Montag, 31. Mai 2010

Vom geilen Scheich und anderen Heuchlern

In der Warteschlange am Bahnhof, fast vorne, kam eine junge Frau zu mir und fragte, ob ich denn wohl auch nach Soundso fahren würde. Ich antworte "Ja, sicher - aber ich bin noch nicht dran, die Kollegen sind noch vor mir." und weise mit der Hand auf die drei Taxen in Richtung Kühlergrill. Sie zögert und schaut mich fragend an - worauf ich meine "Möchten Sie gerne eine Frauentaxi?" Ja, will sie. Im Laufe der weiteren Begegnung erfahre ich u.a., daß sie auf einem katholischen Mädchengymnasium zur Schule ging und so wundert mich das nicht mehr - vermutlich so eine Art Gewohnheit? Ich schaue den Kollegen vor mir an, als ich an ihm vorbeifahre - und der weiß schon Bescheid und lächelt nur freundlich zustimmend, alles ohne Worte und sehr angenehm. Ich erzähle ihr, daß es auch durchaus Männer gibt, die nicht mit Frauen fahren - bisher habe ich zwei solche Fälle gehabt, wo die Herren an mir vorbeizogen und lieber zu einem männlichen Kollegen wollten. Ich verspreche ihr die letzte Story dazu - aber erst mal muß ich checken, wo sie da genau hin will .... dann folgt die Story, mit dem Nachsatz "Kann natürlich gut sein, daß der in den Puff wollte - und dann fahren die nicht so richtig gerne mit mir."
Mein aktuelles Herzensthema ist eröffnet. Es geht um Doppelmoral und völlig verquere Sexualität, die ich plötzlich so hell aufscheinen sehe - hat mich ein paar Jahre nicht mehr tangiert, interessiert, gerade umso mehr als Motor, Antrieb, Lebenskraft  - und fast überall sehe ich mehr Lüge und Heuchelei statt ehrliche Lust! Dieses Geschenk der Lust - miteinander, aneinander, füreinander - scheint mir doch weitreichend abgelehnt zu sein innerhalb meiner Spezies. Und diese weitverbreitete Verleugnung und Unterdrückung einer lustvollen, freudigen Sexualität scheint mir der Herd für übermäßige Aggression, Gier, Angst u.v.a. zu sein - die dann in ihren extremen und entarteten Ausprägungen nicht "nur" zur Vergewaltigung von Kindern durch Pfaffen führt. Hier ein frohlockendes Hallelujah dafür, daß all diese Unterdrückung ans Licht kommt.

Ich schätze mal - vorsichtig und mit Verlaub, falls es doch zu hoch gegriffen sein sollte und mein Bild von den Männern allzu verfärbt sein sollte (lasse mich eventuell, wenn auch ungläubig auf 79 % runterhandeln) - daß etwa 80 % der Herren mehr oder weniger reglemäßig einen Puff frequentieren. Sie sagt "Ja - denke ich auch. Nicht zu hoch gegriffen. Oder wenigstens waren sie schon mal da .... wie heißt der berühmte hier nochmal?"
Genau, das Pascha. Hut ab vor der Promotion-Abteilung - das Ding ist etwa so bekannt wie der Kölner Dom. Lustig ist immer, wenn jemand dorthin gefahren werden möchte und mir dann erzählt - er wolle nur seinen Freund abholen. Hahaha ... Aber auch hier habe ich inzwischen Lederhaut: Früher fand ich das mal irgendwie verwerflich - heute grins ich mir einen zu diesen Märchen. Überhaupt - habe ich neulich viel lachen müssen über die Lügen, die die Menschen so vom Stapel lassen - auch gerne nahestehenden Menschen gegenüber - und die sie mir dann im Vertrauen erzählen.

Wir sind uns also einig, daß etwa 80 % aller Männer bei Prostituierten ein- und verkehren. Und damit sind wir bei dieser heuchlerischen, verlogenen Doppelmoral allerorten - zuhause eine anständige Frau, vielleicht einmal die Woche drübersteigen - und den Rest woanders entladen. Hauptsache - eine anständige Frau zuhause! Hatte neulich diese Art von Unterhaltung mit einem jungen Mann.
Dieser kam offenbar aus einem anderen Kulturkreis - eine Art Hexenkessel - Israel - also die freie Wahl zwischen jüdischer, christlicher und/oder muslimischer Lüge sozusagen - doch er meinte sogar, er sei überhaupt nicht religiös.

Jetzt erzählt mir die Fahrgästin ihre Geschichte zum Thema, sehr spannend. Sie arbeitet in einem sehr großen, expandierenden Business-Bereich und man wollte ein gutes Geschäft mit Saudi-Arabien abschliessen. Eine Delegation wurde erwartet - und sie wurde aus ihrem ureigenen Arbeitsbereich gekickt, offiziell, durfte also sozusagen nicht in Erscheinung treten. Wörtlich.  
Für die Saudis wurden allerhand Extra-Maßnahmen ergriffen im Hause - Toilettenbereiche abgeriegelt und provisorische Gebetsräume organisiert. Die Frauen wurden instruiert, nicht mit den Saudis zu sprechen und zu Boden zu schauen, falls sie einem auf dem Gang o.ä. begegnen. Eine Kollegin war recht aufgelöst und meinte "Oweh, jetzt hab´ich´s vermasselt und der Auftrag platzt!" - ein Saudi hatte sie nach dem Weg zu den Toiletten gefragt und sie hatte zunächst ordnungs- und weisungsgemäß reagiert, mit einem Blick zum Boden. Dann aber - hat sie ihm auf seine Frage geantwortet und ihn angesehen. (So schwinden Milliardendeals dahin ....)

Naja, das war wohl nicht so ausschlaggebend für den weiteren Geschäftsabschluß. Der Kölner würde hier sagen "Et hätt noch ens joot jejange."
Am Abend dann findet ein Essen mit den Saudis statt - die normalerweise für dieses Business zuständige Frau ist explizit nicht geladen, darf aber irgendwann später noch hinzustossen.
Ihre Kollegen erzählen ihr im Vertrauen, was der Scheich inzwischen so zur Unterhaltung eingebracht hat:: Er hat eine Top-Ten-Liste der besten und geilsten Nutten global aufgestellt. Auf Platz 1 lagen bei ihm die Asiatinnen, denn die machen es noch "Meat to meat" - Fleisch zu Fleisch  - also ohne Gummi.
 
In einer ähnlich doppelgesichtigen Liga spielen die japanischen Geschäftspartner - wobei einer, mit dem soweit alles easy lief, sofort jeglichen Kontakt abgebrochen hat, als er erfuhr, daß es sich bei ihr um eine weibliche Person handelt - was er wohl zuvor aus dem Namen im regen E-Mail-Kontakt nicht sofort ersehen konnte.

Liebe Schwestern, ich erlaube mir eine Anmerkung: Niemals - und unter keinen Umständen - die Burka anlegen. Laßt euch doch nicht moralisch für dumm verkaufen. Und wenn ihr euch verkauft - tut es richtig teuer.Was wäre das für ein Tag, an dem alle Frauen mal ihre Schleier lüften würden - die materiellen und geistigen...

Samstag, 29. Mai 2010

Das Chaos ist mein Job

Neulich fuhr ich einen netten jungen Mann morgens im Berufsverkehr zum Bahnhof. Auf meine Nachfrage, ob er zu einem bestimmten Eingang wolle, meinte er, ich soll mal den anfahren, der für mich einfacher sei - da wäre ja immer soviel Chaos und das sei sicher anstrengend. Süß. Manchmal gibt es solche Leute, die denken auf ihre Weise für mich mit und möchten sogar dafür sorgen, daß ich auch wieder zurück finde, falls wir ein bischen nach außerhalb fahren. Aus meinem Mund ertönen spontan die Worte "Das Chaos ist mein Job!" und ich muß lachen. Ich bedanke mich für seine freundlich gemeinte Fürsorge und sage ihm, daß ich diesbezüglich so einiges gewohnt bin.
Seither denke ich aber über diesen Satz nach - dachte schon, ich hätte gesagt "Das Chaos ist mein Beruf" - also so eine Art Berufung? Nichts Geordnetes weit und breit ... und selbst dieses herrliche Götter-Orakel verweist mich jüngst immer wieder auf die Götter des Chaos, der Kreativität und Schöpfung. Allein - ich sehe weit und breit nur das Chaos.

Und schon kommt eine schöne Ergänzung per o.g. Orakel - zu finden auf einer interessanten Site über GötterInnen verschiedenster Kulturkreise - und sagt dazu auf trefflichste Weise: "Den meisten  Menschen fehlt der nötige Ernst, um wahrhaft zu spielen. Aber: Das geglückte Leben ist nur erspielbar."  
(Quelle MDE - steht dabei, weiß leider gerade gar nicht, wer/was das ist ) 
Was ich zutiefst weiß - und was längst nicht heißt, daß es mir in irgendeiner Form gelänge, im Gegenteil, trotz ausgeprägter Spielernatur - auch für mich braucht es immer wieder (komplett nicht-buddhistisch-spirituell-religiös-angehauchte) Achtsamkeit und die Erinnerung daran, jegliche konditionierte Vernunft über Bord zu werfen und schlicht zu vertrauen wissen. Diese Form von konditionierter Vernunft, die auf materielle Sicherheiten und noch mehr sinnlose Vor-stellungen in diesem Leben abzielt(e) - statt auf Genuss, Freude und Teilen des paradiesischen Momentes hier.

Sonntag, 23. Mai 2010

Better count your blessings ...

many blessings .... wünsche ich dir auch.

Taxifahren ist ...

Kürzlich fragte mich mein Nachbar - ein frisch pensionierter Fernfahrer - ob ich noch Taxi fahre. Ja, tue ich. Darauf sagt er "Taxifahren ist doch Scheiße." Ich lache - ein Teil in mir gibt ihm durchaus recht. Er erzählt mir, daß er früher auch mal Reisebus gefahren ist und ich revanchiere mich mit einem ahnenden "Ach du Scheiße." Ja, und wenn es zu schlimm wurde da hinten, ist er einfach mal in die Eisen gegangen ....

Heute abend höre ich plötzlich auf meiner letzten Tour für diese Schicht "Es gibt nichts Schöneres im Leben als Taxifahren!" 
"Ach?!" meine ich "Dann ist es ja gut, daß ich das jetzt auf diese Weise auch noch erfahre." Dieser ältere Herr hatte mir kurz zuvor bereits eine Art Quizfrage gestellt und ich habe mir gerade noch eine sarkastische Bemerkung diesbezüglich verkneifen können - nun outet er sich doch noch auf der zweiten Hälfte der Strecke und gesteht, daß er 42 Jahre lang gefahren ist (andere outen sich erst ganz am Ende). Vorzugsweise nachts. Deswegen haben wir auch unterschiedliche Standpunkte hinsichtlich der aktuellen Wetterlage und deren Einfluss auf das Geschäft. Ich will Regen am Tag, denn ich bin ja die Tagschicht - und er meint, es gibt nichts Besseres als so einen wunderbaren Sommertag, alle sind draußen und unterwegs, und dann am Abend - so gegen 21.30 so ein richtiger Wolkenbruch, herrlich!

Ich lache innerlich und äußerlich über den göttlichen Humor, der mir diesen Menschen schickt, welcher mir in wenigen und sehr treffenden Sätzen diese Achterbahn der Gefühle in diesem Job beschreibt - auf meine wiederholende Nachfrage hin "Ist Taxifahren wirklich nur schön?".
Hat sehr viel Klarheit, was er sagt. Und wir sind uns einig, daß es einiger gewisser Grundvoraussetzungen in Form von Eigenheiten und Eigenwilligkeiten bei den Menschen bedarf, die diesen Beruf ausüben.

Was er da in kürzester Zeit auf den Punkt bringt, kann ich jederzeit unterschreiben. Und so prägnant und offen habe ich es noch nie gehört. Immerhin sprechen wir gerade über Gefühle, die in diesem Job auftauchen, hochschnellen, wieder abflauen. Nicht einmal im Detail, aber es ist alles sonnenklar und ich sage aufrichtig "Na, da bin ich ja froh, daß ich mit alldem in guter Gesellschaft bin  - dachte schon, es hätte was mit mir zu tun."

Es ist genauso, wie er sagt: Ein, zwei, vielleicht drei Tage liebst du diesen Job (persönliche Anmerkung von mir: Fast schon euphorisch manchmal - wie z.B. bei solchen netten Ereignissen wie Fussball-WM oder aktuell Eishockey-WM) und dann mußt du wieder durch derart maue, flaue Dinge durch, daß du ihn geradezu hasst, diesen Job. Er formuliert es anders, auf seine eigene Weise, die viel trefflicher ist als die meine. Ich sage nur ergänzend, daß es für mich manchmal so eine Art "Hassliebe" ist - und er erwidert "Ja, so kann man es nennen."

Erstaunlich ehrlich und klar, diese Begegnung. Am Ende bekomme ich noch einen Orden für excellentes, hervorragendes Fahren verliehen, obwohl ich eine Frau bin. Ich lasse ihm das gerne durchgehen, immerhin stammt dieser alte Herr aus einer komplett anders sozialisierten Generation - sage nur "vielen Dank - ich bin halt eine sehr versierte Fahrerin - und das mit den angeblichen Frauen am Steuer ist doch eh kompletter Blödsinn".

Auf der Rückfahrt nach Hause bin ich echt baff erstaunt über eine derart scharfe Zusammenfassung!

Alles dehnt sich aus ....

Soeben erhielt ich eine Werbemail von web.de, die haben mir "Terabytes" für irgendwas angeboten. Was früher mal bits, bytes, kilobytes waren, wurden Megabytes, jetzt Gigabytes, in Kürze Terabytes. Passt von den Ausdehnungstendenzen gerade gut zu der Gschicht´n mit den Finanzen, da geht´s ja auch so zu. Also, jetzt nicht konkret bei mir, aber doch schon .... irgendwo ....

Donnerstag, 20. Mai 2010

Ein bischen strunzen ....

Strunzen - ist vermutlich kölsch? Auf hochdeutsch = Angeben.
Ich schmeiss mich wech ....
Habe einen Auftrag bekommen in der Gegend, wo ich selbst wohne. Da bin ich nicht die ganze Zeit, sondern meistens fahre ich einfach dort in der großen Stadt, wo es mich gerade hinweht. Immer schön kurze Wege nehmen, möglichst ökonomisch und sogar ökologisch
Jedenfalls hat die Dame einen Brief dabei und sagt "Wenn Sie zufällig einen Briefkasten in Armlänge wissen auf dem Weg, das wäre schön." Und ich antworte "Nun, in Armlänge wird ein wenig schwierig, aber an der Dingens-Strasse kommen wir gleich an einem vorbei, der heute sogar noch geleert wird."
Sie staunt nicht schlecht - daß wir Taxi-Leute sogar die Leerungs-Zeiten aller Briefkästen in der großen Stadt kennen ...

Fast reingefallen ... auf die ODBG´s

Durfte ich neulich nicht mehr weiterarbeiten, weil´s Auto einen Breakdown hatte - darf ich jetzt umso mehr fahren. Das ist schon ein Schalk, dieses Gött.
Heute bin ich fast in eine der zahlreichen alten Fallen getappt und hätte mich um ein Haar ernstlich nerven lassen - von einer ganz bestimmten Sorte Frauen, von der gleich 3 kamen, um mir meine Lektion auch gründlich nahezubringen
Allen gemeinsam war so eine Art "Leidensmodus", allerdings gepaart mit einem scheinbar konträren und sehr deutlich spürbarem Hang zum Dominieren und Rechthabenwollenmüssen.
Die erste wollte in eine bestimmte Klinik und zeigte mir sogar die Adresse auf einer Kopie.Ich schaue mir das also an, es ist mitten im Zentrum, und sage "Ok, also da beim Gesundheitsamt." Auha!
"Nein nein nein, da nicht! Das Gesundheitsamt ist .... blablabla" Ich sage ihr sinngemäß, daß ich schon gepeilt habe, wo sie genau hin will, und sie brauche sich keine Sorgen machen. Gut. Ob der Sitz sich höher stellen läßt? Bevor ich überhaupt antworten kann, die nächste G´schichtn - ob ich sie mal festmachen könne, also anschnallen. Sehr penetrantes Parfum füllt bereits den kompletten Innenraum aus und ich ringe nach Atem .... pfui deivel .... wohl wissend, daß da nochwas kommt mit dieser Dame. Ich erzähle ihr also, wie sie ihren Sitz nach ihren Wünschen einstellen kann, wo die Hebelchen dafür sind - und sie sagt "Nein, nein, nein, da ist nichts. Ich fahre schließlich auch Auto."
Ich antworte ihr, daß wir jetzt wohl besser mal die Ruhe reinbringen in die ganze Angelegenheit und nochmal von vorne anfangen. Nein, nein, jetzt will sie den Sitz nicht mehr verstellen. Gut! Ich kann also endlich losfahren, während sie bemüht ist, mir ihre Geschichte auf´s Auge bzw. ins rechte Ohr zu drücken. Sie muß jetzt zu einer 7-stündigen radiologischen Untersuchung der gutverdienenden Pharma-Lobby - kürzlich holte ich schon jemand von solch einer "Untersuchung" ab. Kostet etwa 2.500 Euro für Kassenpatienten, privat sicher um einiges mehr .... Aha. Jetzt weiß ich also, warum die so auf Speed ist und derart rumzickt wegen nichts. In der Schule hieß das früher "Thema verfehlt". Die herzliche Bemerkung, daß sie wohl hoffentlich genug Proviant dabei habe, erspare ich mir - denn sie gehört zu der Sorte Mensch, die eine harmlos-spaßig gemeinte Frage in Krisensituationen - lediglich zur kurzfristigen Aufmunterung angeboten -  als Aufforderung zum Ohnepunktundkommaweiterquatschen nehmen. Ich kriege also gerade noch die Kurve - rein symbolisch gemeint - und schweige vorsorglich. Besonders auch, weil sie (mir don´t take it ever personally, they just wanna talk) noch erzählt, daß sie gestern abend bei der Zentrale nachgefragt hat, ob sie nicht eine nette deutsche Fahrerin bekommen kann - und dort sagte man ihr, daß es darauf keinen Einfluss gibt. Dazu sage ich weniger als nichts. Und wundere mich, daß es ausgerechnet mich erwischt hat und nicht einen der 60 % ausländischen männlichen oder wenigstens einen der etwa 93 % männlichen Kollegen.
Im Laufe der Fahrt  schließen wir doch noch einen Kurz-Frieden  miteinander. Wobei mich diese Opfer-Nummer schon sehr nerven könnte .... wenn ich noch in die alten Fallgruben fallen würde.
Die nächste Dame aus der Familie der Vorwurfsvollen- ist mir noch suspekter, denn da kommt so gar nichts Lebendiges, nur diese Offensichtlich-DauerBeleidigte-Grundhaltung (ODBG) und eine ellenlange Abhandlung darüber, daß die Strasse zu ihrem Haus doch nicht gesperrt ist - entgegen meiner Annahme. Dabei ist das Thema schon längst durch.
Die dritte heute möchte mir den Weg zu einem stadtbekannten Krankenhaus in relativer Nähe weisen, als unangeforderte Hilfestellung - und will links abbiegen. Ich frage, was sie denn links möchte - wir müssen nämlich nach rechts - und sie meint, andere (das höre ich am allerliebsten, einer meiner erklärten Favoriten!) wären schon ganz froh, wenn sie ihnen das sagt. Ich  antworte ihr, daß ich natürlich auf ihren Wunsch sehr gerne nach links fahre und dabei ein Ründchen extra mache, kein Problem. Das findet sie jetzt aber auch nicht lustig, indessen sie gemerkt hat, daß sie sich mit der Richtung vertan hat. Die Sache könnte also durch sein, erledigt .... und dann kommt wieder das, worauf ich heute schon zweimal fast angesprungen wäre - dieses viele Reden und Erklären für nichts und wieder nichts. Und ein kurzer "Grabenkampf" um mein Cockpit, da diese Dame mit ihren Ellenbogen die komplette MIttelkonsole belagert. Und wenn ich was nicht leiden kann, ist es genau das.
Am Nachmittag unterhalte ich mich kurz mit einem Mann darüber - der versteht sehr gut, wovon ich rede. Hahaha ..
Zufällig ? - läuft am Vormittag ein Beitrag im Radio zum Thema "Frauen wollen nur reden und sind gar nicht wirklich an echten Lösungen interessiert".
Ob da wohl manchmal - also z.B. im Falle der oben beschriebenen ODBG´s etwas dran ist?
Mein letzte Fahrgästin heute reißt  zum Glück alles wieder raus - eine quicklebendige, intelligente, am Leben interessierte und Gute-Laune-versprühende sehr sympathische Frau .....
Ach ja, und by the way: Die erste heute morgen war ein echter Knaller - und alles auf kölsch. Mir han Troone (Tränen) jelaach .... aber die kriegt auf jeden Fall einen Extra-Post!

Dienstag, 18. Mai 2010

Nur keine Hektik - eine Art Liebeserklärung

Traf meinen Lieblingskollegen. Ein alter Hase. Ein sehr alter Hase. Mehrere Jahrzehnte Er-Fahrung, Gelassenheit, Contenance und köstlicher Humor treffen aufeinander. Der Humor hat mehrere Schichten. Wie schon gesagt - mensch kann diesen durchaus verfeinern auf den Strassen der großen Stadt, und ich glaube, daß hat er zu genüge getan. Er ist mein erklärter "Lieblingskollege", weil er nie klagt. Und wenn es noch so öde & bescheiden läuft - er wird nie ein schlechtes Wort darüber aussprechen. Optimismus - bis zur allerletzten Minute und ein unerschöpfliches Gottvertrauen, gepaart mit sichtbarem Genuss des Lebens und der Sinne. Ein erstaunlicher Mensch - bei dem ich auch gerne vorbeigeschaut habe, als ich nicht in diesem Job war. By the way - ist er mir ohnehin überall in dieser Stadt ständig begegnet, als ich nicht mehr in diesem Job war. Und immer habe ich mich gefreut, ihn wohlauf zu sehen.
Gestern also haben wir uns mal während der Wartezeit über "Hektik" ausgelassen. Er wollte sich gerade einen frisch gebrühten, leckeren Kaffee holen, als es wider Erwarten schon weiter ging .... worauf er einfach nur in seiner gelassenen und dabei durchaus ernstgemeinten Art bemerkt "Ne, jetzt trinke ich erst mal Kaffee - und wenn ich mich hinten wieder anstelle." Und nur so - kannst du diesen Job auf Dauer mit gesundem Herzen machen. 
Ich kam gerade von einer anderen Tour , auf die ich 77 Minuten gewartet hatte und die 7, 70 Euro gebracht hatte, also etwa 1 Cent pro Warteminute, geteilt durch 2 - 0,5 Cent pro Minute .... und plötzlich so eine Hektik. Das ist nichts für uns  Genussmenschen - es ist wirklich besser, abends ausgeruht von der Arbeit nach Hause zu kommen!
In diesem Sinne - allen Wesen einen schönen Abend.

(Und das Verrückte dabei: Kurz vor Feierabend lief die elfenbeinfarbene Bude so richtig rund - und am Ende hat sogar die Kasse gestimmt. GlücksritterInnen eben ..... und jetzt mal "im Ernst": Nicht hektisch, aber oft doch äußerst konzentriert und hellwach ...) 

Sonntag, 16. Mai 2010

Elfenbeinfarbener Kochtopf

Manchmal ist es schon sehr erstaunlich in dieser elfenbeinfarbenen Blechkiste. Die Stadt fühlt sich sehr ruhig an - vermutlich sind viele weggefahren über´s lange Wochenende - und du sitzt locker eine Stunde in der Kiste rum, bevor jemand deine Dienste anfordert. Wenn´s denn schnell geht - und bei dir nicht am Ende noch zwei Pünktchen als Wartezeit auf dem Display erscheinen, weil dieses mangels weiterer Anzeigekapazität nach 99 Minuten nicht mehr aufwärts zählen kann. Dann - kommt dein Fahrgast ... und der hat es toootal eilig und muß gaaaaanz schnell zum Dings oder nach Bums. Oder sie sirnd ist irgendwie anders geladen, da gibt es ja unbegrenzte Möglichkeiten. Und natürlich will dieser Mensch gerne die Gelegenheit nutzen, ein bischen von seiner hochkonzentrierten Energie wieder runterzuladen, gerne bei dir im Separée, wo du ja nicht komplett entfliehen kannst, weil du diesen Menschen gerade transportierst und dabei auf allerhand Äußerlichkeiten achten mußt - und wenn es nach manchen Personen geht, am liebsten auch noch besonders auf ihre speziellen und im schlimmsten Falle persönlichen Bedürfnisse. Also etwa die Palette zwischen verschiedensten Luftzufuhr-Präferenzen, Hörgewohnheiten und und und ... nach oben trichterförmig offen.
Heute hatte ich nach längerer Zeit so einen Fall von "alte Dame, äußerst energisch winkend, um auch ja nicht übersehen zu werden". Ich hole sie vor einem Krankenhaus ab, sie hat ein Taxi geordert und so gibt es im Grunde keine Not - denke ich, während sie mir schon auf jede Menge Entfernung hin wild zufuchtelt. Ich nehme die ordnungsgemäße Auffahrt, was sie anscheinend zu nochmehr fuchtelnden Bewegungen veranlasst, und fahre geradewegs auf sie zu. Das reicht ihr nicht. Sie  wartet nicht, bis ich bequem die rechte Fahrzeugseite vor ihr zum Stehen bringen kann, sondern wechselt auf die linke Seite, fuchtel fuchtel fuchtel - vielleicht möchte sie ja überfahren werden, wer weiß? Ich fluche schon auf dem Anfahrtsweg vor mich hin "Jooooo! Et es jo joot, isch bin doch jlisch bei d´r!" (vornehm: Bin gleich bei Ihnen) und freue mich, daß ich das alles nicht mehr wirklich ernst zu nehmen brauche. Im Laufe der Zeit habe ich eine dicke Lederhaut bekommen, meinen Humor nie wirklich verloren und verfeinere diesen nun mit Freude. Habe gelernt, wie ich verschiedenste Energien bei Bedarf auch an mir abprallen lassen kann. Dafür - zolle ich den elfenbeinfarbenen Limousinen, Kombis und anderen Modellen sowie den Haltern derselben, mit denen ich mich in Kontrakt befunden habe, von Herzen Dank!
Diese energische Dame also - und Energie hat die wirklich, alle Achtung! ein echter Quirl, positiv gemeint, kein Jammerlappen im herkömmlichen Sinne, sondern zäh - deswegen kann ich ihren Redeschwall auch freund-lich entgegennehmen - schwaad misch mööd für 7,50. Das war Kölsch und heißt soviel wie - sie hat mir auf einer Strecke von 7,50 Euro einen Großteil ihres recht anstrengenden Lebens berichtet ... und ich freue mich, daß ich nur wenig intervenieren brauche, damit ich noch ein wenig Augenmerk auf die Strasse richten kann.  Sie berichtet von ihrem schwerkranken Mann, von anderen bereits Verstorbenen und deren schlimmen Krankheiten etc. pp. Auf eine Frage, ob ich "mir das wohl vorstellen könne", sage ich nur ein "Nö, und das möchte ich auch gar nicht." Langer Rede kurzer Sinn: Sie ist einfach ziemlich fertig und ihre Geschichten dahinter würden mich auch fertig machen .... doch am Ende geht´s drum, daß auch sie mich heute schlicht ans Wesentliche erinnert, indem sie - als Fazit für sich selbst aufgund ihrer eigenen vielen Geschichten sagt: "Wissen Sie was - das Beste ist wirklich, wenn man jeden Tag so lebt, als sei es der letzte." Ich anworte ihr gerne und aufrichtig: "Da haben sie jetzt was Wahres gesagt!" Und schon - sind wir uns einig - ohne daß es weiterer Worte bedarf.
Ich bedanke mich in Gedanken noch bei ihr und bei vielen anderen Menschen & Quellen für die Erinnerung - während der folgenden öden 70 Warteminuten auf Godot (der dann heute freundlicherweise im allerletzten Momemt doch noch erschien).

Mittwoch, 12. Mai 2010

Verschwundenheit

Die Ereignisse in der "äußeren Welt" überschlagen sich, eine Verrücktheit übertrifft die andere und eine Katastrophe toppt die nächste. Seit Beginn des Jahres jagen sich die Horrormeldungen von Haiti über virtuelle Aschewolken bis zur Ölkatastrophe im Golf von Mexico, alles während dieser vielzitierten Finanz- und Wirtschaftskrise .... und kaum mehr etwas von alledem berührt mich im Innern oder wo auch immer.
Dieser Gang der Welt - fühlt sich für mich komplett surreal an.
Während also alles scheinbar zusammenkracht und in Chaos versinkt - sitze ich hier und denke höchstens "Ok, dann eben das jetzt. Wen kümmert´s?"
Es scheint, als wäre irgendwo eine Schwelle gewesen, ohne es direkt gemerkt zu haben - und seither wird es immer klarer, daß es hier nichts gibt, was sich festzuhalten lohnt. Mir gehört nichts. Und ich bin sehr einverstanden damit. Eine Erleichterung darüber macht sich breit. All die Dinge, die ich für wichtig erachtet hatte, spielen überhaupt keine Rolle. Höchstens noch das Handtuch erscheint mir sinnvoll im weiten Raum, falls doch nochmal ein kurzfristig verlockendes Raumschiff vorbeikommt. Alles andere - Träume, Erscheinungen, Schweinwünsche, erfüllte und nicht-erfüllte ... verpufft. Keine neuen Wünsche tauchen auf. Keine Visionen. Vergangenheit und Zukunft erweisen sich als ewiger Traum. Selbst die Angst - ist völlig entspannt und geniesst sich selbst genüsslich darin. 
Hat lange gedauert, bis die alten Widerstände hingeschmolzen sind und ich nun nichts und niemand mehr sein brauche. Nichts und niemand mehr bin. Hat es? Oder habe ich mich eh nie bewegt?
Manchmal falle ich noch auf solche alten Identifikatiönchen rein, ich wäre vielleicht eine Taxifahrerin oder sowas ... Musikerin bin ich auch keine mehr. Keine Tochter, keine Schwester, keine Partnerin ... Jeder Atemzug - ist einfach geschenkt. Und ich habe & brauche auch keine Ahnung, wer ich bin. Die vielen Vor-stellungen von "Spiritualität" haben sich in Windeseile in sich selbst aufgelöst und lassen mich höchstens noch schmunzeln, besonders die hierarchischen und die eines "höheren Selbst" - und es gab absolut nichts zu lernen oder zu werden. Bin genauso unperfekt wie zuvor. Nur ein wenig mehr in Frieden damit. Das Menschsein ist einfach so, wie es ist und da ist Genuß der Sinne und der Existenz. Der Verstand dreht gerne weiter durch und will etwas suchen, behauptet sogar, er wolle etwas finden - doch da ist nichts weiter. Es gibt nichts zu finden. Danke an Merkur, der mich wohl in einem der vielen Flüge neulich über diese Schwelle gebracht hat und mir zeigt, daß es völlig in Ordnung ist, niemand zu sein und einfach völlig in der Luft zu hängen. Es ist herrlich hier.

Dienstag, 11. Mai 2010

orgiastische-börsen-macht-und-zocker-energie

750.000.000.000,00 Euronen
in wenigen Stunden
virtuell
ins Spiel geschossen und
in wenigen Stunden
virtuell
wieder verballert
mal eben so
und die zahlen werden sich wohl
noch steigern
in immer kürzeren abständen
...
den zockern muß doch definitiv
einer nach dem andern abgehen
höher, schneller, weiter, immer mehr
kohle, zaster, virtuelle unsummen
köpfe abschlagen
und rollen lassen
schauen, wie weit die eigene
skrupellosigkeit sich
noch ausbreiten kann
ohne daß das eigene hemdchen
gleich sichtbar
mit frischem opferblut bespritzt wird
es ist die reinste orgie
die da gefeiert wird
adrenalin ohne ende
...
und ich
die ich auch eine spielernatur habe
und mir das deshalb ganz gut vorstellen kann
bin wieder nicht dabei
...
naja, dafür kriege ich aber
auch nicht
so einen schlimmen kater hinterher.
...
wir haben es hier mit echten junkies zu tun
mögen sie sich
- konsequent  -
selbst den goldenen schuss setzen
...
und erzählt mir nicht, ich solle euren stoff bezahlen, guys
den teufel werde ich tun
...
die aus diesen
orgiastischen
ekzessen
entstehende leere
wird ganz neu gefüllt werden
...
es kommt eh ganz anders, als wir es uns auszumalen versuchen
hier greift der alte spruch von einstein mit den lösungen
...

Sonntag, 9. Mai 2010

Gott respektiert dich, wenn du arbeitest ...


... aber er liebt dich, wenn du singst!

Heute soll ich nicht arbeiten - obwohl ich willens und auch schon draußen war. Aber die elfenbeinfarbene Limousine hat einen Breakdown. Allerdings keinen unvorhersehbaren, sondern einen aus purer Schlamperei seitens derjenigen, mit denen ich einen entsprechenden Deal habe. Habe sie also abgestellt, war gerade bei diesen Menschen um die Ecke mit einer Fahrgästin gelandet - die sagte "na, dann schauen sie mal, daß sie ihr Auto noch gut nach Hause bringen"  und mußte dann U-Bahn fahren, was ich ja völlig crazy finde ... aber bin gut zu meinem eigenen Auto gekommen. Macht also heute einen ungeplanten Verdienstausfall, was mich noch recht gelassen ließ - vielleicht auch angesichts dieses strahlenden Sonnenscheins.
Die größere Herausforderung war die Frechheit der Behauptung auf meinem AB zuhause des für den fahrbaren Zustand des Fahrzeugs verantwortlichen Menschen, das wäre wohl "albern" und wenn ich keinen Bock zum Fahren hätte, solle ich doch einen Tag vorher Bescheid sagen, dann könnte jemand anders fahren. Und außerdem - hätte ich das doch schon gestern wissen müssen ..... gestern sagte er mir noch am Telefon, er hätte nachgesehen und da wäre noch ein ganzer Millimeter Belag auf den Bremsen ... am Montag wäre Werkstatt-Termin.
Ich weiß es sogar schon seit zwei Wochen - und meine Business-Partner auch -  und habe es seither mehrmals glasklar angesagt, daß die Bremsen runter sind. By the way - bin ich nur die zweite Besetzung, und die erste hat es ebenfalls angemahnt. Vorgestern war ich zwischendurch beim Gutachter wegen einem Unfall,  den ich nicht verursacht habe, gestern war kein Öl mehr in der Kiste und der Ölwechsel in der Werkstatt hat mich wieder eine unbezahlte Stunde gekostet - eigentlich habe ich eine Menge Geduld, Gelassenheit & vor allem Gottvertrauen, daß der Umsatz schon stimmen wird  ..... wie sich am Abend zeigte. Aber ich habe auch einen Anschlag - und wenn der erreicht ist, greift er auch.
 
Also - den Verdienstausfall bezahlt mir jetzt eh niemand, da komme ich schon irgendwie klar mit. Aber dieses blöde Spiel - übrigens vorzugsweise offensichtlich von männlichen Mitmenschen gespielt - mir dann auch noch den ureigenen Ball, in diesem Fall die eigene Schlamperei zurückwerfen zu wollen - hat mir heute wieder einmal eine exzellente Lernvorlage geliefert: Einfach nicht auffangen, solche Bälle, eiskalt fallen lassen ....

Und bei dieser Gelegenheit:  Hatte jetzt echt zwei schöne Arbeitstage - mit sehr netten und besonders entspannten Begegnungen -also tatsächlich einfach nur Freude im Moment .... und heute schon soll ich nicht weiter arbeiten.

Aber wer bin ich,  mich gegen den göttlichen Willen zu stellen?
Siehe oben ....
So werde ich halt andere Dinge verrichten.

Freitag, 7. Mai 2010

Oder kommt es einfach auf uns alle an?

Hatte heute einen sehr erquicklichen Arbeits-Tag ... ist mir in jüngster Zeit öfter schon so ergangen - daß ich echt Spaß an und mit den Leuten hatte, die da so kamen. Heute gab´s eine Menge Highlights und jede Menge gemeinsamen Spaß. Habe Tränen gelacht ..... Menschen & ihre Geschichten sind ja manchmal so komisch - und auch so liebenswert. Und dann gab es noch ein Sahnehäubchen an Freundlichkeit ... zu spät jetzt für Details, gleich geht´s weiter ... Wenn die Mitmenschen so weitermachen kann ich gar nicht mehr anders, als diese netten Begegnungen irgendwie aufschreiben zu müssen. Danke dafür - und wieder winke ich auch dir freundlich mit meinem Handtuch zu .....

Mittwoch, 5. Mai 2010

Griechenland und Tunnelblicker .....

.... hoppla,
lange keine TV- und/oder Netzbilder mehr gesehen .....
da ist ja einiges am Kochen in Griechenland.
Völlig zu recht. Ehrlich gesagt - höchste Zeit!

Wenn ich nicht völlig falsch liege, ist die griechische Mentalität etwas heißblütiger und somit auch widerständiger als die in diesem Lande.
Die meisten Kommentare in den MSM zu den Aufständen in Griechenland sind natürlich wie immer vor-geschrieben und gekauft - so wie die meisten "Journalisten" ja nur noch SprecherInnen sind und nichts mehr recherchieren. Interessant, auf den sogenannten Nachrichtensendern mal aufmerksam auf die Wiederholung immer gleicher Bildsequenzen zu achten - und besonders auf die angepeilte Suggestion bestimmter Collagen/Fotomontagen!

Autonome Jugendliche, die Molotov-Cocktails werfen, sind die Bösen ... blabla .... mensch, so blöde kann doch niemand mehr sein, die alte MSM-Leier zu glauben?

Leider doch - habe in jüngster Zeit noch einige solcher recht-hoffnungslos Verblendeter in der elfenbeinfarbenen Limousine getroffen.
Ein Sahnehäubchen waren zwei führende Köpfe der GdP, Polizeigewerkschaft, die zum FDP-Parteitag geladen waren und sich tatsächlich auf den Vortrag des peinlichen Westerwelle zu freuen schienen. Nach einem kurzen, freundlichen Wortwechsel mit mir vergaßen sie meine Anwesenheit und unterhielten sich intern über den aktuellen Einsatzleiter am 1.Mai in Berlin - mit dem sinngemäßen Fazit, daß das endlich mal kein Weichei sei und die Randalierer - Zitat: - "hoffentlich mal so richtig auf die Fresse kriegen". Ja, das wäre wünschenswert, dann gebe es nicht soviele verletzte Kollegen.
Wollte das eigentlich sehr diskret für mich behalten, da ich auch eine gewisse Besorgnis um Kollegen gut verstehen kann - aber was ich da an Bildern aus den Strassen Griechenlands sehe, inspiriert mich doch dazu, hier mal eindringlich dran zu erinnern, daß es die weitaus beste Lösung ist, gar nicht erst gegeneinander anzugehen - sondern sich friedlich zu verbünden gegen die drahtziehenden Arschlöcher, die tatsächlich für die durchaus berechtigten Krawalle sorgen - und diesen endlich die Zügel aus der Hand zu nehmen. Wir müssen ihnen endlich sagen, daß sie jetzt nicht mehr  weiterspielen dürfen. Sie müssen endlich mal eine richtige Arbeit machen! (Das war für dich, Guido)

Betonung auf "friedlich". Ein gewaltfreier, gemeinsamer, ruhiger Marsch auf Regierungs- und Finanzzentren - reicht völlig aus! Was für ein schönes Bild - friedlicher Marsch von Millionen EU- und Weltbürgern auf die "Finanzzentren" .... Börsen, "Rating-Agenturen", (Regierungs-) Paläste ... eben alle Stätten, wo skrupellos & wissentlich mit Milliarden von Menschenleben gezockt wird. 

Was derzeit auf den griechischen Strassen abgeht - ist wegweisend für viele von uns. Und ich hoffe inständig darauf, daß die "Staatsbediensteten" aufwachen, sich erinnern, wer der Staat im Grunde ist - nämlich die Summe seiner Menschen - und kapieren, daß sie sich & ihre Liebsten im Grunde selbst mit Tränengas u.a. Waffen bekämpfen. 

Gleiches gilt für jeden Soldaten auf diesem Planeten. Für mich völlig unkapierbar, gegen wen so ein Soldat eigentlich zu kämpfen glaubt? Vielleicht treffe ich bald mal einen, der mir seine Beweggründe erläutern kann .... es kann doch nur Angst sein. Wer keine Angst hat - braucht nicht gegen andere zu kämpfen.

Jetzt zu den anderen Verblödeten, die ich traf - und die ich für weit übler halte, als die Herren von der  Polizeigewerkschaft, die ja wenigstens noch ein Stück weit von der Besorgnis um ihre "Kameraden" getragen waren. Ist zwar nicht wirklich meine Welt aber immerhin ging es dabei noch um andere Menschen.

Ich fuhr einen jungen Mann, der mit seinen 27 Jahren darüber stöhnte, wie schwer doch das Leben sei.  Ich wundere mich, lache laut über soviel Schwermut und sage, er müsse wohl ein eher ernster Mensch sein, um in seinen jungen Jahren schon so zu reden? Ja - ob daran etwas verkehrt sei? Nein - ich stelle es nur heraus, denn das wird ein Grund für die Schwere des Lebens sein ...abgekürzt erzählte er dann, daß er selbstständig sei und die Schwere seines Lebens wurde zum größten Teil dadurch bestimmt, daß er seines Erachtens nach viel zu hohe Steuerabgaben hätte. Deshalb würde er im Mai den Westerwelle wählen, denn der verspräche ja Steuererleichterung. Ich sei doch sicher auch selbstständig? Ich denke nur bei mir: Ja, mein lieber Junge, aber offiziell bin ich angestellt, fahre auf Prozente vom Umsatz und wenn keiner kommt, geht alles auf meine eigene Kappe - davon bezahle ich ein paar Sozialabgaben - und wenn ich krank bin, gibt es nichts. Wie bei ihm? Ja, nur, daß mein Umsatz so albern ist, daß ich eh nichts mehr abzugeben habe .... und dennoch empfinde ich das Leben nicht als grundsätzlich schwer und habe oft viel zu lachen. Ich gebe gerne das Lachen weiter .... das ist aber mit Geld & Gold gar nicht bezahlbar!

Ich versuche, ihm zu vermitteln, daß er von allen Etablierten verarscht wird und besser erst gar niemanden von denen wählt .... aber ich gebe nicht zuviel Energie rein, denn er hat diesen Tunnelblick, mit dem mensch eh keine größeren Zusammenhänge versteht.
Die andere Begegnung der ätzenden Art: Eine mehrfache Hausbesitzerin beklagt sich bei mir über die wachsenden Abgaben. Und über die schlimme Jugend, die ja nur herumlungert und nicht arbeiten will. Mir ist speiübel .... die althergebrachte Spießer-Argumentation von solchen, die nicht sehen, wie die Welt sich ändert - in Riesenschritten! Sie zetert über die faulen Hartz-IVler und ich sage ihr "Wissen Sie, das sind alles Peanuts - das Geld wird ganz woanders verzockt und da muß sich jeder mal im Zeitalter der Venetzung selbstverantwortlich über die größeren Zusammenhänge schlau machen. Was die Hetze über Hartz-IV -Empfänger betrifft - was ich schon immer gehasst habe ist dieses Nach oben buckeln - und nach unten treten" und daß die Jugendlichen sich sicher auch bessere Perspektiven wünschen für´s Leben ... Sie versteht kein Wort. Fängt wieder von vorne an, "aber", und ich merke - das ist pure Energieverschwendung. Hoffnungslos.

Das Rad des Lebens dreht sich - sehr schnell weiter - und ich wundere mich aufrichtig, daß solche Gestalten versuchen, es mit Muskelkraft aufzuhalten ...... um ein paar alberne Pfründe zu sichern .... die sie ohnehin wieder abgeben müssen.

Bin in Gedanken bei allen Griechen und Griechinnen und wünsche mir von Herzen die wundersam-einfache Änderung, wie ich´s oben versucht habe, zu beschreiben: Eine sich möglichst friedvoll ausbreitende La-Ola des Begreifens  ...

Lisa Fitz fasst den Status Quo zusammen

Habe ich eben auf dem Blog eines Elementarteilchens gefunden (da gibt´s noch mehr Interessantes) - finde, das gehört weiterverbreitet. 

Dienstag, 4. Mai 2010

Frei sein zwischen Licht und Schatten

Ist nicht von mir ... habe ich heute gehört.
Und dann hat´s laut geklingelt! 
Bin mal wieder reingefallen - auf diese alte, verkrustete Idee, 
ich müsse mich für irgendetwas entscheiden. 
Genau das ist der Trugschluss. 

Ich bin eine Tochter des Merkur, 
des Hermes, von Elegguá, Hanuman ....
Tochter der Götterboten, der Luft, 
die es liebt, wenn der Wind 
kräftig alle Wege freibläst.
Die Luft, für die meisten unsichtbar,
ist mein Element,
ein grenzenloses und
eines ohne Tempolimit.
Wie könnte ich mich also 
auf einem solchen Flug zwischen den Welten
für irgendetwas je wirklich entscheiden? 

Festlegen, einkasteln,
Räume enger machen,
Mauern ziehen, Besitz ergreifen ....
eine erschreckende Vorstellung für einen fliegenden Geist,
dem es um die Lust am Fliegen selbst geht!

Habe mich verlocken lassen im Traum. 
Es gab zwei Zelte - ein weißes und ein schwarzes.
In beiden Zelten mächtige Magier ....
beide Zelte sehr verlockend.
Ich vernahm diese Aufforderung:
Du mußt dich jetzt entscheiden,
welchem Weg du folgen willst,
dem hellen oder dem dunklen.

Natürlich waren die Hellen die Guten
und die Dunklen die Schlechten ...
GÄHN!
Eine der ältesten Geschichten der Menschheit,
der ewige Kampf zwischen Gut und Böse.
Blablablabla ......
Und ich falle wieder drauf rein.

Hatte mich dann etwas halbherzig für das weisse Zelt entschieden -
aber irgendwas zieht immer noch an mir und will auch wissen,
was da in dem anderen Zelt so alles los ist.

Das ist wohl meine Art von Gier - immer wieder diese Neugier.
Wenn ich dann allzu müde geworden bin, 
weil ich mich dieser Gier hingebe,
interessiert mich all das nicht mehr wirklich,
bis ich dann doch wieder wacher werde
und ganz neuen Verlockungen der Neugier nachgehe.

Den Göttern sei Dank, 
daß sie mich nie allzu lange 
auf diese Weise
verarschen - 
und mir dann doch noch die richtige Antwort senden,
mit dem Wind. 

Sonntag, 2. Mai 2010

hommage und toast für die völlig unbezähmbare

heute vormittag hatte ich mit der elfenbeinfarbenen limousine eine begegnung der selteneren, völlig-wild-verwahrlosten art. und dabei ging es um: würde. menschenwürde - sagte sie. ich holte eine frau ab - vom ficken. sagte sie. sie sah ziemlich kaputt aus und sie war es wohl auch - auf heroin und nichts mehr dran, das gesicht sehr verhärmt, faltig, alt, eine echte hexe. beltane halt - persönlich. sie fing an zu schimpfen - übers ficken. über sich selbst. darüber, daß sie so blöd war, sich auf einen typen aus der "kolonie" zum ficken einzulassen. sie hat es immer wieder beim namen genannt - und ich habe mich gefreut über meine liebe zu den menschen, egal, wie sie so drauf sind. will sagen: ich habe sie respektiert, wie sie war - und sie war sehr heftig drauf. und sie sah sehr heftig aus - ich habe lange nicht mehr ein solcherart vom leben gezeichnetes und  mit tiefen furchen versehenes gesicht gesehen.
nachdem sie bereits über den gescheiterten "fick" geflucht hatte - "nicht mal frühstück hat der typ, und dafür soll ich hallelujah und kyire eleyson singen " (y otra ) fragte sie mich - sehr moderat, sogar sehr höflich für ihr temperament und besonders für eine echte hägse, die schon soviele jahre auf dem zaun balanciert - vielleicht wegen dem gegenseitigen respekt, der iklar m raum stand? - ob ich mal an der tanke halten könne.
ja, gerne, kein problem ... sie ist alt, sieht alt aus, richtig alt und verbraucht, und sie trägt einen sehr kurzen rock - abgesehen davon hat sie eine präsenz, die ich nur selten bei menschen antreffe - und ich treffe ja einen recht bunte mischung -  also sie hat PRÄSENZ ! Soviel Präsenz, daß sie einfach hier kist und es ihr am arsch vorbeigeht,  wer schon wider blöde glotzt. und es glotzt erst einmal dieser hübsche orientalische typ an dcer tanke, der erst einmal einfach so geguckt hat. dann guckt er nochmal ..... ah, eine taxi-fahrer-IN ....ich gucke ihn auch an, er ist sehr hübsch ...... und dann - sieht er meine fahrgästin, registriert diese heftige präsenz und ... ist erst mal vor den kopf gestossen. ich sitze im auto und schaue mir das alles in ruhe an, lache mich kaputt .... she´s so hardcore, that is kicking him completely down. und er spricht vermutlich nicht mal englisch. dann guckt er nochmal zu mir rüber und vielleicht hat er irgendwie mitgefühl mit mir, wegen dem hexentransport.
sie kommt zurück, aus der tür, mit einem bier .... claro esta - ella tambien habla espanol - und er kapiert sie nicht. er kapiert sie nicht ..... er wird vielleicht nie in seinem leben eine wilde frau kapieren .... dann eben beim nächsten mal, honey.
wir fahren weiter, sie flucht und schimpft - möchte gerne lautere musik hören - ich bin mittlerweile so entspant, daß ich einfach mal aufdrehe und .... hör da: ein geiler, schicker "aerosmith"-sound aus alten zeiten, an dem wir beide freude haben.
ja, sie ist sehr heftig, diese beltane oder wie sie sonst noch so nett genannt wird im netz und bei hobbyhexen ...... sie ist heftig, hart, kompromisslos, süchtig, unersättlich, comletely fucked up with lots of everything  .... u.v.m. - sie ist so drauf, daß sogar die mir worte fehlen - aber ich kann sie gut fühlen. und ihr herz. und sie meines. deswegen - bleibt es auch entspannt bei uns und es gibt keinen ärger. in meinen anfangszeiten auf der elfenbeinfarbenen limousine - hätte es mit ihr sofort ärger gegeben. jetzt weiß ich ja, wer da sitzt:  immer mein eigenes ich. egal, wer da kommt. das größte blöde arschloch: immer ich selbst!
am bahnhof - schauen einige kollegen wirklich entsetzt .... und ich lache vor entzückung darüber, daß ich soviele verschiedene menschen einfach nur liebe.

mein kommentar zu den ereignissen im "aktuellen weltgeschehen"

do what thy (this is you - not "them" or "they"!) want

was sich offensichtlich nicht anbietet:
das exzessive verzocken
des planeten-mutterschiffes 
seitens einiger 
vollgekokster 
adrenalinjunkies an den börsen
und 
politischer neo-kommandantInnen 
allzu ernst zu nehmen - 
gruß, 42
winke dir freundlich mit meinem handtuch zu ...