Sonntag, 29. August 2010

Geburtszeitenanalyse - und Hommage ...

Ein Freund kam vorbei - hatte ihn um Hilfe gebeten. Nach laaanger Zeit. Er war sofort da. Wow - danke.
Hab es erst selbst versucht - aber hatte keine Dichtungen mehr hier (ausgerechnet die habe ich schon entsorgt) und auch sonst kein Werkzeug für das Zeugs, was kaputt war .... Notfall eben. Und dieser wunderbare Mensch war nicht etwa sauer oder so, daß ich ihn nach längerer Zeit im Notfall kontaktiere - was ich übrigens beim letzten Male schon aus dem Taxi heraus getan hatte, als ich eine verlorengegangene Tschechin auf der Strasse aufgelesen hatte und seine Sprachkenntnisse benötigte, um dieser Frau weiterzuhelfen - ne, er sagt: "Ist doch gut, daß endlich mal wieder was kaputtgeht  - so sprechen wir uns wieder".
Gesegnet der Mensch, der solche Menschen kennt!

Es gibt dies und das zu erzählen - immer im Konsenz, daß es eigentlich nichts zu sagen gibt - und am Ende gibt es noch viel zu lachen über eine Art "Geburtsstundenanalyse" in Bezug zu "Arbeitnehmerschaft" unserer beider Geburtszeiten:
Er ist an einem Nachmittag auf die Welt gekommen, gerade zu dem Zeitpunkt, als irgendwo in einem kleinen Ort in Polen die Feierabendschelle geläutet hat .... ich sage: "Ah, daher die ausgeprägte Aversion gegen feste Arbeitszeiten und -verträge. Du bist an einem Feierabend auf die Welt gekommen!"
Aber was ist dann bei mir geschehen - ich bin morgens um kurz nach 6 in der Früh geboren? Fazit: Ich muß wohl beschlossen haben - erst gar nicht dahin zu gehen.
By the way - haben wir beide nichts gegen Arbeit an sich (und er ist sogar ein "Arbeitstier", immer allerbestens gelaunt dabei, ein Unikat und ein Fachmann ohnegleichen!), nur gegen menschenunfreundliche Arbeits-Strukturen.

Darüberhinaus ist er einer der wenigen Menschen, die ich kenne, die wirklich frei sein wollen - sind - und auch bereit sind, den Preis dafür zu zahlen - den gilt es nämlich durchaus zu entrichten!
Jetzt - ist er verliebt .....
sehr spannend!

Und jetzt die Hommage:
Ich weiß genau - wenn er hier war - ist wieder alles gut!
Praktizierender, freischaffender und - freiheits-
liebender Engel sozusagen
In diesem Leben schaffe ich es kaum noch, mich für soviel selbstlose
Freundschaft zu revanchieren .....

Freitag, 27. August 2010

Rhythmus kann/können der/die auch ..

... ich freue mich ja wie "jeck" über diese(n) Menschen und seine (ihre) schöne Musik. Staple it together .... gehe mir mal wieder nach längerer Zeit ein Album kaufen. Thanks a lot, Mr. Johnson! Und dann singt der auch noch - tiefenentspannt - einen Part aus Led Zeppelins  "Whola lotta Love" ...
Randbemerkung zu Tiefenentspannung: Die Handhaltung des Pianisten am Anfang ist auch nicht schlecht .... leichter geht´s nicht.
Und hier der Link zum Konzert in Brasilien- da tanzt der Bär mit .... ich glaube, es macht echt mehr Spaß, dort zu spielen.

Das Leben ist schon lustig drauf ...

.... schickt mich hinaus, um "alte Weisheitslehren" zu studieren und mich zu läutern, ein besserer Mensch zu werden, mich zu "reinigen", loszulassen, die "wahren Hintergründe" zu erkennen - blablaba - und läßt mich am Ende immer wieder auf die gleiche Schnauze fallen - um dort am Boden zu sehen, daß es nichts zu ändern gibt.
Aufstehen, Staub abklopfen ... und jetzt? Einfach mal stehenbleiben ....
Und dieser von Haus aus tiefenentspannte Jack Johnson fasst die ganze "Weisheit" der Welt in einem einzigen, einfach nur schönen Song zusammen. Daher gleich nochmal  der Link zu "Times like these"
Anderer Live-Groove  hier ...
Live in Japan

Donnerstag, 26. August 2010

Entspannter geht nicht ...

Jack Johnson wieder
Times like these
Lyrics -
In times like these
In times like those
What will be will be
And so it goes
And it always goes on and on...
On and on it goes

And there has always been laughing, crying, birth, and dying
Boys and girls with hearts that take and give and break
And heal and grow and recreate and raise and nurture
But then hurt from time to times like these
And times like those
And what will be will be
And so it goes

And there will always be stop and go and fast and slow
Action,Reaction, sticks and stones and broken bones
Those for peace and those for war
And god bless these ones, not those ones
But these ones made times like these
And times like those
What will be will be
And so it goes
And it always goes on and on...
On and on it goes

But somehow I know it won't be the same
Somehow I know it will never be the same.

Traffic in the sky .... 

Angel

Mittwoch, 25. August 2010

Urlaub - mit ohne Reise ...

.... so ist es halt. Es kam kein "Zug" nach irgendwo, habe hier genug zu tun und woanders gerade zu wenig. Habe ja erfreulichsterweise ein wunderbares Auto, mit dem ich die Kolonie jederzeit nach Gusto verlassen kann, so kann ich spontan bleiben. Für den August hatte ich halt noch zwei Bahntickets - hätte in jeden Winkel der Republik fahren können und dazu noch zugungebunden, also auch spontan - Anderes liegt mir wenig im Blute. Doch wenn es nicht ruft - dann ruft es nicht.
Hier rufen u.a. Bücherberge, die ins EBay gestellt werden wollen.  Und noch anderes Zeugs, was weg will. Alles geht viel langsamer vor sich, als es gedacht war und andererseits - ist die Basisstation mental schon geräumt. Kleine Schritte - erfordern Geduld. Und doch bewegt sich etwas.
Das Fahrrad ist genial mit den neuen Reifen, die laufen quasi von allein über den Asphalt. Die reparierte Schaltung bietet den Vorteil, daß ich nicht mehr stufengebunden wechseln muß. Nordic-Walking macht auch wieder Spaß. Ja, in die Mucki-Bude nebenan gehe ich auch noch. Yoga und Tao-Übungen bringen Energie in die vernachlässigte Körperin, die sich freut. 
Gestern hatte ich trotz vorherigem Stöckeln im Wald abends noch soviel überschüssige Energie, daß ich´s hier nicht mehr aushielt und La Luna llena am Rheinufer bewundert habe .... bei einer Wanderung im (städtisch-ausgeleuchteten) Dunkeln. Traf auf fotografiersüchtige Vollmond-Liebhaber beim Aufbau ihrer großen Stative und auf angenehm selbstzufriedene Vollmond-Angler; fragte mich, ob die Fische da wohl anders beißen - und schmecken ....
In der Basisstation - fällt mir immer öfter die Decke auf den Kopf - und ich begrüße das.
Eben dachte ich - ein größerer Raum würde mir nun gut stehen. Das - habe ich lange so nicht empfunden. Relativ gesehen war das ja hier viel Raum, als ich vor knapp 6 Jahren zurückkam - aus dem viel kleineren "Bediensteten-Zimmerchen" bei Buddhistens - wo aber quasi vor der Tür das ganze große Haus "meins" war  (also immer viel Arbeit) und dazu die wunderbare Natur rundum.
Bei meinem gestrigen nächtlichen Vollmond-Ausflug hatte ich mich dann analog darüber gefreut, daß mir nun direkt vor der Tür die ganze Stadt gehört .... und die ist nicht die schlechteste. Manchmal - finde ich sie sogar richtig schön und freundlich, was i.d.R die bunte Menschenmischung bewirkt.
Die Kolonie ist in jedem Falle weiblich (ein Extrapost über das Wesen der Kolonie "muß noch" ...sie ist so lebendig) - und sie trägt mich durch viele verschiedene Leben, überrascht mich immer wieder, seit ich in ihr geboren wurde. Zweimal hat sie mich bislang kurz mit Sack und Pack gehen lassen - und zweimal bin ich voller Sehnsucht zurückgekehrt und habe ihr versprochen, sie "nie wieder" zu verlassen. Reumütig habe ich ihr versprochen "Lieber lebendig früher gestorben wegen schlechter Luft bei dir - als irgendwo in der Wallachei unter Halbtoten vegetieren und es vielleicht ein paar Jahre länger überleben wegen guter Luft ...."
Montag abend war ich ländlich außerhalb der Colonia unterwegs und habe dort den nächtlichen Sternenhimmel und auch schon die geheimnisvolle Frau Mond bewundert - und als ich in die Kolonie zurückkam, war der Himmel schlicht bewölkt und ich durfte - nach vorherigem Ausladen von Instrumenten mit eingeschalteter Warnblinkanalage vor der Basisstation - nochmal  mal eine halbe Stunde nach einem Parkplatz suchen und einen Spaziergang von dort Richtung Bett machen. Das - nervt öfter mal .... doch weiß ich auch, daß die vermeintliche Weite auf dem Lande sehr schnell sehr eng werden kann - wenn die Menschen rundum es im Geiste sind. Da bietet die Stadt doch mehr Freiräume, auf engerem Raum.
Wie auch immer - es ist eh keine Zeit für "Entscheidungen" - sondern eine zum Platz schaffen für Neues. Und dafür - kann ich nun gut und gerne Zweidrittel der Vergangenheit in Form von materiellen Ansammlungen und diffusen Ideen hergeben .....

Sonntag, 22. August 2010

Taxi-Zen

So wie heute - läuft es oft: Erst mal wieder bis Highnoon mit einem großen Vorrat an Vertrauen ins Leben unterwegs (mehr als die halbe Schicht ist ´rum für 25 Euro Umsatz - also 12,50 Euro = 50 % für mich, weil ich ich noch einen der alten und besseren Deals habe  - abzüglich Sozialabgaben)  ... Der erste Kollege, dem ich an meinem ersten Ansatzplatz begegne - steht dort seit mehr als 95 Minuten und sieht so aus, wie ich auch aussehe nach solcher Wartezeit ....nach etwa 110 Miunten kommt ein Einsteiger - ich bin erleichtert! Und warte noch ein wenig .... Stunden später - kommt mehr Bewegung rein - und dann so langsam auch noch viel Spaß und Freude an den bunten und so verschiedenen Menschen, die da plötzlich neben mir auftauchen. Im besten Fall - weiß ich, was sie mir spiegeln und bin in Frieden damit: Alles, was ist. Egal - was es ist. Heute - hat es mich mal wieder sehr berührt, wie divers und dabei dennoch gleich liebenswert die Menschen so sind. An solchen Tagen - mag ich meinen Broterwerb und schätze ihn - sicher nicht des Salärs halber, sondern - weil er mir immer noch so viel über uns Menschen und mich selbst beibringt! Über die Kunst - einverstanden zu sein, mit dem, was gerade geschieht und wer gerade kommt. "Taxi-Zen" quasi ..... oder: Tage, an denen ich die Schönheit in allem und jeder erblicken darf.
Einen wunderschönen Spiegel-Song habe ich dazu heute morgen im Radio gehört: Uncle Cracker und "SMILE"

Samstag, 21. August 2010

Bundesliga-Beginn- FC-Followers und ein Tipp für leider seltene Ausnahme-Situationen ....

Heute war Auftakt für die Bundesliga-Saison und der Kölner FC - hat zur Abwechslung mal verloren. 3:1 gegen Kaiserslautern (bis mittags wußte ich nicht einmal, wo das genau ist). Der Poldi - hat mal wieder "Scheiße" gespielt, habe ich mir sagen lassen .... der kann halt nur WM und überteuerte Kranhaus-Appartments kaufen.
Nicht schlecht gestaunt habe ich über meine Fahrgäste, die extra von weit her kommen, um sich diese Spiele anzutun. Einen Vater mit zwei kleinen Jungs habe ich bei einer "Kinder-Event-Location" abgeholt (ich nenne das mal so - der echte Name ist noch viel schlimmer) und Richtung Stadion gefahren. Bereits im dicken Stau. Er kommt aus Thüringen und war bereits vor dem Mauerfall Fan des Kölner Fussball-Clubs und verrückt drauf. Seit vielen Äonen fährt dieser Mensch explizit und extra von Thüringen gen Kölle und nach dem Spiel wieder zurück. Jetzt - hat er auch seine Söhne infiziert.
Später wird das getoppt von drei Schotten, die extra für den KFC "no Kölle kumme" ... Do I really have to believe it all?
Für ein, zwei Stunden kocht regelrecht ein Fussballfieber hoch in der Kolonie - am Bahnhof habe ich begonnen mit sehr freundlichen und angenehmen "Grenzlern" aus der Gegend von Kaiserslautern .... und mich gewundert über das immense Polizeiaufgebot dort! Schon vorher kam die Meldung für uns - daß wir unseren Arbeitsplatz räumen sollen wegen Polizeieinsatz.
Wie absurd ist das denn?!! Endlich gibt es mal Arbeit - und dann sollen wir nicht ansetzen? Ich gucke dennoch mal nach - und es geht doch, wenn auch nur die Hälfte des Raumes zum Ansetzen freigegeben ist. Gegenüber - stehen die Transporter der Grünen, alle in voller Montur. Manche Transporter sind nur weiß lackiert und vorne steht dünn "Polizei" - diese tragen interessante Masten auf dem Dach. Ein Lautsprecher ertönt mehrmals und sagt an, daß alle Fussballfans  sich an Punkt Soundso sammeln sollen, sie werden dann zur nächstmöglichen Station der öffentlichen Verkehrmittel geleitet. Ist das vielleicht Kontrollwahn? Besonders nach Duisburg ....
Mensch mensch - vergiss es.Ich meine - ich hätte da keinen Bock drauf, in so eine Schleuse geschleust zu werden in einer anderen Stadt ... gehe aber mal von guter Absicht aus.
Für wenige köstliche Momente - ist unsere Zunft in dieser Stadt mal wieder heiss begehrt! Menschen am Strassenrand winken uns zu und ringen ihre Hände nach uns ...
Ich will eben einen "Taxistand" anfahren, an dem schon viele solche Ungeduldige mit beiden Armen gestikulieren .... als sich die drei Schotten mir dreist-beherzt nähern  und die Limousine besteigen. Mir ist das wurscht - ehrlich gesagt.Muß aber aufpasen, daß ich nicht von denen gesteinigt werde beim Vorüberfahren, die ordnungsgemäß am Halteplatz stehen und erwarten, daß ich dort auch ordnungsgemäß halten werde ....
Die Schotten realisieren dies dann auch - beim Vorbeifahren an Erzürnten, die sich vor Wut fast auf den Kühler der Limousine werfen und sagen unschuldig  "Oh - das wussten wir ja gar nicht ... wir sind ja Touristen." Ich antworte "Yeah - I know that one ..." worauf einer antwortet "Ja - aber die anderen lügen alle - wir sagen die Wahrheit." Genau! Wie im richtigen Leben ...Jedenfalls sind die sehr entspannt und lustig - das ist doch schon mal Gold wert.

Und die Moral von der Geschicht: 
Wenn mal keine Taxen da sind -
warte auf der Spitze nicht!

Neues von Simon´s Cat ...

In the box - Katzen kennen keine Langeweile

Und auch danke an den Herrn Jon Lord

.... der mir mit seinem ersten Solo-Album "Sarabande" und nicht nur diesem dem Stück "Bourree" eine Brücke zur Klassik und zu vielem mehr geschlagen hat

Dem Herrn Bach einen ehrerbietigen Gruß ....

... er ist quasi der "Led Zeppelin" unter den Klassikern.
Schwer - muß er klingen.
Und zu glückseligen Tränen vor lauter Schönheit verleiten.
Sonst - wird er nicht getroffen.

damit Mensch spürt - daß Musik völlig zeitlos ist.

Freitag, 20. August 2010

Gewichtiger Geistesblitz

So! Jetzt hat´s geklingelt ... hat ja einige Jahrzehnte gedauert.
Eben fiel es mir ein: Mein Gewicht ist völlig egal.
Es geht um die Form.
Und in den letzten Wochen habe ich einige Leute getroffen, die in sehr guter Form sind. 
Das motiviert. Die haben auch früher mal angefangen ....
Lustig auch, wenn ich mich auf die Burg schleppe und von fidelen Mountainbikern überholt werde, die sogar noch soviel Luft übrig haben, freundlich zu grüßen.
Da geht doch nochwas!

Also - brauche ich ab jetzt nie wieder auf eine Waage steigen, wenn ich nicht unbedingt möchte. Es spielt gar keine Rolle. Schon gar nicht, wenn ich auch noch Muskeln aufbauen will (das Leben schickt mir nicht nur diese schönen, durchtrainierten Menschen als Wegweiser sondern auch eine supergünstige Muckibude in ca. 30 Metern Luftlinie Entfernung). Mit den meinigen bin ich gerade ganz zufrieden - dafür, daß ich nichts getan habe, sind sie ganz fit. Danke für diese köstliche und erleichternde Erhellung!

Noch mehr Motivation kommt von lieben Menschen, die Schönheit auch durch diese schwere Hülle sehen und es mir sagen. Danke dafür. Trotzdem - möchte ich gerne wieder so schön werden wie seinerzeit, als ein Freund zu mir sagte "Du kannst auch einen Kartoffelsack tragen - selbst der würde dir stehen."
Also - Glückauf  und an die Arbeit .....

By the way - ich esse weit weniger als viele andere Menschen - und seit vielen Monden schon keinerlei Süßes mehr. Bin Langsamverbrennerin und komme ohne Hunger mit einer Mahlzeit aus. Gestern war´s eine Banane und zwei Handvoll Nüsse. Heute 5 Mini-Sojawürstchen von der Firma Albrecht und ein mickriger Gurken-Möhren-Salat ..... ich verwette mein Fell, daß das nicht üppig ist. Beim Verzehr von zwei belegten Brötchen im Taxi  fetter und fetter zu werden - ist frustrierend. Wechseljahre? Schilddrüse? Qien sabe? Jetzt - muß da Bewegung rein. Eso es.

Vielleicht - tut mir ein bischen Biss und Kampf mal wieder gut. Eineinhalb Stunden an Stöcken durch den Wald gehen - ist keine Herausforderung. Radfahren in der Ebene - nur bedingt. Laufen - sicher. Muß ich aber wohldosieren, wegen der Gelenke. Die Mischung - wird es machen.  Alchemie sozusagen ....

Qualität ...

... macht echt Freude, finde ich - deshalb kaufe ich bei bestimmten Dingen gerne die teureren Ausführungen. Sparen an der falschen Stelle macht nämlich eher arm. So habe ich mich gestern wieder einmal sehr über meine Jaguar-Version der Nordic-Walking-Klöppel gefreut, die ich endlich mal wieder gute eineinhalb Stunden durch den Wald getackert habe. Über meine Congas freue ich mich jeden Tag seit vielen Jahren und bin froh, daß ich geduldig gewartet habe auf die Jaguar-Ausführung. Gute Schuhe gehören auch dazu ...
Und so - bin ich dann auch eben mit meinem schönen Qualitäts-Fahrrad zum Laden um die Ecke und habe einen Termin für Montag gemacht - da lasse ich mir den Jaguar unter den Fahrradreifen aufziehen. Die Firma wirbt damit, daß die "unplattbar" seien ... was wohl ein wenig übertrieben ist, doch immerhin haben die tatsächlich eine gute Technik, um Platten zu vermeiden. Neue Schläuche gibt es auch direkt dazu und die Schaltung wird repariert - komme nicht mehr in die oberen 7 Gänge (und ich bin am liebsten in den höheren Gängen unterwegs ...). Das - lasse ich mir gerne was kosten. Und dann will ich mir mal eine schöne Route raussuchen ... sicher irgendwo am Wasser.
Eben war ich noch auf zwei Ritzeln in den satten hochwassertragenden Rheinauen der Kolonie unterwegs und habe im Hafen einem Binnenschiffer-Paar beim Anlegen zugesehen, zusammen mit anderen Neugierigen ... ich schaue manchmal gerne anderen bei der Arbeit zu. Alles wie Urlaub.
Ich mag den Spätsommer. Sehr. Er ist so mild. Hat echt Lebensqualität.
(Und jetzt schnell den Rain Song aufdrehen - damit ich morgen gutes Arbeitswetter bekomme...)

Donnerstag, 19. August 2010

Entscheidungen treffen ....

... ist doch nicht so verkehrt. Weil - habe ich heute wieder mal gesehen - alles sofort geht eben nicht. Nicht immer wenigstens. Oder nicht immer so schnell. Hmmmhh..... Außerdem treffen die Entscheidungen mich sowieso, zum Beispiel durch Synchronizität von Ereignissen bzw. wiederholt gegebene Impulse. Selbst keine Entscheidung treffen zu wollen, ist eine, die mich trifft.

Mittwoch, 18. August 2010

Entscheidungen?

Zwillingssonnen wird oft nachgesagt, sie hätten zwei Gesichter. Das ist falsch - wir haben weit mehr. Allein an einem Tag können sich locker ein paar Hundert zeigen. Allahu akbar.... Und weil eine Zwillingssonne weiß, daß Gott groß ist und alles möglich ist - ist es schwierig, sich für eine begrenzte Auswahl im Rahmen der Unendlichkeit zu entscheiden. Ich will eben alles. Und vor allem noch viel er-Leben vor dem Tod. Mit dem Wort er-Fahren bin ich inzwischen etwas vorsichtiger - wegen dem Broterwerb auf der elfenbeinfarbenen Limousine ....

Auf meiner Burg ....

... war ich heute nochmal, aber früher und viel länger - nachdem ich ein paar Hinweise im Traum erhalten hatte.  Bei echtem "Nordwetter", Wechsel zwischen Regen und Sonnenschein mit fliegenden Wolkenwesen. Die Begrüßungs-Kohlmeise von gestern war auch da, sie bewohnt den mittig-stehenden alten Baum am Platz - heute war sie sogar in Gesellschaft unterwegs und ebenso zutraulich wie frech- sie hat sofort meinen Rucksack nach Fressbarem inspiziert, als ich mich wenige Schritte entfernte. Einige Menschen kamen heute hoch - die Palette reichte von grauslich-nervig bis sehr angenehm, wie im richtigen Leben. Im Grunde ist da oben jedes Wort zuviel.
Mein vernachlässigter Körper ist ein Wunderwesen: Heute ging er schon viel leichter da hoch als gestern und die Atemwege scheinen schon erheblich gereinigter nach vielen Stadtmonden, dazu tanzten alle Zellen vor Vergnügen. Habe ihr versprochen, daß wir jetzt wieder oft unterwegs sein werden - es tut einfach gut, draußen im Grünen und an frischer Luft zu sein. Zumal wir sehr viel bis jede Menge Bewegung brauchen. Während die Seele auf Nachtmeerfahrt und der Geist in merkurianischen und anderen Höhen- und Fernflügen involviert waren - saß der Körper herum und mußte dazu noch überraschenden Gelüsten nachgehen. Die Steakphase ... neigt sich gefühlt dem Ende zu. Auf dem Herbstplan steht viel Rohkost.

Der Herr Schiller, Friedrich von, sagt es so: "Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht und nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit."

Oben auf dem Gipfel kam mir der Gedanke an zwei Wochen internetfreie Zeit - habe in Kürze auch nochmal komplett taxifrei .... allein der Gedanke ist eine Herausforderung, zumindest in der Basisstation. Auf Reisen - ist es kein Problem, doch ich werde wohl nur ein paar Tage unterwegs sein. Was um Himmels willen habe ich eigentlich im vergangenen Jahrtausend gemacht, als ich noch keinen PC in meiner Basisstation hatte?

Dienstag, 17. August 2010

Noch mehr Freuden-Tränen ....

Unter anderem ..... wegen der Harmonien, die diese kubanischen Herren so komponieren und auf virtuoseste Weise zusammen singen. Höre nicht nur "El Kilo" gerade wieder rauf und runter bzw. singe mit. 
Orishas 537 Cuba - Chan Chan
Distinto ...... 
Und jetzt ein Tänzchen: Quien te dijo (a ti)
Und noch eins: Elegante


Gipfeltränen

War eben auf der Löwenburg - alles nur für mich! Kein Mensch oben, schließlich war es schon relativ spät und dazu hat es geregnet. Macht aber wenig im Wald, da du unter den noch voll beblätterten Bäumen gut geschützt bist gegen das Nass von oben - und auch auf dem Gipfel gibt es einen uralten Baum, unter den mensch sich setzen kann. Auf dem Weg nach oben - habe ich noch ein paar Clan-Knoten gelöst. Oben angekommen begrüßt mich als erstes eine Meise und kommt ganz nah an mich ran. Über zwei Jahre nicht dort gewesen - ich muß verrückt sein! Das hat soviel Power und du kannst locker 150 Kilometer in die Weite schauen - bis in den Hunsrück. Ringsum nicht nur das üppige und wunderschöne Siebengebirge, sondern bis auf Richtung Nordwest überall sanfte Hügellandschaften. Richtung Nordwest etwa 50 km weit weg liegt die Kolonie mit meiner Basisstation, alles ist flach und ein paar sehr hohe Gebäude stechen wie Speerspitzen in den Himmel - das kann mensch auch sehen, wenn es will. Mich interessiert das aber nicht sonderlich, wenn ich draußen bin - im Gegenteil, am liebsten wäre ich erst gar nicht zurückgefahren heute und alleine oben geblieben. Aber - dann hätte ich mir sicher heute nacht vor Angst in die Hosen gemacht, wenn die wilden Tiere kommen und mich mit ihren fluoriszierenden gelb-leuchtenden Augen neugierig ansehen, und mich dazu fürchterlich erkältet ... bin eben doch verweichlicht. Am meisten Angst aber macht mir die Vorstellung, morgens von Unsinn redenden Touris geweckt zu werden ... Es ist nicht nur eine schöne Gegend, sie hat auch was Rauhes und Wildes - etwas Archaisches. Und bei "schlechtem Wetter" ist es für mich der pure Luxus, an einem solch magischen Ort keine lärmenden Menschen anzutreffen.  Habe da oben erst mal geheult, weil die Schönheit des Ortes mich überwältigt hat ... und das mir, wo ich doch sonst nur bei Todesfällen und anderen "gravierenden Trennungen" Tränen vergiesse. Eine Art Schock über soviel Schönheit und Weite - nach der dunklen Nachtmeerfahrt!

Lachen und Musik sind gute Medizin - Wapi Yo

Lokua Kanza und Francois Kency ..... verpassen den Einsatz und lachen über sich selbst - Wapi Yo, ein wunderschönes Lied
Wie die afrikanische Göttin mit bürgerlichem Namen heißt, die später mit in den himmlischen Gesang einsteigt, weiß ich leider nicht -sonst hätte ich es gerne erwähnt!

Wiederholungswoche

Ja, ich wiederhole mich. Aber dies will ich mir hier nochmal vor Augen halten - eben orakelt:
Ebenso ist Vernunft eine Lüge; denn da ist ein Faktor unendlich und unbekannt; und all ihre Worte sind schiefliegend. 

Auch wahr und eben orakelt: "Halte auch den Schmerz aus, der damit verbunden ist, wenn du wächst" Na gut - so gesehen fühlt sich doch alles gleich wieder viel besser an ....

Sinngemäß aus der Erinnerung wiedergegeben ein Satz von Stanislav Jerzy Lem, der mich während einer früheren Nachtmeerfahrt über´s Wasser und fehlenden Grund getragen  hat:
"Ich bin schön, ich bin stark, ich bin weise, ich bin klug - und ich habe mir das alles selbst beigebracht." 

Und ein weiteres vom Herrn Lem aus "Solaris":  
"Wir brauchen keine anderen Welten, wir brauchen Spiegel"

Und jetzt noch eins von mir für mich:
Lebe wild und gefährlich!
Alles andere - ist nicht ehrlich.

Montag, 16. August 2010

Knoten lösen ....

In diesen Tagen fiel mir nach mehr als zwei Jahren (!) auf - daß ich sehr lange nicht mehr an einem meiner Lieblingsorte war, der mir viel Kraft gegeben hat für eine ganze Weile. Vor etwas mehr als zwei Jahren saß ich dort oben im schönen Siebengebirge bei Sonnenschein und klarer Sicht auf einer Bank, schaute auf den Rhein hinunter und versuchte, meine schwerkranke und vor weniger Zeit ins Heim umgezogene Mutter per Handy zu erreichen. Als sie sich nicht meldete, wußte ich, daß wieder etwas passiert sein mußte. Sie war zum -zigsten Mal ins Krankenhaus gekommen mit einem Erstickungsanfall- und ein paar Tage später hat sie sich von dort  verabschiedet. Sie hat sich selbst den Sauerstoff abgedreht.
Typisch eigentlich für sie - letztlich hat sie auch am Ende ihre eigene Entscheidung getroffen. Das sie schon seit Monaten mit Morphium vollgepumpt war - habe ich in der Klarheit auch erst später erfahren. Sie wollte nicht, daß ich das weiß. Hatte mich nur immer wieder mal über eine gewisse Zerstreutheit und einen gläsernen Blick gewundert, die so gar nicht zu ihr paßten und auch nur selten im Vordergrund standen.
Ich habe mich jetzt über zwei Jahre lang schuldig gefühlt und sozusagen als "Mörderin" .... zumindestens teilschuldig. Aufgrund der beschissenen Familien-Situation und eben, weil ich mich zurückgezogen hatte aus dieser. Sicher auch, weil ich sie am Vorabend nicht mehr dort besucht habe - hatte ich ihr aber gesagt - sondern Musik im Satsang gespielt habe. Was ich auch nach ihrem Gehen weiterhin tat - es war schön und tröstlich, für sie zu spielen - besonders weil sie mein Musikmachen in den letzten Jahren durchaus respektiert hatte.  Habe dann auch die Musik für die Trauerfeier vorausgewählt .. nach ihren wenigen Vorlieben ... der Sohn meiner "Schwester" hatte genügend anderen Stress. 
Bei der Trauerfeier - habe ich dann ein letztes Mal die "Arschloch-Rolle" im Clan übernommen - damit die Frau, die meine "Schwester" ist, sich wieder einmal besonders gut fühlen kann. Bin nach der Trauerfeier nicht mehr mit zum sogenannten "Leichenschmaus" - war auch weder von meiner Schwester noch von deren Sohn eingeladen worden dazu. Der Mann meiner "Schwester" kam zu mir und sagte mir Bescheid, was nun geschieht - und ich habe mich daraufhin lieber bei den nahestehenden Freunden  meiner Mutter verabschiedet und auch offen gesagt, daß ich mich unter den gegebenen Umständen besser nicht mit an den Tisch setze, um nicht noch unnötig auszuflippen auf Martha´s Beerdigungsfeier. Schön war, daß die es locker genommen haben. Erinnere mich heute noch gut an den "Leichenschmaus" und die vielen Peinlichkeiten bei der Trauerfeier für meinen Vater vor vielen Äonen - und daher wußte ich, es ist mehr als in Ordnung, wenn ich mir nicht das ganze seltsame Gerede anhöre - und für mich weiterfeier!

Jetzt - fiel diese Ego-Geschichte endlich von mir ab - und ich will mich morgen auf den den Weg zu dem lang vergessenen kraftspendenden Ort machen, um diesen Unsinn und den Rest an Verstrickungen auch symbolisch im Außen zu lösen. Bin mal gespannt, ob diese Amsel dann immer noch in mein Fenster schaut - die u.a. Hinweisen an dem Tag auftauchte, an dem meine überbesorgte und kontrollsüchtige Erzeugerin diesen Planeten verliess.
Und auch hier eine Wiederholung: Volare - Dean Martin

Einer meiner neueren Lieblingsbegriffe: Nachtmeerfahrt

"Nachtmeerfahrt" - so nannten die Ägypter das, was anderswo als die "dunkle Nacht der Seele" oder heutzutage mal eben als "Depression" bezeichnet wird. Das, was Goethe wohl meinte mit dem ewigen "Stirb und werde". Die Häutung, das Verbrennen, bevor der Phoenix aus der Asche aufsteigen kann. Überall auf der Welt ist dieser Prozess bekannt und wird unterschiedlich benannt. Kern der Sache ist, in die eigene Unterwelt abzutauchen und zu erkennen, daß dort alles vorhanden ist - es muß nichts ins Außen bzw. auf "Andere"  projiziert werden. Alle Abgründe dieser Welt - kenne ich, da ich sie in mir habe. Ebenso wie alles Lichte.
Liebe - ist das, was weiß und nicht in Gut und Böse unterteilt.

Hier ein wie ich finde interessanter Internet-Artikel mit dem Titel  "Drachen, Helden, Nachtmeerfahrten" - der schön herausstellt, auf welche Weise alle alten Mythen der Menschheit auch ins Jetzt greifen - ob Mensch es will oder nicht, ist den Göttern dabei egal und auch Leugnen ändert nichts daran, daß all diese Geschichten heute noch lebendig sind.

"Nachtmeerfahrt" finde ich auch deshalb einen schönen Begriff, weil er für mich so abenteuerlich klingt. Auf diese Weise sehe ich das Brodeln im Kochtopf der eigenen Hölle etwas anders als nur tragisch - es ist ja schließlich auch spannend und äußerst lehrreich - wenn auch nicht immer lustig. Ergiebiger kann keine äußere Reise sein.

Habe außerdem das Gefühl, daß meine Nachtmeerfahrt sich nun langsam aber sicher dem Ende nähert - alter Bodensatz ist aufgestiegen, gesehen und angenommen bzw. integriert - im Sinne von Bereicherung -  und ich wundere mich manchmal, wie menschlich und wenig bedrohlich vieles ist, was ich einst für verwerflich hielt - oft nur, weil ich es gefürchtet habe. Was noch kommen will, ist herzlich willkommen! Von vielen Ängsten lasse ich mich lange nicht mehr  tyrannisieren und an manchem Tag bin ich bereit, zu sterben - wenn es sein soll. Noch mutiger: An manchen Tagen bin ich sogar bereit, zu leben. Unliebsame schmerzhafte Zustände wie Langeweile, Eifersucht u.v.m. .... haben ihre Schrecken verloren und gehören zum "Lehrpersonal" bzw. zum "Leerapparat".  Auch ein Tanz mit den eigenen Dämonen - kann schön und kraftvoll sein (eben fällt mir mein erster direkter Kampf mit "dem Teufel" wieder ein - und erscheint mir im Rückblick recht harmlos - auch "der Teufel" ist ein guter Lehrer!). In den hellsten Momenten erkenne ich, daß jeder Zustand lediglich Energie ist, lediglich eine andere Zusammensetzung von Feuer, Wasser, Luft, Erde und Äther - und daß diese Energie genutzt und gewandelt werden kann.

An dem vielen Elend in der "äußeren Welt" in ihrer ungreifbaren Komplexität - bin ich auch nicht mehr (ganz alleine) schuld, was eine wunderbare Erleichterung ist. Immer mehr Vor-stellungen und Glaubenssätze fallen ab ... sie sind substanzlos. Was zählt - ist dieser Moment. Etwas Anderes - existiert gerade nämlich nicht.

Rückfälle erkenne ich sofort daran, daß ich in alte oder neue Geschichten einsteige, die alle nicht wahr sind. Gleich-gültigkeit macht mir keine Angst mehr, Desinteresse darf sein, auch Träumerei, tags und nachts. Einfach hier sein zu dürfen mit allen Sinnen - ist Magie und Glückseligkeit.

Genau deswegen hapert es gerade mit weiteren Studien: Was sollte ich erreichen? Und wo wohl hinkommen, wo ich nicht bin? Je mehr ich all diese Abgründe lieben lerne - desto reicher beschenkt mich das Sein, ohne das ich etwas suchen müßte. Dieses in Gänze und TOTAL durchdringen - möchte ich noch gerne, wenn das Leben einverstanden ist.

Samstag, 14. August 2010

Alte Lieder - machen die Seele lachen ... und neue natürlich auch

... bei mir jedenfalls ist es so.
Wenn ich Robert Plant singen höre und Jimmy Page und die anderen Zeppeline dazu spielen, geht´s mir gut. Es beruhigt mich. Ist ein Stück zuhause sein. Die Seele - kann das hören und lacht dazu.
Ganz sicher - ist Musik meine beste Medizin - besonders auch die alten Genesis-Stücke ("Carpet Crawlers" mal abgesehen davon, daß die damals live zeitweise mit zwei Schlagzeugen gespielt haben ....) - und alles sowieso immer am liebsten live statt Studio..
Wenn mal was ist ..... um gaaanz schnell nach Hause zu kommen - zu mir - höre ich mir das an.
Die Königin ist natürlich die Treppe zum Himmel - gewidmet der Venus.
Beide Bands - spielen quasi "meine persönlichen Opern". Auf Led Zeppelin hat mich mal mit etwa 15 jemand gebracht, der völlig in diese Musik vernarrt war, und darüber freue ich mich heute noch. Bei mir war es eher Liebe auf das zweite Hören .... aber die ist geblieben.

PS: Wow - nach dieser Liebeserklärung an den Rain Song hat es heute den gaaanzen Tag geregnet - und ich habe nach vielen trockenen Monden endlich mal wieder ein paar zählenswerte Euronen mit der Limousine einfahren können! Nicht nur das - ich hatte auch viele nette Fahrgäste und die Zeit ging endlich mal wieder lebendiger herum. Werde den Rain Song nun öfter einsetzen ....danke.

"Verwegen" - Aus der Serie: alte Wörter ....

... die mir unverhofft von der Zunge schnellen.
Und die ich bislang so nie benutzt habe - dennoch kenne ich sie wohl - irgendwie - sehr wohl.  Wie dieses eben.
Habe viele Assoziationen dazu und freue mich, daß es wieder zu mir gekommen ist nach längerer Abwesenheit - und ich lasse es mal so hier stehen.

Wiederholung: Loriot - der Kleinsparer - Panorama

Lese gerade ein bischen in meinem eigenen Blog - und gebe zu, hier und da durchaus amüsiert zu sein. Eine Wiederholung, die sich in jedem Falle lohnt, ist dieser Sketch von Loriot, in dem uns das Finanzsystem von EXPERTEN (die liebe ich ja ganz besonders !!!) einmal auf einfache und verständliche Weise erklärt wird.

Dienstag, 10. August 2010

Monogamie, Eifersucht und Realität

Manchmal höre ich dieses lustige Lied im Radio - beim letzten Mal habe ich es mir endlich gemerkt, um es wiederfinden zu können. Es beschreibt auf unterhaltsame Weise ein Stück Realität, wie sie mindestens an allen Wochenenden zu beobachten ist in der großen Stadt. Und ich persönlich finde den Text auch nicht sexistisch, sondern einfach "lebensnah".  Wobei es sicherlich einem größeren Prozensatz der Ehering-VersteckerInnen gelingt, zum gewünschten Objekt der Begierde vorzudringen, statt sich übergeben zu müssen. Oder vielen männlichen Exemplaren wenigstens ein Besuch in einem der örtlichen Bordelle vergönnt ist.

Neulich fiel mir an den Ringen ein volltrunkener, junger türkischer Ehemann in die Limousine und klagte auf der Fahrt darüber, wie unglücklich er in seiner Ehe sei. Aber .... er habe zwei kleine Kinder und deshalb könne er sich ja nicht einfach wieder trennen. Er ist nicht wirklich traditionell sondern weitgehend "westlich" aufgewachsen. Im Grunde wolle er doch sein Leben geniessen und Spaß haben - natürlich auch beim Sex. Den gebe es zuhause aber nicht mehr - seit die Kinderchen da sind. Seine türkische Ehefrau hat er im Türkei-Urlaub kennengelernt und wie das eben so sei, wenn man verliebt ist ..... sein Fehler sei gewesen, Kinder zu machen. Jetzt - wisse er nicht mehr weiter.  Blabla ... jetzt  - "weiß ich Bescheid". Nicht nur über ihn.  Tja. Dumm gelaufen? Natürlich ist das mein Maximal-Kommentar zu derartigen Themen und persönlichen Verwicklungen und Verstrickungen, die mich so gar nichts angehen. Am Ende ist er trotz schwerreicher Verwandschaft (ja, auch das weiß ich alles schon ...) mein zweieinhalbter Zechpreller in meiner Karriere als Limousinenlenkerin - denn er hat nur noch die Hälfte des Fahrpreises in bar dabei und zu seiner Ehefrau hochgehen und Geld holen will er nicht - und ich will das gerade ehrlich gesagt auch nicht. Lieber verzichte ich auf diese paar Euro, als mir den Stress anzutun, unten auf jemand mit 3 Promill zu warten, der vielleicht nie wiederkommt. Schreibe ihm noch eine Adresse auf, bei der er später das Geld abgeben kann - es kam aber nicht mehr von ihm, dafür am gleichen Tag wenig später von einem feundlichen Fahrgast als großzügiges Trinkgeld.

Während der Fahrt - hat dieser türkische Ehemann seine Frau am Handy und sie streiten fleissig herum - soviel verstehe ich, ohne ein Wort der Sprache zu verstehen. Manchmal - verstehe ich sogar am Tonfall, was die da gerade sagen. Letztens habe ich spaßhalber bei einem nachgefragt, ob er eben genau das gesagt habe - und ich lag goldrichtig.
Diese türkische Ehefrau zetert am anderen Ende und ich staune nicht schlecht, was die Orientalinnen für ein Temperament vom Leder ziehen in Sachen Eifersucht. Sie sei eifersüchtig wegen mir - lallt er. Weil sie meine Stimme gehört hat, als ich ihn frage, wo er genau hin will ... passiert so nicht das erste Mal so mit einem türkischen Fahrgast an meiner Seite. Neulich mußte auch schon ein nüchterner netter junger Mann erklären, mit wem er da genau redet - nachdem er gerade eine sehr liebevolle Aktion für seine Frau hinter sich hatte, um ihr defektes Auto wieder in Gang zu setzen.

Was ich sage, ist dies: Bei den orientalischen MitbürgerInnen scheint Eifersucht etwas krasser an der Oberfläche ausgetragen zu werden. Vielleicht gibt es dort auch noch erheblich mehr Kontrolle infolge von Besitzdenken bzw. Verlustängsten, gepaart mit traditionellen Mustern?  Nur so ein Eindruck, der nicht wahr sein muß, den ich aber habe. Obwohl - im Grunde genommen die gleichen Kämpfe, vielleicht etwas subtiler,  überall ausgetragen werden.

Das oben verlinkte Lied und der Text - gelten daher für alle Mentalitäten und Realitäten, in denen Menschen glauben, ein (Besitz-) Recht auf einen anderen Menschen anmelden zu können..

Sonntag, 8. August 2010

Schönheits-OP´s

"Nach einer Umfrage sind heute bereits 95 % aller Frauen bereit, eine Schönheits-Operation durchführen zu lassen - an ihrem Mann."
(Jürgen Becker in einer Folge des 3. Bildungsweges ....)

Dienstag, 3. August 2010

Ansammlungen ...

... sind auch ein Thema in meiner Midlife-Crisis. Geschätzte Zweidrittel meines Hab und Gutes - sind mit toter Energie geladen und benötige ich nicht mehr.  Mental - habe ich bereits alles entsorgt, jetzt muß es noch im richtigen Leben ans Rollen kommen. Mit einer Kiste Bücher habe ich wieder mal einen neuen Anlauf gestartet. Jedes Teil, daß mein Basis-Lager verläßt, trägt zur Erleichterung bei.
An den Büchern habe ich auch gesehen, daß ich inzwischen zur Hochstaplerin geworden bin. Einige Stapel wollen noch entsorgt werden ... und Kopf und Bauch sehnen sich nach Leere und Leichtigkeit, nach süßem Vergessen von all dem überflüssigen Zeugs der vielen Jahre, welches mich schon länger nicht mehr nährt. Sämtliche Bücher sind aus den Regalen im Schlafzimmer enstorgt, wo sie nicht hingehören. Seither schlafe ich anders und träume mehr. Glaube ich. Fand mich u.a. plötzlich im Traum in Berlin wohnend wieder, wo mich sicher nichts aber auch gar nichts im Wachbewußtsein hinzieht. Und dachte so "da muß ich aber mal schnell die Ortskenntnisprüfung für die elfenbeinfarbenen Limousinen machen." Auweia ... aber irgendwie interessant.

Körperliche Ansammlungen ... habe ich mir parallel dazu angesehen.  Wollte früher immer gerne wichtig sein - jetzt bin ich ge-wichtig. Über-ge-wichtig. Heute traf ich dann noch auf das schöne Wort schwer-mütig, also nicht mehr mutig sondern festgefahren und daher schwer geworden statt mutig .... Unbeweglich und unlebendig. Vermutlich muß das aber genauso sein - gemäß dem alten "Stirb und werde". Erst muß das Alte gehen, bevor etwas Neues kommen kann, heißt es doch. Und wäre es nicht so bleischwer und dem Lebendigsein abträglich - wie sollte ich es dann merken?
Interessanterweise  las ich heute bei L. Francia etwas zum Thema .... wobei ich eh schon in einer überschaubaren 2-Zimmer-Wohnung hause und nicht einen einzigen geschlossenen Schrank besitze. In einem anderen Blog las ich über Möbel und andere sperrige Gegenstände, die jemand noch bei fremden Leuten untergestellt hat - und da bin ich ganz froh inzwischen, daß ich meine 7-Sachen hier habe und in einem überschaubaren Kellerraum, in dem zum Glück keine Leichen mehr zu finden sind.
So werde ich also in den kommenden Wochen vieles verkaufen, weggeben und auch radikal in die Tonne werfen - das ist der Plan. Auch Bilder nehme ich von den Wänden, Skulpturen gebe ich weg und diverse CD´s werde ich radikal entsorgen. Von meinen alten Klamotten mal ganz zu schweigen, die schon lange weggeworfen gehören. Sicher habe ich so ein paar Clan-Informationen mitbekommen, nach denen alles aufgehoben werden muß, was noch nicht wirklich hinüber ist. Kriegsgenerationen eben ....
Ein Freund sagte mal etwas Weises: Für jeden Gegenstand, den er ins Haus trägt - trägt er einen anderen hinaus. So kann´s funktionieren nach der großen Bereinigung.

Montag, 2. August 2010

Vom Wechseln der Jahre und vom Altwerden ....

... bin ich vielleicht noch ein paar Tage entfernt, aber derzeit beschäftigt mich vieles in dieser Hinsicht.
Ich selbst scheine mitten in einer "Midlife-Crisis" befindlich zu sein bzw. in den sogenannten Wechseljahren. Ist mir insofern recht, als daß sie dann relativ früh kommen - und ebenso wieder gehen.
Wobei ja im Grunde recht unklar ist, was genau "Wechseljahre" sind, da sie bei jeder Frau anders verlaufen und sich auch andere Geschichten, Symptome, Hormone zeigen.
Menstruationszyklisch war ich nur für eine Weile aus dem Takt, bin jetzt wieder drin und gehe wie immer quasi pünktlich mit dem Vollmond. Wußte ich gar nicht als junge Frau - hat mich auch nicht wirklich interessiert. Habe von etwa 15 bis Mitte 35 eh die Pille genommen und war somit auf deren Rhythmus eingestellt.
Werde die Mens sicher nicht vermissen, wenn sie versiegt.  Andererseits - blute ich seit ein paar Monaten sozusagen sehr bewußt in diesen Kelch (Lady Cup etc. ...) , wenn ich nicht gerade Taxi fahre (da sagt mein Verstand, ich solle mal besser auf meine alte Methode zurüchgreifen). Meistens - fahre ich blöderweise genau dann, wenn´s losgeht. Dann - merke ich deutlich, daß sich alles auf sich selbst zurückziehen möchte und ich bin auch nicht gesprächig oder gehe sonderlich auf die Menschen zu. Bin eher ruhig und in mich gekehrt.
Dieses Bluten in den Kelch und damit das Fliessenlassen - empfinde ich nun noch kurz vorm Versiegen als sehr interessante und angenehme Erfahrung und eine als gänzlich andere als das "Zustöpseln" mit Tampons. Obwohl ich auch dafür immer sehr dankbar war -  es gibt sicher Gegenden, wo sich dieses wiederkehrende Ereignis erheblich komplizierter darstellt. Auf Kuba zum Beispiel hat mich mein Meister gefragt, ob ich Algodon = Baumwolle brauche - die Frauen drehen sich ihre Tampons quasi selbst. Kriege mittlerweile Hitzewallungen und anderes, was ich vorher so nicht kannte. Beobachte diverse Gefühle und Emotionen, die ich ewig nicht kannte und die mich teils sehr verwundern, weil sie so gar nicht zu meinem bisherigen "Charakter" passen wollen. Bin aber grundätzlich mit allem einverstanden und würde im Leben nicht deshalb zu einem Arzt gehen - schließlich bin ich nicht krank sondern in einem Prozess der Veränderung.

Das Verrückte dabei: Ich fühle mich oft wie ein junges Reh, als sei ich gerade 17. Gestern sah ich einen ehemaligen Liebhaber aus jugendlicheren Zeiten und dachte "Mensch, ist der alt geworden." Kurze Pause .... "Mensch, dann bin ich wohl auch so alt geworden?!!!"
Für einen Moment in der Ewigkeit hatte ich dieses Gefühl, daß mir locker 25 Jahre fehlen aus diesem Leben. Die, in denen ich älter geworden sein muß .... ich kann nicht sagen, wo die waren.
So etwa im Groben meine ego-philosophischen Betrachtungen gestern morgen in der Limousine.

Später dann ... stehe ich an einem Krankenhaus-Halteplatz und eine alte Dame kommt auf mich zu. Wir grüßen uns freundlich und sie bittet mich, zur Pforte hochzufahren und dort ihren Mann abzuholen. Dieser kann kaum stehen geschweige denn gehen ... sie haben eine Pflegerin dabei, die ihm beim Einsteigen hilft. Ich lade den Rollator ein und setzte mich ans Steuer, der Herr neben mir schaut mich an und bittet mich, den Gurt einzustecken. Er kann sich kaum bewegen und sein Körper ist schwach - seine Augen aber funkeln in einem unglaublich kräftigen Türkis und ich denke "Es passt wie so oft nicht wirklich zusammen!" Will sagen: Soviele alte Menschen sind jung und rege im Geiste - und die Körper versagen langsam. Sicher fühlt er sich auch wesentlich jünger als sein Körper. Seine Augen - sind das pure Leben!

Auch seine Frau - die noch erheblich beweglicher ist - ist alt - und gleichzeitig sehr jung dabei, im Geiste eben. Sie nennen mir ihr Ziel und ich frage "Ist da nicht auch ein Senioren-Wohnheim in dieser Strasse?" Sie antwortet mit "Ja, leider." und ich muß lachen, wobei ich glaube ich ganz gut verstehe, wie sie das meint. Alte Menschen, die jung im Geiste sind und im Herzen, möchten nicht mit anderen alten Menschen zusammen sein. Auch nicht, wenn diese anderen alten Menschen erst 35 sind ...

Zum Abschied sagt die alte Dame noch, daß es sehr angenehm war, mit mir zu fahren - ich kann das Kompliment gerne ebenso mit ihr teilen ... ist auch schön manchmal! .... und dann fahre ich ein paar Meter zurück zum Senioren-Wohnheim, um dort dringend mal meine Blase zu  entleeren. Ich stelle also die Limousine ab und will hineingehen, doch werde ich vor der Tür abgefangen von jemand, der auch alt ist und dem man dennoch seine Jugend ansieht und vielleicht diese Sehnsucht danach, die sicher bleibt.
Es ist Sonntag mittag und viele unterschiedliche alte Menschen sind dort vor der Tür und im Foyer unterwegs bzw. versammelt, gerade ging wohl ein Gottesdienst zuende.

Dieser alte junge Mann spricht mich also an und fragt nach einem Fahrpreis von hier nach Dings ... ich schätze mal und nenne ihm die entsprechende Summe. Sein Gesicht ist faltig und teilweise markant vernarbt - dennoch sehe ich, daß er mal eine echte Schönheit gewesen sein muß und sehr stattlich. Groß ist er dazu. Bestimmt haben ihm viele Frauen zu Füssen gelegen. Schon erzählt er, daß er da und da zuhause war und hier einen Garten hatte .... ich sehe und spüre, daß er im Grunde Sehnsucht hat und Ansprache möchte. Vielleicht auch endlich mal wieder von einem jüngeren Menschen - wie in dem Moment von mir.
Saublöderweise - läuft mein Business derzeit noch prekärer als sonst und ich habe nicht wirklich Muße, mich mit ihm über sein Leben zu unterhalten. Verabschiede mich also und gehe hinein. Dort sage ich "ordnungsgemäß und laut" GutenTag !!!  - habe ich inzwischen gelernt, daß diese Generation von Alten sehr viel Wert drauf legt, grins ...

Als ich wegfahre, ist mir klar, daß Altwerden in unserer Gesellschaft nicht wirklich lustig ist und wir die Alten viel alleinlassen - obwohl sie vielleicht noch viel Power im Hintern hätten. Also im "geistigen Hintern" sozusagen  ...ein weites Feld.

Am späteren Nachmittag bekomme ich dann nochmal die Ehre, eine kunterbunte 79-jährige, sehr lebendige  echte Kölsche  zu fahren, die mir viel Spaß macht mit ihrem lebendigen Temperament. Wieder lade ich an einem Krankenhaus, ihr schmales "Liebschen" bringt sie zum Wagen samt ihrem Rollator. Er ist gertenschlank - und kank. Sie ist rund und dick und sehr schick- und sagt später zu mir "Da sagt man immer, wir Dicke würden krank ... dabei ist er krank."
Sie fängt an zu reden und hört nicht mehr auf - ich muß lachen ... habe nichts dagegen, es ist in der Tat sehr gesund manchmal, besonders, wenn die Menschen ihre verrückten Geschichten erzählen.
Sie ist also jetzt zum 5. Mal verheiratet - mit dem "Liebschen". Die beiden sind wirklich ganz bezaubernd miteinander umgegangen und die typisch kölschen Kosewörter fielen wie ein heilsamer Sommerregen ... "Liebschen", "Herzschen", "Schätzschen" .... er ist der fünfte und ihn hat sie nun schon seit 35 Jahren am Hals.
 Ihre Kleidung ist farbenfroh, wir tragen heute beide lila bzw. pink als Grundton - doch sie ist modisch und trägt dazu satte Geschmeide und Ringe, Nagellack, Hut mit Krempe und wer weiß nich was - alles Ton in Ton! Und ich freue mich - immer wieder - wenn ich Frauen in dieser "Altersklasse" treffe, die sich trauen, Farbe ins Leben zu tragen .....Auf dem Weg erfahre ich noch mehr. Interesant dabei finde ich die Aussage, daß sie zwar all die Geschichten mit ihren vorherigen Ex-Männern erldeigt und vergessen hat - aber nicht so ihre Kindheit, in der sie entsprechend geprägt wurde.  Nein, alt werden und jung dabei sein - ist nicht immer leicht. Sagt sie auch ....

So einen beweglichen Bauch ...

... hab ich noch nie gesehen. Genial. Werde ab sofort üben. Sadie heißt sie. Und ich bin sicher, daß die GötterInnen selbst sie zum Tanzen aufgefordert haben.