Donnerstag, 24. November 2011

Die bajuwarische Kontroll-Fresie

Meine erste Fahrt geht unverhofft und erfreulicherweise zum Aeropuerto. Mit Kreditkarte - steht auf dem Display. Dieses lese ich seit der Verweisandrohung (andere Geschichte, noch gar nicht aufgeschrieben, zum Piepen) neulich immer sorgfältigst bis zum nicht immer offensichtlichen Ende. Ich werfe schon mal das Gerät an, gucke, ob Saft drauf ist. Die Kundin flötet aus der Haustür "Nochzwei Minuten." Gut gut .... Der Morgen ist früh und noch dunkel, ich geniesse diese Stille vor der Hekitik.
Sie kommt dann, ich frage "Wohin".  Zum Flughafen, wie gesagt. "Welche Airline?" Dingens. "Gut."
Dann geht´s los mit der Dame. Ob ich denn Autobahn fahren würde. "Ja, sicher. Sowieso um die Uhrzeit." Es ist gerade mal um die sieben und ich gehe davon aus, daß noch alles frei ist. "Manche Ihrer Kollegen fahren ja auch gerne über Deutz." Hmmmppfh. Ob denn mein Kartenleser funktioniere, ich würde "immer" so skeptisch darauf schauen. "Ja, alles ok." Auf der Autobahn fragt sie, ob ich geradeaus weiterfahre. "Ja, sicher ...." Ich bin auf dem Zubringer von der A3 auf die  Flughafenautobahn - für mich ist das geradewegs geradeaus richtig. Es ist erstaunlich voll an diesem Morgen - um nicht zu sagen Wahnsinn um diese Uhrzeit. Doch was wie Stau aussieht ist nur der übliche Rückstau von den zahlreichen Pfeifen, die sich zuallerletzt rechts in ihre eigentliche Richtung einfädeln und einen ganz anderen Weg haben als wir. Dennoch meint die bajuwarische Fresie - ich solle doch geradeaus weiterfahren und nicht Richtung Flughafenautobahn. "Wie - über Köingsforst?" Ja, da will sie lang. Ich sage "Ok - so bin ich ja noch nie gefahren." und denke, was für ein unerträglicher Kontrollfreak. Gleichzeitig denke ich, was für eine nette Herausforderung, am frühen Morgen bei mir zu bleiben Ich kann schließlich nichts dafür, wenn die Fresie ihre Mitmenschen unnötig nervt - und teurer wird´s auch, bon. Nehme die Abfahrt und höre von hinten weitere Anweisungen, wie ich fahren soll, wo es lang geht. Sie erklärt mir den Weg zum Flughafen. Und geht mir geflissentlich auf den Senkel. Irgendwann kann ich nicht mehr an mich halten und sage ironisch  "Sie meinen es sicher gut (hahaha) - doch ich weiß wirklich, wie es zum Flughafen geht.Ich bin hier schon einige Hunderte Male langgefahren  Den Weg zum Flughafen und zum Kölner Dom müssen wir schon kennen." Die Fresie ist eingeschnappt. Doch sie kann es nicht lassen, mir nochmals eine Anweisung zum Rechtsabbiegen zu geben.
Ja, ist die denn nur Ballaballa? 
Immerhin - eine gute Fahrt zum Auftakt. Und manche Leute sind eben unmöglich. Ich meinerseits bin heilfroh, daß ich mein eigene Chefin bin und nicht etwa so eine kontrollgeile Fresie auf Dauer vor mir sitzen habe.

Alte Federn zu schwer

Jemand erzählte mir, daß ein Adler im Alter von 45 oder sowas um den Dreh sämtliche Federn verliert und sich dann entscheiden muß, ob er stirbt oder nochmal ein neues Federkleid bekommen möchte. Die alten Federn sind für ihn zu schwer geworden, um zu fliegen.
Ich fragte völlig fasziniert nach, ob das wahr sei? Ja.

Heute abend fällt mir diese Geschichte vom Adler wieder ein.
Fühle mich im Moment ebenso - mit den alten Federn kann ich nicht mehr fliegen.
Das Kleid der Gewohnheit und damit des Vergangenen wiegt zu schwer.
Nun hat die Natur es bei mir nicht so vorgesehen, daß das alte Kleid einfach von selbst abfällt - ich muß es selbst  hergeben, und das Mir-selbst-die Federn-ausreissen dauert seine Zeit. Viel länger, als ich dachte. Und wer will sich schon freiwillig nackt fühlen - in der verrückten Menschenwelt? Dennoch - trotz der Mühseligkeit - zupfe ich weiter Feder für Feder aus - in dem Wissen, daß sie ausgedient haben und nicht mehr weitertragen.
Manchmal wünsche ich auch, alles auf einmal abwerfen zu dürfen und stelle mir vor, was für eine Erleichterung das sein kann.

Ideen und Vorstellungen müssen immer zuerst abgeworfen werden, dann kann die Tat folgen. Habe heute wieder einmal einige Kilo Bücher verschenkt - und es sind immer noch viel zuviele. Ich will das alles nicht mitnehmen und bin immer mehr bereit, es wirklich wegzugeben und fallen zu lassen. Nur die wichtigsten Bücher und Musikinstrumente (hier: Alle - grins...) mitnehmen, ist der Gedanke. Wenigstens leicht werden, wenn schon nicht alle Federn auf einmal lassen.

Es ist nicht das erste Mal, daß ich so über meine viel zu gewichtige  materielle Ausstattung sinniere, bevor ich umziehen werde. Und auch nicht das erste Mal, daß ich manchmal lieber einfach weglaufen würde vor all dem Zeug. Was anders ist - es passiert langsamer und mit mehr Bedacht darauf, was denn wirklich wichtig ist im Leben. Oder so .... Und diesmal weiß ich auch zutiefst - ich nehme ohnehin alles mit, was "meins" ist. Mit und ohne Materie. Immerhin - gibt es in meinem Leben keine schweren Möbel, weil ich noch nie "sesshaft" oder "ansässig" war.

In diesen Tagen hörte ich nochmal einen vielgehörten Spruch meiner Kindheit, der mich damals oft ärgerte - heute kann ich herzlich drüber lachen und sehe die tiefe Wahrheit darin "Mach mal die Augen zu - was Du dann siehst, gehört Dir."

Dienstag, 22. November 2011

Von Moment zu Moment

"Ich sehe den Tod nicht als ein Unglück, so wie ich bei der Geburt eines Kindes nicht jubiliere. Auf das Kind warten Schwierigkeiten, der Tote hat sie hinter sich. Am Leben zu hängen, heißt am Kummer zu hängen. Wir lieben, was uns weh tut, das ist unsere Natur.
Für mich wird die Stunde des Todes ein Moment des Jubilierens sein, nicht der Angst. Ich schrie, als geboren wurde, und ich werde lachen, wenn ich sterbe."
Zitiert aus Nisargadatta Maharaj - "Ich bin".
Das scheinbare Paradoxon, welches das Leben zutiefst erleichtert, ist: Das Leben mit allen Erscheinungen zu lieben und dennoch nicht dran zu hängen.

Sonntag, 20. November 2011

Nochmal Otto Reutter - topaktuell zur "Schuldenkrise"

Mensch - komm bloß nicht auf die Welt .

Äthiopische Rumba

Dank der bezaubernden Wildgans traf ich auf die Frau "vormirdiewelt" und hier auf diese wunderbare Musik - von Addis Acoustic Project ....  und schließlich auf eine interessante Variante der Rumba - wie ich´s mal nenne, denn auch hier geht es offensichtlich um den Tanz der Geschlechter.

Eine Regel .... nicht mehr

Wie schon öfter erwähnt, fahre ich manchmal und meist gerne Kinder zur Schule und/oder nach Hause. Die meisten mag ich und sie machen mir oft viel Spaß. Ich mag es auch, mit ihnen zu lachen. Oder ihre ggf ernstgemeinten Fragen irgendwie zu beantworten, im Zweifelsfall mit "ich weiß es nicht.". Allerdings - bin ich in einem Punkt sehr streng und ein richtig autoritäres, unüberwindliches Hindernis: Es gibt bei mir eine Regel und die lautet "Dieses Auto ist kein Spielzeug -. und die einzige Person, die dieses Auto bedient, bin ich." Ich kläre das meist sofort mit den kleinen Fahrgästen, die es lieben, mit den Knöpfen am Fahrzeug zu spielen. Und ich frage immer explizit nach, ob sie diese Regel gut verstanden haben? Ja - haben sie. Und sie halten sich i.d.R. auch dran.  Gerne dürfen sie dann später den Kofferraum selbst öffnen und wieder schließen, sofern sie schon lang genug sind dazu - oder ggf. auch mal das Fenster öffnen per Knopfdruck, wenn sie meinen, sie brauchen ein bischen Luft.
Aber diese eine Regel - ist mir wichtig und das verstehen sie auch meist- sehr gut.
Alle daraufhin folgenden möglichen Ausnahmen von der Grundregel sind willkommen - weil sie das Prinzip verstanden haben.

"Lebensfroh bis 102"

Berührendes Lebenszeugnis
Danke - an die alte Dame und den Filmemacher

Je dunkler desto lauter

Gestern kochte die Kolonie über. Gerade in den dunkler werdenden Tagen gibt es statt Ruhe und Besinnlichkeit alljährlich diese dagegen haltende Energie der Menschen, die sich nicht in sich selbst zurückziehen, sondern umso mehr herumwirbeln, wohl, um die Dunkelheit zu vergessen.  
Je näher es auf die Wintersonnenwende zugeht, desto mehr wird gewirbelt.
Neben dem anwachsenden Konsumrummel - bald ist Weihnachten - gab es dieses zu aller Erstaunen wegen dem Schiri abgesagte FC-Köln-Spiel, welches zusätzliche Menschenmengen in die Stadt verschlug. Demonstrationen liefen an verschiedenen Stellen - von Zugewanderten gegen die Mordserie von Rechtsextremen. Seit dem 11.11. an allen Ecken wieder karnevalistische Veranstaltungen. Die Kolonie kocht hoch.
Nach einem weiteren umsatzschwachen Tag mit vielen doch ausschließlich kurzen Fahrten fuhr ich als letzte Fahrgästin eine sehr sympathische Dame, die dringendst dem Hexenkessel entfliehen wollte, kurz vor Schichtwechsel  um 18 Uhr. Ich fragte sie, wo sie genau hinwolle und rechnete meine verbleibende Zeit aus bis zur Übergabe - müßte klappen. Sie war echt erleichtert, dem Gebrodel zu entkommen und ich widerum ganz froh, daß ich am Ende doch noch einen akzeptablen Tagesschnitt machen konnte.
Erfahrungsgemäß wird dieses Gebrodel nun umso heftiger, je mehr es auf Weihnachten zugeht. Morgen eröffnen bereits die Weihnachtsmärkte, die jedes Jahr zahlreicher werden, was zu nochmehr Menschenaufläufen führt.
Gelärme gegen den Winter, gegen den Rückzug der Natur, gegen den (vorübergehenden) Tod?
Ich freue mich auf die Perchtenzeit - die dunkelste und die ruhigste - wenn Weihnachten vorbei sein wird und das neue Jahr noch nicht gekommen ist. Da darf die Kolonie kurz aufatmen.
Bis dahin- werde ich sehen, daß ich den Samstag nicht mehr unbedingt fahre - der geht mir zu sehr gegen die und meine Natur.

Motivations-Überprüfung in Sekunden

Im Radio hörte ich eine interessante psycholgische Sendung und notierte diesen Selbsttest, der jederzeit und an jedem Ort für jedes Thema durchgeführt werden kann und jahrelange Therapien unnötig macht. Es genügt, sich selbst eine kurze Frage zu stellen, um herauszufinden, ob ich etwas tun oder lieber vermeiden will. Der hierzu gehörige Satz lautet:

"Wer etwas will, findet Wege.
Wer etwas nicht will, findet Gründe."
Jetzt muß ich nur mal eben nachsehen, was ich gerade bei  mir finde.

Jemand, der auf beeindruckende Weise Wege für sich gefunden hat, ist Michel Petrucciani - Weltklasse-Pianist trotz Glasknochen. Hier eine Dokumentation mit ihm.

Heute nachmittag um 15.30 kommt im WDR-TV die Doku "Ich lache dem Tod ins Gesicht" mit und über Lisa Werner, eine lebenslustige Person, die es trotz Krebsleiden blieb und ebenfalls nach Wegen schaute, nicht nach Gründen. Eine motivierende Grundhaltung.

Erstmals vom KFC berührt ...

Heute fuhr ich Kundschaft zm FC-Spiel. Wie immer die ganze Kolonie in Bewegung, alle wollen zum Stadion - der Spaß zählt mehr als ein Sieg. Kurz nach Spielbeginn auf dem Display die Meldung "Bitte vermehrt das Stadion anfahren - da und da zahlreiche Winkende". Ich bin schon wieder in der City und wundere mich, das Spiel beginnt doch gerad erst.Kurz darauf höre ich im Radio, daß das Spiel abgesagt wurde, weil der Schiedsrichter sich just vor dem Anpfiff umbringen wollte und so schnell hätte man keinen "Ersatz" auftreiben können.
Ein paar Zehntausend rot-weiß-Kostümierte irren kurz darauf durch die City ... und ich denke, wie verzweifelt und hoffnungslos muß jemand sein, um sich selbst das Ende setzen zu wollen.

Samstag, 19. November 2011

Otto Reutter - zeitlos weise

Heute in der Limousine gehört
Und herzlich gelacht ....Danke.
Dazu paßte kongenial ein Adenauer-Zitat, welches mir heute wieder in den Sinn kam, weil es zu den nervigen KundInnen paßte: "Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind. Es gibt keine Anderen."

Freitag, 18. November 2011

Erwischt

Heute nachmittag holte ich einen 5-jährigen Jungen bei seiner Kita ab und brachte ihn zum Ziel. Hatte jede Menge Kurzfahrten zuvor und entsprechend viele Menschen in der Limousine, die mich nicht wirklich weiter beschäftigt haben. Der kleine Junge ist aber weiter bei mir in Gedanken - sehr sonnig und eine seltsame Mischung aus völliger Unschuld und Schalk. Es war das erste Mal, das ich ständig dachte und es auch laut im Gespräch sagte "Du bist ja süß!".  Nicht im Sinne von "putzig" oder "nett" - vielmehr als kleiner Mensch, der schon eine sehr interessante Persönlichkeit hat, die mich durchaus forderte.
Und das allererste Mal, daß ich bei einem "fremden" Kind dachte - den würde ich glatt und auf der Stelle adoptiern und mit nach Hause nehmen.Werde das ausführen, wenn ich mehr Zeit habe - aber mußte es eben für mich notieren.
Er lebt in einem Heim - nicht bei den Eltern. Und bereitet mir auch jetzt noch ein herzliches Lachen im Herzen. Muß eine Art Engel sein. Wie einige Kinder es tun, fragte er direkt "Kommst du morgen wieder?". Ich sagte "Nein - morgen ist Wochenende, da mußt du gar nicht in die Kita." Am Montag werde ich mal versuchen, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, um ihn vielleicht noch einmal zu fahren - es war übrigens auch meine rentabelste Fahrt heute nach sehr vielen Kurzstrecken. Verliebt also, klarer Fall. Und das mir .... die ich Kinder zwar mag und sie wirklich gerne fahre, weil´s oft viel Spaß macht - aber nur in (v)erträglichen Dosen.

Verlust-Androhung des Blogger-Kontos

In jüngster Zeit möchte Google Daten von mir abfragen, wenn ich mich in mein Blogger-Konto einlogge. Sie möchten meine Handy-Nummer. Oder sie fragen mich einfach so mittendrin nach meinem Standort. Sie schreiben mir, wenn ich diese Daten nicht liefere, könnte ich den Zugriff auf mein Blogger-Konto plötzlich verlieren.
Ich denke mir, das könnte schon ein wenig schade sein, doch ich lasse mich auf solche Weise nicht zu Handlungen nötigen. Was weg ist, ist weg - und wer loslässt, hat die Hände frei. Wie ich schon hier gepostet hatte, vernichte ich auch von Zeit zu Zeit meine persönlichen, handgeschriebenen Aufzeichnungen, wenn sie mich nicht mehr "weiterbringen". Ich schreibe ohnehin nur aus Momenten heraus. Wenn also das Bloggen - oder gar das Internet eines Tages nicht mehr funktionieren würden - dann käme eben etwas Anderes. So einfach ist das. Ich blogge zwar manchmal ganz gerne - doch müssen muß ich es nicht. Ich muß bis heute nur zwei Dinge im Leben, wie mir mein lange verstorbener Vater beibrachte: Müssen müssen und sterben.

Donnerstag, 17. November 2011

Der Computer als "Mann des Jahres" 1982 ...

... und noch einmal Dalida mit einem weiteren Lied der Hoffnung.Damals durften sich die Fernsehleute noch ein wenig verhaspeln. 
Zum Piepen lustig  !!!

Ein Schiff wird kommen ....

... und das bringt mir den Einen...
und das bringt mir den Euro ....


Hahaha .... mal im Ernst:
Ich behalte meine sehr gute Erinnerung an Griechenland,
Griechen-Bashing und inszenierte Euro-Krisen können diese nicht erschüttern.
Ein schönes Land mit schönen, feeundlichen Menschen und einer mir äußerst angenehmen Mentalität.
Soweit meine persönliches, subjektives Erleben.
Auf meiner Lieblingsinsel  Lipsoi
hätte ich in jüngeren Jahren
fast einmal angeheuert.
Den Job hatte ich schon, im Hotel des einzigen Hauptortes auf dieser kleinsten Insel der Dodekanes-Inseln, 16 Quadratkilometer klein mit sehr wenigen Einheimischen - die fast alle schon einmal nach Amerika ausgewandert waren. Da triffst du auf alte Männer in der glühenden Sonne auf Eseln reitend, die dich freundlich auf englisch begrüßen und ein paar Worte mit dir über die Welt da draußen wechseln. Spätnachmittags wird die Tinte aus den frisch aus dem Meer gefischten Calamares am Bootsanleger ausgeschlagen, hier und da werden die Netze geduldig geflickt. Viele Touristen kommen nicht, meist sind es Tagesbesucher, die ein paar Stunden mit dem Schiff anlegen. Industrie gibt´s keine. Wer braucht´s hier zu einem guten Leben?
Am Ende habe ich es nicht gemacht, weil ich erfuhr, daß die Frauen im Winter stricken sollen und nicht mit den Männern Karten spielen "dürfen". Das geht gegen meine Natur.
Zumal die Herren im Sommer sehr gerne "bei mir" saßen.
Wieso also nicht im kühleren Winter?
Die spinnen, die griechischen Männer .....

Teile und Herrsche und halte sie beschäftigt ....

Dieser unerträgliche Medienhype um "Gewalt von Rechts" warf mir die Frage auf, was das bitte ausgerechnet jetzt wieder soll? Seit ich denken kann, ziehen die Medien immer mal wieder die "Neonazis", die ja nicht "neo" sind, aus dem Hut und  politisch wird zum -zigsten Male über ein NPD-Verbot debattiert.
Wozu also aktuell wieder dieses auf allen Kanälen gepuschte "Huch, wie schrecklich, es gibt Terror von rechts und wir haben nichts gemerkt!"?
Ich denke, es geht um das zügigere Durchbringen von Vorratsdatenspeicherung und noch mehr Überwachung.
Da es mit den üblichen Feindbildern - also zum Beispiel den Muslimen - bisher nicht funktioniert hat, versucht man´s nun anhand der German-Angst vor den wiederkehrenden Nazis durchzudrücken. Denn hier hat mensch in Deutschland ein schweres Erbe übernommen und ist nach wie vor nicht frei in der eigenen Haltung, darf sich aufgrund des häßlichen Erbes also kein eigenes Bild machen und schon gar nicht laut. Auch nicht bezüglich des KZ´s namens Gaza-Streifen, dessen Bilder wir in unsere Wohnräume auf neue und (immer mehr) raumeinnehmende Flachbildschirm-Fernseher geliefert bekommen. Daß gerade vor wenigen Tagen Tausende firiedlich demonstrierende US-amerikanische Bürger mit brutaler Polizeigewalt von ihren Plätzen vertrieben wurden, darf ich hier ergänzen  "Staatsgewalt" gegen die eigenen Leute ... global ... wird nicht derart medial gepuscht - es sei denn, es geschieht in Libyen oder Syrien. Zürich oder Stuttgart finden kaum mediale Erwähnung. Andauernde Bürgerproteste in Athen, Madrid, Rom, London, wo ebenfalls massive Polizeigewalt gegen die Leute zum Einsatz gebrachrt wird. fallen in den ÖR-Medien so gut wie unter den Tisch bzw. werden wie immer kommentiert mit "(Links-) radikale Demonstranten ....", worauf der gut-dressierte Medienkonsument schon wieder geistig abschaltet. Wieso gibt es zu den Bürgerbewegungen keinen vergleichbaren Medien-Hype?
Jetzt soll die allgemeine Aufmerksamkeit mal wieder abgezogen werden - wie so oft - auf andere "Feindbilder" und "Bedrohungen". Wieso reden wir nicht mal derart exzessiv über die Gewaltbereitschaft von Polizisten  und Soldaten gegen die eigene Bevölkerung und gegen die unschuldige Zivilbevölkerung in fremden, von ihnen besetzten Ländern? Und über öffentlich geäußerte Befürwortung der deutschen Kanzlerin zur Exekution eines Bin Laden? Gewalti-ge Unterschiede?

Nebenbei: Ich habe keine Sympathie für Nazi-Gedankengut, im Gegenteil. Denoch finde ich die einzige öffentlich erlaubte Haltung verlogen und es gibt nun einmal viele Menschen auf dem Planeten, die noch lernen müssen, daß es keine Ausländer gibt und daß wir besser daran tun, sämtliche medial-indoktrinierten Feindbilder aufzulösen. 
Allein die Zusammensetzung der Bevölkerung in diesem schönen Lande macht es doch de facto unmöglich, wieder in den Sumpf der Geschichte zurüchzufallen. Zum Glück. Dazu leben wir ja auch schon seit ein paar Jahrzehnten mit fortschreitender Globalisierung, mit all ihren positiven und negativen Aspekten ....

Also stellt sich hier wie iimmer die Frage: "Cui bono?" = Wer Will Was damit erreichen?
Diese Frage stellt sich gleichermaßen beim Griechen-Bashing ("faul und unprduktiv"), beim Senioren-Bashing ("unproduktiv, zuviel Rente, zu teuer"), beim Kinderr-Bashing ("dumm und hyperaktiv"), Sozialleistungs-Empfänger-Bashing ("faule Schmarotzer") und so weiter und so fort.

Teile und Herrsche
Säe emsig Unfrieden unter ihnen 
Und halte die Masse damit beschäftigt
Wie eh und je
Und es soll Dein Schaden nicht sein,
Sondern der ihre.
Amen.

So wie die Medien es tun, darf  ich mich hier ebenfalls immer einmal erneut zum Thema wiederholen .... vielleicht hört es ja jemand beim Lesen und macht sich neue Gedanken.

Übrigens - anderes Thema als obige Manipulation der Medienbesitzer - hat diese Region Germanien und Teutschland ein viel umfangreicheres und vielfältigeres Erbe als die menschenverachtende und -vernichtende Zeit unter einem kleinwüchsigen, schwarzmagisch-fasziniertem Österreicher namens Hitler (und seinen zahlreichen Mit- und Zuarbeitern), der eine neue "Menschenrasse" züchten wollte, die erstaunlicherweise dem genauen Gegenteil seiner eigenen Erscheinung entsprach - aber diese absurde Paradoxie hat wohl damals wie heute auch leiner bemerkt? Sollte sich jemand von den rechts Gesinnten hierhin verirrt haben - würde mich durchaus interessieren, wie er/sie sich dies erklärt? Und wie ist es zu erklären, daß der Herr Hitler sich reichlich der indischen Mythologie bediente, um eine "neue deutsche Rasse" (Arier, Swastika) zu erschaffen?  Hä?

In Abwandlung eines mir nicht entsprechenden, bekannten Spruches noch dies: Ich bin ganz froh, in Deutschland zu leben. Dieser Zu-Fall meiner Geburt ließ es mir bisher gut ergehen.
Nicht nur wegen der üppigen und vielfältigen Schönheit der Landschaft und des guten Lebensstandards, sondern auch aufgund der Vielfältigkeit der Menschen, die hier - meistens tolerant - zusammenleben. Besonders hier in der Kolonie. Und nicht zuletzt in meinem Berufszweig.

Zu guter Letzt noch die einzig hilfreiche Empfehlung gegen Rassismus:
Inter-esse. Am jeweiligen Gegenüber.
AWEN.

Castaneda´s Don Juan - ExNeuUm-doktrination

"Durch permanente Wiederholung, Indoktrination und Konditionierung haben sie deine Welt erschaffen.
Und eben durch permanente Wiederholung und Konditionierung wirst Du Deine eigene Welt erschaffen."

Mittwoch, 16. November 2011

1 % bezahlt Polizeieinsätze in USA und setzt die Exekutive nach eigenem Gusto ein

Interssanter Tagesausblick von heute, Mittwoch  16.11.2011, von "Mr. Dax" Dirk Müller von der Frankfurter Börse - und sehr klare Worte zur brutalen und zentralen Räumung der Occupy-Camps. 
Der Apparat zur Bekämpfung des erfundenen "Internationalen Terrorismus wird in den großen Demokratien des Planeten zur Unterdrückung der eigenen Bevölkerung eingesetzt - ein Paar Spenden von Wall-Street-Spielern genügen, um die Polizei nach Gusto agieren zu lassen.
Wie vernetzt die Welt ist, zeigt auch, daß am gleichen Tag auch die Schweizer gegen friedliche Leute vorgingen.
Was vor wenigen Monaten noch als "kranke Verschwörungstheorie" deklariert wurde, ist jetzt also für uns alle in den täglichen Nachrichtensendungen zu sehen.

Gerald Celente spricht hier einen Satz in seiner Muttersprache Englisch us, der mich schon seit längerem beschäftigt:
"People are holding to the lie
and I don´t know why."

Ich übersetze mal frei und eigeninterpretiert auf deutsch:
Warum zum Teufel halten wir nur an offensichtlichen und massiven Lügen fest?
Lebenslügen möchte ich sie nennen.
Zuvorderst die absurde Mär von unbegrenztem wirtschaftlichen Wachstum und Demokratie.
Demokratie gibt es de facto nicht, wie wir jüngst daran sehen, daß neue nicht-gewählte Regierungen z.B. in Griechenland und Italien installiert werden, deren neue Führungsköpfe sehr eng mit den 1 % verbandelt sind und entsprechend profitieren.

Die Wachstumsmär erfüllt sich tatsächlich - für diejenigen, die sich zu dem 1 % und deren Schergen rechnen dürfen. Wieso zum Teufel aber die 99 Prozent weiter daran festhalten, die genau daran immer mehr und immer schneller den Bach runtergehen - bleibt mir, aus rein logischer Betrachtung heraus, ein Rätsel. Aus menschlicher Sicht weniger - denn das Mensch ist ja ein echter Zauberkünstler im sich-selbst-bescheissen.

Die kurzen Video-Ausblicke von Herrn Müller und seinen Kollegen finde ich jeweils sehr interessant und aufschlußreich, daher empfehle ich sie hiermit gerne weiter.

Sonntag, 13. November 2011

Der Herr P.

Ich hole den Hern P. mit dem typisch "teutschen" Namen vor seiner Haustüre ab. Ich lese aus den Gesichtszügen von Herrn P., zusammen mit seiner Art, zu reden, daß er "Zigeuner" ist.
Herr P. redet deutsch - und doch spricht er die Dinge anders aus.

Zuerst will er dorthin - ich frage nochmal nach und wiederhole vorsichtshalber- danach will er noch weiter nach - wohin? - Aha. Gut. Die erste Adresse ist relativ komplikabel anfahrbar und vor allem anhaltbar. Er weiß das. Ich sage "Wir werden einmal schauen, wie es dort geht und dann sehen wir weiter." - "Gut".

Der Herr P. beeindruckt mich zutiefst, aufrgund seiner Tiefe.
Zwar fahren wir zum ersten erklärten Ziel quasi nur um die Ecke, doch bringt er es fertig, innerhalb von so kurzer Zeit allertiefste Themen und Fragen anzusprechen. Er zitiert aus dem Alten Testament, inklusive Quellenverweisen,  - und fragt mich, ob ich gläubig sei.
 Seine Frage finde ich hochinteressant - und ich muß lachen - über mich selbst, denn ich stelle fest, daß ich den Glauben an einen biblischen Gott völlig verloren habe. Htallelujah!
Ich antworte mit "Nein- ich bin nicht gläubig im Sinne einer Kirche." Ob ich an die Bibel glaube? Nein, auch an dieses Buch glaube ich nicht. Er zitiert ungehindert weter .... und zitiert König Salomon mit
"Vertraue nie einem Menschen."
Jetzt muß ich noch mehr lachen - und sage nur, daß es wohl einige Weisheiten gibt in diesem Buch.
Wir finden einen guten Platz zum Halten - der Herr P. muß eben in die Spielhölle, Geld holen.
Als er wiederkommt, meint er "Ging doch schnell, oder?"
Ich sage zögerlich "Najaaaaa" .... war nicht sicher, ob er wiederkommt ... "hat schon ein bischen gedauert."
Er berichtet, der türkische Ladeninhaber hätte gerade Kaffee gekocht.
Und  fügt hinzu, daß er nichts gegen Ausländer habe, er sei ja selber einer.
Ein Zigeuner.

Ich hake nach. Frage ihn, ob er Roma oder Sinto ist. Roma. Und ob er keinen Wert auf diese Unterscheidung legt? Nein, das ist ihm scheißegal. Diese Unterscheidung gebe es eh erst seit 1949.  Seine Familie ist seit 300 Jahren in Deutschland. Ja, etwa 80 Prozent der Roma und Sinti würden auf die Unterteilung Wert legen - er wie gesagt nicht. Er sei Zigeuner. Und Deutscher.

Wir reden noch ein wenig mehr. Über die Wurzeln. Und über den Wahnsinn.
Den Wahnsinn der Menschen, andere Menschen ausrotten zu wollen.
Über das Arschloch Hitler und mehr .... der Wahnsinn setzt sich schließlich bis ins Jetzt fort, mit anderen Arschlöchern.

Mir blutet das Herz. Und gleichzeitig springt es vor Freude, den Herrn P. zu treffen.
Seine Direktheit und Tiefe haben mich beeindruckt - selten fragt mich ein Mensch nach weniger als einer Minute ernsthaft, ob und was ich glaube.
Der Herr P. ist gute Medizin für mich. Schon als Kind hat mir das Herz geblutet, wenn die "Erwachsenen" = die Indoktrinierten und ordnungsgemäß Dressierten, über "die Zigeuner" hergezogen haben, ohne jemals mit ihnen gesprochen zu haben.
Ebenso dumm -
ist es anders herum.
Der Herr P. gehört zu den (wenigen?) Weisen -
die darum wissen -
und - wie ich - darauf sch ....

Donnerstag, 10. November 2011

Isch liebe disch auch ....

..... Johnny B. Goode
Säähhrrrr
YEAH 
Feuer im Blut-
bleibt eben gut,
selbst,
wenn der Anfang sich
im Beat verschiebt.

Wake up ....

.... still my favourite wake-up-call.

Mittwoch, 9. November 2011

EURO = Eine Unermesslich Radikale Option


.... die die Menschheit gerade bekommt.
Machen wir was Gutes draus.
Was Neues.
Machen wir doch jetzt mal diesen Traum wahr,
der schon seit Jahrtausenden geträumt wird, wurde ....
diesen simplen und so wahren Traum, der lautet:

Es ist mehr als genug für uns alle da.

Für Menschen, Tiere und Pflanzen.
Und darüber hinaus für weit mehr, was lebt.

Politiker und Banker - sind unwillig und daher unfähig,
die Schönheit des Lebens - eines jeden Lebens - zu würdigen.
Süchtige Finanzmarktzocker - ganz sicher unwillig dazu.

Etwas Neues wird geschehen.
Ist (m) eine  Hypothese.

Entweder hat es was mit Liebe zu tun -
oder aber der Planet wirft den Menschen vom Rand der Scheibe.

Habe ich damals gesagt ......
bevor die Scheibe zum Ball wurde.

Immer wieder das Gleiche ......
kein Wunder, daß ich nicht mehr spreche.

Meist andersrum ....

An einem mir bislang noch unbekannten Seniorenstift holte ich einen betagten Mann ab. Dachte, er sei ein Bewohner. Während der Fahrt erzählt er, daß er öfter diese Strecke fährt und immer die gleiche Summe zahlt - mal bleibt 1 Euro Trinkgeld für den Fahrer, mal nur 20 Cent, es läge also an mir .... Hmmmhhh. Grundsätzlich mag ich solche Ansagen nicht und habe keinerlei Ambition, mir für einen Euro Trinkgeld irgendetwas abzubrechen. Ich breche mir sowieso ungern etwas ab - für Nichtigkeiten. Ich sehe es ihm nach, aufgrund seines Alters und meiner guten Laune. Und komme am Ende stressfrei auf 95 Cent - also ein ganz guter Schnitt, wie mir scheint.
Während der Fahrt erfahre ich, daß er nach Hause fährt. Seine Frau lebt im Stift - er ist lieber zuhause geblieben. Ich stelle später verwundert fest, daß mich diese Konstellation auf diverse Vor-Urteile bei mir selbst hinweist. Ich wundere mich nämlich in diesem seltenen und für mich ersten Fall  darüber, daß er nicht mit ins Stift gezogen ist und lieber zuhause bleibt - nach vielen Jahrzehnten Ehelebens. Denke noch: Naja, vielleicht auch ein Genuss, nach so langer Zeit von Zweisamkeit mal wieder seine Ruhe zu haben. Er berichtet, daß er und seine Frau Gott sei Dank seit über 25 Jahren die gleiche Putzfrau haben, die sorge auch weiterhin  für Ordnung bei ihm. Und dazu käme, daß er ja schließlich auch viele Dinge habe, an denen er hängt; zuvorderst erwähnt er Bücher - Letzteres ist mir bekannt ....
Ich empfinde es spontan als relativ seltsam, daß dieser Mann "alleine bei sich zuhause bleibt", wo doch die Frau jetzt woanders ist. Und erst später registriere ich, daß ich schon sehr viele Frauen fuhr, die im umgedrehten Fall ihre Männer im Heim besuchten - und selbst ebenso zuhause weiterwohnten. Was ich aber nie als seltsam empfand, sondern eher als "normal". Wobei diese Frauen meist eine ausgeprägte Tendenz haben, ihre Männer dennoch weiter zu betutteln - am gleichen Tag fuhr ich zuvor eine türkische Frau, die ihrem Mann im Heim sein eigenes Essen kocht, weil das Essen dort so fürchterlich schmecke - erzählte sie jedenfalls.
Ich darf also über mich selbst und meine erste Wahrnehmung in diesem seltenen Fall - meist überleben ja die Frauen die Männer - staunen. Ich war schlicht im ersten Moment verwundert darüber, daß ein Mann nach 50 oder mehr Ehejahren lieber (selbständig) alleine weiter zuhause wohnt, statt mit seiner Frau ins Stift  zu ziehen.
Da denkste, Du seist relativ frei von diesem ganzen "Geschlechterkram" - und schon falle ich selbst drauf rein.
Jedenfalls kurz .....

In wenigen Tagen ....

... gibt es niegelnagelneue Limousinen.
Irgendwie - freue ich mich drauf.
Auf - wieder - mehr Platz im Innenraum, wie ich´s noch von den Vorgängermodellen kenne. Darauf, daß ich derart nicht mehr ständig meine Gelenke verdrehen muß, sondern mich gerade und beidseitig ausgewogen positionieren kann über gute 11, 12 Stunden Schicht. Auf die neue Fahrtechnik (und hoffentlich manuell abstellbaren Elektronik-Terror-Schnickschnack).
Und sicher ziehen die gut ab, so niegelnagelneu  ....  
Vielleicht auch - einfach - irgendwie - auf was Neues.

Freitag, 4. November 2011

Wenn ich zuviel über die Welt denke .....

....ist das hier gute Medizin. Allerdings - ohne die Kommentare von denen, die nicht wissen, wie sie ihre verlorenen Gliedmassen selbst  wieder nachwachsehn lassen können.

Die selbsternannte Krönung der Schöpfung ist krank - Molche und Krebse sind klüger

Diverse Reptilien sind in der Lage, ihre Extremitäten nachwachsen zu lassen.
Ich verneige mich!
Werde ebensolches versuchen.
Ein Reptileinhirn habe ich wohl noch?!
Ja?
Danke an die "Wissenden".

Vielleicht ist die Kunst, der Schlüssel hierzu sehr einfach:
Sie haben keine Ärzte und/oder
"Wissen-Schaftler",
Gschaftlhuber
die ihnen erzählen,
ob das geht oder nicht.

Und sie sind noch nicht so doof,
solchen zu glauben.

Sie machen sich einfach selbst gesund.
Wer denn sonst?!!!

Die elfenbeinfarbene Hassliebe .. wird es doch noch Liebe?.. Ein Bianca-Roman

Och nö .... lieber nicht.
Obwohl - ich muß gestehen: Mein erster Tag in der Limousine und auf der Strasse hat mich bereichert.
Monetär, denn ich hatte einen guten Lauf, sie sind mir quasi zugelaufen.
Aber auch, was mein Er-Leben als Mensch auf diesem Planeten betrifft.
Vielfalt gab es.
Einfalt auch.
Spontane Sym- und Anti- Pathien.
Da dies ohnehin alles pathologisch ist - lösten sich die Anti-pathien in Wohlgefallen und somit in welche mit Sym- am Anfang auf - für die Vielfalt - der Menschen, denen ich in diesem Broterwerb begegne.

Nach einer Auszeit kann ich sogar wieder die Schönheit sehen, der ich begegne.
Am Morgen traf ich einen scharfsichtigen Raubvogel in der Dämmerung im Park, als ich gerade zur anderen, unplanmäßigen Limousine ging - dieser Vogel war und bleibt heute mein Highlight, zusammen mit einem Kind.

Die telefonische Nachricht  hatte mich noch rechtzeitig erwischt am Morgen, was den heutigen  Limousinenwechsel betraf. Kein Problem - im Gegenteil: Für mich eine Stunde Schicht weniger heute und: Zu Fuss zur Arbeit gehen, wunderbar!
Der Sohn des Unternehmers rief an - und ich freute mich mal wieder, daß ich mit wirklich netten Menschen zusammenarbeite. Das ist schon alleine Gold wert. Später fuhr ich noch bei ihm vorbei, da er den Schlüssel für die Telefon-Rufsäule nicht im Auto gelassen hatte sondern in der Hosentasche. Es paßte wunderbar vom Timing und da er selbst gerade sehr  angeschlagen ist und auf Krücken geht - kam seine Partnerin mit dem jüngsten Kind von vieren runter zum Treffpunkt vorm Haus, während er oben am Fenster mit mir sprach. Mein zweites Highlight an diesem - für mich -  noch frühen Morgen auf dem Weg zur ersten Fahrt:  Das Kind gab mir den Schlüssel und strahlte dabei. Ich habe dieses Kind noch nie anders gesehen, es ist ein absoluter Sonnenschein. Ich sage "Wie die Mutter" und die sagt "ne, eher wie der Vater."  Ich lache ..... und freue mich einfach über soviele lächelnde, lachende Menschen.
Den ersten Fahrgast habe ich bereits erahnt - ich "kenne`" den schon und habe damit gerechnet, daß er für 3 Euro um die Ecke fahren möchte - er kann seine Körperfunktionen nur noch mit viel Anstrengung koordinieren und geht an zwei (Nordic-Walking-) Stöcken, dazu schielt er extrem. Ich kenne den von früher, vom Sehen, da ist er den ganzen Tag durch´s Viertel gelaufen und kannte Hinz und Kunz.
Heute muß er ein Stück weiter.
Ich fahre zum nächsten Halteplatz, es dauert, bis es weitergeht - immer noch Herbstferien. Rate mal, wen ich bekomme nach etwa 40 Minuten? Fahre ihn wieder nach Hause. Er lächelt mich zwar ebenfalls an, als ich ihn bei der Arztpraxis abhole, doch nach seinen Worten zu schließen, checkt er es gar nicht, daß ich "die gleiche bin wie auf dem Hinweg."
Er bittet um Unterstützung - und bekommt sie gerne. Es ist eben dieser feine Unterschied, ob jemand bittet oder säuerlich-vorwurfstriefend etwas erwartet, ohne die Kiemen zu bewegen. Ich denke noch etwas wie "Gut, daß er früher soviel unterwegs war - andere in seiner Befindlichkeit würden sich vermutlich nicht mehr raus trauen."

Den ganzen Vormittag über bekomme ich Krankenfahrten, fahre Menschen mit der Mainstream-Diagnose "Krebs" - zur Bestrahlung oder nach Hause. Höre zu. Frage teils nach. Bin erholt .... noch. 

Am Nachmittag wird es etwas leichter, was die Kundschaft betrifft. Es gibt auch was zu lachen und Interessantes. Ich nutze die Gelegenheiten, hier und da eine Empfehlung für Menschen mit Geschäft auszusprechen, an denen wir vorbeikommen. Das erweckt in mir heute - erholt, wie gesagt - die Idee, eine  solche Seite mit diesem Blog aufzumachen, wo ich ein paar Tips gebe, die nicht im Touristenführer stehen. Noch - bin ich hochmotiviert.

Bereits am Nachmittag merke ich, daß ich sehr müde werde. Zum Einen registriere ich heute, wie die Abgase mir zusetzen. Es ist Freitag und alles ist schon früh dicht - auch mit Abgasen - in der Kolonie. Gut, dies so klar zu bemerken, zu spüren, nach einer wichtigen Auszeit.

Zum Anderen - darf ich jetzt wirklich müde werden. Ich habe immerhin über Nacht den Rhythmus um sechs Stunden vorgezogen und bin statt Mittags um 6 Uhr morgens aufgestanden. Ist aber gar nicht so schlimm, solange ich nicht dran denke.

Die Götter gaben mir dies mit auf den erneuten Limousinen-Weg, aber auch sonst, auf alle Wege:
Nimm´s   SPORTLICH - nicht persönlich.
Danke!