurder Begriff in diesem Fall, aber ein bischen Spaß kann nicht schaden im tiefen Fruste) ist mehr als sinnlos (zum ersten Mal fällt mir als Sinnbild für meine Un/Tätigkeit die Spinne ein ... werde mich damit befassen). Es kommt nur von alleine. Wenn Du einen guten Lauf hast - hast Du einfach einen guten Lauf. Und vice versa.
Übrigens - habe ich genau dies in diesem Jahr endlich gut gelernt: Es ist nicht meine "Schuld" oder mein "Fehler", wenn nichts kommt. Es liegt nicht an mir bzw. daran, daß ich mich vielleicht an die falschen Plätze gestellt habe. Jeglicher Gedankenstress diesbezüglich - ist vergeudete Energie und ein sinnloser, angelernter Reflex. Wenn die Bude brummen will, dann brummt sie auch in der Wüste!

Glücklicherweise, und ich wiederhole mich hier gerne, fahre ich ja für einen sehr netten Menschen, mit dem mensch durchaus reden kann. Ich mußte eh noch vorbei, zwecks Abrechnung. Also schilderte ich ihm die aktuelle Lage und vermeldete, daß meine Frustrationsgrenze für heute bereits weit überschritten sei und ich nun das Auto abstellen wolle. Bot ihm sogar an, ihn monetär zu entschädigen, denn er nimmt ja ebenfalls nichts ein. Wollte er aber gar nicht. Hat sogar Verständnis dafür. Das - macht meinen Tag wieder zu einem Glückstag. Ebenbso wie den gestrigen, an dem er meine Schichten für die nächsten Tage erfolgreich an jemand anders vermittelt hat. What a relief!
Habe dann wenigstens noch das Auto durch die Waschanlage gezogen und ein bischen gestaubsaugt, damit wenigstens etwas Sinnvolles geschehen ist heute auf der Limousine. 
Jetzt - bin ich platt. Vom Nichtstun (... vom Nichtstun können - manchmal in dieser Branche).

Heute sprach mich die zweite Fahrgästin gar auf den gestrigen Taxi-Protest-Korso durch die Stadt an, es stand groß auf der Titelseite des hiesigen Boulevard-Blattes und ich hatte es sogar schnell beim Bäcker gelesen, als die mir ein Brötchen schnierten heute morgen. Gestern abend habe ich mir extra die Regionalsendung dazu angesehen - und wurde überraschenderweise sehr rührselig. All die vielen, "gestandenen männlichen Kollegen", die auch oft nicht mehr weiterwissen, das war schon beeindruckend. Grenzüberschreitungen und Beleiidungen an der Tagesordnung ... ich schrieb ja schon einiges hierzu, immer mal wieder.Besagte Fahrgästin meinte auf meine Schilderungen hin "Ach - jetzt verstehe ich, warum manche gar nicht reden!" Ich erwidere "Ich rede auch schon lange nicht mehr mit jedem." Sie hatte schließlich ein echtes Interesse geäußert.

Laut Polizeistatistik ist die Zahl der Überfälle auf Taxileute nicht gestiegen in 2011 - aber die Stimmung wird immer angespannter, denke ich. Und eben die Übergriffe in verbaler Art, die Respektlosigkeiten innerhalb des engen, geschlossenen Raumes, in dem manche Dinge bringen, die sie sich sonst halt nirgendwo anders herausnehmen zu trauen würden.
Nicht immer bedrohlich - manchmal sehr kindisch und schlicht nervig, indem sie scheinbar testen, wie weit sie gehen können.

Eine Kollegin, die schon 21 Jahre fährt, wurde im Boulevardblatt zitiert. Sie sol sich derart geäußert haben, daß sie in einem "Deeskalations-Seminar" gelernt habe, Privates von scih zu erzählen, über ihre Familie z.B., um eine "Verbindung" herzustellen und so die Situation abzukühlen. Mit meinen Worten wiedergegeben. Soweit ich weiß, fährt sie Tagschicht (anderer Film als nachts ... wie gesagt). Ich wußte nicht, ob ich lachen oder den Kopf schütteln soll - gerade das kommt bei mir ja gar nicht in die Tüte. Das geht besonders Grenzüberschreiter den Teufel an - und alle anderen auch!
Es sei denn, man ist sich wirklich sympathisch und hat sich etwas zu erzählen, was natürlich auch manchmal vorkommt. Derzeit aber kommt es mir eher so vor, daß das immer weniger wird, zumindest bei mir.
Was aber auch an diesen aktuellen Zwangsveranstaltungen "zwischen den Jahren" liegen mag - die mir insofern aufstossen, als das ich es mit zuviel hohlen, andressierten  Floskeln zu tun bekomme.

Noch eines: Ich möchte sicher keine Video-Kamera in der Limousine. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht einmal, wie ich Alarm über das Display auslöse. Und seit sieben Jahren habe ich zwar immer mal wieder dran gedacht, nachzuschauen, wie es geht - und es dann wieder gelassen. Ich komme lieber ohne "Kontrolle" oder sogenannte "Sicherheit" aus.

So - jetzt habe ich nochmal den nötigen Frust abgelassen .... nächste Woche wird alles wieder gut.
Ich rechne fest mit Wachstum - von Einsicht und Erkenntnis. Im Kleinen und global.
In diesem Sinne - wünsche ich uns allen ein gutes Meistern und Gelingen des Umbruches, der gerade stattfindet. Mit vielen nährenden Momenten.
Herzlichen Dank für´s  Lesen und Kommentieren an Dich!
Alles Liebe,
Sati

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Erhellte Hunger-Finanz-Spekulantin

Ich habe Respekt vor "Geläuterten", die sich aufrecht hinstellen und über ihre Lebenslügen berichten.
Margarete Wegener gehört dazu - sie hat gnadenlos mit dem Hunger in der Welt spekuliert und in diesem etwa 18-minütigen Video äußert sie sich sehr klar dazu. Die ersten Worte - und Fakten - sind geradezu kristallklar. Und ich bin immer wieder erstaunt,  wieso zum schnöden Mammon immer noch derart simple Zusammenhänge angeblich nicht verstanden werden von sovielen, die das von sich behaupten. Ich werde sie mal hervorheben, doch auch was sie weiterhin Film schildert, ist höchst anhörenswert.  Gefunden habe ich das hier - da gibt es noch einen weiteren, interessanten Beitrag aus "Quer" zum Thema.
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"Mein Geschäftsgebiet war der Hunger. Ich weiß nicht, wieviele Tote es sind, ich habe keine Ahnung. Aber ganz sicher habe ich mehr Menschenleben auf dem Gewissen, als all  die Generäle und Politiker, die man wegen Kriegsverbrechen vor die Tribunale gestellt hat. Der Unterschied ist nur: Mich wird man nie vor Gericht stellen. 
Warum hat diese Gesellschaft kein Interesse daran, Menschen wie mich zu verfolgen und zur Rechenschaft zu ziehen?

Wenn Sie richtig gut sind und eine Top-Abteilung haben, dann verdienen Sie als Bank ein paar Millionen, sagen wir zehn, zehn Millionen, wenn es hochkommt.
Wir haben im letzten Jahr 40 Millionen Menschen unselbständig gemacht. 
Das ging fast von selber, wir mußten ja nicht viel dafür machen. Wir mußten niemanden deportieren oder erschiessen. Alles, was wir gemacht haben, hat sich als Punktlinie auf einem Bildschirm abgespielt.
Und der Preis für die Grundnahrungsmittel steigt und steigt und steigt und steigt und steigt.
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Als Bänkerin werden Sie eingestellt. Der Vorstand betreut Sie mit bestimmten Aufgaben, Sie werden einem bestimmten Sektor zugewiesen und Sie sagen sich "Ja, das ist jetzt mein Job, wie jeder andere auch. Dann - bauen Sie eine Abteilung auf, vielleicht 40 Mitarbeiter. Bei mir waren es anfangs 27 und zum Schluß über 50 Leute.
Die tun alle, was von ihnen verlangt wird - Sie selber ja auch.
Sie arbeiten hart, richtig hart. Aber was Sie am Anfang noch nicht wissen: Je härter Sie arbeiten, desto schneller kommen diese Bilder in den Medien, von den Hungerkrisen.
Am Anfang wollen Sie das nicht wissen.
Sie arbeiten hart, Sie geben alles. Sie geben mehr als alles. Sie nehmen auch in Kauf, daß Ihr ganzes Privatleben vor die Hunde geht, wie bei mir. Aber Sie - arbeiten weiter - weil, die Arbeit ist auch eine Droge. Sie geben einfach alles, was Sie haben, da rein und der Erfolg macht süchtig.

Aber irgendwann kommt ein Punkt, nachts in einem Hotelzimmer - das war in Toronto im Rahmen einer Konferenz über OTC-Swaps und Forwards - da liegen Sie wach in Ihrem Hotelzimmer und können nicht einschlafen. Sie sind hundemüde, aber kriegen kein Auge zu und dann, auf einmal, schießen Ihnen all diese Bilder in den Kopf, die Sie je gesehen haben: Über Ägypten, über Äthiopien, Kenia und Somalia. Und auf einmal - begreifen Sie schlagartig die genzen Zusammenhänge. Und ohne, daß Sie es wissen wollen, merken Sie intuitiv, daß Sie das nie mehr loswerden, daß das ab jetzt so bleibt.
Sie können den Fernseher ausmachen, keine Zeitung mehr lesen, aber dieses Gewissen, das bleibt an."
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Wenigstens bei einigen wenigen ....
Sie philosophiert dann noch - ich schreibe das nicht auf, da mir der letzte Teil noch zuviele Unklarkeiten für mich beinhaltet, was sie genau sagen will. Dazu müßte ich sie näher befragen können.
Beim ersten Mal, als ich mir das Video ansah, dachte ich zudem, es sei vielleicht gestellt? Schaute nochmal nach - und es kann ebensogut wahr sein.
Wie dem auch sei - die Fakten sind nun einmal hier, auf unserem durch den reinen Mammon globalisierten und ausgesaugten Planeten. Und die Zusammenhänge sind sicher nicht schwer zu begreifen. Ihren letzten Satz im Film kann ich wieder fast unterschreiben:

"Irgendwann werden wir alle lächerlich sein. Irgendwann werden Historiker an unserer Zeit nichts Großzügiges oder Wohltätiges sehen, sondern nur die Barbarei unserer Privatheit."

Dienstag, 27. Dezember 2011

In unserem Alter ....

... sagt der weise Freund, der die vielen Weihnachtsgeschenke als "frischen Sperrmüll" bezeichnete, geht es doch darum, sich zu erleichtern und von allem Ballsst zu trennen. Ich weiß, daß er recht hat. Ein paar eher unwichtige Wünsche wollen sich noch in den Weg stellen ... als ich davon spreche, merke ich, daß auch dies nur Illusionen sind. Vor-stellungen, denen ich noch Leben einhauchen zu wünschen glaube, glücksverheissend scheinende Bilder. Keine wirkliche Kraft enthaltend.  Ich weiß, daß er es weiß. Und ich weiß, daß ich in Illusionen schwelge.

Er gehört zu den Adlern, die schon lange ihr Federkleid abgeworfen haben - während ich noch immer da sitze und brüte, ob ich nun alle Federn endlich fallen lasse ....Ich gebe mir die Zeit zum Brüten, das scheint weiblich zu sein.

Und hier nochwas zum Brüten (also quasi etwas aus dem Feuer gebären:)
Lustiger Titel - heute gehört -aus meiner Jugendzeit - alle Frauen bewegen scih um die selbst-ernante Love-Machine, und die sagt von sich, sie sei konkurrenzlos im Umkreis von 50 Meilen .... was für eine Steppe!:

Im Gegensatz zu diesemr eher schnödem Adler - Ofra Haza mit "Im nin Alu" 
Das gleiche Lied - mit frischen Federn
Mit alten Federn

Alle Zeit der Welt ...

... habe ich gerade auf der Strasse.
Dafür - gibt es kein Geld oder besser: Wenig.
Die Zeit steht still, Wartezeiten von ab einer Stunde bis zu zwei oder drei sind gerade durchzustehen. Gerne würde ich meine Zeit woanders verschlendern, doch so ist es nun einmal. Ich falle regelrecht in Trance, in Tiefschlaf während des Wartens auf das Signal - oder einen Fahrgast, der mich durch plötzliches Türöffnen zurückholt in die Welt des Mammons, in die mich an diesem Tag begeben habe. Dennoch geniesse ich die Wanderungen in Trance.
Ich weiß nicht einmal, ob das  alles eher süß oder bitter ist. Für manche könnte es gar  heilsam und ein Luxus sein, nichts tun zu dürfen. Ich bin es schon lange gewohnt, nichts tun zu können, obwohl ich es gerne täte - und sehne mich oft danach, endlich wieder etwas Sinnhaltiges und Freudiges zu tun, statt auszuharren und die Zeit nur zu nehmen, wie sie sich zeigt. Die Energie geht mit in Trance, reicht nicht einmal zum Lesen ....
Denoch weiß ich um den Luxus, den ich erfahre bzw. erstehe auf vier Rädern in dieser getriebenen Welt.
Ich habe Zeit, sehr viel Zeit.
Ein erhellender Beitrag heute im Radio dazu, hier als Podcast unter dem Titel "Alles hat seine Zeit - nur ich habe keine"  anhörbar.
Mein Highlight heute ganz am Ende dieses Gespräches: Der Moderator fragt den Zeitforscher, ob er kein schlechtes Gewissen habe, wenn er so nichtstuend in seinem Sessel sitzt und die Zeit verstreicht. Dieser:: "Nein, wieso denn? Die Zeit verstreicht - das ist wunderbar - und ich - verstreiche mit ihr."

Noch eine Erhellung aus dem Hörapparat - es ging um die Empörung des Schriftstellers Martin Walser darüber, daß in Deutschland Selbstmord "verboten ist".... habe es nur am Rande im Erwachen aus einer weiteren tiefen Trance aufgeschnappt und mußte lachen, muß es immer noch.  Wer um Himmels Willen sollte das je verbieten können?! Ein meisterlich absurdes Besipiel für mehr als kranken Kontrollwahn. Wer seinem eigenen Leben ein Ende setzen soll - der wird auch den Weg und den rechten Zeitpunkt finden dazu, ohne die Legislative des Staates vorab zu Rate zu ziehen.Voraussgesetzt, der nötige Mut zu solch einem Schritt ist dem Menschen gegeben. Einige waren mir sehr vertraut - und ich durfte nochmal herzlich lachen über soviel Unsinn.
Dachte u.a.  an meine verstorbene Mutter, die immer am zweiten Weihnachtstag Geburtstag hatte - und die sich am Ende das ganze lebenserhaltende Zeugs selbst abgedreht hat, nach vielen schweren Jahren. Hut ab - das erfordert Mut, Entschlossenheit, Courage, Beherztheit! Und es passte zu ihr, am Ende. Hat sich auch nichts sagen lassen.

Jesus lebt ,,,,

.... in vielen zornigen Zynikern weiter.
Sicher nicht in Scheinheiligen und Kirchen.
Jesus, Buddha ... und wie sie alle heißen,
denen im Nachhinein das Attribut "heilig" verpaßt wurde,
waren einst unbequeme, gegen den Strich gebürstete Aufrührer,
denen im Nachgang, als sie lange tot waren,
viele Worte zugeschrieben wurden, die sie vermutlich lebendig
zum Erbrechen gebracht hätten.
Dem Jesus nur ein überschaubares Büchlein.
Dem Buddha gar ein "Palikanon", der ganze Bibliothekswände füllt.

Mal sehen, was dem Mammon, der uns alle beherrscht,
und sich immer noch nicht nicht zu erkennen geben will,
einst zugeschrieben wird.
Vielleicht nur sehr wenig -
weil er ja an sich keine Substanz hat.

Montag, 26. Dezember 2011

Gute Riecher ....

Der Geruchssinn vieler Menschen funktioniert offenbar noch gut. In den vergangenen Wochen hörte ich oft "Ist das ein neues Auto? Es riecht so neu." Niemand sagte "Es sieht so neu aus", alle gingen treffsicher ihrer Nase nach.
Das ist auch ein guter Rat, wenn es darum geht, ob etwas faul ist. Die Nase ist sehr klug. Und der Fisch stinkt ja immer erst vom Kopf her, heißt es.
Übrigens - muß ich doch noch loswerden: Bei den Parties vom Herrn Maschmeier war ja nicht nur der Herr Wulff Dauergast, sondern viele viele bekannte Politiktreibende mehr. Eine excellente Doku in der ARD lief im Frühjahr dazu unter dem Titel  "Der Drückerkönig." Ab einem gewissen Level - geht es ohnehin ohne Korruption und Lobbyismus nicht mehr weiter aufwärts, also wozu die Aufregung um diese eine bestimmte Person? Und wozu gerade jetzt? Ist die immer noch die einzige und nicht beantwortete Frage, die ich mir zu der Hetzjagd auf jemanden stelle, der von der eigenen, korrupten Party-Clique am Ende wohl doch geschasst werden wird. Während der Perchtenzeit soll mensch aber keine schmutzige Wäsche waschen oder mit Dreck auf Andere werfen, also lasse ich das auch tunlichst sein und nutze lieber die Gelegenheit, angesichts der vielen Lügen (-barone) im Außen mal auf meine eigenen Lebenslügen zu schauen und denke manches Mal an den klugen Satz aus diesem christlichen Film namens Das Leben des Bryan:
"Wer frei von Sünde ist, der werfe den ersten Stein".
(Steine zu verkaauuufen !!! Steine zu verkaaauuufen!!!)

Sonntag, 25. Dezember 2011

Gut sieben mal sieben Jahre ....

... habe ich meine Neugier vorwiegend den Menschen gewidmet.
Dem Menschsein selbst vermutlich.
Eigentlich komplett narzistisch motiviert,
um mich selbst in allen Facetten kennenzulernen.
Irgendwie - ist es nun gut.
Es gibt nur wenig "Neues".
Schlimmste Vorstellungen und Übel -
finde ich ebnsogut bei mir selbst und
muß sie nicht mehr Anderen anlasten.
Alles ist möglich -
auch alles für Unmöglich-Gehaltene.

Neulich fuhr ich eine kurdische Familie aus dem Irak, einen bildschönen Vater, zwei mehr als bildhübsche erwachsene Töchter und einen kleinen ebenso schönen Jungen, ich holte sie am Kinderkrankenhaus ab. Fuhr sie zunächst zu einer Notapotheke, es war Sonntag, und dann weiter nach Hause.
Diese Leute betrieben nicht einfach nur platte Konversation, sondern wollten wirklich etwas erfahren und/oder sich austauschen.

Eine durchaus interessierte Frage einer der jungen und klugen Frauen, wie ich denn wohl darauf gekommen sei, Taxifahrerin zu sein, habe ich noch sehr banal und mehr als oberflächlich beantwortet, sicher aus Überdruss über soviele andere Menschen zuvor, die mich zwar Ähnliches fragten, doch nur, um mir ihre Horrosszenarien über die vermeintliche Gefährlichkeit  und Gefährdung meines Berufsstandes um die Ohren und in die Limousine zu schleudern. So sagte ich nichts weiter als "Irgendwie muß ich ja Geld verdienen."
Ob es nicht gefäjrlich sei? Ja, sicher - ist es irgendwie gefährlich, 12 Stunden (meist mache ich nur 11 ...) im Strassenverkehr unterwegs zu sein. Der Vater wußte es besser: "Nein, das ist nicht gefährlich." (Grins...)

Als ich bemerkte, daß diese Menschen wirklich interessiert sind, taute ich auf und es ergab sich ein anderes, sehr wohltuendes Gespräch unter Menschen

Diese Frage, wie ich denn zum Taxifahren gekommen sei, hat mich danach noch beschäftiigt. Es gibt viele Aspekte. Sicher ist einer der Maßgeblichen, daß ich auf diese Weise weiter die meiste Zeit draußen und auf der Strasse verbringe - wie eh und je. Gewohnheit sozusagen, von klein auf. Wenn ich mir manchmal vorstelle, ich sollte den Tag (wieder) in einem Büro verbringen und so tun, als interessiere mich das Zeugs, oder gar in einem neonbeleuchteten, kasernierten Verkaufsraum, weiß ich wieder sehr schnell, was ich an meinem Broterwerb habe - trotz Strassenhektik und anderer Unbilden.
Einen reichen Menschen noch reicher zu machen - ist nichts für mich.
Außerdem - noch wichtiger - gibt es niemanden, der den Boss markiert. außer ein paar FahrgästInnen, die sich allzu wichtig nehmen. "Nach oben buckeln und nach unten treten" nenne ich das. Sachzwänge gibt es - wenn mal die Anfahrt zur Reparaturwerkstatt angesagt ist o.ä. Besonders willig einsehbar, seit ich mit sehr netten Menschen zusammenarbeite.

Vior etwa sieben Jahren, als ich anfing, mit Mercedes-Limousinen durch mein Geburts-Revier zu fahren - nachdem ich bereits in 1991 den Taxischein machte -  fragte mich der damalige Unternehmer ebenfalls, wieso ich eigentlich Taxi fahren wolle? Ich kam gerade von "Buddhistens" und antwortete aufrecht-sinngemäß: "Weil ich gerne eine ehrliche, klare Arbeit machen möchte, hinter der ich auch stehen kann."
Er zog eine Augenbraue hoch - und ich ließ mich für eine Sekunde irritieren. Aber es hat sich bis heute nichts  Anderes bewahrheitet, bis auf sehr wenige Ausnahmen, in denen ich ihm nicht die ganze Wahrheit mitteilte - weil er es mehr als verdient hatte. Rare und freudige Gelegenheiten, in denen ich mir nurmehr das zurückholte, was ich mehr als verdient hatte.Zum Beispiel bei drei Auffahrunfällen auf meine Kiste in einem halben Jahr, an denen der Tausende von Euronen verdiente - und ich in endlosen Kämpfen mit ihm lediglich 50 Euro für mich mühsam herausschlagen konnte. Damals kam mir eine fehlerhafte Computer-Abrechnung mit 450,- Euro entgegen - und ich mir selbst, entgegen meinem sonstigen Naturell, indem ich mir fast auf die Zunge biss, um desen schönen Zu-Fall zu verschweigen.
Das hatte mir ein Fahrgast zuvor beigebracht, auf französsch, "Changer la Fortune" heißt das.
Die Leute, mit denen ich jetzt arbeite - wollte ich gar nicht "betrügen", denn es ist einfach fair. Und es ist schön, wieder so arbeiten zu können - nach ein paar wenigen Abschweifern von dieser Idee.

Ehrlich - ich häte keine Ambitionen, beispielsweise Baumarkt-Silikon in Brustimplantate zu verbringen. Könnte nicht mehr gut schlafen.  Trotzdem ich darum weiß, daß ich selbst alle Dämonen kenne und in mir trage. Aber wer weiß schon, was das Leben noch so alles mit sich bringt?

Ob ich mal ein Schild anbringe ...

.... um mir das viele BlaBla zu ersparen?
Der Text lautet in etwa:
"Sehr geehrter Fahrgast.
Heute ein Rätsel für Sie:
Was haben das Wetter und Taxi-LenkerInnen gemeinsam? -
Bitte denken sie kurz darüber nach
und ersparen mir und Ihnen auf diese Weise
viel wiederholt sinnfreies, energieverlustiges Sprechen.
Danke. Die Auflösung erfolgt bei Ausstieg,
nach einer schweigend- besinnlichen Fahrt."

Und? Wat isset?

Sie können es beide niemandem recht machen.
(Und wollen es auch schon lange nicht mehr ...)

War flach - aber ehrlich-

Schizophrenie normal

Als ehemals ungefragt getauftes "evangelisches Christenkind", dem die Mutter noch im zarten Erwachsenenalter von Mitte dreißig mit erhobenem  Zeigefinger drohte "Wenn Du aus der Kirche austrittst .....???!" (was dann, wußte sie nicht mehr zu formulieren, doch sie war vorhersehender, als ich selbst seinerzeit- es dauerte noch ein paar Jahre, bis ich es dann tat, da ich immer noch die vielen sozialen Aspekte schätzte, die sich in kirchlichen Räumlichkeiten abspielten), erlebe ich diese weit um sich greifende Weihnachts-Hysterie von Mal zu Mal als noch absurder.
Ebenso die Hysterien, die sich zu anderen festlichen Anlässen entladen. Ein schönes, der weihnachtlichen Familien-Liebesorgie diametral-entgegengesetztes Beispiel ist vielleicht der kommende Karneval, in dem ansonsten öffentlich zurückgehaltene animalische Instinkte hektisch und exzessiv entladen werden, mit dem Segen der Masse. Eine andere Spielart der Liebe bzw. der Sehnsucht nach dieser, nach Vereinigung und Einssein eben

Weihnachten also sollen alle wieder ihr Herz entdecken, auch für Andere, die ansonsten nicht wirklich interessieren. Obdachlose werden gerne als Weihnachts-Opfer im Fernsehen präsentiert.  Und die armen Kinder - jedes Jahr mitleidstriefende Spenden-Shows, die nicht einmal ein Tropfen auf die vielen heißen Steine sind, die da jeden Tag im Jahr überkochen.  Aber mensch fühlt sich halt gut und für einen Moment erleichtert, wenn er endlich mal wieder etwas aus Rührung gibt.

Zu einem meiner von je her ungeliebtesten Feste gehört Sylvester, da knallen alle ihre Erleichterung darüber hinaus, daß die todeserinnernde, vom vermeintlich gestrengen Gevatter Saturn auferlegte Ruhe wieder vorbei ist - und die eigentliche Party wieder beginnt. Meine Abneigung mag darin liegen, da0 ich Saturn durchaus zu schätzen weiß (ob die einstigen römischen Saturnalien in seinem Sinne waren - muß ich mal dahingestellt lassen).
Im Februar/März kommt der  Karneval -  ausgelassen und hemmungslos sein,  auf Knopfdruck, punktum 11.11 Uhr. Geheimtipp für die, die es noch eiliger haben ist die Eröffnung um 9.11 Uhr auf dem Nippesser Wilhelmsplatz in der Kolonie.
Manch eine(r) erinnert sich nun an seine Triebe, die Kraft des Sexus, die doch die eigentliche Lebenskraft ausmacht und  die sonst so oft unterdrückt wird innerhalb der allgemeinen "Rahmenbedingungen" (nicht wenige fiebern ja, vielleicht gerade deshalb, das ganze Jahr diesen Tagen entgegen). Gut so, denn wenigstens hier wird das eigentlich Ventil geöffnet. Nicht auszudenken, was ohne diese erlaubt-enthemmte Zeit über´s Jahr so alles geschehen würde. Ergänzen möchte ich noch, daß diese Antriebskraft ohnehin immer vorhanden ist, nicht verwechselt werden sollte mit "ausgelebter Sexualität", die nur einen Bruchteil von ihr ausmacht - was mensch leicht nachrechnen kann in persönlichen Zeiteinheiten - .und was ein anderer Freund einst so zu beschreiben pflegte "Ach, der ganze Aufwand für die fünf Minuten ".  "Wenn überhaupt"- pflegte er zu ergänzen.

Nichts gegen Jahreskreis-Feste, die machen für mich schon Sinn, sofern die Erinnerung an ihre Urprünge noch in Spurenelementen vorhanden ist. Einst eine Rückverbindung mit dem Jahreslauf der Natur, mit den Elementen, die unsere Rhythmen bestimmen. Von der christlichen Kirche geklaut und mit anderen Deckmäntelchen besetzt, mit ihren lebensfremden Idolen namentlich überlagert. Aus Freya, Venus, Aphrodite, Ishtar ... wird Maria, die "unbefleckte Empfängnis", der Tod der fleischlichen Freude und Lust. Aus einem kraftvollen, unerschrockenen und bei Bedarf kriegerischem und zornigen Jesus - wird ein armer, blutender  Tropf am Kreuz der Machthabenden. Die Botschaft an die Schäfchen - ist offensichtlich.

Von ursprünglich-afrikanischen Kulturen, in großer Not, wiederum alles zurückgeklaut und nochmals mit "christlichen" Deckmäntelchen versehen, die ihrerseits weiterhin unbemerkt die lebendigen, archaischen Kräfte bedienen und verehren - was mich durchaus amüsierte und faszinierte, als ich es erfuhr. Habe seinerzeit auf Cuba einmal ebenfalls auf diese Weise und mithilfe meines afrokubanischen "Padrinos" eine christliche  Messe für die ursprünglichen GötterInnen "zurückgeklaut" - vermutlich nicht alleine.

In diesen Tagen fiel mir  nochmal ersichtlicher auf, daß wir im Grunde alle aus fragmentierten, andressierten Persönlichkeitsanteilen zusammengesetzt sind, je nach vorherrschender "Unkultur", die sich bei sogenannten Normalen eben in dem Rahmen, der gesellschaftlich gewollt und erlaubt, also von der Masse toleriert, ist, zu verschiedenen  Anlässen im gerade vorgegebenen Rahmen zeigt. Eine Masken-Posse.

Niemadem ist es schließlich im Kern verwehrt, an 365 Tagen im Jahr zu lieben, Nästenliebe zu praktizieren. Oder gar seiner triebhaften Lust zu frönen. 

"Alles zu seiner Zeit" lautet ein altes Sprichwort, welches vielleicht früher einmal an die Zyklen der Natur angelehnt war. Heute aber - ist es wohl eher angelehnt an das, was alle Anderen tun und was gerade im Rudel geschieht.
Und das alles geschieht aus der Angst heraus, alleine zu sein, anders zu sein, aus einer - fragwürdigen -  Gemeinschaft herauszufallen.

Dachte an sogenannte "Schizophrene". Die Masse, ja der Mensch selbst, ist nicht anders fragmental gestrickt, es liegt wohl mehr in unserer Natur, daß wir vermeintlich unvereinbare Teile beinhalten, die augenscheinlich nicht zueinander passen -  die aber  krampfhaft als ein Ganzes zusammengefügt werden sollen, um eine für Andere und besonders für uns selbst besser berechenbare Person zu ergeben.  Bei den so diagnostizierten "Schizophrenen" -  funktionieren nur die Masken nicht mehr im allseits erwarteten Zusammenhang, sie sind offensichtlicher als bei unsereins.

Handschreiben eingerostet

Mit einigem Entsetzen stelle ich fest, daß meine ohnehin für Andere nicht selten nicht wirklich entzifferbare Handschrift stark gelitten hat, seit ich fast nur noch tippe. Das muß ich mal wieder häufiger praktizieren und trainieren, damit es nicht ganz verschütt geht. In diesem Moment des kurzen Erschreckens kam auch erstmals die eigentlich ganz selbstverständliche Frage, wieso ich eigentlich immer nur mit rechts und nicht ebenso gut mit links schreibe .... im Grunde eine völlig unnötige, einschränkende motorische und von klein auf eingebläute Einseitigkeit, die sicher ebensogut erweitert und auf "beidhändig" trainiert werden kann - und damit das Hirn spielerisch auf Flexibilität.   
Tägliches Tagebuchschreiben hatte ich eingestellt, als mir immer wieder auffiel, daß ich mich allzu oft wiederhole und mir eigentlich nicht viel Neues mitzuteilen habe. 
Jetzt schreibe ich fast nur noch Stichworte per Hand auf Einkaufszettel oder auf solche, auf denen ich während anderer Lektüre notiere, was ich noch "googeln" will.
Die Heerschar der Smartphone-Junkies kann vermutlich bald nicht einmal mehr Buchstaben tippen, sonden nur noch bildschirm-aufziehende Handbewegungen ausführen.
Es verlernt sich vieles in diesen Tagen - angeblich können kaum noch Kinder rückwärtsgehen. Zwar weiß ich jetzt nicht exakt, wofür das genau gut ist, doch als Symbol für "Rückschau", "Rückbesinnung" und vielleicht "Rückblick auf die Wurzeln" o.ä. ist das Bild sehr ergiebig. Auch für die Fähigkeit, mit allen Sinnen und in alle Himmelsrichtungen offen zu sein und zu bleiben.

Erhöhte Mülltonnendeckelklapperfrequenz ...

... ist in diesen Tagen zu vernehmen. Ob es daran liegt, wie ein Freund es ausdrückte, daß wieder alle unterwegs waren, um reichlich "frischen Sperrmüll zu kaufen und zu verschenken", der anschließend wieder entsorgt werden muß?  Ich vermute mal, er hat ins Schwarze getroffen.
Ein anderes und die Seele nährendes Geräusch, welches ich erfreut vernehme, ist ein fideles  Vorfrühlingskonzert der Vögel, die sich ihrerseits wohl ebenso sehr wie ich über die angenehm milden Temperaturen freuen.

Freitag, 23. Dezember 2011

Senti-mental ....

... ist in unserer Un-Kultur ja ein Schimpfwort. Wird zum Beispiel mit "gefühls-duselig" übersetzt. Wobei mir die Zusammensetzung von Gefühl und Verstand durchaus ausgewogen erscheint. Wer sentimiento hat, fühlt sich, erlebt Gefühle mittels der uns gegebenen Sinne. Und wer noch mental dabei ist, nutzt den ebenfalls gegebenen Verstand, kann das Gefühl gar in Verstand umsetzen. Muß also nicht zwangsläufig "duselig" sein.
In den vergangenen Tagen war ich mal wieder "sentimental", ja sogar "sentimental-nostalgisch" - und hatte eine wohltuende Erhellung dadurch. Ich sehnte mich nach einer Welt, die nicht durchdigialisiert und krankhaft kontrolliert bzw. kontrollierend ist. Eine Welt, in der es auch noch das Wilde und Ursprüngliche gibt und geben darf. Eine, in der Vielfalt sein darf und gewollt ist. Eine, in der Menschen nicht in Profit und Effektivität bemessen werden und in zwei Klassen gespalten sind, in denen die eine Klasse der anderen zuwirtschaften soll. Heute heißt das ja bei den Unsentimentalen "Sparen". Eine, in der alle Lebensformen geachtet werden, da der Mensch gar nicht ohne Tiere, Pflanzen u.v.m. sein kann..

Ich finde, ich bin als Sentimentale "gut aufgestellt" in diesem Irrsinn.
Und jetzt - "wird geliefert" - mein persönliches Weihnachtsgeschenk an mich selbst und meine verstorbenen Erzeuger:

Liebe Ahnen, Eltern, LebensgeberInnen und VersorgerInnen!
Es gab viele Mißverständnisse zwischen uns.
Zwar war mein erster, über viele Jahre anhaltender Eindruck richtig und gut - daß Ihr mich relativ in Ruhe habt wachsen und gedeihen lassen, ohne viele Regeln und in viel mentaler und emotionaler = senti-mentaler Freiheit. Doch gab es später eine Zeit, in der ich mehr auf vermeintliche Defizite denn auf Optionen geschaut habe und Euch zu Unrecht, aus Unreife und Unwissenheit heraus, viele Vorwürfe machte. Ich war zornig und ungerecht. Ich hatte soviele Fragen, denen Ihr Euch verschlossen hattet. Sicher hattet Ihr Eure Gründe - oder einfach keine Antworten auf meine Fragen. Alle Antworten - hat mir das Leben selbst geliefert. Damals nicht direkt durch Euch, doch durch  andere Menschen Eurer Generation, mit denen ich sprach - und die mir ehrlich in den Schoss heulten, mich so lehrten, was ich zu wissen begehrte. 
Alle Vorwürfe an Euch - hat das Leben selbst relativiert und gelöscht.
Meine Fragen sind beantwortet durch die ver-rückte Zeit, in der ich lebe

Diese Zeit  ist vieleicht auf ihre Weise - noch brutaler als die Eure, da sie sich in noch mehr Lügen hüllt und ihre Grausamkeit nicht jedem direkt offenbart, Freiheit und Individualität vortäuscht, während zunehmend sklavische Gleichschaltung herscht.
 
Freiheit und Individulaität in diesen Tagen - beschränkt sich de facto darauf, wer welche "Apps" auf sein "Smartphone" laden kann. Auf Tarifwahl für seine Vernetzung. Wer welche Designer-Fummel trägt - die denoch Scheiße aussehen. Immerhin habe ich die Löcher in meine Jeans damals noch selbst hineinleben können. Freiheit - wird durch das "Wachstumsbeschleunigungsgesetz" geregelt. U.v.m. - ein dickes Buch ist geschrieben, mental. Mit ein wenig sentimiento - und viel mehr Menttalität.

An dieser Stelle also ein Danke an Euch. Für die kindliche Freiheit und die Freiheit der Jugend. Ohne Handy, ohne permanentes "Tracking". (Wenn es allzu schlimm wurde, gab es schon mal ein persönliches Tracking aus Sorge  - aber sie haben mich niemals vorgeführt, sondern vielmehr alle auf eine "Cola" eingeladen, wenn sie mich irgendwo endlich auffanden .... und bei Scheiss-Wetter hatte ich jeden Tag die Bude voll mit Leuten, die sie großzügig verköstigt haben!)  Jeden Tag war ich draußen, auf der Strasse, im Park, in wilden, unbebauten Gegenden der Stadt, die es noch reichlich gab. Freiheit in damals zahlreich vorhandenen Nischen.

Ich nehme das dieses Jahr als bestes, sentimentales  Weihnaxhtsgeschenk, das ich mir vorstellen kann.  
Danke dafür.

Und auch besonders dafür, daß ich nicht allzu arg christlich indoktriniert wurde und wieder ein leichteres "Heidendasein" führen kann. Diese traurige, erbärmliche Jesus-Geschichte samt Bibel habt Ihr mir auch nicht eingebläut und mir den Raum gelassen, sämtliche Religionen, Doktrinen und politische Maskenspiele ad absurdum zu führen.

Vati geht noch schnell zur Vorweihnachts-Wellness

Während Mutti zuhause rotiert und rödelt, damit alle ein schönes, harmonisches Fest feiern müssen im engen  Familienkreis, der sich sonst eher nicht freiwillig trifft, geht Papi nochmal schnell zur vorweihnachtlichen Entspannung in den hiesigen Puff und rödelt dort ein wenig. Damit er die häusliche Idylle in den kommenden Tagen entspannt übersteht. Besser nochmal kurz vorher entladen, bevor er zum Fest zuhause übersprudelt - irgendwie vernünftig. Ich grinse mir einen und weiß wieder sehr gut, warum ich den oftmals grundlos überfüllten Hafen der Ehe nicht angesteuert habe in meinem Leben.
Vermehrt kam heute auf´s Display "Hornstrasse bitte anfahren." Einmal auch "mit Kreditkarte". Dort ist das bei zahlreichen Herren gut bekannte "Pascha". Leider war ich zu weit weg und so blieb der Umsatz eher glimpflich - dafür aber der Verkehr auf der Strasse auch.
Habt alle gute Tage und Nächte, viel Besinnung und sinnlich-schöne Stunden.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

already used to ....

Am ersten Tag hatte ich so ein bischen Herzklopfen und war aufgeregt.
Und ich war besonders achtsam.
Jetzt - fahre ich sie schon wieder wie ein altes Mädchen.
Die neue Limousine.
Die ist von vielen schon gefahren, eingefahren,
fährt sich wunderbar.
Viielleicht - für mich - wie so ein Muli oder ein Esel.
Zuverlässig, treu, stark.
Für mich haben die Fahrzeuge Seele,
mehr als Du mir je glauben wirst.
Für mich sind die verbunden mit denen,
die sie lenken.
Und das sind - alles gute Leute.
Und - gute Limousinen.
Klingt verrückt?
Egal -
ich weiß es ja.
Schöne Pferde!

Warum - fahren Sie hier lang?

Eine mögliche Antwort: Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung, daß gerade diese zur Zeit die beste von drei oder vier Optionen ist. Eine mögliche Gegenfrage auf eine vorwurfstriefende "Warum-Frage" ist: Warum sagen Sie mir nicht vorher, welche Strecke sie fahren wollen?

Besonders bei Frauen gilt - sie lieben "Warum"-Fragen statt klar anzusagen, welchen Weg sie bevorzugen.
So - eröffnen sich mir auch viele Beziehungs-Fallstricke ..... auf die ich auch keine Lust hätte.
Weder als Mann - noch als Frau.

Warum Du nix vorher sagen, was Du wollen?
Warum Du warten auf vermaintlische Fählärrrr?

Turnaround

Wenn mir jetzt nochmal jemand kommt, der mir Geschichten über pösepöse Kollegen erzählen möchte, nutze ich gegebenenfalls die Gunst der Stunde und mache einen Turnaround - um dem guten Kunden mal zu erzählen, wie sich die Sache aus unsereiner Sicht darstellen kann. Aber nur - sofern er gesunden Menschenverstand signalisiert. Habe schlicht keine Lust mehr auf Taxi-Fahrer-Bashing.

Herzerwärmend hält länger als die Arschlöcher ...

Ich habe einen mauen Start an diesem Morgen neulich. Lauter maue, kurze Fahrten. Im Regen. Eigentlich brummt die Bude - nur noch nicht bei mir. Ein älterer Herr steigt ein und möchte ein paar Meter weiter gen Norden ... wieder eine kurze Fahrt. Aber etwas ändert sich, nämlich die Stimmung. Der Mensch neben mir hat viel Sonnenschein im Herzen und diesen mitgebracht ... ich taue auf, verliebe mich wieder ein wenig - mit ihm ins Leben.
Er warnt mich auf dem kurzen Weg vor, ich solle mich nicht erschrecken, wenn er gleich bezahlt. Ich mag keine verschlüsselten Andeutungen und gehe nicht drauf ein. Ahne aber bereits, was er tun wird. Er gibt mir ein horrendes Trinkgeld. Der Fahrpreis macht etwa 5 Euro und er gibt mir 20. Ich bedanke mich. Wir erzählen noch ein wenig ... Er meint, es würde es sich ja nicht lohnen für uns, so eine kurze Fahrt. Ich bedanke mich ehrlich nochmal und sage dennoch - da er ja öfter fährt, soll er sich bloß keine Gedanken darüber machen. Er ist schließlich Kunde. Höfliche Kunden sind bei mir auch Könige. Unhöfliche - nicht. Er sagt, es gehe ihm doch gut und er habe genug Geld. Ich freue mich aufrichtig, daß zu hören und sage es auch so.  Es tut richtig gut, solche Mernschen zu treffen! Die meisten schimpfen und klagen nur - auf kölsch: Kümen. Er erwidert "Ne, isch küme nie. Un isch ärjere misch och nie" Erzählt mir aus funkelnden blauen Augen heraus noch, daß er einst zur See fuhr ....  Er macht mir viel Freude - und  meinen Tag! Danke.

Der Tag verlief dann nur noch gut - und umsatzstark. Was aber noch wichtiger ist: Diese raren Sonnenbringer erscheinen mir immer wieder in meinem Langzeit-Gedächtnis.

"Sagen Sie mal, spinnen Sie eigentlich?!"

Halteplatz Oper  ... Auftrag kommt für "WDR - Pilzbau". Ich fahre hin. Die Kölner Nord-Süd-Fahrt ist komplett ducht, die einzige Trasse, die sonst noch funktioniert. Heftigster Vorweihnachts-Kollaps. Ich komme an und sehe noch eine blonde junge Frau mit langen Haaren, die ich als Kundin vermute, hektisch weglaufen. Winke ihr noch von weitem ... der Pförtner teilt mir mit, eine Frau mit langen blonden Haaren hätte eben ein Taxi gerufen und an der Strasse gestanden. Gebe eine Fehlfahrt ein, fahre zurück im Chaos. Neuer Auftrag: WDR, Dingensstrasse. Ein Haus weiter als der Pilzbau - der so heißt, weil er pilzverseucht war. Wieder niemand da. Frage auch  hier beim Pförtner nach und sage Bescheid, stehe wieder mit Warnblinker verboten auf der Strasse. Gehe noch auf Sanitär, als ich wieder zrückkomme, ist immer noch niemand da. Ich gebe erneut eine Fehlfahrt ein und fahre wieder zum HP. Auf dem Display erscheint" Reklamation" ... fahre zurück und eine Frau mit langen, blonden Haaren (!!!) steigt ein und begrüßt mich mit diesen Worten:
"Sagen Sie mal, spinnen Sie eigentlich?!"
Ich halte an mich .... und erkläre dann, daß ich schon mal da war und gut 10 Minuten auf sie gewartet habe.Und sogar noch pinkeln war - sie kann gerne den Pförtner fragen. Darauf sie - ja, habe sie, aber das seien keine 10 Minuten gewesen. Ich erzähle ihr noch von meiner Fehlfahrt zuvor mit einer Frau, die ihr sehr ähnlich sah. Und insbesondere sage ich ihr, daß ich zwar einiges gewohnt bin, allerdings geht ihre "Begrüßung" = "Sagen Sie mal, spinnen Sie eigentlich" doch weit über meine Grenzen und ich muß mir derartiges sicher nicht gefallen lassen.
Ich fahre diese unmögliche Journalisten-Tante noch, nachdem ich kurz ernsthaft überlegt hatte, sie aus der Limousine zu verweisen - sie will nach Hause und wieder zurück und sie hält sich für sehr sehr wichtig... allerdings ist sie für mich tot.  Und sie hält ihr unverschämtes Maul, bemüht sich gar, die Situation zu retten - was mit mir nicht mehr geht. Die spinnt komplett ..... wie soviele.

Hallo. DU Arschloch! Wen duzt DU sonst noch?

"Hallo! Grüß Dich"
Hää ??????  !!!!!!

Wo Du wolle - Proll?

Wen duzen Sie denn sonst noch so selbstverständlich und beherzt intim in Ihrem erbärmlichen Leben?
Außer dem Taxi-Fahrer?
Gehen Sie in ihre Bank und sagen locker vom Hocker "Hallo, mein Freund!`"
Oder duzen Sie Ihrem Vermieter?
Ihren Vorgesetzen?
Ihrem Krankenkassen-Mitarbeiter?
Keine Ahnung, wo du hinmußt ...
Du Arschoch ...
aber nirgends traust Du Dich -
derart grenzüberschreitend intim mit einem schäbigen
"DU"
aufzuwarten, als in diesem engen Raum.
DU -
kannst mich mal.
Für Dich -
bin ich immer noch
SIE.

"Ornithose"

Ich bekomme den Auftrag für eine kölsche Tradtions-Gaststätte am Eigelstein. "De kölsche Buur" - Bauern gibt´s hier schon lange nicht mehr. Ich stelle die Limousine mit Warnblinkanlage mitten auf der Strasse ab, weit und breit keine Lücke am Rande. Muß ich durch. Die Fahrgästin ist eine alte, blinde Dame, die sich bei mir einhakt und die ich langsam zum Auto geleite, während die Schlange der Autos hinter mir anwächst. Glücklicherweise gibt es noch viele Menschen mit Verständnis und Geduld, ich beeile mich, so gut es geht und bedanke mich per Handgeste. Die Dame kenne ich. Nicht sofort, aber ich habe sie schon gefahren, das weiß ich direkt. Sie stellt sich als enorm anstrrengend heraus. Eine von den alten Damen, die gnadenlos Aufmerksamkeit einfordern wollen. Sie - aufgrund ihrer Blindheit. Nun bin ich schon lange nicht mehr der "mitleidige, betroffene" Typ Mensch. Und sie bringt mir wiederholt bei, daß das auch gut so ist - für meine eigene Gesundheit. Einfordernd ohne Ende. Labert mich sehr laut zu mit Zeug, welches mich anwidert. Sie sei Stammkundin mit Kundennummer und fahre manchen Tag viermal mit "uns".  Blablabla ..... ich solle doch über den  Hansaring fahren. Ich sage ihr, ich nehme eine Nebenstrecke, die ist noch besser, sage ihr, wo wir langfahren und sie sieht es sogar ein. Blablabla .... sie will belehren, mir ihre Sicht des Lebens aufdrängen, mir erzählen, wie was sein sollte. Eine Sicht, die mich zutiefst anödet. Immer lauter wird ihre schrille  Stimme. Ich gebe gerne meinen Arm an Menschen, die nicht sehen. Aber meine Seele - kriegt keiner. Auch keine Stammkunden.
Irgendwann gehen mir ihre Klagen derart auf die Nerven, daß ich sage "Seien Sie doch froh, daß sie es sich leisten können, mit dem Taxi zu fahren - freuen sie sich doch, daß sie eine gute Rente bekommen. Andere Leute sind nicht in Ihrer Lage" Ja, das würden die anderen auch immer sagen. Freut mich, zu hören. Als sie noch lauter wird und über ihr heroisches Arbeitsleben predigt - füge ich hinzu, daß es heute Menschen gibt, die drei Jobs machen und auch davon nicht leben können. Daraufhin soll mir der Mund verboten werden mit "Ach, von diesem klassenkämpferischen Scheiß will ich gar nichts wissen." Ich schweige sehr gerne. Die emotional-erpresserisch-Hilfsbedürftige wettert weiter. Sie habe ihr Leben lang gearbeitet - blablabla - und was sie geleistet habe, das sollten andere erst einmal leisten - und dazu noch ehrenamtlich - blabla ...
Ich denke nur noch an mich und daran, daß ich diesen emotionalen Kotz-Klotz  gleich wieder los bin, hallelujah. Schweigen - ich reagiere nicht mehr. Dann "Wo sind wir denn jetzt?"  " Daundda".  "Ahja, gut." Ob ich Leute kennen würde, die Tauben füttern?  Ja, sage ich unbedacht, jede Menge. Die ganze Zunft der Taxifahrer sei gut Freund mit den Tauben und eng mit ihnen verbunden, rein räumlich. Jetzt geht die ab und wettert, ich solle unbedingt jeden anzeigen, der eine Taube füttert. Diese "Ratten der Lüfte" seien schiuld daran, daß sie erblindet sei. "Ornithose" - die Diagnose. Und fast wäre sie daran gestorben. Und dazu noch sechs weitere Menschen in ihrer Strasse. Ich habe (schon lange und von Anfang) keinen Bock mehr auf diesen Hass, den sie versprüht und sage nur "Wissen sie was - ich habe wirklich andere Sorgen als "Ornithose".
Sie gibt keine Ruhe .... will ihren Hass loswerden.
Ich will den nicht nehmen. Ich nehme ihn nicht.
Habe nach einigen Jahren inmitten des tumben Irrsinns meinen eigenen Hass und Zorn entwickelt, auf genau solche Menschen. die mir ihren aufbürden wolen.
Ich liebe Tauben - und Ratten. 
 Manches Mal begegnet mir am Morgen eine Ratte, die sich vor mir erschrocken hat und schnell wegläuft, weil sie einen guten, gesunden Instinkt hat und Menschen meidet.
Am Ziel der Verhärmten angekommen, ist ihre Einfahrt komplett und von allen Seiten zugeparkt - sie fordert mich hysterisch auf, die Polizei zu rufen. Ich halte - so gut es geht - ruhige Nerven und geleite sie nochmals mit viel Geduld zur Haustür.
Als Ausgleich schickt mir das Leben eine eher amüsante Fahrt mit vier zwar völlig volltrunkenen und zugeknallten, doch dennoch völlig entspannten netten jungen Männern, die mich an ebenso entspannte Jugendzeiten erinnern.

Montag, 19. Dezember 2011

Enthäutete Netz-Abstinenz

In der jüngsten Zeit geschah es, daß eine relative Netz-Abstinenz einsetzte.
Ich geniesse es einfach und finde es höchst interessant, wie wenig ich "wissen" muß - ich weiß es ja eh

An manchen Tagen bzw. Abenden blieb das Gerät einfach aus. Wollte nicht noch mehr Informationen über dies und jenes, was in der "Welt der Anderen" so alles geschah und geschieht. Brauche Abstand von der allgegenwärtigen Reizüberflutung.  Mein Hirn hat einen akuten Überladungszustand erreicht. All die unverdaulichen Informationen verwirren mehr, als daß sie mich "weiter" geschweige denn, "zu mir bringen".
Natürlich bin ich als Zwillingssonne dennoch informiert über allzu vieles, was ich gar nicht mehr wissen will.

Das liegt in der Natur des zwillingssonnen-gegebenen Beobachter-Naturells, welches mal eben so die Geschehnisse registriert.
Ich bemerke aber immer intensiver, daß es mir nicht hilft, etwas zu "wissen", was ich gar nicht wissen will.  Zwar heißt es, Wissen sei Macht, doch sage ich auch, "Wissen" macht dumm.
Alles, was je von Menschen "gewußt" wurde - hat sich nach minimaler planetarer Zeit komplett relativiert - und dann kam wieder anderes, "neues Wissen", welches bestrebt war, das vorhergehende lächerlich und unwert zu machen. Und auch dieses "neue, fortschrittliche Wissen" - wurde seit je her  und wird imm er wieder über den Haufen geworfen werden und worden sein, binnen weniger Jahre. Oder in unseren Zeiten schneller. Jedenfalls gefühlt schneller. Immer schneller. Daher gibt es ja auch in dieser irrsinnigen Menschheitsperiode solche debilen Auswüchse wie "Wachstumsbeschleunigungsgesetz" u.v.m. Gilt wohl auch für völlig unergründete Phänomene wie Zellwucherungen, die einfach mal zusammenfassend "Krebs" genannt werden.
Und damit komme ich mal zu meinem "astrologischen Assistenten" - das ist nämlich der Krebs.
Der wird mir immer öfter die alte Frage stellen, die da wie eh und je lautet: Was ist denn wirklich wichtig?
Was ist wichtig- wenn Du auf einmal nackt da stehst, ohne Maske, ohne Schutzhülle. Die nackte Haut  offenliegend, komplett verletzbar. Was ist dann wichtig?
Die Astrologen erzählen davon, daß ein Mensch in seiner zweiten Lebenshälfte (wer weiß schon, wann die angefangen hat?) auf die Themen seines Aszendenten zugeht.
Meine Frage bleibt also - egal unter welchem Stern - Was ist wirk-lich wichtig in dieser Ecistenz, in der ich völlig nackt und schutzlos bin?
Ich habe dazu viele Antworten - und alle haben sicher nichts mit Geld, Politik, Europa, Fukushima oder sonstigem Zeugs zu tun.

Die Nackttheit zeigt sich auch dadurch, daß ich eigentlich ganz andere und banale Dinge aufschreiben wollte -  und dann kommt dies ....

Dienstag, 13. Dezember 2011

Reden und Schreiben ....

.... Formen der Kommunikation.
Wem hilft das?
Ja -kenne ich, habe ich auch schon mal erlebet, genau ...... blablabla.
Ich verstehe sie.
Jaja - ist alles schlimm.
Jaja - wird noch schlimmer werden.
Was Du rufst - das kommtr.

Ich sag - fast -nix mehr.
Rede nicht mehr mit.
Auch das - hilft nicht.
Aber mir - erspart es viel Dummheit.
Wozu um Himmels Willen
soll ich Unsinn reden?
My-nungen tauschen?
Meine My-nung willlst Du gar nicht wissen.
Und ich will Deine auch nicht.

Wie wäre es so:
Wir lassen uns.
Sein.

Samstag, 10. Dezember 2011

Mit dem Liedgut der alten, fremden Schwester ....

... wuchs ich auf. Ich hörte die Songs dieser Vorgänger-Generation auf dem großen Tonband mit, welches in ihrem Zimmer stand. Ich hatte kein Zimmer - weilte des Tages über entweder möglichst viel draußen und somit in Freiheit - oder aber bei schlechtem Wetter in diesem Zimmer der fremden Schwester. Mit den Tonbandaufnahmen, die ihr Geliebter zusammengestellt hatte, war ich ganz glücklich. Unter anderem hörte ich oft als Kind dieses schöne Lied - Phil Everley "When I´m dead and gone".

Mein Favorit war immer "Why can´t we live together" von T. Thomas - ich konnte nicht einmal englisch zu der Zeit - aber habe als Kind noch alles gut verstanden - bevor ich zuviel ver-lernte.

Freitag, 9. Dezember 2011

Limousine - niegelnagelneu

Wegen Fieber konnte ich die niegelnagelneue Limousine erst fahren, nachdem sie etwa eine Woche alt war. Also immer noch niegelnageleu.  Und immer noch mit Restfieber, daher war ich schön vorsichtig - sowieso. Sie ist ein wenig größer und vor allem - hallelujah - geräumiger im Innenraum. Auf diese Weise habe ich ein wertvolles Stück Distanz mehr zu den  anderen Menschentieren. Hier könne wenige Zentimeter viel wohltuende Distanz  bewirken. Ich kenne diese räumliche Distanz noch von dem Vorvorgänger-Modell, welches ebenfalls mehr Innenraum hatte.
Es ist das erste niegelnagelneue Auto, daß ich fahre in meinem bisherigen Erdendasein. Und dazu ein Daimler. Bin auch in gewisser Weise sehr angetan von der Technik und dem Komfort. Dennoch - fehlte mir der erwartete "K". Dieser blieb aus. Solide Technik, guter Anzug, schicker neuer Navi und gut bedienbares Radio .... aber kein "Kick". Also sowas, wie in der Werbung suggeriert wird.
Bewährte Freundschaft - Mercedes ist für mich eben das ultimative Taxi mit viel Solidität und Komfort.
Verwunderung - darüber, wie wenig Platz eine derart bewährte Firma für die Taxi-Instrumente läßt - reine Improvisation ist nötig. Sie sollten es besser wissen - denke ich mir.
Ein schönes Auto - ich gerate zwischendurch ins Schwärmen.
Ja - macht Freude, so zu fahren.
Ja.
Super.
Wirklich.
Ein gutes, solides Werkzeug.
Kein Kick.
Auch nicht auf der Autobahn, wo keine Geschwindigskeitsbegrenzung herscht.
Ich denke - vermutlich wäre ich ein wenig enttäuscht, wenn ich mir als Privatperson so ein Teil kaufen würde. Hmmmhh ..... tue ich ja nicht.
Wenn - würde ich mir auf jeden Fall ein Allrad-Geschoss zulegen.
Tja ....
schööönes Fahrzeug, wirklich -
aber kein Kick.
Macht ja nix
Dachte nur ....... müßte doch ...... hmmmhhhh .... nö.

Doch gibt es einen guten Kick -
ich arbeiite mit Menschen zusammen, die mir glauben, was ich sage - und umgekehrt. Ohne Zertifikate von dritter oder vierter Stelle. Ein Handschlag-Geschäft quasi - Basis ist gute Zusammenarbeit und Vertrauen.
Mit neuen Limousinen - macht es noch mehr Freude.

Neue Limousine mit Verzögerung

Erst war ich krank. Eine heftige Virusattacke, die mich für drei Tage und Nächte mit über 39 Grad Fieber  "alternativlos" im Bett beließ, vorwiegend träumend, manchmal kurz erwachend, daraufhin mit gemischten Gefühlen und Gedanken ins Fiebertrauma zurückwerfend.
Wenn das Fieber noch weiter steigt, könnte es vorbei sein. Sinken - will es scheinbar nicht.
Am dritten Tag dann ging es etwas unter 38 Grad - und irgendwo war Erleichterung. Andererseits gab es noch Bedenken. Ich hatte ja neulich von dem Adler und seinen zu schwer gewordenen Federn erzählt. Nun lag ich selbst so da - und dachte ernstlich darüber nach, ob ich wirklich weiter mit in diesen exponentiell zunehmenden Wahn-Sinn gehen will, der die meisten Menschen erfasst hat. Ob ich wirklich auf einem Planeten sein will, auf dem alles überwacht und mehr als krankhaft kontrolliert wird. Auf einem Planeten, der gerade zutiefst mit Gier und Hass durch Menschen verseucht ist, eine extrem degenerierte Spezies mit einer zutiefst geisteskranken Überheblickeit jeglicher Natur gegenüber. 
Ich war mir nicht sicher - ob ich wirklich ein neues Federkleid möchte oder doch lieber jetzt sofort gehe.
Sicher war dann aber auch - daß ich das nicht wirklich zu entscheiden habe.
Obwohl es noch vieles auszukurieren gibt - war das eine echte Wiedergeburt.