Donnerstag, 28. Juli 2011

Pfützensonne mit Mondsichel

















Ich mag´s.
Für mich (ist das Wetter sowieso fast immer) goldrichtig.
Zu meinem persönlichen Glück nicht zu heiß - vor allem nicht in der Limousine.
Knapp über 20 Grad - warm also.
Perfekt, um draußen spazierenzugehen oder:
bei Bedarf auch länger draußen zu verweilen,
ja sogar, um länger draußen zu sitzen.
Schlecht genug für die vielen,
die fest genug dran glauben
und "schlecht genug", daß die Wege frei bleiben.
Ab und an ein reinigender Regen, nach Frische duftend und schon
ein wenig nach herbstlicher Vergänglichkeit, aber auch würzig und reif.
Der Zenit des Blühens ist überschritten,
die stiller gewordene Schönheit überall zeigt sich gerne noch dem geniessenden Betrachter,
bevor sie sich wieder gänzlich in sich selbst zurückzieht, für unser äußeres Auge unsichtbar.
Du mußt halt in die Lücken springen, wenn du nach gutem Wetter suchst.
Ein einziger Tag bietet soviel Vielfalt, sogar den von mir geliebten Wind wie am Meer.
Ich sage nur:
Herrlich!
Fruchtbar und sattgrün.
Ich kenne das von je her so bei mir, daß ich immer irgendwie gerne draußen war, bin.
Als Kind und Jugendliche sowieso - am liebsten den ganzen Tag. Nur in den letzten Jahren hat das insofern und eher indirekt abgenommen, da ich durch die Limousine per se schon 12 Stunden pro Schicht auf den Strassen draußen war - und dann abends meist genug hatte, zumindest von den vielen Menschen hier in der Kolonie.
Eigentlich bin ich fast immer eine Wettergewinnerin -
das ist auch viel wert !!!
Heute traf ich gar in einem sonst belebten nahegelegenen Waldstück auf zwei junge Rehe, die durch´s Unterholz sprangen - habe ich dort noch nie erlebt. Tiere kommen glaube ich auch ganz gut klar mit solchem Wetter, bei dem sie nicht allzu sehr von der Menschheit aufgescheucht werden.

Die Googles schon wieder ...

Immer häufiger will Google Daten von mir abfragen, eben meine Telefonnummer. Sie kommen mit "Schreckensszenarien" wie Stellen Sie sich vor, sie könnten sich morgen nicht mehr in ihrem Blog anmelden und so Zeugs .... Ja, liebe Googles - dann wäe es eben genau so. Vor ca. 10 Jahren hatte ich nicht einmal einen PC im Haus - und habe auch gelebt.

Dienstag, 26. Juli 2011

Die elfenbeinfarbene Hassliebe - erschlossen .....

... sie ist sehr einfach zu erläutern.
Dennoch habe ich jetzt 7 Jahre gebraucht -
um es derart auf den Punkt bringen zu können - für mich.
7 Jahre Lehrzeit und Leerzeit.
Ja - es ist schon interessant - manchmal.
Und ja - ich treffe viele Menschen.

Ok - ich sehe Dinge, die Du gar nicht sehen willst.
Personalmente ... war ich immer schon gerne
auf den Strassen des Lebens unterwegs -
und habe auch gerne die Vielfältigkeit
der Menschen aufgesogen.
Ich fahre sogar gerne Auto -
selbst nach 30 Jahren noch ...
Soviel zum Thema "Liebe".

Jetzt das, was ich hasse:
Ich muß das nehmen,
was kommt.
Ich kann nicht wirklich Einfluss nehmen.
Ich kann nichts TUN -
außer warten -auf den nächsten Fahrgast.
Ich kann mich nicht einbringen ins Geschehen..
Abgewandelt also dies:
Hoffen und Harren ....
bewegt keinen Karren.

"Ist der zu haben?" ...

fragt das männliche kölsche Original beim Einsteigen. "Ja-aaa" ("ja" auf kölsch gesungen) lautet meine Antwort "was wollen Sie denn geben?" Er meint, da reden wir gleich mal in Ruhe drüber. Ruhe - gibt es mit dem aber gar nicht.
Sein Fahrziel ist nicht wirklich weit, aber er redet extrem schnell und so erfahre ich einiges. Hat sehr viel Temperament.
Auf dem Weg begegnet uns eines dieser zahlreichen Wesen, die im Prinzip sehr schlecht zu Fuß sind aber dazu tendieren, "mal eben" und quasi unter Lebensgefahr Strassen und Kreuzungen zu queren, bei "Rot"  versteht sich oder eben da, wo´s brenzlig ist.
Er bemäkelt das - ich meine nur "davon gibt es viele. Gerade die, die kaum laufen können, sind gerne derart wagemutig unterwegs." Wir tauschen ein paar diesbezügliche Begebenheiten aus - stellen fest, daß es auch unmögliche Ampelschaltungen gibt, die selbst Gesunde nicht zu Fuss schaffen. Dann berichtet er von einer waghalsigen älteren Dame,  die er bei ihrem "Strassenquerungs-Stunt" ansprach mit "Junge Frau - ist das nicht gefärlich?!" Diese meint "Ja, ich bin ja schon 78 - da geht eben einiges nicht mehr so schnell."
Er ist selbst 80. Sagt er der 78-jährigen - und jetzt gerade mir.
Donnerwetter - eine Ausnahmeerscheinung!
Pfeffer im Hintern und Lebensfreude wie ein junger Spund.
Ich höre mir die Geschichten an, die von seiner Schwerlast-Kraftfahrerzeit berichten - nach dem Krieg zum Wiederaufbau  um die 1949 ging es los. Ein Bauunternehmen in Köln mit 2.000 Beschäftigten.
Wow - kurz bin ich beeindruckt - und dann fällt mir dazu ein: Eigentlich nicht wirklich ein Wunder, schließlich war ja alles platt.
Mitte der 80er war die Firma dann pleite.
Ich sinniere in Millisekunden über den steten Wandel im Leben.
Er erzählt jetzt die Geschichte, wie er sich daraufhin - arbeitslos geworden -  bei einer anderen Transportfirma vorstellt. Es ist früh am Morgen - und die Chefin des Unternehmens, bei dem er sich gerade als Fahrer bewirbt, lädt ihn allen Ernstes erst einmal zu einem "Bierchen" ein. Er lehnt entschieden ab - worauf sie ihn noch zu überzeugen versucht mit "man müsse sich doch schließlich erst einmal kennenlernen".
Natürlich ist dieses vor Energie sprudelnde Wesen neben mir seinen eigenen Prinzipien treu geblieben - ich vermute mal, daß mensch auch nur so derart lebendig bleiben kann - auch mit stattlichen 80 Lenzen.

Montag, 25. Juli 2011

Rückbesinnung auf die Wurzeln ...

 "Fahrer spricht Kölsch"
heute gelesen an der Fahrertür eines Kollegen -
und gelacht.
Ja - ging doch früher auch,
als wir Degenerierten
noch nicht soviele Erwartungen
an unsereins hatten.
Heute - ist das schon eine Rarität,
wenn ein Limousinenlenker kölsch spricht.
Kostet also bald Aufschlag -
für aussterbende Arten ....

Passend dazu die Werbung an Kölner Bussen:
"Der Bus ist voll -
der Fahrer nicht"
Auch anderer Post -fuhr einen 80-jährigen"kölschen Jung" hück -
der ohne Unterlass Geschichten aus seiner Zeit als Fahrer erzählte ...
dies also als  ätherisches "Memo" für mich.

"Hassliebe" eben, wie schon zuvorst geschroben ....

Heute fuhr ich eine sehr freundliche und mir auf Anhieb grundlos sehr sympatische Frau mit ihrer bezaubernden und sehr aufgeweckten kleinen Tochter, gerade mal drei Lenzen jung, zu einem der Bahnhöfe in der Kolonie. Mir fiel die feine Kommunikation zwischen den beiden auf. Das Mädchen redete fliessend und ausgezeichnet, wußte bereits sehr gut, was sie wll und stellte manchmal Fragen. Meistens aber tat sie ihre Beobactungen der Mutter kund, die diese manchmal kommtentierte, manchmal hinterfragte oder einfach stehenliess. Ich war beeindruckt. Eine sehr angenehme Form der Unterhaltung ... ohne jegliches unerträgliches albernes, infantiles oder überhebliches "Kinder-Titi-Tata-Geblubber" seitens der Mutter. Das Kind wurde tatsächlich ernst genommen, als Mensch.
Im Laufe der Fahrt stellte sich heraus, daß die Frau Kubanerin ist, aus Santiago de Cuba kommend - und ich erinnerte mich schnell an die Kommunikationsfähigkeiten und die Engelsgeduld der Menschen dort, die ich als sehr angenehm empfand - immerhin haben sie mir dort so auch ihre Sprache beigebracht - im echten Gespräch, mit tatsächlichem Interesse.
So unbeschreiblich angenehm anders, als das unerträgliche "Tititata" und/oder "Gucke-mal-da-was ist denn das?!" und anderes Zeugs, was sonst vermeintlich Erwachsene mit Kindern zu reden pflegen. Und auch ganz anders als das unerträgliche Maßgeregele für nichts, mit welchem kleine Menschen unnötig gegängelt werden.

Zum Abschied durfte ich der Kleinen noch eine Hand reichen, damit sie aus dem großen Auto herauskam - und dann schaute sie sich bereits am Ort um ... stiefelte los. Die Mutter meint völlig gelassen "Sie will schon immer alles alleine machen."  Ich lache und sage "Das kenne  ich. Finde ich gut. So lernt man ja auch viel." Nein,kein Zwillingskind, eine Schützin.

Der Großvater war Taxista in Santiago de Cuba - mit Leib und Seele - einer der Hassliebenden - und seine Familie hat ihm mit 70 eine Art Riegel vor seine Passion geschoben .... die Kleine hat während unserer Fahrt jede Kurve mitgelenkt und angesagt, in welche Richtung es geht. Gene?  Wer weiß ....

Werde später den Post ergänzen, bin gerade einfach zu platt ... eine wirklich schöne Begegnung.
Von sehr vielen übrigens in den letzten Tagen. Danke!

Donnerstag, 21. Juli 2011

Deep Forest - Freedom Cry

Eines von diesen (meist traditionellen) Liedern, von denen ich bis heute kein Wort verstanden habe und die mich dennoch immer so eine Weite, Kraft und Freude haben spüren lassen  So wundert es mich gerade auch nicht, daß der Titel "Freedom Cry" lautet. Hatte zuvor nie drauf geachtet und nur der Musik nachgespürt ...

Hier eine Nicht-Original-Video-Version ....

Und hier die Karaoke-Eurasien-Version ....

Wobei - es mir immer noch so geht,
daß ich Musik hören will - und keine Bilder
von außen dazu benötige, gar nicht erst wünsche.
Über die Ohren entstehen die eigenen Bilder.
Trage diese schöne CD von "Deep Forest" schon
seit Erscheinen in 1995 mit mir -
eine von denen, die ich nicht mit vielen vielen anderen
gerne als Geschenk zurückgelassen habe - 
und höre sie immer mal wieder sehr gerne.

Donnerstag, 14. Juli 2011

Aufmunternd

Das jemand vorrübergehend pleite sein kann,
sagt nichts darüber aus,
ob es ein reicher Mensch ist.

Irgendwo gelesen in den drei vier Büchern
zu Finanzen, mit denen ich gerade jongliere ...
Sag ich doch immer:
Ich bin reich.
Schon deswegen, weil ich auch an meinem
Arbeitsplatz lesen, lernen und sogar lachen kann.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Glaube nichts - erlebe alles - oder - Bilder können täuschen ....

Nicht  nur die kleine schöne Kamera
zeigt mir das wieder einmal:
Das ganze Leben ist eigentlich
eine Frage der Perspektive,
die wir gerade einnehmen.
Können wir unseren Focus ändern`?
Die Dinge von höherer Warte aus betrachten?
Oder lieber Weitwinkel?
Fotografen -könnten eigentlich auch
etwas zu Perspektiven filosofieren ....
und dichten.
Verdichten?
Entzerrem?
Ich suche noch das Fischauge auf der kleinen Kamera.....
es ist so schön überkandidelt-real,
was die Sicht der Masse betrifft. 
Jeden Morgen treffen mich
die Fischaugen
der biilligen Boulevard-Blätterkästen
auf der Srasse und erschlagen mich mit
grenzenloser und globalisierter Dummheit.
Und den ganzen Tag über
erschlägt mich weiter die Dummheit
all derer, die ich betrachte,
wie sie gebannt
auf diese Kästen schauen.

Das einzige Gebot-
in meinem Universum -
lautet so:

Glaube nichts - erlebe alles.
Selbst.

"Legastheniker"?

Traf in den letzten Monaten zum ersten Mal bewußt und in Gesprächen auf Menschen, die als "Legastheniker" eingeordnet werden. Besonders Interessant war für mich, daß die einfach andere Wahrnehmungs- und Speichersysteme haben in ihrern Welten. Zum Teil wesentlich phantasievoller und bilderreicher, fast schon wie sogenannte "Autisten", die ja u.a. auch in Tönen und Farben wahrnehmen ... also sozusagen: Reichhaltig - sinnenfreudig - sensitiv ....
Interessant auch eine Liste mit "berühmten Legasthenikern" im Netz - für mich hier eindeutig herausragend-ironisch: Der Mensch, der den Buchdruck erfand.  
Natürlich auch überraschend: Albert Einstein.
Noch erstaunlicher vielleicht: Ernest Hemingway - Schriftsteller von Beruf. Was für eine Herausforderung!
CHAPEAU !!!

Was Euch nichts angeht

"Sie sin ävver nit joot drop!!" (Sie sind aber nicht gut drauf!) - sagt die krass ächzende, quietschende, stöhnende Frau zu mir, die ich vor einem Geschäft in der sehr belebten Einkaufsstrasse abhole. Ich halte glücklich auf einem freien Platz direkt davor und sehe sie schon langsam auf mich zurollen bzw. -walzen, also ihren Körper und den Enkauf, während sie sich noch die "Schnüss am Schwaade es" - sich unterhält mit einer Bekannten. Ich nehme ihr die Sachen ab und lege sie in den Kofferraum  der Limousine, welchen ich bereits mechanisch per Zug über einen Hebel in der Fahrertüre geöffnet habe. Das ohnehin stark schnaufende Wesen läßt sich nun sehr stark schnaufend auf den Beifahrersitz fallen ... "Un wie kräjen isch jetz de Düür zo? Isch han nämlich d´r Arm gebroche gehatt...."  (Und wie bekomme ich jetzt die Tür zu - ich hatte nämlich den Arm gebrochen...) Ich lasse einmal gepresste Luft ab aufgrund von wiederholter Genervtheit an diesem Tage, hebe meinen Hintern erneut aus der Limousine - gehe herum und schließe die Tür.
Lasse mich auf dem Rückweg hinter´s Lenkrad fallen und vernehme "Sie sin ävver nit joot drop."  (s.o.)
Ich denke ruhig und entschieden: "Das geht Dich  überhaupt nichts an, wie ich drauf bin (solange ich hier meinen Job professionell mache - und das tue ich ja), du gutgelaunte Dampfwalze!" und sage nur "Wohin fahren wir?".  Aha .... gut. Ich rede nicht weiter- sie schnauft heftig weiter und versucht nur noch einmal sehr kurz, mir einen an die Backe zu labern.  Sie ist nicht die erste heute. Und - meistens sind es Frauen, die mir ihr Leid ungefragt und ungebeten an die Backe  labern wollen. Oder sich "einfach nur nett unterhalten wollen" - nichts weiter merkend. Ich bin an diesem Tag weit entfernt von "Gefälligkeits-Smalltalk" und mental mit ganz anderen Themen beschäftigt. Vorher kam schon eine dieser Damen, die sich "einfach  nur nett unterhalten wolen" und biss bei mir auf Granit.
Zu meinem eigenen Wohl bin nicht schon lange nicht mehr "nett" - und dazu kommt eine Menge Routine - auch, was diese schleimige Art von  "netten Unterhaltungen" betrifft.
Schon lange bin ich nicht mehr zuständig dafür - daß Leute unterhalten werden wollen während der Fahrt - nur, weil sie denken, daß TaxifahrerInnen redselig und unterhaltungssüchtig seien. Schon lange bin ich auch kein Müllabladeplatz mehr für ihre tragischen und/oder Krankheitsgeschichten, die sie einem schnell noch entgegenschleudern wollen. Diese - die nichts merken - stoßen bei  mir auf Granit. Und das ist gut so. Früher hatte ich tatsächlich noch so etwas wie ein schlechtes Gewissen, wenn ich un-freund-lich war. Heute weiß ich gut, daß ich solche Freund-lich-keiten nicht will.
Diese anstrengende "Dame" mit ihren meinerseits unerfüllbaren Erwartungen an eine "nette Unterhaltung" ("Mit Ihren  Kollegen unterhalte ich mich immer sehr nett." ....) geht mir einfach  nur auf den Senkel mit ihrer aufdringlichen Oberflächlichkeit. Ich sage nichts ... auch das habe ich gelernt inzwischen.
Sie redet weiter und meint "Wenn Sie nicht mit mir reden wollen, müssen sie es mir nur sagen." Ich - sage nichts - und denke über diese erstaunliche Aufforderung nach. Ich rede doch schon nicht mit ihr - warum also sollte ich das nochmal sagen? Das wäre doch verrückt.
Sie erträgt das Schweigen nicht und - nachdem ihr Leidklagen bei mir alles andere als gefruchtet hat - kommt nun die Frage an mich "Geht es Ihnen nicht gut heute ?" Sie ist wirklich unmöglich - und ich höre nur, wie es aus meinem Mund tönt: "Es ist alles wunderbar!" Jetzt - ist endlich Ruhe. Hallelujah ...
Von beiden Nervensägen bekomme ich sogar ein nettes Trinkgeld.
Das ist das Beste in der Limousine: Einfach bei mir bleiben. Mich nicht veräußern. Und schon gar nicht für Geld!

Gut, daß wir von dem nichts weiter hören ...

Liebe Kinder - Aufgepasst!
(Laternenpfahl am Halteplatz)
 

Samstag, 9. Juli 2011

Toiletten-Nutzungs-Verbot führt zu unverhofftem fotografischem Ehrgeiz ...

Habe mir einen "Fotoapparat" geschenkt. Komme drauf zurück ...

Da ich bisher überhaupt kein Fan von "festgehaltenen Momenten" bin, wollte ich eigentlich mit der integrierten Kamera meines günstigen Handies auskommen, welches ich mir widerum nur gekauft habe, weil das alte im freien Fall kaputt ging und ich in der Limousine schon mal kurz und sinngebunden kommuniziere. Dieses billige Handy stellte sich kurz darauf als teuer heraus, da ich keine Verbindung via Kabel mit dem Notebook herstellen kann, lediglich über "Bluetooth", welches mein dafür zu altes Notebook widerum nicht unterstützt. Also wieder so ein Fall von Beutelschneiderei, in dem die einzelnen Geräte zwar funktionieren, aber die fortschreitende Technik bzw. die Update-Gepflogenheiten dafür sorgen, daß nichts mehr miteinander bzw. nichts Älteres mehr mit Neuerem funktioniert.

Nach dem Handy erhängte sich mein MP3-Player ... er funktionierte noch, aber es gab kein Software-Update mehr zur Problembehebung - Herstellerfirma pleite inzwischen. Also habe ich mir einen neuen Player gekauft. "Mit ohne"  Musik in der Limousine - ne danke.

Kurz darauf - kam der Moment der Erhellung: Ein nagelneues "Smartphone" hätte mich etwa die Hälfte gekostet und ich wäre mit nur einem Gerät unterwegs gewesen. Naja ... Lehrgeld eben. Geht schon in Ordnung.
Jetzt weiß ich ja wieder ganz gut Bescheid, was es so alles gerade gibt.

Nun - habe ich mir also eine kleine, sehr feine Digitalkamera geschenkt - weil es mit dem Handy und den Fotos nicht klappt. Zum Einen möchte ich schlicht ein paar funktionale = zweckgebundene Bilder machen -  und zum Anderen auch hier und da ein paar Bilder auf meinen Wegen. Insbesondere Makro-Aufnahmen ... aber auch ein paar Schnappschüsse in der Kolonie auf den Wegen mit der Limousine.

Schon seit Monaten will ich da ein speziell für meine Zunft erstelltes Verbotsschild einfangen. Es steht am Anfang der Kleingedankstrasse im Kölner Süden und am Eingang einer "sozialen Einrichtung", die sich direkt neben dem Taxistand befindet, und ist künstlerisch angelehnt an das "Hunde müssen draußen bleiben"-Schild vor Supermärkten und anderen Gebäuden. Wir dürfen dort also unsere oft überstrapazierten Blasen nicht entleeren. Im Gegensatz dazu werden wir in manchem 5-Sterne-Hotel der Kolonie sogar explizit freundlich begrüßt von den Menschen an den Türen, die wissen, daß wir ebenfalls Dienstleister sind.

Meine fotografische Entwicklung läßt sich bisher eher als "unmotiviert"  bezeichnen - s.o.. Ein paar Mal habe ich es höchstens viertelherzig versucht ... an den Geräten lag es ganz sicher nicht, denn ich fand mich einst im Besitz einer begehrten spiegelreflektierten Profiapparatur.
Aber das spielt ja nicht wirklich eine Rolle - ich befand mich auch im Besitz eines begehrten Motorrades deutscher Bauart - welches ich ebenfalls verschmähte, da ich einfach keine Motoradfahrerin war. Probiere eben Dinge aus - auch, wenn es Lehrgeld kostet.

Jetzt - bin ich also neue Handhaberin dieser vergleichsweise sehr günstigen Digitalkamera, mit der mir erstaunlich viele Optionen zur Verfügung stehen - für sehr wenig Geld.

Interessanter- und passenderweise habe ich mir gestern einen Bericht über Rohstoff-Recycling (diverse Metalle und "seltene Erden") angesehen. Ist schon interessant, was da in diesen elektronischen Geräten alles drinsteckt. Und wie sinnvoll es ist, all diese Rohstoffe tatsächlich wieder zurück in den Kreislauf zu bringen.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Erinnerung

Manchmal ... schaue ich meinen älteren Blog und nach, was sich verändert hat - was ich vergesssen habe.
Eben lese ich am Ende von diesem Blog, etwas über dieses Haus, in dem ich immer noch hause - und bin baff erstaunt. Es wundert mich nun nicht mehr wirklich, daß die einzigen beiden Parteien in diesem Haus, die immer noch hier sind - trotz erheblicher Unbilden und Umbaumaßnahmen über Jahre, derweil alle anderen ehemaligen Bewohner gingen - hier im Parterre verblieben sind. Meine Nachbarn und ich.
Alle Anderen wurden gekündigt oder sind - angemürbt - von sich aus gegangen.
Jetzt las ich wieder die Geschichte dies es Hauses - soweit ich sie erzählt bekam und seinerzeit schon aufschrieb - für mich: Alles wurde im Krieg zerstört - bis auf diese Etage.
Unter mir der ehemalige Luftschutzkeller.
Viele Geister, die noch nicht gegangen sind
Sie tanzen hier in manchen Nächten und brennen mir Lampem und PC durch.
Jetzt aber -ist der Flur geräumt
und das Türschloss geschlossen.

Ge(h)zeiten, Jahreszeiten, Nachtzeiten ....

Paco de Lucia und geniale Mitspieler und - tänzer, Salif Keita und Lokua Kanza .... im TV, wow.
Von 0.00 bis 3.40 Uhr ....
"Randgruppen-Programm" - zu
Scha(n)de.
Naja - in einer lauen Sommernacht braucht mensch nicht so früh unter die Decke.
Genial der Flamenco-Tänzer, dem mitten in seinem feurig-wilden Tanz kurz vor Schluss der rechte Absatz einfach wegbricht -  er ist besessener Vollprofi, tanzt einfach in Triolen weiter und lacht über diese tragikomische Begebenheit  ...  was der da für Triller mit seinen stahlplättchenbeschlagenen Absätzen zusammenpercussioniert -  kriegt kaum ein Mensch (niemand?) mit zwei Händen (und ohne die Plättchen) zustande.
Es ist wunderschön, wie die sich da gegenseitig mit ihren Gitarren zuspielen, wie das ineinandergreift -  selbst der Bassist zupft sein Instrumnt wie eine solche.
Allerfeinste Kommunikation - wie immer: Ohne Worte.

"Mein Pessimismus ...

.. hat resigniert."

(Thomas Reis in den Mittternachtsspitzen)

Sonntag, 3. Juli 2011

Keksbrei

Die junge Frau, die einsteigt, war heute beim Zahnarzt und dieser hat  ihr spontan und unerwartet einen Weisheitszahn gezogen, der quer wuchs. Sie hat noch eine dicke Wange wegen der Betäubung.
Erinnerungen werden wach bei mir an eine Art Grundsanierung mein derartigen es Beißappartes bei der von mir seither hochgeschätzten und inzwischen geliebten Zahnärztin und ihrer ebenso geschätzten Mitarbeiterinnen!
Die sehr sympathische junge Frau klagt ein wenig über die Entbehrungen, die ihr nun für´s Wochenende bevorstehen. Nicht trinken, rauchen, ausgehen .... all das, was sich wirklich ernstlich qualvoll anfühlt, wenn mensch jung ist. Ich muß die ganze Zeit lachen - erinnere mich wieder einmal an meine eigenen vergangenen Leiden dieser Art.
Bis etwa zur Hälfte der Fahrt - eine gute für mich - schaffe ich es, mich zurückzuhalten mit meiner Frage - dann muß ich einfach ein bischen Spaß haben und frage sie, ob sie denn einen Freund hat? Sie - ist sehr schön und - bejaht.
"Na"- sag ich - "Dann können sie ja wenigstens Sex haben."
Die ist sehr patent- habe ich schon vorher registriert - mit humorlosen Menschen mache ich keine Spässe direkter Art - und antwortet etwa "Ja, wenigstens das" und daß sie dafür hoffentlich nicht zu müde sei.
Ich erzähle ihr noch, wie mir seinerzeit mit derartigen Betäubungen der Sabber wieder aus dem Mund herauslief bei dem Versuch, etwas mithilfe eines Strohhalmes zu trinken - worauf sie erzählt, daß sie diverse Baby-Brei-Nahrung gekauft hat heute, eben deswegen, weil mensch nichts Festes zu sich nehmen kann.
Ich lache über den Brei - sie zählt die Sorten auf .... erst die bekannten wie Karotte-Irgendwas und dann Früchte-Gebreie (buäh!) .... als Krönung kommt jetzt aber der "Keksbrei".

"Wat !!! für Brei ????!!!"
"KEKSBREI."
"Ja - wer gibt denn bitte seiner Brut so einen Dreck zu fressen?????"

Wir scherzen noch ein wenig über den Keksbrei - ich frage, ob das eine Vorbereitung ist auf die McDonalds-Ernährung? Currywurst und Pommesbrei für unsere Kleinen?
Irgendwer - hat doch hier einen am Keks .....

Entzückende Gummibärchen

Ich bekomme zum zweiten Mal bei einer Schulfahrt den gleichen kleinen Jungen als Fahrgast, den ich neulich schon mal zu seiner Oma fuhr. Heute - geht´s nach Hause. Es gibt einige Kinder in der Kolonie, die mit dem Taxi zur Schule gebracht und abgeholt werden.
So für ein paar Minuten mir der Limousine auf dem Hof der Grundschule zu stehen und während des Wartens auf den eigenen Mitfahrkandidaten all die wilden Kleinwüchsigen zu beobachten, die da aus dem Portal stürzen, macht schon Spass. Ich habe ja den großen Vorteil, daß ich keine(n) von denen ständig an der Backe habe. Auf meinen Fahrgast freue ich mich - der hat mir schon beim letzten Mal viel Spaß bereitet auf der Fahrt. Ein sehr netter Junge, der sich bestens mit sich selbst zu unterhalten und zu beschäftigen wußte und der sich sogar selbst zum Lachen bringen konnte.
Es regnet kräftig, aber das interessiert Kinder ja noch nicht so sehr wie Erwachsene - die auf ihre Frisur und/oder Gesundheit achten oder einfach nur täglich über´s Wetter klagen, weil sie keine anderen Gesprächsthemen haben.

Der Sonnenschein, der bei mir einsteigt, kennt sich aus, macht alles am liebsten alleine und genießt, nachdem er mir auf die Frage, ob er sich angeschnallt hat und wir losfahren können, mit "Ja" geantwortet hat, Weingummi aus der Tüte. 
Heute ist er etwas redseliger und wir unterhalten uns ein bischen. Ich bin bei kleineren Kindern ebenso selten redselig, wie inzwischen bei den Erwachsenen (Kindern) - lasse lieber den Raum und schau, ob da was da kommt - oder eben nicht.
An einer Ampel strecke ich wortlos mal meine Hand nach hinten - ein stilles Spiel für mich - und werde gefragt "Was?". "Ich möchte bitte auch ein Gummibärchen." "Hier! Kannst gerne gleich noch zwei oder drei haben." Jetzt - schmelze ich endgültig dahin und bin verliebt - was ich ja im Grunde schon bei der ersten Fahrt war.
Ein großzügiges Kinderherz, wie schön!
Er erzählt mir, er wäre jetzt 4 Jahre alt. "Ne!", erwidere ich, "Du bist nicht 4, du bist schon viieeeel älter."
"Wie alt bin ich denn?"
Ich dreh mich kurz um und schau nochmal nach, es bleibt dabei, meine Antwort lautet "Du bist 8!" 
Er ist wirklich überrascht und ruft laut "WOHER weißt Du das?!"
"Ja", sage ich, "das sehe ich halt."
Jetzt frage ich mutig zurück - Kinder können ja bekanntlich grausam sein - "Und - wie alt bin ich?"
"35" - lautet die Antwort - "meine Mutter ist auch 35."
Ich fühle mich sehr geschmeichelt, obwohl ich weiß: Vermutlich hält er alle Erwachsenen entweder für 35, also so alt wie seine Mutter und seinen Vater , oder aber für älter, wie die Oma und den Opa.
Für mich waren als Kind eine Weile fast alle "alten Leute" 40 ....

Ich erfahre u.a. noch von ihm, daß er Türke ist. Was ich denn sei?
Und daß ihn die Leute im Kiosk auf der Ecke, wo er wohnt, alle kennen, weil die auch türkisch sind.
Und - er kann schon ganz viel alleine.
Ja, das glaube ich ihm bzw. hab´ich mir gedacht ....
Er hat auch einen Schlüssel dabei, mit dem hat er vorher schon herumgeklappert, damit ich´s auch glaube, mit dem verschwindet er später im Haus, nachdem er es nochmal explizit erwähnte:
"Ich kann schon ganz viel alleine!".
"Ja!"´sag ich nur - denn ich weiß das.
Ich konnte auch schon viel alleine mit 8.
Und ich habe mir nichts sehnlicher gewünscht -  als daß sie es mich einfach auch lassen ....

Als ich mit der Limousine angehalten habe, schenkt er mir die Tüte mit den restlichen Gummibärchen "Hier, die sind für Dich, kannst du haben- ich hab´ganz viele ..."
Wieder so eines meiner wertvollsten Geschenke hier auf dem Planeten.

Samstag, 2. Juli 2011

Was das "Loslassen" betrifft ...

.... gibt es ja viele (Mein)ungen, Theorien, Bücher, Vorträge, Ideologien - und mit einem großen Teil davon habe ich mich ja auch über einige Jahre beschäftigt - weitgehend erfolglos. Heute, an einem meiner schönsten, entspanntesten und zugleich unspektulärsten Tage auf der Limousine - hat es halt einfach irgendwie losgelassen. Mensch kann viel hören und zu lernen versuchen - aber es geschieht immer nur dann, wenn ES will .... Heute habe ich in braune, blaue und grüne Augen geschaut und so viel Schönes gesehen (und gehört und gespürt). Vielleicht ist es morgen wieder anders. Drüber nachdenken - macht keinen Sinn. Studieren - nur bedingt. Was mir bislang noch am hilfreichsten anmutet ist dies: Einfach die Rückenlehne weit nach hinten fahren und entspannen.