Samstag, 27. November 2010

Ein neuer Kollege ....

.... zieht heute an einem Halteplatz mit Sonder-Anstell-Einreih-Lade-Regelung an mir vorbei - und tut das, was ein vernünftiger Mensch, der mit den sonderlichen Sonderregelungen noch nicht vertraut ist: Er stellt sich hinten in die ersichtliche Reihe. Ich steige aus und gehe vom Sonderregelplatz zu ihm, um ihn zu fragen, ob er neu ist und die Sonderregeln noch nicht kennt. Ja, er ist neu. Kennt das System am Platz noch nicht. Ich erzähl es ihm und gehe zurück. Wir hätten die Plätze tauschen können, lassen es aber so ... er hätte mich quasi "abstoßen" können und so einen Reservehalteplatz mit Lademöglichkeit einnehmen können, bis der/die nächste kommt - er läßt mich später wieder vor in die Reihe, als ich von einem sehr alten Kombi abgelöst werde. Dieser "Kombi-Kollege" ist ein Vollblut-Choleriker (den auch ich heute erstmals sehe) und besteht wenig später gegenüber dem neuen Kollegen darauf, hinter mich zu fahren und somit - wieder vor diesen. Ich sehe die wilde Gestikulation des deutschen Kombi-Asis gegenüber dem jungen und ruhigen arabisch-stämmigen Kollegen im Rückspiegel und wundere mich, was da los ist und wieso der Choleriker Wellen schlägt? Früher wäre ich in einem solchen Fall sofort ausgestiegen und dazugestoßen - und ich wäre ebenfalls sehr cholerisch bzw.aggressiv geworden! Heute - habe ich keine Lust mehr, mich in jedem Fall reinzuhängen. Dennoch gehe ich wenig später nochmal zu dem "Neuen" und frage ihn, was los ist. Außerdem will ich auch wissen, ob er das "Anstell-System" erfasst hat .....
Es ist ein Mißverständnis. Der cholerische, deutsche Kombi-Asi hat ihm gegenüber darauf bestanden, mein "rechtmäßiger" Hintermann zu sein. Der junge Kollege hat nachgegeben, weil er klüger ist als der Choleriker. Und - weil er aus einer anderen Kultur kommt und ganz Anderes kennt. Eine sehr höfliche Kultur und eine, in der es noch üblich ist, daß ältere Menschen den Jüngeren ein Vorbild sind. So sagt er - dieser Mann könnte an Jahren sein Vater sein, doch er benimmt sich sehr schlecht - obwohl dieser ihm besagtes Vorbild sein könne. Ich verstehe das gut, was er meint. Und es hat etwas sehr Erdiges, etwas, was wir hier oft vergessen. Etwas, wofür ältere Menschen, die das auch leben können, sich sicher Respekt verdient haben. Hmmh ....
Gleichzeitig weiß ich, daß ich auch schon total cholerisch gegen einen muselmanischen Macho-Kollegen aufgebraust bin - worauf ich dann zu hören bekam, daß dieser in dem Ton erst gar nicht mit mir redet.
Heute - verstehe ich besser, was der "Macho" damals meinte. Ich lerne auch manchmal dazu ....Kann sogar sein, daß ich mit Mit-Menschen selten etwas Besseres gelernt habe als diese "ruhige Höflichkeit", die ich bis heute maximal als Erstklässlerin beherrsche.
Der.neue Kollege fragt mich noch im Gespräch, wie denn unser Ruf als Taxi-Menschen so sei? Nun, antworte ich, eher schlecht. Ja, sagt er. Deswegen bemüht er sich, freundlich und höflich zu sein. Ich denke bei mir, das er das von Haus aus ist - er strahlt eine entsprechende Kultur und Energie aus.
Ich - bin das alles nur, wenn ich selbst guter Dinge bin- also nicht einfach "aus Prinzip" und auch nicht aufgrund von "Kultur". Aber wenn - bin ich es auch gerne. Heute war wieder so ein Tag - an dem ich vieles war. Wortkarg, redselig, uninteressiert, zuvorkommend .... Wirklich unfreundlich - war ich nicht. Manchmal bin ich - unverbindlich. Das ist was Anderes.

Die Thai-Masseurin hat Rücken ...

Heute habe ich eine sympathische Thailänderin bei einem der zahlreichen Thai-Massage-Studios der Kolonie abgeholt und an ihr Wunschziel gebracht. Als ich zur Tür gehe und Bescheid sage, daß das bestellte Taxi da ist, lese ich auf die Schnelle die angeschlagenen Preise - und wundere mich mal wieder, wie günstig das ist. Als ich sie darauf anspreche, erzählt sie mir von noch niedrigeren "Happy-Hour-Tarifen" und ich denke, daß ist alles verrückt mit diesem Preis-Dumping allerorten. Zwei Stunden für 40 Euro .....
Für die, die es noch nicht wissen - Thai-Massage wird auch die "Königin der Massagen" genannt, ist einfach phantastisch, räumt auf mit allen Spinnweben in sämtlichen Zellen und Muskelsträngen und - hat nichts mit Sex, dafür viel mit Elastizität und guter Gesundheit zu tun.
Die zierliche Person friert. Ich auch heute ab und zu. Habe mir die Limousine hübsch eingeheizt und seit zwei Tagen endlich die Winterjacke an. Gestern fiel Schnee in der Kolonie und ich begreife derzeit noch gar nicht, daß schon wieder Winter sein soll. Für sie und viele andere Menschen aus diesen Breitengraden mit ewigem Sommer muß das fürchterlich sein. Sie glaubt, ich sei das gewöhnt - und ich widerspreche heftig. Kälte, Schnee und Eis  - mag ich auch nicht.
Ich frage sie neugierig, ob das nicht sehr viel Kraft kostet, den ganzen Tag die Leute zu massieren. Oh ja, sagt sie, man müsse viel essen zwischendurch - mit leerem Magen gehe das gar nicht gut. Ich frage mich, wo die wohl viel isst und wo sie das hintut .... aber ich glaube es ihr sogar.
Sie hat selbst Rückenschmerzen, sagt sie. Ich finde das nicht in Ordnung - sie sollte wirklich eine gute Thai-Massage von den Kollegen bekommen!
Aber mal im Ernst - so eine Massage ist Schwerstarbeit. Wenn die meist zierlichen Thai-Leute sich gegenseitig massieren, mag es ja noch im Lot sein. Aber wenn diese zierliche Person meinen Körper eine bzw. zwei Stunden bearbeitet, kostet das richtig viel Kraft.
Sie würde auch lieber eine andere Arbeit tun, am Computer zum Beispiel, doch hier in Deutschland sei das nicht leicht für sie, besonders auch wegen der Sprachschwierigkeiten.Sie spricht lange nicht perfekt, aber wenn ich soviel Thai könnte wie sie deutsch, wäre ich schon sehr zufrieden mit mir!
Wir sind uns jedenfalls einig, daß es besser ist, mit leichter Arbeit viel Geld zu verdienen, als mit schwerer wenig. Und ich denke, dieser Konsens ist durchaus allgemein-kulturübergreifend.

Donnerstag, 25. November 2010

Ich erlaube mir eine zynische Anmerkung zu den vielen therapierenden ....

.... Therapie-Klienten, die so seit ein paar Jahrzehnten erheblich an Quantität zunehmen und heute nicht nur in der großen Stadt allerorten anzutreffen sind.  Anlass für mich sind erstaunliche Netz-Präsentationen von Mitmenschen, die mir mehr oder weniger bekannt sind, die ich in diversen Zusammenkünften traf - ehrlich in ihrer eigenen Hilflosig- und Unfähigkeit - dem Leben gegenüber. Nun sehe ich diese Menschen im www, wie sie sich selbst präsentieren und ihre Jobs als "Helfer", als "Freunde" der Menschheit. Aussagen wie "Ich arbeite seit 25 Jahren mit Menschen" etc. pp. und mehr werden getroffen. "Paarcoaching" wird angeboten von völlig verkrachten Individuen.
Heute kam mir die simple Frage und eine ebenso simple Antwort dazu, was die denn eigentlich wollen?
Die Antwort ist: Sie wollen die Anderen so biegen - wie sie sie in ihrer eigenen Welt gerne hätten, um sich mit diesen dann wohlfühlen zu können.
Sehr gefährlich wird diese - uns Menschen vermutlich von Grund auf eigene Tendenz - dann, wenn sie Anderen auch noch - systembedingt und kollektiv - aufgezwungen werden soll/kann.
Das ist zum Glück bei denen, die ich meine, nicht wirklich der Fall. Die - haben nicht soviel Macht - und heilen sich ohnehin immer nur selbst.

Der wiederkehrende novemberliche Übergang ....

... vom Licht in die umhüllende Dunkelheit - ist geschafft. Anfangs fühle ich mich meist sehr schutzlos und  ungeborgen, wenn die frühe Dunkelheit kommt. Später dann - ist sie wie ein schützender, warmer und behütender Mantel. Jetzt - ist sie so.

Purer Luxus ist es ...

... der mich heute darüber nachdenken läßt, was ich mir wohl am besten als Mahlzeit zubereite. Purer Überfluss ist es, mich nicht für etwas Bestimmtes entscheiden zu können, da ich seit geraumer Zeit einer Art Appetitlosigkeit unterliege. Pure Dankbarkeit - erfüllt mich.

Mittwoch, 24. November 2010

Die Congas stehen - endlich wieder - auf Pool-Position ....

... nach vielen Jahren. Heute habe ich meine Schreibtischecke ein wenig "verschoben" und nun stehen die Congas - nach langer Zeit - wieder derart zentral im Raum, daß ich jederzeit drankomme, um auf dreien davon zu spielen. Besser: Zu Üben. Und nicht nur das - sie stehen unmittelbar an der Seite des Notebooks, so daß ein Wechsel offensichtlich ist.
Im Grunde muß ich wieder ganz von vorne anfangen. Vielleicht nicht ganz, was das Geschick der Hände betrifft - aber dennoch von vorne, mental, und besonders, was den Respekt vor den traditionellen Rhythmen und dem damit verbundenen Übungs- und Memorierungsbedarf betrifft.
Ganz von vorne - immer wieder.
Dazu passend traf ich kürzlich wiederholt und wieder neu auf diesen Spruch vom Herrn Konfuzius: "Wenn du die Absicht hast, dich zu erneuern - tu es jeden Tag."
Jeden Moment?
Und wenn ich nie wieder in einem Leben trommeln werde - so ist es eben so. Keine Leidenschaft - läßt sich festhalten.

Hallo, Chef ....

.... ooops - beim Rückwärts-reinfallen in die Limousine kommt der Spruch schon mal - dann sehen sie schattenhaft durch die Augenwinkel eine Frau am Steuer, gucken nochmal genauer - und meistens sind sie dann sehr artig und entschuldigen sich erst einmal für die Vorwegnahme. Neulich fuhr ich einen jungen Mann dieser Sorte - der mich auf einer Strecke für knapp 5 Euro daraufhin etwa 20 Mal mit "die Dame"  betitelte ..... ausgewählt höfliche Konversation betreibend. Nicht dem "deutschen Kulturkreis" entstammend.  Amüsiert stellte ich mir seine Mutter und seine vielen Tanten vor ..... die ihm wirklich gute Manieren beibrachten.

Dienstag, 23. November 2010

Konsumresistenz und Goldränder

Heute war ich unterwegs für einige Besorgungen, u.a. neue Inlets für zwei (!) Filofaxe, die ich mein eigen nenne. Ich habe zwar sehr wenig Termine und hasse es auch, solche für imaginierte Zukünfte und somit  unspontan zu machen, bevor die Realzeit gekommen ist, doch ich liebe diese hübschen und praktischen Kalender. Ich werde zügig fündig und registriere die Preise im Regal am Rande, bin einverstanden. An der Kasse registriere ich, daß es doch deutlich mehr ist, als ich zuvor registriert hatte. Ich registriere auch dies. Denke mir inzwischen immer öfter, daß ich lieber jetzt ein paar Euros mehr bezahle, als später noch weitere Lebensenergie und viel Zeit zu verschwenden, um eventuell wenige Euros zu sparen. Gut. Bin sehr zufrieden, daß dieser Posten für ein weiteres Jahr erledigt ist. Zuhause dann - stelle ich fest, daß die kleineren Inlets einen Goldrand haben. Aha! Daher der horrende Preis, der höher lag als der für die größeren Exemplare .... sieht aber sehr schick aus! Ehrlich gesagt - hätte ich sowas nicht bewußt gekauft. Der Zufall sorgte hier also für gehobenes Niveau - und ab jetzt nehme ich nur noch die mit der Goldkante ...

Danach fahre ich zum großen schwedischen Möbelhaus - und stelle fest, daß ich leichterdings sämtlichen Verlockungen entgehe, unnützen und überflüssigen Tand zu erstehen. Auch Halbheiten widerstehe ich inzwischen mühelos. Die Lösung für mein Vorhaben, die ich suchte, tauchte dort nicht auf - stattdessen fiel mir vor Ort ein, daß die Lösung bereits vorhanden ist und ich kein neues Material benötige, im Gegenteil.
Ich registriere somit während meines selten gewordenen Besuches in diesem Hause hocherfreut eine Art "Konsumresistenz". Und eine Schusseligkeit am heutigen Tag - denn das bewußt erstandene Badetuch ist viel zu groß, habe schon wieder nicht aufgepasst .... zum Glück hat es keinen Goldrand, der wäre teuer geworden.

"Ist das nicht schlimm?!" ...

Manchmal (oft?) fallen die Menschen in die Limousine und beginnen sofort, Dinge zu berichten und zu erzählen, die sie soeben erlebt haben. Sie fragen nicht, ob ich es wissen oder hören will, sie wollen sich einfach ihres eigenen Ballastes entledigen und nicht selten diese Art von Bestätigung bekommen, daß das Leben schlimm sei.
Bei mir gibt es solcherlei Bestätigung nicht. Ja, viele Schicksale scheinen auf den ersten Blick schlimm und schrecklich. Und doch - bekommt jedes von uns das, was es zu lernen hat. Selbst, wenn  die Verteilung ungerecht anmutet. Dann gilt es eben zu lernen, daß es nicht ungerecht ist, sondern so, wie es ist. Oder es gibt andere Lektionen. Zu lernen - gibt´s immer was. Und jeder Vergleich - hinkt und führt in die Irre. Jedes von uns - bekommt ein einzigartiges Schicksal. Vermutlich mehrfach bzw. endlos ....
Neulich stieg eine alte Dame bei mir ein, an einem Krankenhaus. Zunächst freute ich mich über ihr Erscheinen, doch nicht lange. Sie hatte ihren Mann besucht, der schon krank genug ist und so Grund genug zur Besorgnis hätte sein können. Das schien aber noch nicht zu reichen - so erzählte sie auch noch unaufgefordert und spürbar aufgeregt die Geschichte von dessen Bettnachbar, der sei ja so arm dran, beide Beine gebrochen, und der hätte niemanden, der sich kümmert. Und jetzt sei auch noch die Polizei da und wolle von ihm wissen, wie was passiert sei ... etc. pp. ....
Ich merke, daß ich innerlich sauer werde, weil die nette Dame überhaupt nicht registriert, daß sie mir gerade mit ihrem ganzen Zeugs meine Limousine vernebelt - ich habe einen langen Tag hinter mir und will gleich Feierabend machen. Die Fahrt mit ihr bringt mir zwar noch ein paar Euronen, bringt mich dafür aber auch in die diametral entgegengesetzte Richtung meines Abstellplatzes, ich werde also noch einen relativ weiten Weg haben. Und sie erzählt weiter vom Leid mir völlig fremder Leute, welches sie selbst gerne energetisch wieder loswerden will, als sei ich gar nicht vorhanden.
Also mache ich mir zunächst diplomatisch Luft - und Luft in der Limousine - indem ich ihr sage, daß es in den Krankenhäusern Menschen gibt, die extra dafür da sind, sich um solche Menschen zu kümmern, und die das sehr gut machen.
"Ja, aber ...." Das ist es, was mich manchmal zornig macht, dieses Festhalten daran, daß es alles sehr sehr schlimm ist.
Ich brause auf und sage, daß ich tatsächlich keine Lust mehr habe, mich mit den vielen Menschen darüber auszulassen, wie schlimm das Leben doch sei. Erzähle ihr z.B. von all den alten Damen, die gerne jammern, wie gefährlich doch alles geworden sei - und wenn ich sie dann frage, wie oft sie denn in ihrem 75-jährigen  Leben schon überfallen worden sind, lautet die Antwort meist "Noch nie."
Jetzt - begreift diese Dame, daß sie mich in einer mir sehr unangenehmen Weise "angesprochen" hat und wir wechseln die Themen. Später singt sie mir noch ein altes Karnevalslied aus den 50ern vor, mit einem recht weisen und zuversichtlichem, zeitlosem Text ....

Donnerstag, 18. November 2010

Jacken unerfolgreich aus- bzw. eben nicht aussortiert ....

Mit dem Aussortieren meiner verstaubten Klamotten - und mit allem anderem ehrlicherweise auch - tue ich mich seltsamerweise schwer. Die meisten Klamotten, daher nenne ich sie wohl auch so und habe gar keinen anderen Begriff auf die Schnelle, habe ich für wenig Geld erstanden.
Das waren für mich meist vorwiegend Gebrauchsgegenstände, ich nutzte sie vermutlich weniger zur Verschönerung als zur notwendigen Verhüllung dieser im Umbau befindlichen Körperin, obwohl sie natürlich von ihrer Machart her meinen Prämissen entsprachen - und somit wieder meiner Eitelkeit, meine vermeintliche Persönlichkeit zu unterstreichen. Pragmatisch kaufte ich mir oft gleich mehrere Exemplare der von mir bevorzugten Stoffstücke, denn ich hatte nie Lust, allzu viel Zeit auf Gedanken zu verwenden, was ich wohl anziehen werde. Kutte ist Kutte, so ist es einfach.
So gibt es zum Beispiel als Überlebende der neulichen Aussonderungsaktion drei zwillingssonnenfarbene Leinen-Blusen, die ich vor Jahren für je einen Euro auf dem Wochenmarkt erstand. Ja, so ist es wirklich. Völlig zeitlos und edel im Material. Perlen inmitten der Wühltische ... selbstbügelnd, wohlgemerkt! Ich benutze solche Apparaturen wie Bügeleisen und/oder Lockenwickler ohnehin nicht, für sowas habe ich weder Lust noch Zeit. Wenn ich mir jetzt das Regal mit den verbliebenen "Klamotten" so anschaue, bin ich relativ zufrieden. Relativ - es wird noch mehr fliegen. Das, was zu neu war, ungetragen, lümmelt sich noch aus rein  rationellen und/oder "vernünftigen" Gründen herum, wird aber dennoch gehen müssen.
Eben - habe ich mir dann meine Jacken vorgenommen. Erfolglos. Die sind einfach alle gut - und schön. Jede für sich. Am bezeichnendsten fand ich die beiden Jacketts, die ich mir seinerzeit für relativ gutes Geld gekauft hatte - als ich noch sehr viel davon hatte - und die zeitlos schick sind. Eines in schwarz mit dezentem Samtkragen und das andere in federleichtester, petrolfarbener purer Seide. Ein ebensolches grünes - hatte ich bereits weggegeben, dieses bleibt.
Jetzt - traue ich mich kaum noch an die Schuhe ......
Vielleicht sollte ich es mit anderen Sternen erneut angreifen.

Wieso es in der Natur so "heil"sam ist ...

.... fiel mir heute auf: Da gibt es keine Reizüberflutung. Ich werde wenig abgelenkt. Da gibt es halt Bäume, Sträucher, Pflanzen, Erde und ein paar Tiere, Steine, gute frische Luft und noch viel mehr, aber nichts und niemand will mich beeinflussen oder von irgend etwas überzeugen. Sie denkt nicht. Sie funktioniert einwandfrei und bestens - ohne zu denken.
Auf dem Rückweg in die Stadt registriere ich allein an einer Vorort-Kreuzung tausend Dinge, die ich nicht wissen will.
Ich lese Strassenschilder (Berufskrankheit), Reklametafeln, Plakate, Namen von Geschäften, Schaufensterauslagen, Wegweiser, Zeitungsschlagzeilen .... all das wird registriert vom Verstand, einfach, weil ich lesen kann. Könnte ich nicht lesen - ich würde nur Bilder sehen und keine "Stimmen" hören, die mir sagen "Hier alles günstig" oder was auch immer. Aber immer noch würde eine Bilderflut auf mich einströmen. 
Die Natur - will nichts von mir, sie läßt mich einfach in Ruhe.

Mittwoch, 17. November 2010

Am kommenden Montag .....

.... öffnen die zahlreichen Weihnachtsmärkte der Kolonie ihre Budentore. Ich bemerke, daß sich mein Lebensrhythmus anders gestaltet als dieser "offizielle". Im Herbst war für mich Frühling und den Frühling in diesem Jahr - habe ich irgendwie verpasst.
Die vier heissen Wochen im Sommer waren wie ein Nachhausekommen für meine Seele. Jahreszeitkreise und -feste - haben nicht wirklich etwas mit dem zu tun, was ich erlebe. Es feiert lediglich dieses aufgeblasene und beschränkte kollektive Gedächtnis. Über Geld habe ich nicht einmal ein einziges Wort gesagt ....
Meine Seele - hat ganz andere, eigene Rhythmen, die sie zelebrieren kann.

Dienstag, 16. November 2010

Gerüche ....

Ich würde von mir selbst behaupten, daß ich eine empfindsame Nase und einen guten Geruchssinn habe. Empfindlich ist diese Nase, wenn frisch Geduschte und frisch Parfümierte einsteigen - das ist eine Attacke auf die Schleimhäute und alle Geruchsnerven. Duschgel - ist schon heftig und sie riechen irgendwie alle gleich chemisch verseucht - egal, welche Duftnote auf dem Zeugs draufsteht. Das Chemo-Parfum, welches die Leute sich nach Verwendung des Chemo-Duschgels draufsprühen, ist nochmal krasser und aggressiver. Gegen echte arabische Öle - hat meine Nase weniger einzuwenden, auch, wenn der jeweilige Duft nicht meiner persönlichen Vorliebe entspricht, ist es dennoch eine der Natur abgewonnene Essenz, die mich nie derart erschlagen wird, wie dieser denaturierte und rein chemische Gestank der Mehrfachamtagduscher allerorten.
Ein anderes Extrem dazu fällt auch ab und an bzw. relativ regelmäßig in die Limousine - Leute, die sich offenbar gar nicht bzw.nur sehr selten waschen und entsprechend nach Schweiss und Pisse riechen. Am Sonntag morgen fuhr ich solch ein dickes, männliches Exemplar zum Frühschoppen in seine Stammkneipe und dachte noch "Boah, der stinkt nach Schweiß und Pisse", als er einstieg - das Fenster weit öffnend zu meiner  Rettung. Als der weg ist - werfe ich mehr zufällig einen Blick auf den Beifahrer-Sitz und muß, spontan angeekelt, registrieren, daß da alles nass ist. Pfui Deivel!
Ein wenig Erfahrung sagt mir, daß ich besser gar nicht erst darüber nachdenke. Ich fahre den nächsten, wenn auch etwas exotischen Halteplatz an und reinige diesen Sitz gründlich, bevor ich kotzen muß. Kurz darauf - bekomme ich einen Auftrag. Merci ....
Ja - Menschen riechen danach, was sie essen und wie sie leben. Ich rieche, ob sie übersäuert sind, ob sie eben Fleisch mit Soße im Restaurant gegessen haben und dies gerade mühsam verdauen. Ich rieche, ob sie sich nach afrikanischer oder osteuropäischer Tradition ernähren ... oder ob sie typisch deutsche Übersäuerungsgerüche abstrahlen - all das erzählen ihre Körperausscheidungen meiner Nase.
Auch und besonders kann eine Nase Emotionen  riechen.
Ich rieche so  - die Gedanken - und umgekehrt.

Sonntag, 14. November 2010

Sklaventreiber im Taxigewerbe und andere sadistische Adern ...

Heute war wieder ein besonders guter Tag, um viel altes Zeugs loszulassen - Danke dafür!
Morgens traf ich einen Kollegen, den ich nun schon lange nicht mehr sah und mit dem ich früher mal in der gleichen Taxi-Sklaventreiberei gearbeitet habe. Er war einer derjenigen, die mir sehr freundlich und mit wertvollen Informationen über meinen allerersten Tag hinweggeholfen haben, hierfür nochmal explizit und ganz herzlich Danke. Ein "alter Hase" - nur noch wenige Jahre bis zur Rente. Er fährt ein neues Modell, diesmal einen Opel, und wir unterhalten uns ein wenig über den kunterbunten, möglichst billig zusammengewürfelten  Fuhrpark meiner ehemaligen Firma - den Göttern sei Dank ist es nun eine ganze Weile her! Ich frage mehr aus Ironie, ob der Inhaber inzwischen wieder einmal die Prozente der TaxifahrerInnen abgesenkt hat - worauf ich erfahre, daß nun "Neue" sogar für 35 % einsteigen. 35 % von - sagen wir mal einem wirklich gut gerechneten Schnitt von 130 Euro abzüglich täglicher Abgaben von 6,- Euro Sozialzeugs und 5 Euro Unfallrücklage, abzüglich Spritbeteiligung und abzüglich 2 % bei Rechnungsfahrten .... macht am Abend dann etwa Minus 10 Euro?  Ah ja, Strafgelder werden inzwischen auch einkassiert  Und ich dachte und sagte damals schon, das sei ja alles schlimmer als im Kindergarten (in dem ich auf expliziten Wunsch meines Erzeugers im richtigen Leben nie landete, danke dafür!). Der Kollege jedenfalls hat tatsächlich alle - mehr als ärgerlichen und widerlichen - nicht korrekten Vorgänge dokumentiert bis ins kleinste Detail und Fotos gibt es auch für jedes solche. Wow! Eine akribische Arbeit. Aber vermutlich ist es gut so - denn er will bis zu seiner Rente seinen Job durchziehen und sich nicht unter Druck setzen lassen von diesem Taxi-Groß-Unternehmer der Kolonie und all seinen dazugehörigen, hypnotisierten Schergen. Allein vom Zuhören kann einem normal-sozialen Menschen übel werden.
Ich schreibe mir eine Webadresse auf, unter der ich heute abend noch viel mehr lese zu dieser ehemaligen Firma bzw. Sklaventreiberei, von einem türkischen Nachtfahrer. Ganz interessant alles.
Und dennoch - war mein Weg ein anderer. Zwar hatte ich mir damals auch dies und das notiert - aber nie richtig akribisch, denn für mich rechnet das Leben die Dinge zusammen.
Dieser Mensch hatte innerhalb eines halben Jahres drei Auffahrunfälle zu seinen Gunsten und zu meinen Ungunsten seitens der Versicherung abkassiert - dreimal war mir jemand draufgefahren, immer zahlte die Versicherung ein paar Tausend Euro und er mir - keinen Cent. Irgendwann, nach sehr langen und anstrengenden Debatten, gab er mir mal 50 Euro. Wenn einer vom Personal einen Unfall verursacht, muß er/sie 200 Euro dazuzahlen - die vorher angespart werden müssen. Diese mußte ich auch tatsächlich einmal berappen, als ich die teuerste Karrosse des ganzen Viertels einmal leicht anschrammte beim Zurücksetzen  ....  damit der Fahrgast besser einsteigen kann. Klingeling - zigtausend Euronen. Aber wirklich eine schicker Wagen!
Später dann, bei einer der inzwischen voll-elektronischen und voll-undurchsichtigen Abrechnungen, die jede(r) allein mit seinem "Chip" bzw. Fahrerkey machen muß in einem bestimmten Turnus - sonst wird man gesperrt und muß wieder irgendwelche Strafen ableisten - hat sich das Programm um 450,- Euro zu meinen Gunsten verrechnet.
Normalerweise wäre ich so doof-ehrlich konditioniert gewesen, das sofort an entsprechender Stelle zu verlautbaren. In diesem Fall - habe ich seinerzeit geschwiegen wie ein Grab - und es kam auch nie raus.Wie gesagt - das Leben selbst schafft den Ausgleich.Zügig sogar.

So - habe ich dann auch irgendwann selbst gekündigt und sämtliche Unterlagen dieser Firma und meine eventuellen "Beweise" vernichtet, um loszulassen und weiterzugehen.

Heute abend fand ich es höchst interessant, daß der türkische, männliche Kollege eine Form von Sadismus bei diesem Ex-Unternehmer bemerkt, der auf den ersten Blick so locker scheint. Ich kann diese Wahrnehmung teilen - konnte es aber damals nicht so gut auf den Punkt bringen. Der Kollege geht noch einen Tacken weiter und redet von "sadistischem Orgasmus", der sich dort ergiesst (letzteres meine Worte), wenn mal wieder einer von den zahlreichen angestellten "Deppen" fertiggemacht wurde.

Für mich persönlich - gibt es allerdings auch immer einen Grund bzw. etwas für mich zu lernen, wenn ich in so einer Sklaventreiberei lande. Es gibt etwas zu lösen. Und heute - haben mir nochmal zwei Kollegen geholfen, mich nochmal gut daran zu erinnern - und es erneut und ganz loszulassen. Es war nicht meine erste Sklaventreiberei und/oder Begegnung mit solcherart sadistisch-herrschsüchtig Veranlagten in diesem Leben - obwohl gute Erfahrungen sich mehr eingeprägt hatten.

PS: Heute morgen - kein Regen mehr und ein wundervoller Sonnenaufgang. Eine ganz neue, gereinigte Welt!

Samstag, 13. November 2010

Gefühlter Novemberregen ....

Lang anhaltender Novemberregen - war früher irgendwie ganz normal, so mein subjektiver, persönlicher Eindruck soweit ich mich überhaupt erinnern möchte. Der November ist von Haus aus eher grau in diesen Breitengraden - und ich bin schon sehr froh, daß die Temperaturen hier in der Kolonie recht mild ausfallen. Heute also Dauerregen, ich gebe zu, nicht wenig. Viele Strassen trugen Pfützen, Lachen und manchmal für Fußläufige mit nicht-adäquatem Schuhwerk schwer überquerbare Gräben. Ich trage meine Biker-Boots, die ja vermutlich für den Rest meiner Lebensjahre halten werden, mit großer Gelassenheit und fröhlich in alle tiefen Pfützen tretend, einen warmen Fuß behaltend. In den Nachrichten werden "Unwetter"-Warnungen herausgegeben, auf der Basis von Datensammlungen. Was bitte ist ein "Unwetter" - ich kenne nur Wetter, so, wie ich nur Kraut kenne. Im Grunde wird ja inzwischen das ganze Jahr über ausführlich vor allen Wettern gewarnt!
Tatsächlich - ist die Stadt erheblich leerer als sonst, doch aufgrund des andauernden Regens gibt es nicht weniger Chaos und Stau in der City.  

Ja, es ist grau. Ja, es sieht recht trist aus - sehe ich auch, wenn ich den ganzen Tag im elfenbeinfarbenen Blechkasten mit oft vor stickiger Feuchtigkeit beschlagenen Rundum-Fenstern auf der Strasse sitze. Die Luft in der Limousine ist schlecht, weil die Konstrukteure offenbar immer noch nicht daran denken, der Limousine ein "Antitropf-Schürzchen" über den Fenstern zu montieren und ich so nicht allzu oft frische Luft hereinlassen kann. Ja, es gibt vermeintlich angenehmere Tage und Zeiten über das Jahr - aber das Wetter mögen sie doch nie, meine Artverwandten. Ich mag es - naürlich umso mehr, desto mehr ich mich hübsch einmummeln kann und in mich selbst zurückziehen. Es gibt im November nur wenig "Aktionismus" - außer für die, die ihn sich auch jetzt aufzwingen. Na, und wegen der Abwechslung eben, als Zwillingssonne. Immer nur Sonne - wollen sie auch alle nicht. Irgendwie scheint es für die meisten Menschen immer irgendwie "zu ...." im Leben

Ich sage heute viele Sätze wie "Ja, das ist eben so im November, das gehört so, da darf es ruhig regnen und grau sein." -  "Ja, dann seien Sie doch einfach müde und gähnen Sie laut, ich gähne mit. Es ist November, die beste Zeit zum Müdesein." oder "Ja, dann legen sie sich doch gleich ins Bett, es ist November ... wie gemütlich kann das zuhause sein." Eigentlich sage ich immer nur "Leg dich doch endlich mal hin - und ruh´dich aus!"

Abgesehen von den routinemäßigen Wetterklagen habe ich lauter nette Leute heute als Kundschaft - und sie halten erstaunlich wenig dagegen. Im Grunde ihrer Herzen stimmen sie zu - weil sie es selbst wissen: So funktioniert ein ordnungsgemäßer November! Und - er lädt auch viele zum Nachdenken ein.

Donnerstag, 11. November 2010

Wie die Palette der Emotionen ....

..... über Musik ausgedrückt werden kann - dazu gibt es sicher viele wunderbare Beispiele. Eines ist dieses Stück von Ando Drom - "Mori Gaszi". Immer, wenn du denkst "das war´s" - setzen die noch eins drauf. Köstlichst! Wild und lebendig! Alle Geschichten des Lebens erzählend.

Tons of Gypsie Music here 

My personal favourite avec Mitsoura - Lei Toi 
Traditionelles Stück - hier modern und elektronisch interpretiert
 

Ein Kilo weniger ...

... ist für mich ein sehr bewegendes Ereignis, wie ich schon gepostet hatte, nachdem ich seit sechs Jahren kontinuierlich nur zugenommen hatte! Heute war es denn soweit - nachdem ich gestern wieder mal schön geschwitzt und gekämpft habe beim Training. Inzwischen kämpfe ich aber mehr an den Gewichten als auf dem Crosstrainer. Lunge und Brust sind erheblich freier nach jetzt gut zwei Monaten, ich habe mehr Ausdauer. Hätte gestern auch noch weitermachen können, obwohl ich zwei Stunden dort war - aber ich hatte den ganzen Tag noch nichts gegessen und die Vernunft meinte, ich solle es nun gut sein lassen. Ja, ich habe bis ca. 18 Uhr nichts gegessen - bin aber auch spät aufgestanden. Will nur sagen - ich esse sicher oft weit weniger als viele Mitmenschen, schon lange auch keine süßen Dinge mehr, verbrenne aber nicht. Gestern aber dann doch, denn heute hatte ich weniger auf der Waage, hurra! Zwar spüre ich auch heute deutlich, daß der Körper an Kraft gewinnt und Muskelaufbau leistet - doch hoffe, ich, daß er nun auch mit der "Fettschmelze" beginnt. Wie auch immer - die Muckibude tut mir nach wie vor sehr sehr gut und ich spüre seit geraumer Zeit, wieviel Kraft(reserven) ich habe. Hier meine ich nicht die körperlichen Kräfte allein, aber es tut mir sehr gut, sie auch auf dieser Ebene deutlich zu spüren.

Tränen - gehören auch dazu

Ich habe nicht sehr oft geheult in meinem Leben, meist nur bei Todesfällen und wenn eine Liebe auseinanderging. Mehr noch aus Freude, Tränen vor Lachen kenne ich besser - die ich auch oft alleine lache, da sowenige Menschen wirklich über sich selbst lachen können.
Gestern nacht kam auf 3Sat nochmal das Roadmovie "Zuhause ist, wo ich bin" mit und über Ida Kelarova, diese kraftvolle Roma-Röhre, und ihre MitmusikerInnen. In der Beschreibung wird Ida Kelarova u.a. derart zitiert: "Ein Roma braucht keine Therapie. Er ist von klein auf damit vertraut, die grundlegenden Gefühle des Daseins zu spüren und auszudrücken: Freude, Trauer, Schmerz und Überschwang im ständigen Wechsel".

Dazu gehören natürlich auch Tränen.

In letzter Zeit muß ich auch öfter mal heulen - und tue es gerne, wenn es so ist - aber nicht aus Trauer, sondern aus Bewegtheit, Berührtheit. Eben schrieb ich einen gewaltigen Traum in mein Tagebuch, den ich heute morgen träumte - und mußte plötzlich und überraschend heulen. In dem Traum  war ich u.a. am Meer und ein Sturm kam auf. Ein gewaltiges Ereignis, kraftvoll und sich steigernd. Der Himmel verdunkelte sich, die Wellen schlugen immer höher und der Sturm blies immer wilder - und dennoch blieb ich dort, mich auf einer Stahlbrücke, die jeden Moment abzureissen drohte, am Geländer festhaltend, um möglichst nicht über Bord zu gehen. Eine Tasche, die all meine Habseligkeiten fasste, fiel mir fast ins Meer, ich konnte sie gerade noch retten. Und trotz der  Gefahr bzw. gerade wegen dieser faszinierenden Gewaltigkeit der Elemente - war es ein unbeschreiblicher Genuss, dort zu sein und mich durchschütteln zu lassen von diesen Kräften der Natur. Ja, ein Hochgenuss, dies erleben zu dürfen mit all meinen Sinnen und in dieser kurzen Existenz als Mensch. So intensiv geträumt, daß ich es tatsächlich erlebt habe - und das ließ mich heulen - vor lauter Dankbarkeit, lebendig zu sein und ein solches Naturschauspiel bewundern zu können. Erstaunlich.

Vielleicht durch diesen Traum  inspiriert, dachte ich eben - nach langer Zeit erstmals wieder - es wäre wirklich klüger, mich mit nur einer Tasche voller "Hab-seligkeiten" nach Galapapos zu begeben und mich einfach zufrieden ob der mir geschenkten Sinneswahrnehmungen neben die Warane auf die warmen Lavasteine am Strand zu setzen - als irgendetwas "erreichen" zu wollen. 

Apropos "erreichen wollen": In den vergangenen Tagen erreichten mich viele E-Mails mit dem Aufruf, eine Petition mitzuzeichnen, die die Beschränkung des Verkaufs und der Anzucht von Heilkräutern verhindern soll. Inzwischen - berührt mich all dieser Wahnsinn nur noch wenig, nachdem ich ihn einige Jahre scharf beobachtet habe - und oft auch darüber gepostet habe. Das ist auch nur ein kleiner Teil des "Codex Alimentarius", der uns noch mehr "Segen" bescheren soll. Inzwischen bin ich der simplen Ansicht - das niemand hysterisch zu werden braucht, sofern wir uns einfach über derartige, völlig absurde "Regelungen und Verbote" zugunsten einiger weniger Profiteure hinwegsetzen. Ein paar deutliche "Bürger"-Bewegungen  gehen ja bereits durch ganz Europa - die vergewaltigte Göttin.
(Fotoquelle des prachtvollen Warans: Taz-Blog, bei Anklicken erscheint die Quelladresse)

Mittwoch, 10. November 2010

Die guten Zeiten ....

... sind immer jetzt. Das will ich mir hier nochmal sagen.
Manchmal bemerke ich so eine absurde, fast geizige Sparmentalität in meinen ahnengetränkten Adern. Das kann winzige Dinge betreffen, wie soeben die Entscheidung, noch eine weitere Kerze anzuzünden und keinesfalls daran zu "sparen", obwohl diese geizige Stimme meinte, ich hätte bereits mehr als genug Kerzen angezündet und ich würde es ohnehin immer übertreiben mit diesen Lichtern. Oder aber heute mein Gang zum Bio-Supermarkt, der natürlich monetär erheblich mehr ins Gewicht fällt als zum Beispeil ein Einkauf im bekannten Discounter mit dem Buchstaben "A" am Anfang.   
Ich mag keinen Geiz.
Selbst meine Erzeuger und die meisten Angehörigen des einst großen Clans mochten keinen Geiz - waren aber sich selbst gegenüber manchmal sparsam, sicher aus ihrer Erfahrung in Notzeiten heraus und einer tiefen Aversion gegen Schulden, die ich teile.

Umso weniger mag ich Geiz bei mir selbst. Zumal ich weiß, daß ich mich in solchen Momenten ärmer mache, als ich bin. Bis heute - haben mir die Götter bereitwillig und großzügig alles geschenkt, was ich brauchte - und noch mehr. Was ich nicht wirklich brauchte, bekam ich auch nicht, und so wußte ich schließlich - daß ich es auch nicht brauche. 
Selbst, wenn ich etwas nicht unbedingt brauche, mir aber von Herzen wünsche, fällt es mir oft direkt vor die Füße. Und dann - ist meine Erfahrung - ist es gut, sofort zuzugreifen und erst gar nicht zu zögern, schon gar nicht aus einem ängstlich motivierten Geist heraus, der das in diesem Moment vorhandene Geld für "bessere Zeiten" festhalten will- die so nie kommen, wie er sich das denkt.
Deshalb nochmal: Die guten Zeiten - sind immer jetzt.
Da haben meine Vorfahren sich übrigens meines Erachtens nach geirrt, wenn sie mir als Kind einzutrichtern versuchten "Du willst immer alles sofort - das geht nicht."  - Wann soll ich es denn sonst wollen?

Montag, 8. November 2010

Wiederholung und Vertiefung

Manchmal - lasse ich mich eben doch wieder anfixen im Außen. Treffe auf lauter "Blöde und Doofe". Das erinnert mich daran - daß ich noch viele Hausaufgaben habe - mit mir selbst.
Heute also - mal wieder vielen, herzlichen Dank an alle Blöden, Doofen und alle Arschlöcher!

Ein übler Fluch vom Samstag ....

.... löste sich gestern, am Sonntag, bereits mit Minimalschaden wieder auf - den Göttern sei Dank. Am gesamten Wochenende lief fast nichts, dafür bin ich noch einigermaßen glimpflich weggekommen am Abend. Die berühmten zwei Punkte auf dem Display waren keine Seltenheit - über 99 Minuten Wartezeit.Über eine Stunde habe ich oft gestanden. Samstag nachmittag hole ich zwei ältere Ehepaare von einer Ausstellung ab und fahre sie nach Hause.  Die beiden Frauen sitzen hinter mir und reden und reden .... vermeintlich kultiviert ... fest steht: Viel. Zwischendurch entfährt der ein oder anderen ein entsetztes Stöhnen. "Haaaaach!!!" tönt es hinter mir - ich registriere, daß sie sich aufgrund meiner Fahrweise beunruhigt geben. Sie haben beschlossen, diese für wild und gefährlich zu erachten und ein subtiles Drama abzuliefern. Ich fahre moderat, aber zügig. Es gibt nicht eine einzige, gefährliche Situation. Die beiden Männer schweigen. Als dieses hysterisch-unnötige und völlig überzogene "Angstgestöhne"  nicht nur lauter, sondern auch hinterfotziger wird, werde ich sauer. Beide "Haaaaaach!" .... und die Eine zur Anderen "Denkst du das Gleiche, wie ich?!"
Ich denke, ich mag diese hinterfotzigen Huddeln nicht.
Außerdem triggern sie bei mir Kindheitserlebnisse mit ähnlichen, libidofreien, steifen und besserwissenden alten Huddeln, etwa nach dem Motto "Kind, paß auf - gleich passiert was" - während ich mich bis hierhin absolut sicher gefühlt hatte. Wie treffend ist doch hier der Spruch "Verschrei es  nicht!". Genau solche vertrockneten Weiber samt ihrer rückgratlosen, schweigenden Ernährer und Begatter sind es, die das Unglück lauthals herbeirufen, wo alle Wege frei sind und keinerlei reale Gefahr droht! Ich merke, daß mir gleich die Worte aus dem Mund fallen .... bleibe aber moderat und sage lediglich sehr laut und unmißverständlich, daß es hier keinerlei Grund zur Aufregung oder Besorgnis gibt. Erstens fahre ich seit dreißig Jahren unfallfrei und zweitens gab es bisher nicht eine einzige auch nur annähernd gefährliche Situation! Worauf eine von den beiden mir äußerst unsympathischen Libidolosen erwidert, daß es immer ein erstes Mal gebe. Damit war es verschrien und besiegelt - daß ich einen Unfall haben werde.
Der Mann neben mir spricht nun und antwortet auf meinen Kommentar, seine Frau wäre immer so, sie würde immer so seufzen, obwohl nichts geschehen sei. Ich bemerke, daß mein Kopf daraufhin zustimmend und wissend nickt. Worauf sie ihm - und mir - fast in den Nacken springt und hysterisch meint "Jetzt fällst du mir auch noch in den Rücken!" Ich denke mir so meinen Teil: Welch eine Hölle, selbstgeschaffen und jahrelang kultiviert. Trinkgeld gibt es nicht von den Huddeln, "zur Strafe" für mein ungebührliches Verhalten. Oh, ihr Götter, was bin ich froh, daß ich kein Kind mehr bin und solchen prüden, lustlosen Weibern und maulfaulen, schneidlosen Männern nicht mehr ausgeliefert bin. 
Der mir prophezeite Unfall ereignet  sich bereits am nächsten Tag - ich setze im blühenden Wochenend-Chaos am Bahnhof zurück, vor mir geht nichts. Nach gut drei Jahrzehnten - übersehe ich quasi erstmals einen mittigen Pfeiler hinter mir ... und kriege einen Schlag in den Nacken. Ich gehe sofort auf die Bremse - und fahre dann langsam vorwärts raus, zunächst, ohne auszusteigen und nachzusehen. Peinlich, peinlich, peinlich ..... Später stelle ich erleichtert fest, daß die Limousine unbeschadet ist. Und der Fluch dieser widerlichen Huddeln- ist gelöst. Sehr sehr glimpflich. Danke!

Donnerstag, 4. November 2010

Ein Verlangen nach Wesentlichem ...

... taucht auf. Nach dem, was meinem Wesen entspricht. Etwas, was mir wirklich wichtig ist und am Herzen liegt, etwas, hinter dem alle Belanglosigkeiten verschwinden und sich in Nichts auflösen. Um dem näherzukommen, werde ich weiter aussortieren, was mir nicht mehr wichtig ist und mir nur noch Energie nimmt.

Profane Dinge wie alte, zu lange getragene Klamotten gehören hierzu, zwei Säcke habe ich gestern entsorgt und werde noch einmal durch alles durchgehen und reduzieren. Schuhe kommen noch dran - wo ich doch gerade diese Biker-Stiefel erstanden habe, die mich quasi für den Rest meiner Tage tragen können.

Aber auch die vielen Bücher, die mich lange genährt haben und mir für eine Zeit Energie zuführten, will ich weiter und möglichst gründlich reduzieren. Ich erlebe es nun eher so, daß dieses viele "fremde Gedankengut" - besonders die vielen und immer subjektiven Meinungen, Weisheiten, Belehrungen etc. - esoterisch oder philosophisch oder religiös oder wissenschaftlich oder anders kategorisiert - hier als Ballast wabert, dessen ich mich erleichtern will. Essentielles behalte ich hier. Seichtes werfe ich ab. Subjektiv selektiert, versteht sich. Habe bereits einiges herausgetragen, doch das bisher Verbliebene wiegt immer noch viel zu schwer. Es ist an der Zeit, die Dinge selbst zu durchdringen - eine Basis ist dafür ist geschaffen - und jetzt kann ich das Älterwerden nutzen, um weiterhin jegliche "Fremdbestimmung" abzuschütteln.

Wesentliches zu ent-decken ist mein Wunsch.
Ich sage hier nicht einmal "mein".

Etwas davon habe ich eben wieder-ent-deckt, ich hatte es tatsächlich vergessen unter all dem Un-Wesentlichen, von welchem ich mich ablenken ließ - eines der vielen wunderbaren Geschenke, die ich entgegennehmen durfte:
Einen liebevollen und warmherzigen, wohlwollenden und äußerst lebendigen Gruß in Wort und Musik, mit einem meiner Lieblingslieder, auf Cassette aufgenommen, getrommelt und gesungen von meinem geliebten Meister und Mentor auf Cuba und mit besten Grüßen seiner Lieben, begleitet von zwei SchülerInnen aus Deutschland, die mir diesen Gruß mitbrachten ... Gut, daß ich aufräume!

Wesentlich - sind mir tiefe Begegnungen, Berührungen .... nicht nur mit Menschen, ich kann mich auch von einem Stein zutiefst berühren lassen. Derartiges kann kein Mensch kaufen oder erwirtschaften.Wobei ich nichts gegen Geld und Wohlstand einwende, doch schien dies nicht mein höchstes Begehr - bisher. Obwohl mir die Götter auch dies bereits zuteil werden ließen, auf das ich es kennenlerne.

Vielleicht ist es ja ganz wunderbar - wesentlich älter zu werden?

Mittwoch, 3. November 2010

Manchmal muß ich dringend erinnert werden ...

"Wer auf den Zehen steht, steht nicht fest.
Wer mit gespreizten Beinen geht,
kommt nicht voran.
Wer selber scheinen will,
wird nicht erleuchtet.
Wer selber etwas sein will,
wird nicht herrlich.
Wer selber sich rühmt,
vollbringt nicht Werke.
Wer selber sich hervortut,
wird nicht erhoben.
Er ist für den SINN wie Küchenabfall und Eiterbeule.
Und auch die Geschöpfe alle hassen ihn.
Darum: Wer den SINN hat,
weilt nicht dabei."

(Laotse - Weisheit Nr. 24 in der Übersetzung von Richard Wilhelm,
gefunden eben in einer Rezension; Sinn = Tao)

Montag, 1. November 2010

Im Laufe der Jahre in der Limousine ....

... lösen sich einige "karmische" Themen. Eines davon war meine Allergie auf muslimische Machos - und auch solche aus anderen Kulturkreisen. Hier allerdings stachen diejenigen aus muslimischen Kulturkreisen besonders hervor, weil sie einfach einen großen Anteil meiner Kollegenschaft ausmachen und weil manche von ihnen sehr schnell beleidigt und in ihrer "Ehre" gekränkt sind, wenn eine Frau sich mit ihnen anlegt. Zugegeben - war ich manchmal nicht diplomatisch und sogar sehr aufgebracht, wenn mich einer von der wilderen Sorte z.B. verblasen hat.  Oder andersum - ich habe einen von ihnen - angeblich - verblasen auf der Anfahrt zum Halteplatz - und er will mich belehren, wie ich mich "korrekt" zu verhalten habe. Da bin ich früher immer abgegangen wie ein rotes Hütchen. Einmal habe ich mich mit einem jungen Muselmanen auf einer sehr belebten Einkaufsstrasse derart angeschrien, daß die Zeit und alle Leute für einen Augenblick stehenblieben, bevor das Leben sich wieder weiterdrehte. Inzwischen habe ich eine Art Lederhaut und trage die sehr gerne auf der Strasse. Und seit mir diese gewachsen ist  - gerate ich nur noch sehr selten in solche Situationen, die dann einigermaßen friedlich und freundlich ausgetragen werden. Dito mit den Fahrgästen.
Es kommt auch niemand mehr - wie anfangs mal, wenn auch sehr selten geschehen - und spricht mich mit "Mäuschen" an. Haha ..... und wenn, vermag ich mittlerweile sogar dazu zu schweigen oder einfach laut zu lachen. Danke für die gute Schule!
Ausnahmen wie gestern bestätigen diese Regel. Da bin ich nochmal hochgegangen und als Reaktion hat man mir auf´s Auto geschlagen, schon das zweite Mal in wenigen Wochen. Natürlich Männer - die derart auf meine Ungehaltenheit und Aggression reagieren.
Ach ja, und neulich beschimpfte mich eine ca. 25-jährige Frau aufgrund ihrer eigenen offensichtlichen  Blödheit, Strassenschilder zu lesen, als "blöde Fotze" - sie hatte etwa 20 Minuten und viele Ampelschaltungen benötigt, um endlich zu begreifen, daß sie hinter mir an meinem Halteplatz stand. Nachdem zwei Radfahrer ihr zuriefen "Ey, dat es ene Taxi-Halteplatz, sühs do dat dann nit" - hat auch sie es begriffen, aber ich glaube, das hatte ich bereits erzählt. Gestern abend stand ich wieder dort - und viele Menschen, die keine Schilder lesen können, haben sich wieder hinter mir eingereiht. Aber gestern rief  keiner von denen "blöde Fotze" - sie haben wohl eingesehen, daß sie etwas übersehen haben. Immerhin.
Will sagen- ich werde ruhiger.
Und was meine muselmanischen Kollegen und Kolleginnen betrifft - die meisten weiß ich zu schätzen und von ihrer ruhigen, besonnenen Art - habe ich mir sogar etwas abgeschaut.

Süße Erschöpfung....

... nach einem intensiven Muckibuden-Training eben und einer herrlich warmen und wohltuenden, ausgiebigen Dusche danach. Die Körperin geniesst es sehr. Und wie immer - konnte ich auch heute vorher nicht wirklich einschätzen, wie die Tagesform ist. Hätte auf "mäßig" getippt, doch sie war sehr gut, so daß ich mich erst  mal eine halbe Stunde schön warm und schwitzig gelaufen habe auf dem Crosstrainer. Je weniger ich denke, desto besser läuft die Körperin - dann hat sie ihre Ruhe - sowohl vor dem
hier nicht benötigten Verstand, als auch vor der inneren Schweinehündin -  und kann einfach das tun, wozu sie gerade tatsächlich in der Lage ist.   Dazu darf sich der Geist entspannen, der es sehr geniesst, daß die Körperin hier mal die führende Position übernimmt. 
An den Muskeltrainings-Geräten darf sie sich wieder heimlich freuen darüber, wie stark sie ist. Drei junge Männer klinken sich vor mir ein und ich stelle fest, daß ich meistens das gleiche stemme wie sie. Manchmal etwas weniger - dann sogar etwas mehr. Ich staune über die Körperin. Zwischendurch mache ich jetzt ein paar Dehnungen, das tut ihr sehr gut. Besonders auch die Sehnen an den Beinrückseiten wollen gut gedehnt sein und ich kann mein anfängliches "Feindgerät" dazu allerbestens nutzen, denn dort kann ich mich etwa 10 cm  über Bodenhöhe stellen und die Arme vor mir auf den Boden bringen bzw. baumeln lassen und auch ein wenig, vorsichtig, ziehen, um die Sehnen hinten an den Knien zu dehnen - die u.a. durch zuviel Sitzen in der Limousine und auch anderswo meist geknickt und damit verkürzt sind. Hier verlaufen wichtige "Lebensnerven". Meine Lunge bzw. die Bronchien sind erheblich freier als noch vor wenigen Wochen. Danke.
Zu Trainigsende treffe ich noch einen ehemaligen jungen türkischen machomäßigen Nachbarn an, der sich auf dem Laufband ausagiert und mit dem ich früher einige krasse Grabenkämpfe hatte. Wir begegnen uns noch einmal an der Treppe, nah, und schauen uns für einen Moment direkt an -
wir mögen uns nicht, aber die ehemalige "Feindschaft" ist,
rein gefühlt, ad acta gelegt. Immerhin.